Leinsamen in der Natur, Heilkunde und als Diätmittel

Leinsamen neben lilanen Blüten auf weißem Hintergrund

Inhaltsstoffe, Merkmale und wie man Leinsamen als Heilmittel verwenden kann und bei welchen Beschwerden und Erkrankungen sie helfen

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  • von Paradisi-Redaktion

Flachs zählt zu den ältesten Kulturpflanzen, zur Fasergewinnung, als Heilpflanze und als Lebensmittel. Zu medizinischen Zwecken werden ebenfalls die Leinsamen, so wie das aus ihnen gewonnene Leinöl eingesetzt.

Die Samen des Flachses, den man botanisch auch als Gemeiner Lein und Linum usitatissimum bezeichnet, sind die Leinsamen. Der Flachs gehört zu der Familie der Leingewächse und ist sehr artenreich, er wird weltweit angebaut.

Merkmale und Inhaltsstoffe

Die zuweilen ein- bis mehrjährige krautige Pflanze ist meistens ein Halbstrauch, hat einen aufrechten Stängel und ungestielte, ganzrandige Laubblätter. Die Blüte ist von kurzer Dauer und die eher unscheinbaren Blüten sind blau, gelb, rot, rosa oder weiß.

In den zehnfächrigen Kapselfrüchten ist in jedem Fach ein Samen enthalten, die Leinsamen. Diese schmecken leicht nussig und enthalten bis zu 40% Öl, das so genannte Leinöl. Dieses hat eine der höchsten Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren, des Weiteren enthält es

Außerdem enthält Leinsamen wichtige Mineralstoffe wie

Dies macht die Leinsamen zu einem wertvollen Lebensmittel.

Verwendung in der Küche

Leinsamen in Schale mit Mörser
Viele Backwaren und Müslimischungen enthalten Leinsamen

Früher waren Pellkartoffeln mit Leinöl ein Arme-Leute-Essen, da das Leinöl die ärmere Bevölkerung mit nahrhaften Wirkstoffen versorgte. Leinsamen sind

  • eine Zutat für Leinsamenbrot und andere Backwaren

und es ist

Leinöl wird auch zur

  • Herstellung von Ölfarben

verwendet, da es sich hierfür besonders eignet. Leinsamen müssen immer kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Wissenswertes zur Leinsamen-Diät

Wer unter Übergewicht leidet, kann sich die abführende Wirkung des Leinsamens zunutze machen. Aufgrund der vielen Ballaststoffe im Leinsamen führt dieser schnell ein Sättigungsgefühl herbei, was bei einer Diät natürlich erwünscht ist.

Getränk

So kann man geschroteten Leinsamen in einem Glas Orangensaft auflösen und dann trinken. Der Leinsamen schmeckt leicht nussig, was sich mit dem Geschmack der Orangen gut kombinieren lässt.

Obstsalat

Man kann den Leinsamen aber auch unter klein geschnittenes Obst oder einen Obstsalat rühren. Genauso kann er aber auch in Quark oder Joghurt eingerührt werden. Besonders beliebt ist der Leinsamen aber im Frühstücksmüsli, wo er gerne mit Cerealien und Milch vermischt wird.

Warme Gerichte

Aber auch warmes Essen kann mit Leinsamen verfeinert und dadurch die Verdauung angeregt werden. Hat man sich ein Stück Fleisch gebraten, so kann man dieses mit Leinsamen bestreuen. Auch das Leinsamenöl hat die gleiche Wirkung.

Dieses darf jedoch nicht erhitzt werden, weshalb es sich besser für die Zubereitung eines Salatdressings eignet.

Panade

Übrigens: Leinsamen sind auch als Panade geeignet. So kann man beispielsweise Schnitzel problemlos mit Leinsamen panieren, wenn man eine Leinsamen-Diät durchführen möchte. Selbst beim Kuchenbacken kann man Leinsamen einsetzen. Hier können sie zusammen mit Wasser ein Ei ersetzen. Diese Variante ist auch für all die Menschen gesund, die unter einem zu hohen Cholesterinspiegel leiden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Diäten ist die Leinsamen-Diät gesund. Man muss auch kein Vermögen investieren, um mit den Leinsamen Gewicht verlieren zu können. Und man kann diese Diät immer und überall durchführen.

Bei vielen anderen Diäten muss man sein Mittagessen vorkochen und mit in die Arbeit nehmen, bei dieser Diät genügt es, nur die kleinen Leinsamen mitzunehmen und diese mit dem Essen zu vermischen.

Doch natürlich ist auch die Leinsamen-Diät kein Allheilmittel gegen Übergewicht. Wer seine Ernährungsgewohnheiten nicht umstellt und keinen Sport treibt, wird auch mit der Leinsamen-Diät keinen Erfolg auf der Waage feststellen können.

Medizinische Verwendung

Wirkweise

Löffel gefüllt mit Leinsamen
Die Schleimstoffe der Schale schützen die Magen-Darm-Schleimhaut

In der Leinsamenschale sind Schleimstoffe enthalten. Diese schützen die Schleimhäute des Magens und des Darmes und mildern Reizungen und Entzündungen. Diese Schleimstoffe lassen in Verbindung mit Wasser den Samen aufquellen, damit vergrößern sie den Darminhalt und lösen den Reflex zur Entleerung aus.

Fette, die bei zerkleinerten Samen freigesetzt werden, dienen zusätzlich als Gleitmittel. So wirken sich die ballaststoffreichen Leinsamen günstig auf den Magen-Darmtrakt aus und regulieren die Verdauung.

Anwendungsgebiete und -art

Leinsamen wirken auch

entgegen und äußerliche Anwendung findet der gepulverte Leinsamen als Umschlag bei

Am bekanntesten ist Leinsamen wohl wegen seiner abführenden Wirkung. Am besten entfaltet er diese Eigenschaft, wenn man mehrmals täglich 2 Esslöffel der Körner zu sich nimmt. Das Wichtigste dabei ist, dass man genügend trinkt, nur so kann der Leinsamen im Darm aufquellen und seine Wirkung entfalten.

Im Leinsamen sind Schleimstoffe enthalten, die nur bei genügender Wasseraufnahme den Samen anquellen lassen und damit den Darminhalt deutlich vergrößern, durch den hierdurch ausgelösten Dehnungsreiz auf die Darmwand wird der Reflex zur Darmentleerung ausgelöst. Eine Tagesdosis von 40g sollte man nicht überschreiten, da sich die abführende Wirkung sonst umkehren kann.

Für die Leinsamenumschläge nimmt man grob geschroteten Leinsamen, vermischt ihn mit etwas heißem Wasser und lässt ihn aufquellen. Diese Paste gibt man in ein Mullläppchen und legt es direkt auf die betroffenen Stelle.

Sehr hilfreich wirkt sich auch ein Leinsamenumschlag bei Nasennebenhöhlenentzündung aus: Dazu wird Leinsamen mit Wasser zu einem Brei gekocht, dieser wird in eine Kompresse gestrichen und dann aufgelegt, bei Abkühlung immer eine neue Kompresse nehmen (Die Kompressen können zwischen 2 Wärmflaschen warmgehalten werden). Das Ganze bis zu 1 Stunde durchhalten, danach noch im warmen Zimmer bleiben.

Sehr interessant ist auch der Gehalt an Lignanen. Lignane sind Phytoöstrogene, so wie sie auch in Soja vorkommen. Phytoöstrogene sind in der Lage typische Wechseljahrsbeschwerden zu mildern.

Mögliche Risiken

Leinsamen sollte man nicht anwenden bei

wie bei einer Colitis ulcerosa. Bei einer ungenügenden Flüssigkeitszufuhr kann es zu einer ungewollten, vorzeitigen Quellung im Rachenraum oder der Speiseröhre kommen und einer damit einhergehenden Atemnot. Das Leinöl ist vorwiegend ein Lieferant für nährstoffreiche Wirkstoffe und kann kurativ eingenommen werden.

Grundinformationen zu Leinsamen

  • Leinsamen in der Natur, Heilkunde und als Diätmittel

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Hanfblüten © Michael Hieber - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Getrockneter Leinsamen in Porzelanschale mit Mörser © lantapix - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Leinsamen © Christian Jung - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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