Die Charité in Berlin

Leerer Operationssaal mit Liege und verschiedenen Geräten

Zu den besonderen Fachbereichen zählen die Weltraummedizin sowie Allergien und die Kardiologie

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  • von Paradisi-Redaktion

Bereits der Begriff "Charité" verdeutlicht, unter welcher Intension das nunmehr größte Berliner Krankenhaus einst erbaut wurde: Die Nächstenliebe und die Barmherzigkeit sollten jeder Behandlung innewohnen – ganz gleich, aus welchem sozialen Umfeld der Patient stammte. Auch heute strahlt der Glanz der Einrichtung weit über die deutschen Grenzen hinaus und hat längst internationales Renommee erworben.

Die Geschichte der Charité

Die Errichtung des Hauses ging im Jahre 1710 auf die im Berliner Umland grassierende Pestepidemie zurück. Allerdings blieb die Stadt davon weitgehend verschont, weswegen sich schnell eine alternative Nutzung der Räumlichkeiten einstellte:

  • Bedürftige
  • Witwen oder
  • Kriegsversehrte

fanden hier Unterkunft. Erst im Jahre 1727 bekam die Charité jedoch ihren Namen und verwandelte sich in ein Krankenhaus für alle Bürger sowie in eine Forschungseinrichtung von hohem Rang.

Fortschritte machte das Krankenhaus im ausgehenden 19. sowie dem beginnenden 20. Jahrhundert, als neue Grundstücke erworben und diverse Facheinrichtungen erbaut wurden. Auf insgesamt vier Standorte in Berlin verteilt sich die Charité heute.

Markant ist dabei seit 1982 das neu erbaute Bettenhochhaus, das seine Patienten auf insgesamt 21 Etagen beherbergt. Im Laufe der drei Jahrhunderte lehrte darüber hinaus manch angesehener Arzt in der Einrichtung – acht von ihnen errangen sogar den Nobelpreis der Medizin.

Bedeutung in der heutigen Zeit

Mit den vier Standorten, die sich mit

  • dem Campus Benjamin Franklin in Lichterfelde
  • dem Campus Berlin-Buch
  • dem Campus Charité Mitte sowie
  • dem Virchowklinikum in Wedding

weit über das gesamte Gebiet Berlins erstrecken, deckt die Einrichtung nahezu alle Aspekte der medizinischen Behandlung sowie der Forschung ab. Daneben werden die Studenten an beiden großen Berliner Universitäten ausgebildet, können ihr theoretisches Wissen also sowohl an der Humboldt-Universität als auch an der Freien Universität erwerben.

Die Charité bildet damit sogar ein Symbol der Wiedervereinigung, hat sie es doch geschafft, die Häuser in West und Ost unter einem Dach zu vereinen. Darüber hinaus unterhält die Klinik diverse internationale Partnerschaften, in deren Rahmen sowohl neue Erkenntnisse als auch Fachpersonal ausgetauscht werden. Mit allen diesen Maßnahmen schaffte es die Charité, sich in den letzten Jahren zum modernsten Krankenhaus Europas zu etablieren.

Die Behandlungsschwerpunkte der Charité

Doch die Einrichtung zählt nicht nur zu den modernsten ihrer Art auf dem Kontinent, sondern auch zu den größten Forschungs- und Behandlungsstätten. Mehr als 13.000 Mitarbeiter bemühen sich dabei um das Wohl der Patienten.

Ganz besondere Verdienste hat sich das Haus in den letzten Jahrzehnten aber auf einigen Randgebieten der Medizin erworben. So spezialisiert es sich etwa auf

  • die Weltraummedizin

und zählt dabei sogar im weltweiten Vergleich zu den führenden Wissenschaftsstandorten. Die Erforschung

wird an der Charité ebenfalls so stark vorangetrieben wie an nahezu keinem anderen Krankenhaus. Einen ganz besonderen Rang hat die Klinik im Laufe ihrer gesamten Geschichte aber auf

  • dem Gebiet der Kardiologie

erlangt: Die Lehre und die Heilung des Herzens wurde in Berlin stets durch renommierte Mediziner betrieben und erreicht noch immer ein herausragendes Niveau.

Die Besonderheiten der Charité

Mag es sich hierbei vordergründig betrachtet um eine normale Klinik handeln, so ist die Charité genau das nicht. Sie ist eher ein Tausendsassa, bei dem die medizinische Forschung, Lehre und Behandlung zwar den eigentlichen Inhalt bilden, bei dem aber auch jeder interessierte Bürger auf seine Kosten kommt.

Noch heute sind viele der ehemaligen Gebäude intakt und können besucht werden. Auch das medizinhistorische Museum der Einrichtung vermittelt interessante Fakten zum Vorgehen der vor zwei oder drei Jahrhunderten üblichen Therapiemethoden. Zudem öffnet die Klinik jährlich im Zuge eines offenen Tages auch die meisten Stationen, wo sich die Gäste sodann über aktuelle Schwerpunkte der Heilung erkundigen können.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: op saal © Jens Hagen - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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