Epithese

Bei Epithesen handelt es sich hauptsächlich um Prothesen, die für den kosmetischen Ausgleich von Körperdefekten im Gesichtsbereich eingesetzt werden. Doch auch andere Körperregionen zählen zu den Anwendungsgebieten. Funktionelle Eigenschaften weisen sie nicht auf. Es kommen diverse Materialien zum Einsatz. Informieren Sie sich über die Merkmale, die Arten sowie den Einsatz von Epithesen.

Wissenswertes zu Epithesen

Epithesen - Merkmale und Funktion

Nicht immer werden bei Unfällen, nach Amputationen oder im Zuge genetisch bedingter Geburtsschäden alleine die Funktionen des Körpers beeinträchtigt. Auch das Aussehen kann darunter leiden.

Etwa dann, wenn einer Frau die Brust abgenommen wird. In solchen Fällen kommen körperfremde Materialien zum Einsatz, um den gewünschten ästhetischen Zustand wiederherzustellen.

Unterschiede zwischen Epithesen und Prothesen

Das Alleinstellungsmerkmal der so genannten Epithesen und gleichzeitig der Unterschied zu einer Prothese liegt darin, dass sie keinerlei funktionelle Eigenschaften übernehmen, sondern lediglich dem Aussehen zuträglich sind. Der aus dem Griechischen abgeleitete Name bedeutet dabei in etwa, dass etwas auf die Wunde oder die zu überdeckende Stelle aufgelegt wird.

Gedanklich bieten sich somit die Vergleiche mit einer Maske an, die für den Betrachter ein bestimmtes erwünschtes Bild darstellt, die eigentlich vorhandenen und nicht reparablen Makel aber kaschiert. Bei Epithesen wird körperfremdes Material verwendet, um Körperdefekte auszugleichen.

Bereits in der Antike hatte es sich durchgesetzt, verlorene Körperteile nicht immer mit einer Prothese zu ersetzen, sondern zuweilen auch auf solche Epithesen zurückzugreifen. Sie erfüllten den ästhetischen Zweck und waren dabei zumindest preisgünstig – denn auch dieses Kriterium muss nach manchem Schicksalsschlag eingerechnet werden.

Gesicht (z.B. Nase), Brust und Co.: Einsatzgebiete der Epithesen

Das Gesicht zählt zu den Hauptanwendungsgebieten für den Einsatz der Epithese. Dies ist meist dann der Fall, wenn eine operative Rekonstruktion mit eigenem Körpergewebe nicht möglich ist.

Ebenso kommt es im Bereich der weiblichen Brust zur Verwendung von Epithesen. Auch für Fingerkuppen können sie verwendet genutzt werden.

Verwendbare Materialien für Epithesen

In den letzten Jahrzehnten hat die Entwicklung der Epithesen rasant zugenommen. Wurden einst

  • Augen aus Glas und Porzellan
  • künstliche Nasen oder Ohren aus Gummi sowie
  • Zehen und Finger aus Metall

gefertigt, so verläuft die Produktion heutzutage fast ausschließlich über die modernen Ressourcen. Daher können auch hier

  • Titan
  • Carbon oder
  • die Vielzahl an Kunststoffen

zum Einsatz kommen. Oft geht damit eine höhere Qualität bei gleichzeitig niedrigem Gewicht einher. Ebenso sind die Bearbeitung und Fertigung selbst mittlerweile in der Lage, künstliche Körperteile in nahezu perfekter Ausführung nachzuahmen. Solche also, die bei der Betrachtung tatsächlich schnell einmal übersehen und für echt gehalten werden können.

Die Verankerung der Epithesen im Körper

Das Beispiel der aufzulegenden Maske verdeutlicht, dass die Epithesen in den früheren Jahrzehnten zumeist auf der betroffenen Körperstelle fixiert wurden. Das gelang etwa mit Bändern oder Gummis, vornehmlich aber mit einer Art Klebstoff. Damit war der Halt zwar gesichert; auf der Haut konnten sich aber Schädigungen durch die nicht selten giftigen Inhaltsstoffe der klebenden Lösung ergeben.

Neuerdings werden die Epithesen somit im Körper selbst verankert. Im Regelfall werden dazu wenige Löcher in den unter der Haut sitzenden Knochen gebohrt und darin kleine Metallstifte eingelassen. Das künstliche Modell kann darauf befestigt werden, was mittels

  • Magneten
  • Klammern
  • Stegen oder
  • Druckknöpfen

Hautirritationen gehören somit der Vergangenheit an. Auch der Halt ist jetzt erheblich verbessert worden und kann selbst stärkeren Einflüssen standhalten.

Für welche Befestigungsart man sich entscheidet, ist besonders auch von den individuellen Bedürfnissen des Betroffenen abhängig. Aktive und sportliche jüngere Menschen erhalten eine stabiliere Variante als ältere Patienten.

Mögliche Nachteile und Probleme der Epithese

Mag die Epithese an vielen Körperstellen nicht weiter auffallen, so fühlen sich noch immer jene Menschen von ihr stark beeinträchtigt, die sie im Gesicht tragen müssen. Denn die verwendeten Kunststoffe sind noch nicht in der Lage, Bewegungen mitzumachen oder selbstständig auszuführen, Regungen erkennbar werden zu lassen oder die Mimik zu beeinflussen.

Gerade im Bereich des Mundes, der Nase und Augen sowie der Stirn lassen sich bei dem Menschen aber viele Emotionen ablesen, die eine solche künstliche Korrektur nicht erfüllen kann. Das Tragen einer Epithese im Gesicht bedeutet für viele Betroffene daher noch immer einen hohen psychischen Druck und eine schwere seelische Belastung. Die Hoffnung besteht indes, dass die Forschung auch dieses Problem künftig wird lösen können.

Handelt es sich um implantatgetragene Epithesen, so muss auf eine besondere Hygiene der Durchtrittsstelle der Implantate gesorgt werden. Anderenfalls könnte es zu Entzündungen und schlimmstenfalls zur Schädigung der umliegenden Knochen kommen.

Zu den möglichen Problemen zählen auch Verfärbungen der Epithesen. Dies ist etwa durch Zigarettenrauch möglich. Und schließlich können sie auch an Elastizität verlieren, sofern es sich um Silikonmodelle handelt.

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  • Beauty After Bath © Dash - www.fotolia.de

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