29. November 2011
In der Gesellschaft erwartet man von Männern und Frauen ein spezifisches Verhalten. Was als typisch männlich oder weiblich gilt, ist also oft Ausdruck der gesellschaftlichen Rollenverteilung.
Unter der Geschlechterrolle versteht man Verhaltensweisen, die in der jeweiligen Gesellschaft oder Kultur als charakteristisch für das männliche oder weibliche Geschlecht gelten. Außerdem benutzt man die biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau zur Zuweisung von unterschiedlichen Rollen. Dabei begnügt sich die Gesellschaft jedoch nicht mit den natürlichen Geschlechtsunterschieden, sondern nimmt auch soziale und kulturelle Unterschiede vor. Für Frauen bedeutet dies beispielsweise, dass sie sich auch feminin verhalten müssen, während Männer möglichst maskulin wirken sollen.
Zahlreiche Soziologen und Psychologen vertreten die Ansicht, dass die Verhaltensweisen, die als typisch männlich oder weiblich gelten, nicht durchweg naturgegeben sind, sondern vielmehr auf der Kultur und den Traditionen der jeweiligen Gesellschaft beruhen. So üben Männer und Frauen bereits so lange eine bestimmte Rollenverteilung aus, dass sie diese mittlerweile als wesensgemäß ansehen. Die Rollenverteilung der Geschlechter kann jedoch durchaus unterschiedlich sein. So gibt es Kulturen, in denen Frauen das vorherrschende Geschlecht sind und sogar körperlich schwere Aufgaben übernehmen, während die Männer sich um gefühlvolle Dinge kümmern.
In der Geschichte der Menschheit hat sich vor allem die patriarchalische Gesellschaftsnorm bei der Verteilung der Geschlechterrollen durchgesetzt. Im westlichen Kulturkreis wird diese Norm jedoch immer mehr in Frage gestellt, wodurch es bereits zu verschiedenen Veränderungen kam. Zu den Kritikpunkten an der traditionellen Rollenverteilung der Geschlechter gehört vor allem die Behauptung, dass die strikte Trennung der Geschlechterrollen naturgegeben sei. So gilt der Mann in einer patriarchalischen Gesellschaft als Ernährer und Oberhaupt der Familie, der stets rational, stark und sexuell aktiv zu sein hat. Dagegen sieht man die Frau als emotional, schwach, sexuell passiv und abhängig vom Mann an. Darüber hinaus ist sie für den familiären Teil der Familie zuständig.
Durch die politischen und sozialen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts kam es jedoch zu starken Veränderungen bei der Rollenverteilung der Geschlechter. Vor allem bei Frauen führte dies zu einer liberaleren Auslegung der Geschlechtsrolle. Frauen, die heutzutage ein naturwissenschaftliches Studium anstreben, erhalten dafür meist Akzeptanz und Verständnis. Probleme gibt es jedoch nach wie vor für Männer, die im Gegenzug die Rolle des Hausmanns ausüben, während ihre Frau den Part der Ernährerin übernimmt. So stoßen diese nicht nur bei vielen Männern, sondern auch bei zahlreichen Frauen auf Ablehnung.
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