Chorionkarzinom - Was ist das und wie wird es behandelt?

Bei einem Chorionkarzinom oder auch Chorionepitheliom handelt es sich um einen Tumor, der bei Frauen im gebärfähigen Alter oftmals nach einer Blasenmole auftreten kann. Die Gebärmuttermuskulatur wird bei dieser Krebserkrankung zerstört. Neben der Entfernung des erkrankten Gewebes wird auch eine Chemotherapie durchgeführt. Lesen Sie über die Entstehung sowie die Behandlungsmöglichkeiten de Chorionkarzinoms.

Wissenswertes zum Chorionepitheliom

Was ist ein Chorionkarzinom?

Das Chorionkarzinom, auch Chorionepitheliom, Crophoblasttumor oder Zottenkrebs, kann aus einer Blasenmole entstehen, besonders aus einer vollständigen Blasenmole. Es handelt sich dabei um eine Krebserkrankung, bei der die Muskulatur der Gebärmutter durch diesen bösartigen Tumor zerstört wird. Sofern dieser Tumor nicht rechtzeitig erkannt wird und die Blutgefäße befällt, können sich auch Metastasen im ganzen Körper bilden.

Es handelt sich um einen sehr aggressiven Tumor. Die Metastasierung erfolgt frühzeitig.

Chorionkarzinom in der Kindheit/Jugend und bei Männern

Es kann auch bereits in der Kindheit oder Jugend zu einem Chorionkarzinom des Eierstocks kommen. Ebenso ist ein Auftreten beim Mann möglich; in diesem Fall betrifft es meist den Hoden.

Ursachen: Wie entsteht ein Chorionkarzinom?

In der Regel entwickelt sich das Chorionkarzinom in Kombination mit einer Blasenmole, jedoch kann auch

  • eine Fehlgeburt
  • eine vorangegangene Eileiterschwangerschaft oder sogar
  • eine zuvor völlig normal verlaufende Schwangerschaft

verantwortlich für diesen Tumor sein. Selten zählt auch eine Eileiterschwangerschaft zu den Auslösern. Grund für die Entstehung sind dann Zellen, die von diesen Schwangerschaften im Körper verblieben sind und zu dem bösartigen Tumor entarten.

Wie verbreitet ist das Chorionkarzinom und wer ist betroffen?

Der Tumor tritt oft nach einer Erstschwangerschaft auf. Besonders Erstgebärende über 30 sind betroffen. Bei der Hälfte der Patientinnen lag zuvor eine Blasenmole vor. In 25 Prozent der Fälle kam es vorher zu einer Fehlgeburt oder die Schwangerschaft verlief normal.

Welche Symptome treten bei einem Chorionkarzinom auf?

Als deutlichstes Anzeichen eines Chorionkarzinoms gelten vaginale Blutungen, die zyklusunabhängig auftreten. Bei Metastisierung kann es zu weiteren Symptomen kommen.

Generell kommt es zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustands. Klinisch gesehen bestehen keine Unterschiede zur invasiven Blasenmole: die Gebärmutter ist vergrößert und weich. Typisch sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit und eine Gewichtsabnahme.

Stadieneinteilung

Das Chorionkarzinom lässt sich je nach Wachstumsgrad und vorhandenen Metastasen in folgende Stadien einteilen:

  • nichtmetastasierendes Chorionkarzinom
  • destruierende Blasenmole (mit oder ohne Metastasierung)
  • metastasierendes Chorionkarzinom mit low risk
  • metastasierendes Chorionkarzinom mit high risk

Ist die Rede von high risk, liegt eine Metastisierung im Zentralnervensystem, Becken, Leber oder Lunge vor. Eine andere Möglichkeit stellt ein sehr hoher HCG-Spiegel dar.

Wie wird das Chorionkarzinom behandelt?

Auch das Chorionkarzinom muss natürlich vollständig aus dem Körper der Frau entfernt werden. Dies geschieht auf eine ähnliche Art und Weise wie bei der Blasenmole. Zusätzlich wird jedoch, wie bei vielen anderen Krebserkrankungen, eine Chemotherapie gemacht.

Im Rahmen der Chemotherapie wird Methotrexat verabreicht. Diese Krebsform spricht auch bei Stadien der frühen Metastasierung gut auf die Chemotherapie an.

Wurde ein Chorionkarzinom erfolgreich behandelt, so muss eine Frau in der Regel zwei Jahre lang engmaschig ärztlich betreut werden. Nur wenn diese zwei Jahre bezüglich der Ultraschalluntersuchung und der Blutwerte unauffällig verlaufen, darf die Frau wieder schwanger werden.

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