18. Dezember 2004
Obst zum Schutz des gelben Flecks. Einen weiteren Grund, regelmäßig Obst zu essen, haben amerikanische Mediziner gefunden.
(dgk) Äpfel und ähnlich fruchtige Leckereien schützen demnach vor einer fortschreitenden und derzeit kaum behandelbaren Erkrankung der Netzhaut. Gemüse oder Vitamintabletten scheinen keinen solchen Schutz zu bewirken, berichten die Forscher um Susan Hankinson von der Harvard University in Boston, Massachusetts.
Die Gruppe untersuchte den Einfluss der Ernährung auf das Risiko einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Bei dieser Krankheit geht jener Bereich der Netzhaut zugrunde, der für das schärfste Sehen verantwortlich ist. Als Folge verlieren die Betroffenen zunehmend an Sehschärfe und schließlich die Fähigkeit, zu lesen oder Auto zu fahren. Die AMD gilt als häufigste Erblindungsursache und korreliert direkt mit oxidativem Stress, weshalb Ältere, Raucher, Helläugige und Menschen mit starker Sonnenlichtexposition zur Risikogruppe gehören.
Hankinson und ihre Kollegen werteten Daten von fast 120.000 Männern und Frauen aus, deren Werdegang im Rahmen zweier großer Studien bis zu 18 Jahre lang verfolgt worden war. Zu Studienbeginn mindestens 50 Jahre alt, hatten die Teilnehmer sich regelmäßig untersuchen lassen und Angaben zu ihrer Lebensweise und Ernährung gemacht. Im Beobachtungszeitraum wurde bei 464 Personen die Frühform der altersbedingten Makuladegeneration diagnostiziert und bei 316 Personen eine fortgeschrittene Form, bei der zahlreiche neue Blutgefäße in der Aderhaut des Auges wachsen.
Das Risiko für diese Spätform sank mit steigendem Obstkonsum, ermittelten Hankinson und ihre Kollegen. Jene Teilnehmer, die täglich mindestens dreimal Obst aßen, wiesen ein 36 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko auf als jene, die pro Tag im Schnitt weniger als 1,5 Portionen Obst verspeisten. Oxidative Schäden an der Netzhaut, wie sie etwa durch Rauchen begünstigt werden, gelten als Risikofaktor für die altersbedingte Makuladegeneration. An Antioxidantien reiches Gemüse hatte jedoch keinen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko, fanden die Forscher, und auch zusätzliche Vitamine bzw. Mineralien schienen keine Rolle zu spielen.
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