Geburtstermin berechnen durch Naegele-Regel und Co.

Wenn eine Frau erfährt, dass sie schwanger ist, dann ist sie gespannt und möchte auch den voraussichtlichen Geburtstermin kennen. Für die Berechnung des Geburtstermins gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Eine davon stellt die Naegele-Regel dar. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Möglichkeiten, den voraussichtlichen Entbindungstermin zu bestimmen.

Wie rechnet man den Entbindungstermin aus?

Die Dauer der Schwangerschaft - Bei jeder Frau individuell

Man kann keine allgemein gültige Aussage bezüglich der Schwangerschaftsdauer treffen. Es kommt auch darauf an, ob man vom Zeitpunkt, an dem der Zyklus begonnen hat oder vom Zeitpunkt der Empfängis an rechnet. In Folge ergibt sich eine mittlere Schwangerschaftsdauer, die 280 bis 282 bzw. 266 bis 267 Tage oder auch 40 vollendete Wochen bzw. 10 Mondmonate beträgt.

Europaweit berechnet man die Schwangerschaft mit dem ersten Tag der letzten Menstruationsblutung und somit 14 Tage vor der Befruchtung. Bei der Empfängnis handelt es sich um den Zeitpunkt, an dem die Eizelle von den männlichen Samen befruchtet wird.

Etwa im Zeitraum um die Zyklusmitte kommt es zum Eisprung. Eine genaue Benennung wäre möglich, wenn man 12 bis 16 Tage vom Start der Menstruationsblutung zurückrechnet.

Den genauen Zeitpunkt des Eisprungs zu berechnen, ist nur im Nachhinein möglich. Misst man über mehrere Monate lang, zeigen sich Erfahrungswerte mit zufriedenstellender Verlässlichkeit. Dabei liegt der normale Zyklus bei durchschnittlich 28 Tagen; doch auch 35 Tage sind nicht selten.

Wichtig ist somit stets zu bedenken, dass es sich hierbei um einen Durchschnittswert handelt, der auch stark abweichen kann. Das Warten während der Schwangerschaft wird oft lang und die Mütter sehnen, gerade zum Ende der Schwangerschaft, den Geburtstermin herbei. Trotzdem ist jede Schwangerschaft individuell und keine Entbindung lässt sich auf den Tag genau festlegen.

Die wenigsten Kinder halten sich an den errechneten Termin. Die meisten Babys werden zwischen der 38. und 42. Schwangerschaftswoche geboren.

Die Bestimmung des voraussichtlichen Geburtstermin stellt nur einen Anhaltspunk dar

Spricht man vom Geburstermin, kann es sich stets nur um einen Anhaltspunkt handeln, da jede Schwangerschaftsdauer individuell zu betrachten ist. An dem errechneten Termin kommen nur ca. 4 Prozent aller Babys auf die Welt. Die meisten Kinder, etwa 88 Prozent, erblicken in einer Zeitspanne von 14 Tagen um diesen Termin herum das Licht der Welt.

Berechnung des Geburtstermins - Welche Möglichkeiten gibt es?

Gleich zu Beginn der Schwangerschaft wird der Gynäkologe die Schwangerschaft feststellen und auch die Schwangerschaftswoche sowie den Geburtstermin berechnen. Dieser Termin wird dann im Mutterpass eingetragen.

Es ist zu bedenken, das die Antibabypille den Entbindungszeitpunkt beeinflussen kann. Setzt eine Frau die Pille ab und wird innerhalb der nächsten zwei Monate schwager, kommt es nicht selten zu einem unregelmäßigen Eisprung.

Bei anderen kommt es nach dem Absetzen gar nicht zur Menstruation oder diese fällt unregelmäßig aus. Bekommt man nach der letzten Pillenblutung keine Menstruation, sollte man ein bis zwei Wochen zum errechneten Geburtstermin dazuzählen.

Bestimmung des Geburtstermins anhand des Ultraschalls

Anhand einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt die genaue Größe und damit die Schwangerschaftswoche bestimmen.

Konzeptionsmethode: Bestimmung anhand des Tages der Empfängnis

Kennt man den Tag der Empfängnis, lässt sich auch die Konzeptionsmethode anwenden. Von diesem Tag zieht man drei Monate und sieben Tage ab und addiert ein Jahr.

Zu den gängigen Methoden der Bestimmung des Geburtstermins zählt die Naegele-Regel...

Die Naegele-Regel

Der deutsche und in Heidelberg ansässige Gynäkologe Franz Naegele gilt als Begründer der Vorhersage, die auf den Termin der letzten Regelblutung abstellt. Zwar war der Mediziner bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts tätig, doch gelten seine Erkenntnisse noch immer als brauchbar.

Naegele hat sich in der Materie der Frauenheilkunde sowie der Geburtslehre den Rang eines Vorreiters erworben, dessen Ansichten mit leichten Einschränkungen auch heute noch weitgehend gefolgt wird.

Allerdings sollte gerade die Berechnung der Niederkunft eher großzügig betrachtet werden. Naegeles Methode weist in neun von zehn Fällen Abweichungen auf. Die Vorhersage stellt damit lediglich einen groben, jedoch ersten und somit wichtigen Anhaltspunkt der Geburt dar.

Der weibliche Zyklus

Sobald eine Frau in die Geschlechtsreife eintritt, ist ihr Organismus einem regelmäßigen Zyklus unterlegen. Dieser unterteilt mehrere Phasen, in deren Verlauf unter anderem die Befruchtung der Eizellen und damit auch die Schwangerschaft möglich ist.

Ein solcher Zyklus dauert durchschnittlich 28 Tage an. Je nach genetischen Bedingungen und körperlicher Konstitution der Betroffenen kann es aber auch dabei zu Verschiebungen der Länge und der Intensität des Vorgangs kommen.

In diesem Zeitverlauf wiederum nimmt die sogenannte Periode eine wichtige Rolle ein. Bei ihr handelt es sich um die monatlichen Blutungen, die eine Frau für etwa drei bis fünf Tage lang wahrnimmt. Ein Ausbleiben dieser Regelblutung kann auf eine Schwangerschaft hindeuten.

Der Beginn der Berechnung

Zur Ergründung des Geburtstermins muss nun erst einmal der Ausgangspunkt festgelegt werden. Franz Naegele sieht diesen in dem ersten Tag der letzten bekannten Periode. Frauen wird es daher empfohlen, über die monatlichen Blutungen möglichst genau Buch zu führen und deren Beginn sowie deren Ende korrekt zu notieren.

Damit stellen sich zwei Vorteile ein. Einerseits kann die Berechnung der Niederkunft auf diese Weise ermittelt werden. Andererseits erhält die Betroffene einen genauen Aufschluss über die Länge ihrer Zyklen und kann ebenso etwaige Abweichungen umgehend erkennen.

Die durchschnittliche Dauer wird später wiederum der Naegele-Regel zugrunde gelegt. Daher ist es ratsam, diese Eigenschaften zu dokumentieren und darüber auch den Frauenarzt zu unterrichten.

Die Berechnung des Termins

Die Naegele-Regel stellt auf den ersten Tag der vor dem Ausbleiben zuletzt wahrgenommenen Periode ab. Von diesem Termin werden drei Monate abgezogen. Auf das Resultat müssen weitere sieben Tage plus ein ganzes Jahr aufgeschlagen werden.

Etwas einfacher gelingt es natürlich, dem ersten Tag der letzten Blutung lediglich neun Monate plus sieben weitere Tage anzurechnen und auf diese Weise ebenso das Ergebnis zu erhalten. Wenn eine Frau also Anfang Januar letztmalig ihre Periode bekommt, so kann anhand der Rechnung davon ausgegangen werden, dass das Kind eingedenk natürlicher Abweichungen im Laufe des Oktobers das Licht der Welt erblicken wird. Eine spannende und intensive Zeit bricht nun also an.

Die erweiterte Naegele-Regel

Die vorgenannte Methode nach Naegele richtet sich an alle Damen, deren Zyklus in etwa dem durchschnittlichen Wert von 28 Tagen entspricht. Nicht selten kommt es aber bereits dabei zu Abweichung. Bei einigen Frauen kann die Zeitspanne 20 bis 23 Tage andauern, bei anderen wiederum um die 35 Tage.

Die hormonelle Steuerung dieses Verlaufs im Organismus gestaltet sich gänzlich unterschiedlich. Kommt es zu solchen Unstimmigkeiten im Vergleich zum Durchschnittswert, so ist die Zahl der Tage der bisherigen Rechnung anzufügen oder abzuziehen.

Eine Betroffene mit einem Zyklus von 20 Tagen wird dem ersten Ergebnis also acht Tage abziehen. Jene mit 35 Tagen dem Ergebnis hingegen sieben Tage aufschlagen.

Die Genauigkeit der Berechnung

Naegeles Variante der Bestimmung des Geburtstermins ist nach wie vor weit verbreitet und gilt als erster Indikator der Niederkunft. Die Berechnung lässt sich einfach vornehmen und bedarf keines weiteren Vorwissens oder einer medizinischen Analyse.

Gerade deshalb kann sie aber nur einen groben Wert darstellen, statt einen exakten Tag vorherzusagen. Nur etwa vier Prozent aller Prognosen stimmen letztlich.

Wahrscheinlicher ist es, dass es zu Abweichungen kommt. Der eigentliche Termin kann sich um bis zu drei Wochen nach vorne verschieben oder um zwei Wochen verzögert werden.

Diese Verläufe sind normal und keineswegs unnatürlich. In diesen Fällen sollte die Schwangere daher nicht ohne weitere Anlässe besorgt sein, sondern lieber das glückliche Ereignis der bald stattfindenden Geburt genießen.

Den voraussichtlichen Termin mithilfe des Geburtsterminrechners bestimmen

Es gibt aber auch Methoden, um den Geburtstermin selbst auszurechnen. Im Internet findet man zahlreiche, kostenlose Rechner. Hier müssen bestimmte Daten eingeben werden und der Geburtstermin wird errechnet. Wichtige Informationen sind:

  • der ersten Tag der letzten Periode
  • die Länge des Zyklus

Um den Geburtstermin selbst zu bestimmen, muss man lediglich wissen, wann die letzte Monatsblutung stattgefunden hat. Ab dem ersten Tag der letzten Menstruation dauert eine durchschnittliche Schwangerschaft 280 Tage, beziehungsweise 40 Schwangerschaftswochen.

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