Das Kind im Alter von 3,5 bis 4 Jahren

Kindergärtnerin sitzt mit Kindern am Tisch, die mit Wasserfarbe Bilder malen

Die kindliche Entwicklung in einem Alter von 3,5 bis 4 Jahren

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  • von Paradisi-Redaktion

Im Alter von 3,5 bis vier Jahren lernen die meisten Kinder die Farben zu unterscheiden. Die Motorik hat sich nun soweit verbessert, dass das Kind den Stift richtig halten kann.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Die Feinmotorik verbessert sich

Zumindest die Grundfarben kennt ein Kind mit 3,5 bis vier Jahren. Viele Kinder können sogar auch schon die anderen Farben benennen und Dinge nach Farben und Größen sortieren.

Inzwischen hat sich auch die Feinmotorik des Kindergartenkindes deutlich verbessert, sodass es für die meisten nun kein Problem mehr ist, den Stift richtig zu halten und Formen wie z.B. einen Kreis abzumalen. Dank dieser Fingerfertigkeit kann das Kind sich nun auch schon sehr gut selbst anziehen, Bonbons aus dem Papier auswickeln oder einen Turm mit acht oder mehr Bausteinen bauen.

Ein paar Kinder werden nun auch schon Holzperlen auffädeln können. Und auch das Papierfalten ist mitunter schon möglich.

Schon Kleinkinder haben ein technisches Verständnis - defektes Spielzeug wird analysiert

Technisches Verständnis bei Kleinkindern - defektes Spielzeug wird auch von ihnen analysiert

Zwei Mütter spielen mit ihren beiden Kleinkindern im Spielzimmer
two mothers play with children in playroom 2 © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Eine Studie mit Kleinkindern im durchschnittlichen Alter von 16 Monaten brachte die Erkenntnis, dass sogar schon die Kleinsten ein technisches Verständnis besitzen. Der Erwachsene analysiert bei einem defekten Gerät zuerst, ob er selbst die Handhabung nicht beherrscht, oder das Gerät an sich defekt ist. Auch Kleinkinder beherrschen diesen Analyseschritt, so das Ergebnis aus der US-Studie.

Die Kinder wurden mit einem Musikgerät in Kontakt gebracht, das entweder einen Defekt hatte, oder auch nicht. Das Verhalten der Kinder wurde genau studiert.

Untersuchung zum Verhalten von Kleinkindern bei defektem Spielzeug

Die Forscher saßen mit dem Kind und den Eltern gemeinsam in einem Raum. Es lagen identische Musikinstrumente auf dem Tisch, die sich nur in der Farbe unterschieden. Die Forscher betätigten das grüne Instrument und es machte Töne. Die Forscher konnten mittels eines Schalters nach diesem Vorspiel das Gerät aber stumm schalten, was kein Kind sah. Gab man dem Kind nun das grüne Instrument, erklang kein Ton. Die Kinder gaben daraufhin das Gerät ihren Eltern. Daraus schließt man, dass die Kinder nicht etwa Defekte im Spielzeug vermuteten, sondern sich selbst als Fehlerquelle sahen, da der Erwachsene es ja bedienen konnte.

Gab man den Kindern eines der anderen Musikgeräte, die nicht gespielt worden waren, und diese gaben keine Töne, so wurde eines der übrigen auf dem Tisch probiert. Hier schienen die Kleinkinder den Fehler also im technischen Gerät selbst zu sehen und nicht in ihrem Unvermögen.

Beliebt sind ab diesem Alter Kopffüßler-Bilder: runde Gebilde mit vielen abstehenden Füßen, die der Nachwuchs gerne auf Papier bringt. Mit der Zeit verringert sich die Anzahl der Gliedmaßen; das Motiv wird mehr und mehr an ein menschliches Wesen erinnern.

Erlernte Bewegungsabläufe werden gefestigt. Dabei spielen Wiederholungen eine wichtige Rolle: je öfter eine Bewegung ausgeführt wird, desto besser wird die Feinmotorik entwickelt. Dies sorgt für

  • eine Stärkung der Muskeln
  • ein stabileres Nervensystem sowie
  • einen ausgewogeneren Gleichgewichtssinn.

Körperliche Fortschritte machen sich bemerkbar

Das Treppensteigen klappt jetzt meist ohne Hilfe
Das Treppensteigen klappt jetzt meist ohne Hilfe

Auch körperlich hat sich einiges getan: Das Kind fällt nun beim Laufen nicht mehr hin und hat auch seine Vorliebe fürs Laufrad- oder Dreiradfahren entdeckt. Beim Dreirad kann es nun auch schon recht gut treten.

Aber auch das Treppensteigen klappt jetzt ohne Hilfe: Im Alter von 3,5 bis vier Jahren lernen die meisten Kinder, Treppen hinauf und hinunter zu gehen, ohne sich dabei festhalten zu müssen. Einige Kinder gehen jetzt sogar schon mit Wechselschritt. Hüpfen ist zudem eine beliebte Beschäftigung und viele Kinder lernen jetzt auch das Schwimmen.

Wortschatz erweitert sich

Im Alter von 3,5 Jahren hat sich der Sprachschatz soweit erweitert, dass das Kind von sich selber als "ich" spricht, andere Kinder mit "Du" anspricht und Spielsachen in "mein" und "dein" einteilt. Im Gespräch kann das Kindergartenkind nun schon gut und länger erzählen, was alles gemacht wurde und was es erlebt hat.

Auch einige Tiere kann das Kind jetzt aufzählen, wenn es darum gebeten wird. Außerdem weiß es inzwischen die Unterschiede zwischen rund und eckig, gerade und schief, hoch und tief.

Die Kombination von Verben und Nomen fällt immer leichter und auch das eigene Alter sowie sein Name werden nun schon genannt. Häufig wird bereits mit Betonungen gesprochen und ein paar Kinder schaffen es auch, Nebensätze zu bilden.

In diesem Alter nehmen Kinder sich selbst genauer wahr und möchten sich dementsprechend verständlich machen, was auf der seelischen Entwicklung basiert. Fehlen da mal die Worte oder läuft etwas nicht so, wie sie es sich vorstellen, kann es nicht selten zu Trotzphasen und Wutausbrüchen kommen.

Eltern sollten Kindern in der Trotzphase zeitliche Abläufe verständlich machen

Kleiner Junge in weißem Poloshirt steht vor einer grauen Wand und schreit wütend
Anger © olly - www.fotolia.de

Die Trotzphase ist ein Abschnitt in der Kindesentwicklung, der gewöhnlich vom zweiten bis vierten Lebensjahr anhält. Das Kind versucht dabei, sich und seine Bedürfnisse auszuprobieren und im Umfeld zu verorten. Häufig fällt dies auch mit den ersten Sprechversuchen zusammen. Eltern brauchen jetzt ein starkes Nervenkostüm und ein wenig Hintergrundwissen.

So ist es zum Beispiel sehr wichtig zu beachten, dass Kinder jetzt noch kein Zeitempfinden haben. Man kann harte Bewährungsproben vermeiden, wenn man Zeitangaben trickreich verpackt. Einem Kind zu sagen, man gehe gleich in den Park funktioniere nicht, erklärte die Diplompsychologin Doris Heueck-Mauß gegenüber dem Magazin "BABY und Familie".

Kinder halten eine Angabe wie "gleich" immer für ein "sofort". Stattdessen sollte man erklären, was man noch zu tun hat, bevor man in den Park geht, damit das Kind die zeitlichen Abläufe nachvollziehen kann.

Kinder sollten früh genug lernen, mit Frust umzugehen

Kleiner Junge mit verärgertem Blick greift sich in Haare
Verärgert © Nicole Effinger - www.fotolia.de

Unser Nachwuchs kann einen schon öfter mal auf die Palme bringen, vor allem dann, wenn es nicht so läuft, wie er es sich wünscht. Wie schön wäre es doch, den ganzen Tag mit seinen Freunden spielen zu können, ohne dass es irgendwann heißt: "Ab nach Hause".

In zahlreichen Situationen sind es die Eltern oder älteren Geschwister, die den Kleinen einen Strich durch die Rechnung machen, klar, dass dann erst mal protestiert und dicke Tränen geweint werden. Dies sollte allerdings in Kauf genommen werden, denn damit der Mensch lernt, mit Frust umzugehen, sollte man ihm schon im Kindesalter beibringen, dass es diesen gibt und dass er aber auch nicht das Ende der Welt bedeutet.

Kinder haben eine hohe Frustrationstoleranz

Frust äußert sich dabei in vielen verschiedenen Facetten; auch wenn den Kleinen etwas nicht auf Anhieb gelingt und sie mehrere Anläufe benötigen, um es schließlich doch noch zu schaffen, kommt es nicht selten vor, dass es zu großem Ärger kommt. Entwicklungsforschern zufolge besitzen Kinder jedoch von Natur aus eine hohe Frustrationstoleranz. Sie sammeln durch Scheitern Erfahrungen, die sie im späteren Leben benötigen.

Experten sprechen hier von einer "Selbstwirksamkeit". Um sich dabei jedoch nicht entmutigen zu lassen, benötigen sie die so genannte Impulskontrolle - die Fähigkeit, mit negativen Gefühlen umgehen zu können.

Richtiges Loben

Dass es für die Kinderentwicklung wichtig ist, seinen Nachwuchs immer wieder zu loben und ihn somit zu motivieren, ist wohl jedem Elternpaar bekannt. Doch dabei sollten Mama und Papa darauf achten, richtiges Lob auszusprechen. Viele Eltern loben ihre Kleinen in einem Ausmaß, was schlichtweg zu viel des Guten ist. Auch sollte es vermieden werden, zu häufig für eine Eigenschaft des Kindes Anerkennung auszusprechen, beispielsweise für seine Intelligenz, denn dies kann dazu führen, dass es im Falle einer schlechten Note frustriert reagiert.

Vielmehr kommt es darauf an, Kindern zu vermitteln, dass sie ihren persönlichen Erfolg selbst in der Hand haben und durch Fleiß erreichen können. Eltern sollten geduldig an diesen Erziehungsbereich herangehen und ihrem Nachwuchs deutlich machen, dass Scheitern zum Leben dazu gehört. Zu viele Hilfestellungen sollten dabei vermieden werden, damit die Kleinen lernen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Kindliche Trotzphase – wozu das Wüten und Toben gut ist

Tipps zum richtigen Verhalten während der Trotzphase

Schreiender kleiner Junge hängt an Mutters Bein, Trotzphase
Kind weint und hält sich am Bein der Mutter fest schreit © Oliver Flörke - www.fotolia.de

Trotzige Kinder können die Nerven ihrer Eltern kräftig strapazieren. Wie lang und intensiv die Trotzphase ausfällt, hängt vom Temperament des Kindes ab – und vom Verhalten der Eltern. Beim Wüten und Toben lernen die Kleinen außerdem wichtige Strategien für das ganze Leben.

Die Trotzphase beginnt

Wenn aus friedlichen Kindern plötzlich kleine Wutmonster werden, ist es so weit: die Trotzphase beginnt. Bei den meisten fängt es mit eineinhalb Jahren an, mit drei Jahren flauen die Anfälle allmählich ab.

Aber wozu braucht es überhaupt Wutausbrüche und kullernde Tränen? Die Antwort ist einfach: damit die Kinder ihren eigenen Willen entwickeln.

Der eigene Wille erwacht

Schon mit vier Monaten können Kinder Zusammenhänge erkennen. Wenn ich schreie, bekomme ich die Brust. Oder ein Spielzeug. Oder Mama nimmt mich auf den Arm.

Je älter die Kinder werden, desto genauer wissen wie, was sie können und wollen. Sie schmieden eigene Pläne und versuchen diese durchzusetzen. Wenn Mama oder Papa diese Pläne durchkreuzen – oder das eigene Können nicht ausreicht – wird das Kind wütend und fühlt sich hilflos.

Mit eineinhalb Jahren hat es dabei nur eingeschränkte Möglichkeiten, um die Spannung zu entladen oder seine Impulse innerlich zu regulieren. Als Ventil für die inneren Dissonanzen muss es schreien, mit den Füßen stampfen und die Tränen kullern lassen.

Eigene Grenzen akzeptieren

Dass Kinder in dieser Entwicklungsphase gelegentlich toben, ist normal. Temperamentvolle und willensstarke Kinder können ihre Eltern jedoch durch regelmäßige Wutanfälle ganz schön fordern. Wenn Vater oder Mutter ebenfalls aufbrausend reagieren, schaukelt sich die Spannung auf beiden Seiten hoch.

Da die Kinder nicht in der Lage sind, Distanz zu ihren Gefühlen aufzubauen, müssen die Eltern die Situation beruhigen: mit Konsequenz und Gelassenheit.

Zwar bekommen die Kinder auch dadurch nicht immer, was sie wollen, aber sie lernen:

  • ihre Wünsche gezielter umzusetzen
  • ihre Grenzen zu erkennen
  • aufbrausende Gefühle zu regulieren

Eine Hilfe sind dabei auch die wachsenden sprachlichen Fähigkeiten.

Das Sauberwerden klappt bereits besser

Eigentlich gibt jedes Kind von sich aus das Zeichen zum Sauberwerden. Je weniger es gedrängt wird, desto einfacher geht es. Aber auch wenn das Kind von sich aus sagt, es möchte keine Windel mehr, so klappt das Klogehen doch nicht von einem Tag auf den anderen perfekt.

Immer wieder kann es passieren, dass das Kleinkind im vertieften Spiel vergisst, zur Toilette zu gehen. Und vor allem nachts schaffen es viele Kinder vor dem vierten Geburtstag noch nicht, aufzuwachen, wenn sie auf die Toilette müssen.

Viele Kinder sind vor dem 4. Geburtstag zumindest am Tag trocken
Viele Kinder sind vor dem 4. Geburtstag zumindest am Tag trocken

Soziale Kontakte

Kinder können nun auch mit anderen Kindern kommunizieren. Wenn sie miteinander spielen, wird kooperiert; es wird aber auch gerne mal der eigene Wille durchgesetzt - inklusive Eifersucht und Streit. Diese Entwicklungsphase ist sehr wichtig; der Nachwuchs lernt, auch mal warten zu müssen und nicht immer nur im Mittelpunkt zu stehen.

Des Weiteren bringen Kinder in diesem Alter andere Menschen gerne zum Lachen. Beim Spielen nehmen sie oftmals andere Rollen ein, wie etwa von Tieren, deren Laute dann auch nachgeahmt werden.

Generell werden jetzt erste Freundschaften geknüpft. Man lernt, zu Teilen und Dinge auch mal abzugeben, weil man weiß, dass man sie wiederbekommt. Wenige Kinder erreichen auch jetzt schon das Ende ihrer Trotzphase.

Ab ca 3,5 Jahren werden erste Freundschaften geknüpft
Ab ca 3,5 Jahren werden erste Freundschaften geknüpft

Freundschaften beeinflussen sehr stark die Entwicklung eines Kindes

Faktoren, die die Entwicklung des Kindes Beeinflussen

Zwei Mütter mit ihren Kleinkindern im Spielzimmer
two mothers and children in playroom © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Natürlich hat die Erziehung der Eltern nach wie vor den größten Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Aber auch andere Faktoren spielen bei der Ausbildung des Charakters während der Kindheit eine große Rolle. Das Magazin "Baby und Familie" berichtet von einer Umfrage unter 1.942 deutschen Bürgern ab 14 Jahren, die mehrheitlich dem Freundeskreis, in dem sich das Kind bewegt, einen großen Einfluss zukommen lassen.

Wichtige Faktoren bei der Kinderentwicklung

Insgesamt 89,5% der Umfragenteilnehmer nennt den Freundeskreis als zweit wichtigste Instanz in der Kinderentwicklung, neben der elterlichen Erziehung. 84% sind der Meinung auch die Geschwister beeinflussen die Entwicklung und 82,3% sehen die Schulen in einer entscheidenen Rolle. Ebenso einflussreich ist das Fernsehen in dieser Lebensphase meinen 75,7% der Befragten und auch dem Internet schreiben 59,8% einen hohen Stellenwert zu.

Sehr geringe Wirkung auf die Entwicklung im Kindesalter sehen die Deutschen allerdings bei den religiösen Einrichtungen. Gerade mal 26,6% der Teilnehmer finden, auch die Kirchen tragen ihren Teil dazu bei. 10% behaupten sogar sie hätten garkeinen Einfluss auf die Kinderentwicklung.

Kindergartenkinder können Meinungsverschiedenheiten untereinander prima alleine klären

Zwei Jungen (Geschwister) streiten und hauen sich mit Kuscheltieren
Jungs streiten miteinander © sabine hürdler - www.fotolia.de

Wenn Kinder im Kindergartenalter zum Beispiel überlegen welches Spiel sie als nächstes spielen sollen und sich nicht ganz einig sind, schaffen sie es ganz alleine eine Entscheidung zu treffen. Eltern beziehungsweise Erzieher brauchen in solchen Situationen nicht einzugreifen, rät der schwedische Forscher Torgeir Alvestad der Uni Göteborg.

Bei seinen Forschungen bemerkte er, dass Kinder schon im frühen Alter fähig sind Entscheidungen zu treffen und bei Meinungsverschiedenheiten miteinander zu verhandeln und zwar ohne sich zu streiten oder gar handgreiflich zu werden. Auch Kinder argumentieren bei Diskussionen schon mit Worten und Gesten.

Förderungsmöglichkeiten

Mit Kindern, die nachts noch regelmäßig ins Bett machen, sollte keinesfalls geschimpft werden. Lieber weckt man die Kinder auf, wenn man selbst zu Bett geht und bringt sie nochmals zur Toilette.

Oder man verwendet Höschenwindeln, die das Kind wie eine Unterhose rauf- und runterziehen kann, wenn es zur Toilette muss. Wacht das Kind nicht rechtzeitig auf, ist schlimmstenfalls die Windel nass.

Regelmäßig Bücher vorlesen

Damit sich die Sprache des Kindes weiter verbessern kann, sollten die Eltern ihm regelmäßig Bücher vorlesen. Das Kind hat nun schon die Geduld, einige Zeit konzentriert zuzuhören, so dass auch einmal etwas längere Bücher vorgelesen werden können.

Vorsorgeuntersuchung U8

Vor dem vierten Geburtstag steht wieder eine Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt an, die U8.

Linkshänder nicht umschulen, denn die Kinder haben keine Nachteile in der Schule

Kinder, die sich zu Linkshändern entwickeln, haben keinerlei Nachteile in ihrer Entwicklung. Aber es gibt auch keine Belege dafür, dass sie, wie gelegentlich behauptet, künstlerisch oder intellektuell besonders kreativ sind.

„Alles Quatsch“, ärgert sich Dr. Barbara Sattler, Leiterin der deutschen Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder, München, im Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau.

Zwischen 20 und 30 Prozent der Deutschen sind Linkshänder. Eine der wenigen wissenschaftlich nachgewiesenen Fakten ist, dass die Umschulung der Händigkeit bei Kindern ein schädlicher Eingriff ist, eine sinnlose Überforderung, sagt Sattler.

„Oft kommt es auch zu psychischen Beeinträchtigungen.“ Sie rät allerdings, bei Kindern, die im Vorschulalter keine klare Präferenz erkennen lassen, darauf zu dringen, dass sie bis zum Schulbeginn ihre Schreibhand festlegen.

Wachstumsmittel für zu kleine Kinder

Für Wachstum für zu kleine Kinder sorgt das Hormon Somatropin. Wenn das Kind bei der Geburt verhältnismäßig zu klein ist und auch in den ersten Jahren sich der Zustand nicht ändert, so kann das Hormon Somatropin helfen.

Professor Michael Bernd Tanke von dem Tübinger Universitätsklinikum sagt dazu, dass die Kinder bis zur Grundschulreife dann eine "normale" Größe bekämen. Das Wachstumsdefizit konnte bei der Anwendung des Hormons in 90 Prozent der Fälle helfen. Für die kleine Körpergröße seien u.a. Rauchen und Alkoholmissbrauch während der Schwangerschaft der Auslöser.

Ältere Geschwister sind eifersüchtig auf Neugeborene

Kleines Mädchen in weißer Strickjacke streichelt ihrem neugeborenen Geschwisterchen über den Kopf
Little girl playing with newborn baby brother © famveldman - www.fotolia.de

Erstgeborene Kinder teilen ihre Eltern nicht gerne. Wenn die Mutter wieder schwanger wird und sich Nachwuchs ankündigt, reagieren die Kleinen eher skeptisch auf die Aussicht auf ein neues Geschwisterchen. Das berichtet die Zeitung "BABY und Familie". Sie berufen sich dabei auf eine Studie der Universität von Montpellier.

In einem Experiment hatten Soziologen festgestellt, dass die älteren Brüder und Schwestern sich von ihren Geschwistern oder Einzelkindern deutlich unterschieden: Die Erstgeborenen waren misstrauischer und sie teilten nicht besonders gern. Die Forscher glauben, dass dies die Reaktion auf den Verlust ihres Monopols auf die Liebe ihrer Eltern ist.

Wenn Kinder nicht teilen wollen

Geschwister, Bruder und kleinere Schwester beim Streiten
Siblings fighting © 2xSamara.com - www.fotolia.de

Wenn es ans Teilen von Süßigkeiten oder Spielsachen geht, können manche Kinder ganz schön uneinsichtig sein. Was auf den ersten Blick egoistisch wirkt, muss nicht unbedingt auf einen stark ausgeprägten Egoismus beim Kind hindeuten.

Denn Forscher vom Max-Planck-Institut aus Leipzig haben festgestellt, dass die Bereitschaft zu teilen vor allem mit der Hirnentwicklung zu tun hat. Entscheidend dabei ist der lateral präfrontale Kortex, der sich oft erst nach dem Grundschulalter voll ausbildet. So lange kann es Kindern sehr schwer fallen ihr Verhalten zu kontrollieren und zu teilen, auch wenn sie bereits wissen, dass es richtig wäre. Die Ergebnisse der Studie könnten vor allem für die Pädagogik interessant sein.

Klavier, Geige oder Gitarre: Musikunterricht fördert die Gehirnentwicklung des Kindes

Junges Mädchen steht vor Notenständer und spielt energisch auf der Geige
fortissimo © Coka - www.fotolia.de

Selbst wenn aus dem Nachwuchs kein Rockstar oder Konzertpianist wird, lohnt sich der Musikunterricht in frühen Jahren: Forscher konnten nachweisen, dass Erwachsene, die als Kinder längere Zeit ein Instrument erlernt hatten, gehörte Sprache schneller verarbeiten können als andere Erwachsene.

Bei einer Studie der Northwestern University wurde 44 Erwachsenen zwischen 55 und 76 Jahren eine Klangfolge mit der Silbe "da" vorgespielt, während ihre Gehirnströme gemessen wurden. Dabei stellte sich heraus, dass die Probanden, die als Kinder ein Musikinstrument gespielt hatten, die Silbe schneller erfassten als die anderen.

Die Forscher schließen daraus, dass gesonderter Musikunterricht zuhause einen bleibenden positiven Effekt auf das Gehirn hat - auch wenn das Instrument später aufgegeben wird. Zwar lag der Unterschied in der Reaktion bei nur einer Millisekunde, die jedoch bei der Reaktionsfähigkeit des Gehirns von großer Bedeutung ist. So können diese Menschen nicht nur Musik schneller erfassen, sondern beispielsweise auch einen längeren Redefluss bei einer angeregten Unterhaltung oder einem Vortrag.

Schlafen Kinder ausreichend, nehmen sie weniger Kalorien zu sich

Kleinkind isst Banane und schaut nach oben
mädchen © gradt - www.fotolia.de

Forscher aus Philadelphia haben anhand einer neuen Studie belegen können, dass es einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Übergewicht gibt. Demnach nehmen Kinder, die ausreichend schlafen deutlich weniger Kalorien zu sich, als Kinder mit Schlafmangel.

Die Forscher gehen davon aus, dass ein verbesserter Schlaf positiven Einfluss auf das Essverhalten nimmt und sich somit Übergewicht und die damit verbundenen Folgen vorbeugen lassen.

Studie zum Essverhalten der Kinder

An der Studie nahmen 37 Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren teil. Davon waren 27 Prozent übergewichtig. Die Untersuchung dauerte drei Wochen. In der ersten Woche sollten alle Kinder so essen und schlafen, wie sie es gewohnt waren. In der zweiten Woche wurden zwei Gruppen gebildet, von der die eine die Nachtruhe verlängert bekam und die andere den Schlaf verkürzte. In der letzten Wochen war es dann genau umgekehrt.

Die Forscher befragten anschließend die Kinder zu ihren Essgewohnheiten während der Untersuchungszeit und der sogenannte Leptin-Spiegel wurde im Blut gemessen. Der ist dafür zuständig, das Hungergefühl auszulösen. Das Ergebnis überraschte: Die Kinder nahmen im Durchschnitt 134 Kalorien weniger zu sich und hatten einen deutlich niedrigeren Leptin-Spiegel, wenn sie lange schlafen konnten.

Das Schlaf Einfluss auf Gewicht und Essgewohnheit nehmen kann, scheint somit bereits belegt. Das sei ein vielversprechender Anfang und man müsse weitere Untersuchungen mit staatlichen Fördermitteln durchführen, um weitere Ergebnisse erzielen zu können.

Eltern schätzen das Gewicht ihrer Kinder nicht richtig ein

Ältere Kinderärztin links in Kittel untersucht kleinen unbekleideten blonden Jungen mit Stetoskop an der Brust
child by doctor © Ivonne Wierink - www.fotolia.de

Sind Kinder übergewichtig oder gar fettleibig, wird das von den eigenen Eltern oftmals nicht erkannt. Es scheint, als würde die Liebe zu dem Kind zu einer verfälschten Wahrnehmung führen. Das jedoch kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit des Nachwuchses haben.

Eltern schätzen das Gewicht ihrer Kinder falsch ein

Wie Eltern tatsächlich das Gewicht ihrer Kinder einschätzen, wollte Alyssa Lundahl und ihre Kolleginnen an der Universität von Nebraska herausfinden. Analysiert wurden dafür 69 verschiedene Studien zu dieser Problematik. Heraus kam, dass gut 50 Prozent der Eltern ihre Kinder als nicht zu dick einstuften, obwohl diese offensichtlich bereits im Bereich vom starken Übergewicht eingeordnet wurden.

Kampf gegen das Übergewicht der Kinder muss bei den Eltern beginnen

Genauso bedenklich ist die Tatsache, dass Eltern ihre Kinder dazu überreden mehr zu essen, weil sie denken, die Kinder würden zu wenig wiegen. Der Kampf gegen die Fettleibigkeit auch bei Kindern muss beim Bewusstsein der Eltern beginnen. Forscher fordern daher, dass vor allem Kinderärzte dazu beitragen sollen, das Empfinden für das Gewicht der eigenen Kinder bei den Eltern zu sensibilisieren.

In wie weit das Körpergewicht der Eltern eine Rolle bei der falschen Wahrnehmung spielt, geht aus dieser Studie noch nicht hervor. Ob man im erwachsenen Alter adipös sein wird oder nicht, entscheidet sich grundsätzlich schon im Kindesalter.

Eingeschränkte Wahrnehmung - Kinder betrachten ihre Umwelt mit Tunnelblick

Grafik weiß, menschliches Gehirn von der Seite
gehirn von der seit © fotoflash - www.fotolia.de

Richten Kinder ihre Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache, betrachten sie alles andere in ihrer Umwelt mit einem Tunnelblick. Diese Form von Blindheit für die Umgebung zeigt sich auch bei Jugendlichen, wie jetzt ein Experiment beweist.

Kids und Teens leben in ihrer eigenen Welt

Die Psychologin Nilli Lavie vom University College in London hat 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu einem speziellen Test eingeladen, um herauszufinden, wie es um ihre Wahrnehmungsfähigkeit bestellt ist. Die Probanden sollten sich auf verschiedene geometrische Figuren auf einem Bildschirm konzentrieren und beispielsweise Längenunterschiede von Quadraten oder Kreuzen erkennen.

Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 14 Jahren hatten Schwierigkeiten bei der Bestimmung der Länge. Die Sieben- und Achtjährigen übersahen sogar ein Quadrat, das neben einem Kreuz eingeblendet wurde.

Erstaunlich war, dass auch Jugendliche große Aufmerksamkeitsdefizite bei der Lösung leichterer Aufgaben zeigten. Erwachsene nahmen dagegen selbst kleinste Längenunterschiede wahr. Die Wissenschaftlerin erklärt, dass Kids und Teens in ihrer eigenen Welt leben und ihre Aufmerksamkeit nur auf Dinge lenken, die sie hören und sehen wollen. Jüngere Kinder blenden ständig große Teile ihrer Umgebung komplett aus.

Umbauphasen im Gehirn während der Pubertät

Dass auch Jugendliche mit einem Tunnelblick durch die Welt gehen, liegt vor allem an den umfassenden Umbauphasen während der Pubertät im Stirnlappen des Gehirns, was auch die Studienergebnisse belegen. Laut Nilli Lavie sind Kinder und Jugendliche besonders im Straßenverkehr gefährdet, da sie vieles um sich herum gar nicht wahrnehmen. Erst ab einem Alter von etwa 14 Jahren erhöht sich der Aufmerksamkeitsradius wieder.

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: Kinder malen mit Erzieher im Kindergarten © Robert Kneschke - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Two Young Girls In Their Pajamas, Reading A Book © Monkey Business - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: treppe © Christian Jung - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: kleinkind auf dem Klo © Dron - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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