22. Juni 2010
Osteopathen behandeln nach einer naturheilkundlichen Methode. Die meisten Osteopathen sind selbstständig tätig.
Osteopathen behandeln sowohl Säuglinge, als auch größere Kinder oder Erwachsene. Besonders für Säuglinge gibt es auch speziell ausgebildete Kinderosteopathen. Osteopathen sind Heilpraktiker oder Ärzte, selten auch Physiotherapeuten, die jedoch gleichzeitig auch Heilpraktiker sind.
Die Osteopathie gehört zur alternativen Medizin. Zur Behandlung benötigt der Osteopath ausschließlich seine Hände. Aus Sicht der Osteopathen beeinflussen sich z.B. Organe, Gelenke, Muskeln und Bänder gegenseitig und können dadurch Beschwerden hervorrufen. Besteht eine Organeinschränkung, so kann dies beispielsweise auch zu Schmerzen in anderen Körperbereichen führen.
Zu Beginn einer osteopathischen Behandlung erfolgt eine ausführliche Anamnese. Der Osteopath fragt den Patienten nach seinen Beschwerden, seit wann diese bestehen und wann diese immer auftreten, ob der Patient Medikamente einnimmt, ob bereits eine ärztliche Behandlung erfolgt ist, wie der Patient nachts schläft, wie sein Appetit ist usw.
Eine Behandlung dauert meist etwa eine Stunde. Bei Kindern kann die Zeit etwas kürzer ausfallen, bei Erwachsenen hingegen auch etwas länger. Während dieser Sitzung übt der Osteopath ausschließlich durch seine Hände Druck auf verschiedene Körperbereiche aus. Der Patient sitzt oder liegt dabei auf einer Liege. Teilweise behandelt der Osteopath auch Körperbereiche, an denen der Patient keinerlei Beschwerden hat. Durch den Druck auf bestimmte Stellen stimuliert der Osteopath die normale Funktion der Organe und Gewebe. Osteopathen haben während ihrer mehrjährigen Ausbildung die Feinfühligkeit ihrer Hände und Finger trainiert und können dadurch die so genannte Grundspannung z.B. eines Organes oder der Muskeln feststellen. Durch die Behandlung regt der Osteopath die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers an. Dies dauert in der Regel etwa ein bis drei Wochen, so dass die nächste Osteopathiesitzung meist erst nach diesem Zeitraum stattfindet. Medikamente setzt ein Osteopath im Rahmen seiner Behandlung meist nicht ein.
Osteopathen behandeln Patienten jeden Alters mit unterschiedlichen Beschwerden. Säuglinge werden beispielsweise häufig dann von einem Osteopathen behandelt, wenn sie so genannte Schreikinder sind und keine organischen oder anderen Gründe für ihr Schreien gefunden werden konnte. Auch Babys mit körperlichen Entwicklungsverzögerungen können von Osteopathen therapiert werden. Erwachsene wenden sich überwiegend mit Rückenschmerzen an einen Osteopathen. Die Osteopathie kann jedoch z.B. auch bei Krankheiten wie dem Tinnitus (Ohrgeräusche) helfen. Häufig kann die Osteopathie auch begleitend zu einer schulmedizinischen Behandlung durchgeführt werden. Demnach können Osteopathen mit verschiedenen Berufsgruppen wie z.B. Fachärzten, Physiotherapeuten oder Hebammen zusammenarbeiten und den Patienten ganzheitlich behandeln.
Osteopathen dürfen keine Patienten behandeln, die einen medizinischen Notfall darstellen. Hier ist immer ein Arzt der erste Ansprechpartner. Häufig werden Osteopathen jedoch auch dann tätig, wenn ein Patient schulmedizinisch als "austherapiert" gilt.
Meist sind Osteopathen selbstständig tätig. Sie kombinieren ihre osteopathische Ausbildung in vielen Fällen mit einer Tätigkeit als Heilpraktiker. Einige Heilpraktiker sind zusätzlich auch Physiotherapeuten und wenden sämtliche Fähigkeiten zusammen mit der Osteopathie bei einer Behandlung an.
Auch Ärzte, die die Osteopathie erlernt haben, sind meist selbstständig tätig.
Einige naturheilkundlich ausgerichtete Krankenhäuser oder Kurkliniken beschäftigen jedoch auch Osteopathen.
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