Nahtmaterial

Zum Nähen von Wunden

Chirurgisches Nahtmaterial dient zum Nähen von Wunden nach chirurgischen Eingriffen oder Verletzungen. Das Nahtmaterial wird in nicht-resorbierbare und resorbierbare sowie monophile, polyphile und pseudophile Fäden eingeteilt.

Narbe auf Haut, zugenäht
Narbe © Kica Henk - www.fotolia.de

Früheres Nahtmaterial

In früheren Zeiten benutzten Ärzte und Wundheiler zum Nähen von Wunden einfach das, was auch im täglichen Leben zum Nähen genommen wurde:

  • gedrehte Pflanzenfasern
  • Tiersehnen
  • Haare und
  • Wollfäden.

Erst 1868 wurde desinfizierter Schafdarm benutzt. Aber noch immer starben Patienten an Wundinfektionen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde zum ersten Mal Catgut verwendet. Der Name ist allerdings irreführend; es handelt sich bei diesem Nahtmaterial nicht um Katzendarm, sondern auch um den Darm von jungen Schafen oder Rindern. Catgut war aber im Gegensatz zu seinen Vorläufern sehr stabil und gut verträglich.

Bis 2001 wurde noch Catgut benutzt, erst durch die Rinderseuche wurde es vom Markt genommen. Auch Tierärzte nähen heute nicht mehr mit Catgut.

Entwicklung der ersten synthetischen Fäden

1931 wurden die ersten synthetischen Fäden entwickelt und 1939 brachte die Firma BASF den ersten reinen Kunststofffaden aus Polyamid auf den Markt. Heute unterscheiden Chirurgen zwischen drei verschiedenen Fadenarten:

  • dem monophilem Faden,

der eine gute Gleitfähigkeit und eine glatte Oberfläche hat,

  • dem polyphilen Faden,

bei dem mehrere Fäden verdreht werden und der hauptsächlich für sehr feine Nähte, etwa bei Gefäßen benutzt wird und

  • dem pseudophile Faden,

bei dem vier Fäden miteinander verflochten werden und der bei großflächigen Wunden zum Einsatz kommt, da er durch eine beschichtete Oberfläche sehr gut gleitet und einen guten Knotensitz hat.

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Grundinformationen und Hinweise zu Nahtmaterial

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