Identitätskonflikte und wo man als Transsexuelle(r) Hilfe und Beratung finden kann

Für Transsexuelle ist der Wechsel zu einem anderen Geschlecht ein schwieriger Schritt. Es gibt jedoch Stellen, bei denen sie Hilfe finden.

Anlaufstellen für transsexuelle Menschen in Deutschland

Transsexualität als Geschlechtsidentitätsstörung

Für die meisten Menschen stellt das eigene Geschlecht eine Selbstverständlichkeit dar. Bei Transsexuellen ist jedoch genau das Gegenteil der Fall: Sie haben das Gefühl, sich im falschen Körper zu befinden und verhalten sich deshalb untypisch für ihr Geschlecht. Oftmals zeigt sich dieses Verhalten bereits während der Pubertät.

Transsexualität wird auch als Transidentität bezeichnet, da es sich dabei nicht vorrangig um ein sexuelles Problem handelt. Vielmehr besteht ein Problem der Geschlechtsrolle sowie der Geschlechtsidentität.

Merkmale des Transsexualismus

Ein typisches Merkmal von Transsexualismus ist die ständige Gewissheit, dass man sich biologisch zu einem anderen Geschlecht zählt. So werden die Rollenerwartungen, die von der Gesellschaft mit einem bestimmten Geschlecht verbunden werden, abgelehnt. Stattdessen steigt der Wunsch in dem anderen Geschlecht zu leben fortwährend.

Körperliche Veränderungen in der Pubertät fördern Leidensdruck

Prägen sich dann die Geschlechtsmerkmale aus, beginnt die Problematik erst richtig. So leiden die Betroffenen unter den Veränderungen ihres Körpers, da sie diese nicht akzeptieren können. Stattdessen kleiden sie sich wie das andere Geschlecht, was oft dazu führt, dass sie auf Ablehnung in ihrem sozialen Umfeld stoßen.

Besonders schwierig ist die Situation für Männer, denn während bei Frauen typisch männliche Kleidung auf gesellschaftliche Akzeptanz stößt, werden Männer, die sich feminin kleiden oder schminken, abgelehnt. Dies führt bei den meisten Transsexuellen zu dem Schritt, sich mithilfe von hormonellen und chirurgischen Maßnahmen einer Geschlechtsumwandlung bzw. Geschlechtsangleichung zu unterziehen.

Viele Transsexuelle durchleben jedoch einen langen Leidensweg, bis sie an ihr Ziel gelangen.

Wenn Selbstverständliches zur Qual wird

Bemerkbar macht sich die Transidentität vor allem durch den psychischen Druck, der mit der Zeit immer mehr zunimmt. Bei zahlreichen Betroffenen kommt es auch zu psychischen Problemen oder Erkrankungen wie Depressionen.

Schafft es der Transsexuelle, sich seinem sozialen Umfeld gegenüber zu outen und sein wahres Geschlecht auszuleben, empfindet er dies als Befreiung.

Zuverlässige Diagnose durch eine Psychotherapie

Allerdings sind die Selbstdiagnose und der Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung nicht immer ausreichend, um sicher zu wissen, dass eine Transsexualität besteht.

So lässt sich eine zuverlässige Diagnose nur im Rahmen eines längeren diagnostischen und therapeutischen Verfahrens stellen, zu dem auch eine psychotherapeutische Betreuung und Behandlung gehört, bei der die psychosozialen Aspekte des Betroffenen Berücksichtigung finden.

Den Kontakt zu Ärzten und Therapeuten herstellen

Da der Leidensdruck im Laufe der Zeit zunimmt, suchen die Betroffenen nach Hilfe. Diese finden sie unter anderem bei Ärzten und Psychologen. So gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wie eine Hormontherapie oder eine operative Geschlechtsangleichung.

Voraussetzungen für eine ärztliche Behandlung

Bevor eine solche Behandlung durchgeführt wird, müssen sich die Transsexuellen jedoch einer vorbereitenden Psychotherapie unterziehen, die mindestens ein Jahr dauert. Die meisten Betroffenen betrachten diese Therapie jedoch nicht als Zwang, sondern eher als Hilfe, da dabei ihre Selbstreflexion gestärkt wird.

So werden verschiedene Fragen und Probleme der Betroffenen aufgearbeitet, wie:

Weiterhin hinterfragt man auch biologische, soziale und kulturelle Geschlechtsmerkmale. Kommt es schließlich zu einer operativen Geschlechtsangleichung, erhalten die Betroffenen anschließend eine körperliche und psychotherapeutische Nachbetreuung.

Gesellschaftliche Probleme und Anlaufstellen in Deutschland

Neben den physischen und psychischen Problemen, die sich aus der Transsexualität ergeben, haben transidente Menschen häufig mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dazu gehören auch:

  • Probleme mit den Behörden
  • gesellschaftliche Ausgrenzung
  • Diskriminierung

In solchen Fällen finden die Betroffenen Unterstützung bei verschiedenen Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, zum Beispiel bei der VIVA Transsexuellen Selbsthilfe München e.V. Diese bietet transidenten Menschen

  • Beratungen
  • Informationen
  • Vorträge
  • Lesungen
  • Filmvorführungen sowie
  • Hilfestellungen bei Anträgen oder Behördengängen

an. Auch Angehörige, Partner oder Freunde von Transsexuellen sind dort willkommen.

Überregionale Anlaufstellen

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Hamburg

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Sachsen

Schleswig-Holstein

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