26. Mai 2010
Laborärzte untersuchen das Blut und die Körperausscheidungen der Patienten. Sie arbeiten in Krankenhäusern oder Laboratorien.
Der Laborarzt, korrekte Bezeichnung ist Facharzt für Laboratoriumsmedizin, unterstützt den behandelnden Arzt bei der Diagnostik, in dem er Blut und Körperausscheidungen untersucht. Die Laborärzte haben in der Regel keinen Kontakt zu den Patienten und stellen trotzdem einen wichtigen Teil in der Diagnostik dar. Der behandelnde Arzt bzw. seine medizinischen Fachangestellten nehmen dem Patienten Blut ab und senden die Blutröhrchen dann an ein Labor, in dem der Laborarzt arbeitet. Auch differenzierte Urinuntersuchungen oder die Untersuchung von Stuhl, Auswurf, Abstrichen, Fruchtwasser, Ejakulat usw. gehört zur Aufgabe des Laborarztes.
Einfache Laboruntersuchungen wie z.B. ein Blutbild werden heutzutage in der Regel maschinell erstellt, so dass der Laborarzt und seine Angestellten sich auf die aufwändigeren Untersuchungen konzentrieren können. Der Laborarzt kann im Blut z.B. den Hormonstatus feststellen, er kann Werte untersuchen, die bei einer Krebserkrankung auffällig erhöht sind, er kann die einzelnen Blutkörperchen in seinem Labor unter dem Mikroskop eingehend betrachten und er kann feststellen, ob ein Patient eine Allergie hat. Durch die Untersuchung einer Blutprobe kann der Laborarzt auch die Blutgruppe des Patienten feststellen. Bestimmte Krankheiten hinterlassen Antikörper im Blut, die bei Bedarf vom Laborarzt überprüft werden. Häufig wird vor einer Impfung überprüft, wie hoch die Antikörperzahl im Blut ist und ob eine Auffrischimpfung notwendig ist. Auch dazu wird eine Blutprobe an den Laborarzt und seine Mitarbeiter gesendet.
Für die Untersuchung von Körperausscheidungen legt der Laborarzt häufig Kulturen an, die meist einige Tage in einen warmen Brutschrank gelegt werden, so dass dann das Ergebnis (z.B. Pilzbefall) abgelesen bzw. unter dem Mikroskop festgestellt werden kann.
Wenn der Laborarzt die Probe untersucht hat, erstellt er einen Befundbericht über das Ergebnis. Bei umfangreichen Untersuchungen kann der Laborarzt auch Empfehlungen an den Arzt über ein zu verabreichendes Medikament notieren. Der Laborbericht wird dem behandelnden Arzt je nach Dringlichkeit vom Laborarzt per Fax oder per Laborkurier übersandt.
Mit der Untersuchung der Körpermaterialien trägt der Laborarzt zur Diagnosenstellung des behandelnden Arztes bei. Bei vielen Krankheiten muss der behandelnde Arzt auch Kontrollen der Körpermaterialien durchführen, um feststellen zu können, ob seine Therapie angeschlagen hat. Auch für diese Kontrolle ist der Laborarzt ein wichtiger Facharzt. Bei sehr komplexen Fällen kann der behandelnde Arzt auch Rücksprache mit dem Laborarzt über die weitere Behandlung halten.
Ein Facharzt für Laboratoriumsmedizin arbeitet meist in einer so genannten Laborgemeinschaft. Hier haben sich mehrere kleine Labore zu einem großen zusammengeschlossen. Die Laborärzte teilen sich teure Geräte und beschäftigen viele Laborangestellten. Niedergelassene Ärzte sowie kleinere Krankenhäuser senden dann die Körpermaterialien an diese Laborgemeinschaft zur Untersuchung.
Ein Laborarzt kann jedoch auch als angestellter Arzt z.B. in einem Krankenhauslabor arbeiten und dann dieses Labor leiten.
Laborärzte können jedoch auch in der Forschung z.B. bei Pharmakonzernen arbeiten.
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