18. Januar 2010
Als Abführmittel oder Laxativa werden Medikamente bezeichnet, die bei Verstopfung (Obstipation) eingesetzt werden. Sie dienen zur Erleichterung der Entleerung des Darms.
Ziel und Zweck von Abführmitteln, die auch als Laxativa oder Laxantien bezeichnet werden, ist es, die Entleerung des Darms zu erleichtern. In erster Linie kommen sie bei Verstopfung (Obstipation) zum Einsatz. Es gibt aber auch medizinische Gründe, die die Anwendung von Abführmitteln nötig machen. Dazu gehören zum Beispiel Röntgenuntersuchungen, bei denen eine Darmentleerung erforderlich ist, Darmspiegelungen, Darmoperationen, Analfissuren, Hämorrhoiden, veranlagte chronische Verstopfung, Patienten, die im Rollstuhl sitzen oder Obstipation während der Schwangerschaft.
Abführmittel wurden bereits im alten Ägypten und in Mesopotamien angewandt. Zur Entleerung des Darms benutzte man vor allem Rizinusöl, das aus dem Samen des Wunderbaums gewonnen wurde. Die Assyrer verwendeten zudem saline Abführmittel, mit denen der Wassergehalt des Darms erhöht wurde.
Laxativa kommen in der Regel dann zum Einsatz, wenn sich eine Verstopfung auch bei der Umstellung der gewohnten Lebensweise nicht mehr beheben lässt. Normalweise genügt eine gesunde, bewusste Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Ballaststoffen sowie ausreichend Bewegung zur Normalisierung der Verdauung. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann auf ein Abführmittel zurückgegriffen werden.
Dabei sollte man aber unbedingt darauf achten, nicht zu viel von dem Mittel einzunehmen, damit es nicht zu unangenehmen Nebenwirkungen kommt. Hält die Verstopfung trotz Einnahme eines Laxativums nach einer Woche immer noch an, muss ein Arzt aufgesucht werden. Ein weiterer Verwendungszweck von Abführmitteln sind Hämorrhoiden sowie Fisteln, Fissuren oder Geschwüre im Analbereich. Durch die Anwendung von Laxantien soll ein zu starkes Pressen während der Ausscheidung verhindert werden, denn der Druck auf die betroffenen Stellen kann sehr schmerzhaft sein und die Symptome verschlimmern.
In der Regel wirken Abführmittel durch die Vergrößerung des Stuhlvolumens im Darm. Auf diese Weise erhöht sich der Druck auf den Darm, der darauf mit der Auslösung von Wellenbewegungen reagiert. Dadurch werden die Speisereste in die gewünschte Richtung geschoben. Als Laxativa kommen unterschiedliche Stoffe zur Anwendung. Dazu zählen zum Beispiel Alkohole wie Sorbit und Glycerol, Osmolaxanzien wie Laktulose, diverse Salze wie Natriumsulfat (Glaubersalz) oder Magnesiumsulfat (Bittersalz), Polyethylenglykole wie Macrogol sowie verschiedene Mischungen aus Natriummonohydrogenphosphat und Dinatriumhydrogenphosphat.
Auch pflanzliche Mittel wie Weizenkleie, indische Flohsamenschalen oder Leinsamen können zur Anwendung kommen. Vor allem während der Schwangerschaft sind diese Quellmittel zu empfehlen, da sie sich auch als Nahrungsmittelzusatz eignen. Ebenso geeignet sind darmreizende pflanzliche Stoffe wie Aloe, Rizinus, Rhabarber, Sennesblätter oder Faulbaum, die zudem mit entblähenden Mitteln wie Anis, Fenchel und Kümmel kombiniert werden können. Eine weitere Variante sind Gleitmittel wie dickflüssiges Paraffinöl oder Glyzerin, die man direkt in den Darm einführt. Dadurch kann verhärteter Stuhl wirkungsvoller und schmerzloser entleert werden.
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