14. Juli 2011
Von Andreas Hadel
In den 50er und 60er Jahren gelangten Dank des rollenden Wirtschaftswunders und der steigenden Reiselust der Deutschen immer mehr Rezepte in den heimischen Küchen, die ursprünglich außerhalb der Landesgrenzen niedergeschrieben wurden. Die Quiche war eines dieser Gerichte, die aus Frankreich zu uns gefunden haben.

In den 80er Jahren steigerte sich jedoch eine anderer Trend in ein exzessives Extrem: der Körperkult. Im ausbrechenden Schlankheitswahn verdammten die Ernährungsexperten fast alle Nahrungsmittel, die auch nur ansatzweise nach einer Gaumenfreude aussahen. Die Quiche hatte mit ihrem traditionellen Zutatenmix aus Creme, Käse, Eiern und Speck keine Chance und fristet seitdem bis heute ein Schattendasein in Hausfrauenmagazine, die sich ausnahmsweise einmal nicht mit der neuesten Suppendiät brüsten.
Dabei kann mit ein paar Änderungen die Quiche durchaus zu einem Gericht werden, das selbst ambitionierte Diätiker ohne Kopf- und Bauchschmerzen problemlos genießen können. Ein traditionelles Quiche-Rezept, so wie es meine Fast-Schwiegermutter (sie ist gebürtige Französin) noch von ihrer Großmutter gelernt hat, beinhaltet wenig Gemüse und dafür pro Stück satte 949 Kalorien und stolze 62 Gramm Fett. Die Mutter meiner Herzensdame bringt dieses Gericht auch heute noch bei größeren Familienfesten auf den Tisch. Und das, obwohl sie seit mehr als 35 Jahren im körperbewussten New York lebt. Wenn Sie anstatt des französischen Blätterteigs die griechische Variante als Grundlage für ihre Quiche nehmen, können Sie schon allein damit rund 15 Prozent an Kalorien einsparen.
Ein weiteres wahres Kalorienmonster ist die Füllung aus Sahne und ganzen Eiern. Greifen Sie stattdessen zu fettarmer Milch und reinen Eiweißen. Anders als das Dotter enthält das pure Eiweiß kein Cholesterin und nur Spuren von Fett.
Um dem Ganzen eine geschmackvolle Note zu verleihen, würde meine Schwiegermutter in Spe etliche Scheiben Speck zerstückeln und in die Füllung geben. Da Sie sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht hinter der Unantastbarkeit eines über mehrere Generationen weitergegebenen Familienrezept verstecken können, nehmen Sie viele unterschiedliche Gemüse ihrer Wahl, würfeln diese und erhalten so eine Quiche, die nicht nur eine geschmackliche, sondern auch farbliche Vielfalt bietet. Außerdem können Sie Cheddar-Käse und Parmesan verwenden, um auf fettarme Weise der Quiche eine besondere Note zu geben. Auch wenn Sie normalerweise kein Anhänger von fettreduziertem Käse sind, sollten Sie Cheddar und Parmesan auch außerhalb einer Qiche-Form eine Chance geben. Solange sie als Zugabe bei Aufläufen oder Eierspeisen fungieren, sind sie ein abolutes Gaumenerlebnis. Als Solostar versagen sie jedoch ehrlicherweise im kulinarischem Bühnenlicht kläglich.
Griechischer Blätterteig hält sich am besten im Kühlschrank. Ungeöffnet kann er bis vier Wochen verzehrfrisch bleiben. Ist die Packung einmal angebrochen, sollte sie in drei Tagen verbraucht werden. Eiklar in Tetrapacks hält sich im Kühlschrank in der Regel bis zu 12 Wochen vom Tag der Abfüllung an gerechnet.
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