Leinsamen - Anbau, Inhaltsstoffe und Verwendungsmöglichkeiten

Leinsamen wachsen am Flachs. Die kleinen Körnchen sind sehr beliebt im morgendlichen Müsli, um die Verdauung anzukurbeln. Flachs zählt zu den ältesten Kulturpflanzen, zur Fasergewinnung, als Heilpflanze und als Lebensmittel. Zu medizinischen Zwecken werden ebenfalls die Leinsamen, so wie das aus ihnen gewonnene Leinöl eingesetzt. Informieren Sie sich über den Gesundheitswert und die Verwendungsmöglichkeiten von Leinsamen.

Wissenswertes über Leinsamen

Glutenfrei und gesund: Inhaltsstoffe von Leinsamen

Leinsamen gibt es in unterschiedlichen Sorten mit braunen und gelben Schalen. Sie sind glutenfrei und schmecken ganz leicht nach Nuss, und in jedem Samen sind 40 Prozent Leinöl enthalten. Dieses hat eine der höchsten Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren. Des Weiteren enthält es

Außerdem enthält Leinsamen wichtige Mineralstoffe wie

Dies macht die Leinsamen zu einem wertvollen Lebensmittel.

Nährwerte von Leinsamen

100 Gramm Leinsamen enthalten 488 Kalorien. Bereits ein Esslöffel enthält viel wichtiges Eiweiß, ebenso Ballaststoffe und mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren.

Vorsicht, Blausäure: Dosierung von Leinsamen

In geringen Mengen ist Blausäure in Leinsamen zu finden. Ernährungsexperten empfehlen eine maximale Aufnahme von drei mal 15 Gramm pro Tag.

Verwendungsmöglichkeiten - Wie bereitet man Leinsamen zu?

Leinsamen lassen sich vielseitig verwenden.

Geschrotet oder selber schroten - Leinsamen in der Küche

Sie sind in vielen Backwaren oder Müslimischungen zu finden. Früher waren Pellkartoffeln mit Leinöl ein Arme-Leute-Essen, da das Leinöl die ärmere Bevölkerung mit nahrhaften Wirkstoffen versorgte. Leinsamen sind eine Zutat für Leinsamenbrot und andere Backwaren.

Wer unter Verstopfung leidet, kann die Leinsamen auch genau damit kombinieren: mit

  • einem selbstgemachten Brot
  • einem Pizzateig oder
  • im morgendlichen Müsli,

in das man einen Teelöffel Leinsamen mischt. Aber auch das Leinöl wird aus den Leinsamen gepresst. Dieses kann man in jedem gut sortierten Supermarkt kaufen. Es wird als sehr gesund eingestuft, weil es fast zu 100 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren besteht.

Kauft man keinen biologisch angebauten Leinsamen, so sollte man nicht zu viel davon essen. Grund dafür ist ein enthaltener Stoff, das Cadmium, das in vielen Leinsamen nachgewiesen werden konnte. Besonders für Schwangere können derartig belastete Leinsamen zu negativen Auswirkungen in der Schwangerschaft führen.

Leinsamen erhält man geschrotet; man kann die Samen aber auch selber schroten, so sind sie besser verdaulich. Zum Schroten reicht ein einfacher Mörser.

Wissenswertes zur Leinsamen-Diät

Wer unter Übergewicht leidet, kann sich die abführende Wirkung des Leinsamens zunutze machen. Aufgrund der vielen Ballaststoffe im Leinsamen führt dieser schnell ein Sättigungsgefühl herbei, was bei einer Diät natürlich erwünscht ist.

Getränk

So kann man geschroteten Leinsamen in einem Glas Orangensaft auflösen und dann trinken. Der Leinsamen schmeckt leicht nussig, was sich mit dem Geschmack der Orangen gut kombinieren lässt.

Obstsalat

Man kann den Leinsamen aber auch unter klein geschnittenes Obst oder einen Obstsalat rühren. Genauso kann er aber auch in Quark oder Joghurt eingerührt werden. Besonders beliebt ist der Leinsamen aber im Frühstücksmüsli, wo er gerne mit Cerealien und Milch vermischt wird.

Warme Gerichte

Aber auch warmes Essen kann mit Leinsamen verfeinert und dadurch die Verdauung angeregt werden. Hat man sich ein Stück Fleisch gebraten, so kann man dieses mit Leinsamen bestreuen. Auch das Leinsamenöl hat die gleiche Wirkung.

Dieses darf jedoch nicht erhitzt werden, weshalb es sich besser für die Zubereitung eines Salatdressings eignet.

Panade

Übrigens: Leinsamen sind auch als Panade geeignet. So kann man beispielsweise Schnitzel problemlos mit Leinsamen panieren, wenn man eine Leinsamen-Diät durchführen möchte. Selbst beim Kuchenbacken kann man Leinsamen einsetzen. Hier können sie zusammen mit Wasser ein Ei ersetzen. Diese Variante ist auch für all die Menschen gesund, die unter einem zu hohen Cholesterinspiegel leiden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Diäten ist die Leinsamen-Diät gesund. Man muss auch kein Vermögen investieren, um mit den Leinsamen Gewicht verlieren zu können. Und man kann diese Diät immer und überall durchführen.

Bei vielen anderen Diäten muss man sein Mittagessen vorkochen und mit in die Arbeit nehmen, bei dieser Diät genügt es, nur die kleinen Leinsamen mitzunehmen und diese mit dem Essen zu vermischen.

Doch natürlich ist auch die Leinsamen-Diät kein Allheilmittel gegen Übergewicht. Wer seine Ernährungsgewohnheiten nicht umstellt und keinen Sport treibt, wird auch mit der Leinsamen-Diät keinen Erfolg auf der Waage feststellen können.

Leinsamentee und Umschläge gegen Verstopfung und Co. - Leinsamen in der Naturheilkunde

Sehr gerne werden Leinsamen in der Naturheilkunde eingesetzt. Sie wirken nämlich wie ein Verdauungsmittel, jedoch auf ganz natürliche Weise. Wer unter Verstopfung leidet und regelmäßig Leinsamen isst sowie ausreichend trinkt, wird nach wenigen Tagen merken, dass sich seine Verdauung reguliert.

In der Leinsamenschale sind Schleimstoffe enthalten. Diese schützen die Schleimhäute des Magens und des Darmes und mildern Reizungen und Entzündungen. Diese Schleimstoffe lassen in Verbindung mit Wasser den Samen aufquellen, damit vergrößern sie den Darminhalt und lösen den Reflex zur Entleerung aus.

Fette, die bei zerkleinerten Samen freigesetzt werden, dienen zusätzlich als Gleitmittel. So wirken sich die ballaststoffreichen Leinsamen günstig auf den Magen-Darmtrakt aus und regulieren die Verdauung.

Anwendungsgebiete und -art

Zur äußerlichen Anwendung kommt der gepulverte Leinsamen als Umschlag bei

Am bekanntesten ist Leinsamen wohl wegen seiner abführenden Wirkung. Am besten entfaltet er diese Eigenschaft, wenn man mehrmals täglich 2 Esslöffel der Körner zu sich nimmt. Das Wichtigste dabei ist, dass man genügend trinkt, nur so kann der Leinsamen im Darm aufquellen und seine Wirkung entfalten.

Im Leinsamen sind Schleimstoffe enthalten, die nur bei genügender Wasseraufnahme den Samen anquellen lassen und damit den Darminhalt deutlich vergrößern, durch den hierdurch ausgelösten Dehnungsreiz auf die Darmwand wird der Reflex zur Darmentleerung ausgelöst. Eine Tagesdosis von 40g sollte man nicht überschreiten, da sich die abführende Wirkung sonst umkehren kann.

Für die Leinsamenumschläge nimmt man grob geschroteten Leinsamen, vermischt ihn mit etwas heißem Wasser und lässt ihn aufquellen. Diese Paste gibt man in ein Mullläppchen und legt es direkt auf die betroffenen Stelle.

Sehr hilfreich wirkt sich auch ein Leinsamenumschlag bei Nasennebenhöhlenentzündung aus: Dazu wird Leinsamen mit Wasser zu einem Brei gekocht, dieser wird in eine Kompresse gestrichen und dann aufgelegt, bei Abkühlung immer eine neue Kompresse nehmen (Die Kompressen können zwischen 2 Wärmflaschen warmgehalten werden). Das Ganze bis zu 1 Stunde durchhalten, danach noch im warmen Zimmer bleiben.

Sehr interessant ist auch der Gehalt an Lignanen. Lignane sind Phytoöstrogene, so wie sie auch in Soja vorkommen. Phytoöstrogene sind in der Lage typische Wechseljahrsbeschwerden zu mildern.

Leinsamentee selber machen

Um Leinsamentee selber zu machen, übergießt man zwei ESslöffel Leinsamen mit 200 ml Wasser. Eine halbe Stunde quellen lassen und hin und wieder umrühren.

Die Mischung gibt man durch ein Sieb und fängt die Flüssigkeit in einer Tasse auf. Der Tee kann sowohl kalt als auch warm getrunken werden.

Mögliche Risiken

Leinsamen sollte man nicht anwenden bei

wie bei einer Colitis ulcerosa. Bei einer ungenügenden Flüssigkeitszufuhr kann es zu einer ungewollten, vorzeitigen Quellung im Rachenraum oder der Speiseröhre kommen und einer damit einhergehenden Atemnot. Das Leinöl ist vorwiegend ein Lieferant für nährstoffreiche Wirkstoffe und kann kurativ eingenommen werden.

Leinsamen für Pferde

Leinsamen werden auch an Pferde verfüttert. Laut Pferdeexperten sind 100 bis 120 Gramm pro Tag für ein Pferd unbedenklich.

Merkmale und Anbau von Leinsamen

Die Samen des Flachses, den man botanisch auch als Gemeiner Lein und Linum usitatissimum bezeichnet, sind die Leinsamen. Der Flachs gehört zu der Familie der Leingewächse und ist sehr artenreich, er wird weltweit angebaut.

Die zuweilen ein- bis mehrjährige krautige Pflanze ist meistens ein Halbstrauch, hat einen aufrechten Stängel und ungestielte, ganzrandige Laubblätter. Die Blüte ist von kurzer Dauer und die eher unscheinbaren Blüten sind blau, gelb, rot, rosa oder weiß.

Besonders einfach ist es natürlich, die kleinen Leinsamen abgepackt im Supermarkt zu kaufen. Wer jedoch wissen möchte, wo seine Samen herkommen, kann diese auch selbst zu Hause anpflanzen.

Dazu benötigt man ein Beet oder auch nur einen größeren Topf mit Erde. Hier streut man Leinsamen darauf und drückt sie ganz leicht fest.

Die Pflanzen werden bis zu einem Meter hoch und bekommen wunderschöne blaue Blüten. Die Samen sind in einer kleinen Kapsel zu finden.

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  • Leinsamen © Christian Jung - www.fotolia.de

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