Das Kind im Alter von 4 bis 4,5 Jahren

Zwei kleine Jungs beim Spielen mit Holzautos im Kindergarten

Die kindliche Entwicklung in einem Alter von 4 bis 4,5 Jahren

Zwischen vier und 4,5 Jahren werden die meisten Kinder auch nachts trocken. Das Kind kann nun schon etwas zählen und versteht die Bedeutung von "morgens" und "abends".

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Aussprache verbessert sich weiter

Mit einem vierjährigen Kind kann man sich nun schon recht gut unterhalten. Wenn auch einige Laute noch nicht absolut korrekt ausgesprochen werden, so wird es nicht mehr lange dauern, bis das Kind auch diese sprechen kann.

Zu den schwierigsten Lauten, die viele Kinder erst kurz vor dem fünften Geburtstag lernen, gehören "ch", "schp", "ng" oder "tr". Neben der Verbesserung der Aussprache können viele Vierjährige jetzt schon ein bisschen zählen und verstehen den Unterschied zwischen "einem" Baustein und "zwei" Bausteinen. Einige Kinder können jetzt schon ihren Namen und ihre Adresse sagen.

Gegenstände können nun immer leichter differenziert werden. Auch die eigenen Gefühle werden unterschieden; so kann das Kind mitteilen, ob es fröhlich, wütend oder traurig ist. Wie im vergangenen Jahr, werden auch jetzt noch fleißig viele Fragen gestellt, um den hohen Wissensdurst zu stillen.

Bedürfnisse mitteilen klappt besser

Daneben kann ein vierjähriges Kind seinen Eltern auch mitteilen, ob es müde ist oder Durst hat. Wenn man dem Kind erklärt, dass z.B. der Papa erst abends von der Arbeit nach Hause kommt, so versteht das Kind jetzt, was der Zeitbegriff bedeutet.

Vererbung ist bei der Sprachentwicklung wichtiger als elterlicher Status und Erziehungsstil

Wenn Kleinkinder nicht reden wollen, liegt das nicht an ihrer Umwelt, sondern an den Genen, berichtet das Apothekenmagazin Baby und Familie.

Forscher vom Telethon Institute for Child Health Research in West-Perth Australien begleiteten knapp 1800 Kinder bis zum Alter von sieben Jahren. Es zeigte sich: Elterliche Bildung, Einkommen und Erziehungsstil hatten keinerlei Einfluss auf die Sprachentwicklung der Kleinen. Späte Sprecher sind vor allem Jungen und der Nachwuchs von Sprech-Spätstartern.

Dennoch raten die Forscher: Hinkt ein Zweijähriges der normalen Sprachentwicklung hinterher, sollte es ärztlich untersucht werden.

Mutters Singsang ist eine prima Sprachschule

Wenn Mütter mit ihren Babys in höherer Tonlage, mit vielen Pausen und Wiederholungen reden, ist das alles andere als albern – sie tun instinktiv das Richtige. „Langsames, deutliches und überbetontes Reden mit dem Kind lohnt sich. Das Baby lernt so schneller und leichter“, erklärt Professorin Dr. Angela Friederici, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig im Apothekenmagazin Baby und Familie.

Das Erlernen der Muttersprache ist wie ein angeborenes Programm, das durch Impulse von außen aktiviert werden muss. Eltern sollten mit Babys auch schon reden, wenn diese selbst noch gar nicht sprechen können. Beginnen die Kleinen dann aber selbst zu erzählen und greifen bei der Wortbildung daneben, sind keine klugen Erklärungen angesagt, wie es richtig heißen muss. Dann reicht es, das Gesagte einfach richtig zu wiederholen.

Angeborenes Sprachgefühl

Es ist den Wissenschaftlern noch nicht bekannt, warum und wieso die Babys mit dem Brabbeln anfangen.

Ein Teil der Wissenschaftler glauben, dass es zufällige Mundbewegungen sind ein Test und Übung von Lautbewegungen. Die andere Gruppe sieht darin eine ursprüngliche Sprache, was ein angeborenes Gefühl wäre, weshalb Forscher aus den USA das Sprachverhalten der Babys genauer untersuchen, vor allem von taubstummen Eltern.

Diese Babys versuchen die Zeichensprache der Eltern mehr oder weniger zu imitieren. Somit ist das Gefühl für den Rhythmus von Sprache angeboren.

Zu viel Testosteron im Blut verzögert das Sprechenlernen bei männlichen Kindern

Junge, lächelnde Ärztin hört die Brust eines kleinen Jungen ab
doctor assessing patient by stethoscope © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Männliche Kleinkinder fangen recht häufig erst spät an zu sprechen. Ihre weiblichen Altersgenossen sind ihnen da oft weit voraus. Das beobachten sowohl Eltern als auch Erzieher im Kindergarten. Allerdings besteht selten Grund zur Sorge, denn mit der Zeit gleicht sich dies an und das Defizit verschwindet.

Forscher haben nun einen Verdacht nachweisen können, den man schon länger hatte. Demnach ist das männliche Geschlechtshormon Testosteron Schuld daran, dass der Erwerb der Sprache sich bei den Jungen leicht verzögert. Natürlich besitzen auch Mädchen Testosteron, doch bei ihnen scheint sich das Hormon interessanterweise genau andersherum auszuwirken. Testosteron in höheren Maßen bewirkt bei den weiblichen Kindern eher eine Förderung des Spracherwerbs. Warum dies so ist, da sind sich die Forscher noch völlig im Unklaren.

Untersucht wurde das Nabelschnurblut von 767 frisch geborenen Babys. Man bestimmte die Werte von Testosteron und beobachtete die Kinder dann für weitere Jahre. Man stellte dabei bei 89 von ihnen fest, dass sie Verzögerungen beim Spracherwerb hatten. 53 dieser 89 Kinder waren Jungen. Die Forscher warfen nun noch einmal einen Blick auf die Hormonwerte dieser Kinder. Die Jungen mit verzögertem Spracherwerb hatten auch die höchsten Werte. Ihr Testosteron lag im Vergleich zu den anderen stets im oberen Viertel. Bei den 36 betroffenen Mädchen war es aber genau umgekehrt. Sie hatten eher zu wenig Testosteron, selbst für weibliche Maßstäbe.

Sprachprobleme von Kindern frühzeitig erkennen

Mit der Hilfe dieser Liste können Eltern sehen, ob sich ihr Kind sprachlich richtig entwickelt

Kleinkind lacht in Kamera und lutscht am Daumen
daumenlutscher © Ramona Heim - www.fotolia.de

„Mama“ oder „Papa“ – für Eltern ist das erste Wort des Sprösslings ein Ereignis von besonderer Güte. Manchen Kindern kommt das Sprechen früher von den Lippen, anderen später. Experten haben nun eine Liste veröffentlicht, auf der Eltern sehen können, ob sich ihr Kind richtig entwickelt.

Denn oft ist eine verzögerte Sprache nicht nur auf einen Spätentwickler zurückzuführen. Es können genauso gut andere Probleme dahinter stecken, die frühzeitig erkannt, besser behandelt werden können. Hörschwierigkeiten wären ein Beispiel hierfür.

25 Wörter als Fundament

Die amerikanischen Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Leslie Rescorla vom Bryn Mawr College stellten 25 Wörter zusammen. Sie gehören zum einfachen Wortschatz und sollten Kindern im Alter von 24 Monaten bekannt sein. In der Übersetzung lauten sie:

  1. Mama
  2. Papa
  3. Baby
  4. Milch
  5. Saft
  6. Hallo
  7. Ball
  8. Ja
  9. Nein
  10. Hund
  11. Katze
  12. Nase
  13. Augen
  14. Banane
  15. Keks
  16. Auto
  17. heiß
  18. danke
  19. Bad
  20. Schuh
  21. Hut
  22. Buch
  23. alle sein
  24. mehr
  25. Tschüss

Diese Wörter werden im täglichen Leben häufig gebraucht und bilden sozusagen das Fundament der Sprachbildung.

Kindertypische Ausdrücke und Eigenkreationen

Die Sprachexperten haben 310 Wörter zusammengestellt, unter denen die Eltern in Form einer Tabelle überprüfen können, ob sich ihr Kind gut entwickelt. Dabei gibt es natürlich eine Bandbreite, in der die einzelnen Fähigkeiten variieren.

Dietlinde Schrey-Dern, Ausbilderin beim „Deutscher Bundesverband für Logopädie" findet die Liste hilfreich. Allerdings, so sagt sie, müsse man auch kindertypische Ausdrücke und Eigenkreationen berücksichtigen. Diese benennen ebenfalls Sachen und sind darum wie normale Begriffe zu werten.

Neues Projekt zur kindlichen Sprachentwicklung

Im Saarland ist ein Projekt gestartet worden, das sich mit der kindlichen Sprachentwicklung auseinander setzt. Das Screening soll flächendeckend sein, also das gesamte Saarland umfassen. Dieses Bundesland ist damit das Erste, das dieses vom Staat geförderte Screening umsetzt. Das Pilotprojekt will sich mit dem Sprachstand und der Sprachentwicklung von Kindern bis zum dritten Lebensjahr beschäftigen. Man erhofft sich davon ein besseres Bild zum aktuellen Stand der Jungen und Mädchen. Vielleicht kann man so bei Defiziten eine bessere Vorsorge ermöglichen.

Ab April 2012 sollen 70 geschulte Ärzte die Artikulationsfähigkeiten von 7.000 Kindern untersuchen. Alle Defizite und Sprachstörungen sollen genau analysiert und erfasst werden. Die Teilnahme ist für die Eltern natürlich völlig kostenlos und obwohl man eine möglichst flächendeckende Untersuchung anstrebt, ist die Teilnahme der Kinder freiwillig. Da den Kindern aber kein gefährlicher oder schmerzhafter Arztbesuch bevorsteht, sollte es im Interesse aller Eltern sein, die Kinder am Screening teilnehmen zu lassen. So haben sie entweder die Gewissheit, dass mit ihrem Nachwuchs alles in Ordnung ist oder können bei Versorgungsbedarf direkt eine Sprachförderung zur rechtzeitigen Behandlung beginnen.

Aktuell sind 15 Prozent der weiblichen und 22 Prozent der männlichen Kinder bereits vor der Einschulung in einer Sprachtherapie. Das Screening könnte deutlich machen, ob noch mehr Kinder eine Therapie benötigen oder ob vielleicht das gesamte Konzept der Vorsorge verbessert werden muss.

Das Screening soll bis voraussichtlich 2014 dauern und wurde vom Staat mit 340.000 Euro gefördert.

Kleinkinder verstehen sehr früh Wörter - obwohl sie noch nicht sprechen können

Blondes Kind in weißem Kleid sitzt in grünem Zelt mit violettem Luftballon und Kissen
In tent © Artyom Yefimov - www.fotolia.de

Bislang war man der Meinung, dass Neugeborene nach dem 9. bis 15. Monat Wörter verstehen und direkt nach der Geburt zuerst die Muttersprache wahrnehmen. Psychologen von der University of Pennsylvania haben diese Annahme nach neuesten Untersuchungen jetzt in Frage gestellt. Anscheinend können Babys schon viel früher Wörter für Körperteile sowie Lebensmittel verstehen. Für die Untersuchung wurden die Sprachverständnisse von über 30 Kindern getestet, welche alle zwischen sechs und neun Monaten alt waren.

Die Mutter des Kindes benannte den entsprechenden Gegenstand mit "Wo ist die Orange" und "Zeig mir das Ohr", während ihnen gleichzeitig die Bilder gezeigt wurden. Die Psychologen haben direkt danach gemessen, welches Bild von den Babys für längere Zeit richtig anfixiert wurde. Alle Kinder haben ihre Blicke jeweils auf das richtige Bild gelenkt und es wurde vorher nicht mit ihnen geübt. Bei einer wiederholten Tests zeigte sich bis zum 13. Lebensmonat erstaunlicherweise keine Verbesserung der Verständnisse.

Selektiv mutistische Kinder – zu Hause redselig, woanders stumm

Zwei Kleinkinder mit Spielzeug im Spielzimmer
two children in playroom with toys © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Statistiken zufolge leiden sieben von tausend Kindern unter dem so genannten selektiven Mutismus. Während sie sich zu Hause im Kreis ihrer Liebsten und engsten Verwandten als aufgeschlossen und redselig zeigen, verstummen sie in anderen Situationen völlig und sagen kein einziges Wort. Dies kann beim Kontakt zu fremden Personen sein, jedoch auch im Kindergarten. Als Ursache dieser Kommunikationsstörung gelten häufig extreme Veränderungen im Leben eines Kindes.

Auslöser und Ausprägungsformen

In vielen Fällen sind Kinder im anfänglichen Kindergarten- oder Schulalter vom selektiven Mutismus betroffen. Sie starten eine neue Etappe im Leben und einige fühlen sich mit so einer neuen Situation überfordert.

Nach Ansicht von Experten kann es für deutschsprachige Kinder in einer neuen Umgebung bis zu einem Monat lang dauern, bis sie anfangen zu sprechen; dies sei nicht weiter bedenklich – bei Kindern, die aus fremdsprachigen Familien kommen, kann diese Eingewöhnungszeit sogar bis zu einem halben Jahr lang andauern. Wird dieser Zeitraum jedoch überschritten und macht das Kind partout den Mund nicht auf, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Verharmlosung des plötzlichen Schweigens durch Eltern und Lehrer

Die Auslöser für das plötzliche Schweigen – was sich tatsächlich in den meisten Fällen langsam entwickelt – von immer weniger fallenden Wörtern bis zur totalen Verstummung – können sehr vielfältig sein. Die einen haben schlichtweg mit einer großen Unsicherheit zu kämpfen, die anderen haben eine schlimme Krankheit oder die Trennung der Eltern erlebt.

Das Problem ist, dass viele Eltern und Lehrer sich nicht vorstellen können, was in so einem Kind vorgeht und diese Reaktion auch gerne mal verharmlosen, zum Beispiel als Kein-Bock-Phase, die schon bald vorüber gehen wird. Häufig wird der oder die Betroffene unter Druck gesetzt, was die Situation verschlimmert.

Die richtige Verhaltensweise

Wenn Eltern den Verdacht hegen, ihr Kind könnte unter selektivem Mutismus leiden, sollte zunächst ein Kinderarzt befragt werden. Dieser überweist die kleinen Patienten dann an einen Spezialisten, der ihnen im Rahmen einer speziellen Therapie helfen kann, das Schweigen zu brechen. Hier werden langsam Gespräche aufgebaut, typische Schulszenen nachgespielt und sich auf bevorstehende Referate vorbereitet. Auf diese Weise werden die Kinder Schritt für Schritt wieder aus ihrer Starre herausgeholt und können den Schulalltag immer leichter und besser meistern.

Unterstützung durch die Eltern

Die Eltern können ihre Kinder unterstützen, indem sie ihnen Mut machen und versichern, dass es bald besser wird und dass man auch mit kurzen Sätzen einen Schritt in die richtige Richtung machen kann. Weder Ignorieren noch unter Druck setzen sind hier die richtigen Mittel.

Sprachfähigkeit im Kindergarten: Ein Drittel der Kinder hat bedenkliche Defizite

Blonde Mutter spielt mit ihrem blonden Baby und hält ihm den Zeigefinger vor den Mund
Happy mother playing with her sweet baby. © kristian sekulic - www.fotolia.de

Die Menschheit kennt sehr viele Sprachen, doch diese haben alle etwas gemeinsam: Durch Sprache verständigen sich die Menschen, vermitteln Wissen und bilden Kulturen.

Rasante Sprachentwicklung und Wachsen des Sprachschatzes von Kleinkindern

Bereits Kleinkinder beginnen von ihren Eltern die ersten Wörter zu lernen und erweitern spätestens im Kindergarten ihren Sprachschatz in wahnsinniger Geschwindigkeit. Wörter müssen zu Sätzen werden, die unterschiedliche Wirkung der Wortwahl wird erkannt und die Kinder testen ihre Sprachkompetenz unter Gleichaltrigen und Erwachsenen. Gleichzeitig wächst durch die Sprache das Verständnis über die Welt. Kinder verstehen beispielsweise, dass "Hund" und "Katze" zur Gruppe der "Tiere" gehören.

Diese Gesamtheit der Sprachkompetenz war Teil einer wissenschaftlichen Studie zum Stand der Kindergartenkinder in Deutschland und das Ergebnis lässt Freude und Bedenken zugleich aufkommen.

Ergebnisse der Beobachtung des Sprachgedächtnisses von Kindern

Man hatte Ende 2013 insgesamt 290 Kinder in kleineren Testsituationen untersucht. Das jüngste Kind war drei Jahre und das älteste sechs Jahre alt. Alle wurden zum einen auf ihr Sprachverständnis und zum anderen auf ihre eigene Artikulation hin untersucht. Außerdem beobachtete man das Sprachgedächtnis der Kinder.

Zunächst ist sehr positiv zu erwähnen, dass immerhin zwei Drittel der Jungen und Mädchen im Vorschulalter einen angemessenen Entwicklungsstand besitzen. Ihr Wortschatz ist dem Alter entsprechend und sie können sich anderen Menschen verständlich mitteilen. Die übrigen 26 Prozent machten den Forschern jedoch Sorgen.

Zweisprachigkeit behindert die Sprachentwicklung nicht

Die Kinder zeigen Auffälligkeiten, die in die Hände eines Logopäden gehören. Im Vergleich zu Vorjahren hat sich die Zahl der Defizite zwar nicht vergrößert, doch eine wirkliche Verbesserung ist auch nicht in Sicht.

Die Defizite hatten allerdings nichts damit zu tun, ob das Kind ein- oder mehrsprachig durch das Elternhaus aufwuchs. Bilingualität bremst die Entwicklung der Sprache also nicht aus, wie manche Kritiker oft zu bedenken geben.

Die Entwicklung der Sprache bei Babys und Kleinkindern

Großeltern mit ihrem kleinen Enkelkind
gramps, granny and me © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Wenn Babys ihre ersten Worte vor sich hin brabbeln, dann sind die Eltern in der Regel sehr verzückt darüber. Doch schnell wird sich gefragt, ob die sprachliche Entwicklung im richtigen Zeitfenster abläuft oder ob das geliebte Kind vielleicht mit einer Entwicklungsverzögerung zu kämpfen hat.

Schrittweise erfolgende Wortbildung

Etwa mit dem 13. Lebensmonat beginnen Babys, Worte nicht nur zu verstehen, sondern sie auch verständlich wiederzugeben. Meist einzelne Worte, die dann aber permanent wiederholt werden. Erste Wortgruppen und Zweiwortsätze kommen im Alter zwischen zwei und drei Jahren hinzu.

Bis zur Kindergartenzeit werden zudem sehr gerne Laute weggelassen oder durch andere Laute ersetzt. Solange diese Phase nicht über das Alter von vier Jahren hinausgeht, stellt dies kein Problem dar.

Logopädische Behandlung bei Sprachfehlern

Hat das Kleinkind aber auch mit vier Jahren noch Probleme, Worte richtig auszusprechen oder zu wiederholen, dann kann von einer Sprachstörung ausgegangen werden. In solch einem Fall lohnt es sich, einen Logopäden aufzusuchen, der spielerisch mit dem Kind den Sprachfehler behebt. Gleiches gilt bei einem fehlerhaften Satzbau, der auch mit fünf Jahren noch nicht beseitigt ist.

Ursachen von Sprachentwicklungsstörungen

Eine Sprachentwicklungsstörung kommt in Deutschland aufgrund der recht schwierigen Grammatik häufiger vor als in anderen Ländern. Die Dyslalie kann aber auch andere Gründe haben. So könnte eine Schwerhörigkeit ebenso vorliegen wie eine frühkindliche Hirnschädigung oder psychische Belastungen.

Die Gründe sollten immer von einem Arzt abgeklärt und entsprechend behandelt werden. Denn spätestens mit dem Eintritt in die Schule sollte jedes Kind fehlerfrei sprechen können, damit das Erlernen von Lesen und Schreiben nicht zusätzlich erschwert wird.

Freundschaften werden immer wichtiger

Beim Spiel mit anderen Kindern kann das vierjährige Kind nun schon gut unterschieden, ob es mit einem Mädchen oder einem Jungen spielt. Meist werden jetzt auch innige Freundschaften geknüpft. Die Kinder spielen gerne draußen und wollen sich austoben.

Freundschaften werden nun inniger und wichtiger
Freundschaften werden nun inniger und wichtiger

Motorische Fähigkeiten

Genauso gerne sitzen sie aber auch an ihrem kleinen Maltisch und

  • verbinden zwei Punkte miteinander
  • schneiden mit der Schere
  • kneten oder
  • malen ein Bild.

Auf dem Bild können die Kinder nun genau benennen, wo Tiere und wo Menschen sind und was diese jeweils tun.

Die meisten Kinder halten ihre Stifte jetzt mit einem 3-Punkt-Griff. Buchstaben werden nachgezeichnet; erste Bilder, die an menschliche Wesen erinnern, werden gemalt. Der Nachwuchs baut beeindruckend große Türme aus Bausteinen und kann auch einfache Konstruktionen nachbauen.

Körperliche Fähigkeiten

Kinder in diesem Alter sind energiegeladen und möchten sich auch entsprechend austoben. Sie starten Experimente und probieren aus, wie weit sie springen, wie hoch sie klettern oder wie schnell sie laufen können.

Treppen werden mittlerweile teils mit einem Fuß je Stufe hochgestiegen; beim Runtergehen nutzt man sicherheitshalber noch zwei Füße. Des Weiteren fahren Vierjährige gerne Dreirad.

So viele Kinder wie nie sind in einem Sportverein – trotzdem sind sie beängstigend unbeweglich

Junge in Fußballtrikot liegt auf dem Bauch auf dem Rasen, die Hände auf dem Kopf
Foul!! © Johanna Mühlbauer - www.fotolia.de

Bereits 52 Prozent der Fünfjährigen sind in einem Sportverein.

Ganz oben auf der Hitliste der Kleinen stehen Turnen, Fußball und Schwimmen. Doch bei Fitness-Tests zeigen immer mehr Kinder erschreckende Defizite bei einfachsten Übungen.

Wie kommt es zu diesem Widerspruch?

"Eigentlich fällt die Alltagsbewegung komplett weg", lautet die einfache Erklärung von Professor Klaus Bös, Sportwissenschaftler an der Universität Karlsruhe, im Apothekenmagazin "Baby und Familie". Früher hieß es: Morgens zur Schule laufen, nachmittags mit den Kindern aus der Nachbarschaft radeln und auf Bäume klettern.

Heute kutschiert Mama den Nachwuchs zur Schule, zu Freunden und Freizeitterminen. Wer möchte, dass seine Kinder laufen, schwimmen und radfahren, muss ihnen genau das vorleben. Etliche Studien belegen, wie stark Väter und Mütter die Sportlichkeit der Kleinen beeinflussen.

Aktive Eltern haben den mobileren und schlankeren Nachwuchs. Über die Freude der Eltern entsteht die eigene Freude am Sport.

Altersgerechter Sport bei Kindern

Bei Kindern kommt es beim Sport auf die richtige Dosierung an

Kleines Mädchen mit Schwimmkappe, Handtuch und Taucherbrille vor Schwimmbecken
Swimming © Wojciech Gajda - www.fotolia.de

Grundsätzlich fördert der Sport die Gesundheit, aber besonders bei Kindern sollte man auf die richtige Dosierung achten, damit die Muskulatur nicht zu früh und zu stark belastet wird, was ansonsten sogar zu Schäden führen kann.

Die Eltern sollten deshalb auf die Stärken und Schwächen ihrer Kinder während der Wachstumsphase, achten, wie auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln rät.

So bekommen zwar die Jungen in der Pubertät mehr Muskeln, aber gleichzeitig wachsen die Knochen mehr, so dass ein Krafttraining oder schnelles Lauftraining nicht geeignet sind, besser ist ein Training der Ausdauer.

Geeignete sportliche Betätigung für Kinder

Aber auch schon im Kindergartenalter können sportliche Betätigungen, wie Springen, Laufen, Ballspielen und Schwimmen gemacht werden. Im Vorschulalter kommen dann Eis- oder Rollschuhlaufen und auch Skifahren dazu. Ab der zweiten bis vierten Grundschulklasse eignen sich auch Turnen und Ballsportarten. Vor dem Training gehört natürlich auch bei den Kindern das notwendige Aufwärmen dazu und Überbelastungen sind ebenfalls zu vermeiden. Vor Wettkämpfen sollte auch der Arzt (Kinder- oder Jugendarzt) befragt werden.

Deutschlands Kinder bewegen sich zu wenig

Wie das Herzzentrum der Universität Leipzig in einer Studie zeigen konnte, sind übergewichtige Menschen schon im Kindesalter anfällig für Gefäßerkrankungen, eine frühe Form von Diabetes oder Bluthochdruck.

Damit es nicht erst zu Übergewicht kommt, sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder sich ausreichend bewegen und gesund ernähren. Dabei spielt das Vorbildverhalten der Eltern eine große Rolle, denn vor allem durch sie lernen die Kleinen, sich richtig zu ernähren.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts leiden momentan etwa zwei Millionen der Kinder und Jugendlichen an Übergewicht. Vor allem der Bewegungsmangel ist Schuld daran. In der Schule haben die Schüler ein bis zwei Mal wöchentlich Sport, doch reicht dies nicht aus, um die Lieblingsbeschäftigung in deren Freizeit - Computerspielen, Fernsehen, Chatten etc. - auszugleichen. Doch nur in dem Alter, in dem sich ein Mensch noch entwickelt, hat er auch eine große Chance, ein gesundes Leben zu erlernen.

Mit dem Kletterbogen Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen

Junge klettert auf allen Vieren auf einem Sprossen-Gerüst
Kindheit - Junge klettert © alisseja - www.fotolia.de

Bei einem Kletterbogen handelt es sich um ein bogenförmiges Gerüst aus Holz, welches speziell für Kinder konzipiert wurde. Mit so einem Bogen können Eltern ihren Kindern zum einen eine Menge Spaß bieten, jedoch wird auch die geistige und körperliche Entwicklung der Kleinen unterstützt.

Die Kinder wagen sich Schritt für Schritt auf das Gerüst und nun heißt es, sich zu konzentrieren und abzuwägen, ob man sich das wirklich traut. Die Höhe muss von den Kindern eigenständig abgeschätzt werden und wenn man diese Hürde überwunden hat, kann dies zu einem echten Erfolgserlebnis werden. Die Kinder beim Klettern zu loben, trägt natürlich dazu bei. Die positive Erfahrung für die Kleinen prägt sich ihnen ein und motiviert sie auch bei anderen Dingen, die sie angehen, durchzuhalten.

Kletterbögen gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Ausführungen und Größen, sodass sich für jedes Alter auch das passende Gerüst finden lässt.

So trainieren Kinder ihre Koordination und Geschicklichkeit

Kleines Mädchen glücklich auf Hüpfball
Young girl on Hopping ball © Thomas Perkins - www.fotolia.de

Das Training von Koordination und Geschicklichkeit ist für die Entwicklung von Kindern sehr wichtig. Dabei fällt dies vielen Kindern heutzutage schwer, denn die Kleinen bewegen sich weitaus weniger als es früher der Fall war. Hilfe kann man von einem Physiotherapeuten bekommen, doch einfacher und vor allem spaßiger ist es für Kinder, das Training in das tägliche Spielen einzubauen.

Viele Spielzeughersteller setzen auf solche Bewegungsspiele, beispielsweise ein Parcours aus vielen wackeligen Elementen, die den Kleinen dabei helfen sollen, die Balance zu halten und die Fußmuskulatur zu stärken. Auch Hüpfbälle, Pedalos oder Stelzen sind hervorragende Spielgeräte, um die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern. Am besten wäre es, diesem Training täglich ein paar Minuten zu widmen, doch auch drei Mal pro Woche könne schon vieles bringen.

Kinder aufs Trampolin: Hüpfen ist wichtig für die Motorik

Das Trampolinhüpfen ist der neuste Fitnesstrend und auch schon für die Kleinsten geeignet

Drei kleine Mädchen springen auf einem Trampolin
Kinder springen Trampolin © Kzenon - www.fotolia.de

So mancher Erwachsene fühlt sich schnell genervt, wenn kleine Kinder wild umherspringen und hüpfen wie ein Gummiball. Dabei ist diese Form der Bewegung wichtig für ihre motorische Entwicklung und sollte daher auf keinen Fall verboten werden, erklären Kinderärzte.

Bewegung auf dem Trampolin

Im Gegenteil, Kinder sollten zum Springen ausdrücklich ermutigt werden - am besten mit einem Trampolin. Solange dieses mit einem Sicherheitsnetz umspannt ist, unterstützt das Trampolin:

  • die Entwicklung der Motorik
  • die Entwicklung der Koordination
  • die Entwicklung des Gleichgewichtsinns

Sprunglust der Kinder fördern

Doch auch das normale Hüpfen tut gut: Mit etwa drei Jahren haben Kinder meist gelernt mit beiden Beinen zum Beispiel von einer Treppenstufe zu hüpfen, kurz darauf lernen sie den Sprung nach vorne oder nach hinten. Bis zur Einschulung können sie dann auch auf einem Bein sicher hüpfen.

Eltern sollten die Sprunglust ihrer Kinder fördern, sie aber auch nicht drängen, wenn sie sich nicht trauen, in die Tiefe zu springen, zum Beispiel von einer Mauer. Jedes Kind weiß selbst instinktiv am besten, welche Höhe es sich zutraut.

Hüpfen auch gut für Erwachsene

Übrigens tut das Hüpfen auch Erwachsenen gut: Es stärkt das Herz-Kreislauf-System und die Koordination. Studien ergaben sogar, dass das Springen depressive Symptome lindert.

Es schadet den Eltern also auf keinen Fall, zusammen mit den Kindern aufs Trampolin zu steigen.

Fitness im Kindesalter: Knochendichte steigt dauerhaft

Kinder, die Sport machen, weisen eine höhere Knochendichte auf als Kinder, die keinen Sport machen

Dunkelhaariger Junge in Fußballkleidung springt und macht Kopfball
soccer football player making header © Michael Flippo - www.fotolia.de

Ein gesundes Leben verlangt die richtige Dosis Sport. Im Erwachsenenalter beugt man so diversen Krankheiten vor. Doch bereits die Jüngsten benötigen regelmäßig Sport, um ohne Übergewicht heranzuwachsen.

Bewegung, idealerweise an der frischen Luft, wird daher von allen

empfohlen. Nun liefert eine aktuelle ein weiteres Argument für die sportliche Aktivität aller Jungen und Mädchen: die Knochendichte steigt auf Dauer.

Kinder können den Knochenaufbau durch Sport fördern

Solange der Körper jung ist, wird innerhalb des Knochenstoffwechsels mehr Knochensubstanz auf- als abgebaut. Das bedeutet, dass in jungen Jahren die Knochendichte beständig zunimmt.

Bei Erwachsenen hält sich das Verhältnis zunächst die Waage, bis der Abbau langsam überwiegt. Mit Sport im Alter kann man daher den Knochenabbau nur herauszögern.

Bei Kindern ist das jedoch anders, denn sie können laut der Studie durch Sport den Aufbau weiter fördern und bekommen daher "dickere" Knochen als Gleichaltrige ohne sportliche Betätigung. Mit Sport im Kindes- und Jugendalter investiert man daher langfristig in die Knochengesundheit und muss im Alter weniger Knochenbrüche und seltener Osteoporose fürchten.

Studie erforscht Auswirkungen auf Knochendichte bei 4.500 Kindern

An der Studie nahmen 4.500 Kinder und ihre Eltern teil. Alle Jungen und Mädchen waren zwischen

  • zwei Jahren und
  • zehn Jahren alt

und ihre Knochendichte wurde zu Studienbeginn mittels Ultraschall der Ferse untersucht.

Danach bekamen alle Kinder einen Accelerometer (Bewegungsmesser), damit die tägliche Aktivität festgehalten wurde. Zusätzlich füllten die Eltern einen Fragebogen aus, in dem unter anderem nach Sport in der Freizeit gefragt wurde.

Knochendichte ist bei sportlichen Kindern bis zu zwei Prozent höher

Am Ende der Studie und nach einer weiteren Messung am Fersenknochen zeigte sich, dass die Knochendichte der sportlichen Kinder bis zu zwei Prozent über der Knochendichte der Unsportlichen lag. Dabei reichte es laut Berechnung der Wissenschaftler bereits, wenn die Kinder zehn Minuten moderate Bewegung pro Tag haben.

Der Effekt ist freilich höher, wenn intensiver Sport mehrfach die Woche erfolgt. Besonders Ballsport und Rennspiele hatten einen hohen Effekt auf die Knochendichte.

Die meisten Kinder sind jetzt auch nachts trocken

Nachts haben die meisten Kinder ihre Blase jetzt so weit unter Kontrolle, dass sie aufwachen, wenn sie zur Toilette müssen. Trotzdem kann natürlich immer noch etwas daneben gehen.

Kinder wollen alles selbst machen

So praktisch es ist, wenn sich das Kind nun selbst anziehen und Zähneputzen kann, so müssen die Eltern trotzdem immer wieder nachkontrollieren, ob das Kind z.B. frische Wäsche und Socken angezogen hat und ob auch alle Zähne geputzt wurden.

Das Kind mag diese Kontrolle natürlich nicht besonders, trotzdem ist vor allem das Zähneputzen wichtig. Nur wenn dem Kind immer wieder gezeigt wird, wie das Putzen richtig funktioniert, kann es dies in einigen Jahren wirklich selbstständig und korrekt.

Förderungsmöglichkeiten

Auch wenn ein Kind mit vier oder 4,5 Jahren nicht mehr ständig kontrolliert und beobachtet werden muss, so braucht es trotzdem noch intensive Betreuung und Aufmerksamkeit. Trotzdem ist ein Kind in diesem Alter durchaus in der Lage, alleine zum Nachbarskind zu gehen.

Dabei muss dem Kind natürlich vorher erklärt werden, dass es z.B. nur auf dem Gehweg gehen darf und auf die Autos aufpassen muss. So lernt das Kind frühzeitig Verantwortung und wird ganz stolz sein, wenn es später auch alleine vom Spielen wieder nach Hause kommen darf.

Hilfreich ist zudem, die Kinder in die täglichen Abläufe mit einzubeziehen. Sie freuen sich, wenn sie mit kleinen Aufgaben, die sie erledigen können, im Haushalt helfen dürfen. Dadurch wird die Motorik weiter geschult; gleichzeitig erfüllt es sie mit Stolz und gibt ihnen das Gefühl, ein wichtiger Teil der Familie zu sein.

Um die Sprache zu fördern, sollte man sich viel und häufig mit seinem Kind unterhalten. Hierbei kann es durchaus schon mal vorkommen, dass man bei den vielen Fragen seines Sprösslings die Geduld verliert. Es gilt jedoch, diese ernst zu nehmen und leicht verständliche, klare Antworten zu geben.

Das Kind möchte die Welt um sich herum verstehen und seine Eltern keineswegs damit nerven. Auch wenn das Austesten der Grenzen in diesem Alter weiterhin dazugehört.

Motorik und Konzentrationsfähigkeit lassen sich am besten mit Ballspielen fördern. Für die meisten Kindern ist das Werfen und Fangen von Bällen mittlerweile problemlos möglich, sodass sie mit großem Spaß an die Sache herangehen werden.

Grundinformationen und Hinweise zur Kinderentwicklung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: children in kindergarten © Pavel Losevsky - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: 4 Colored Stick Notes Colored Pins Mix © Jan Engel - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Two Young Boys Lying Down On A Bed Reading A Book © Monkey Business - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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