6. Januar 2011
Als Adhäsionen bezeichnet man Verklebungen oder Verwachsungen zwischen Organen und Strukturen des Bauchraums. Manchmal ist ein operativer Eingriff erforderlich, um die Adhäsionen wieder zu lösen.
Spricht man von Adhäsionen, meint man damit Verwachsungen oder Verklebungen zwischen Organen und Geweben im Bauchraum. Diese sind im Normfall nicht miteinander verbunden.
Adhäsionen können bereits angeboren sein. In vielen Fällen entstehen sie jedoch erst durch Läsionen (Beschädigungen) des Peritoneums (Bauchfell). Solche Beschädigungen werden zumeist durch Entzündungen im Bauchraum oder operative Eingriffe hervorgerufen. Bei Frauen ist auch oftmals eine Endometriose der Grund für Verwachsungen. Die Adhäsionen setzen sich überwiegend aus Bindegewebe zusammen. Zum Teil werden sie sogar von Blutgefäßen durchzogen. Diese sind zwar von Endothel ausgekleidet, verfügen jedoch nicht über Intima. Darüber hinaus überziehen Mesothelzellen die Verwachsungen. Das Verwachsen von Organen entsteht durch ein bestimmtes Zusammenspiel von Zellen und Substanzen, die auch bei Entzündungsreaktionen vorkommen. So können bereits nach wenigen Tagen Adhäsionen entstehen.
Bei vielen Menschen bleiben die Adhäsionen klinisch stumm, was bedeutet, dass sie keinerlei merkliche Beschwerden verursachen. In einigen Fällen können sie jedoch sekundäre Infertilität (Unfruchtbarkeit) oder einen Ileus (Darmverschluss) verursachen. Bei einigen Patienten kommt es zu ständigen Schmerzen im Bauchraum oder in der Beckenregion.
Feststellen lassen sich Adhäsionen häufig erst durch eine Operation. Weitere Diagnosemöglichkeiten sind bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie, Ultraschall oder Röntgenaufnahmen. Da es keine konservativen Therapiemöglichkeiten gibt, muss ein operativer Eingriff erfolgen, den man als Adhäsiolyse bezeichnet. Dabei werden die Verwachsungen chirurgisch getrennt.
Im Vorfeld einer Adhäsiolyse erhält der Patient eine Vollnarkose. In vielen Fällen führt man den Eingriff mit einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) durch. Um das Laparoskop, ein medizinisches Gerät mit einer Videokamera, in den Bauchraum einzulassen, nimmt der behandelnde Chirurg einen kleinen Schnitt am Bauchnabel vor. Damit die Sicht verbessert werden kann, bläst man CO2-Gas in das Bauchgewölbe ein. Dann werden erneut Einschnitte durchgeführt, um weitere medizinische Instrumente in den Bauchraum einzuführen. Während der ganzen Operation kann der Chirurg das Operationsgebiet auf einem angeschlossenen Bildschirm betrachten. Nebenbei lässt sich der Bauchraum nach anderen Befunden absuchen. Spürt der Operateur die Verwachsungen auf, durchtrennt er sie mit einer Schere, wodurch sich die Organe wieder frei bewegen können. Allerdings lassen sich nicht immer alle Verklebungen vollkommen lösen.
Wie bei jedem anderen chirurgischen Eingriff, kann es auch bei einer Adhäsiolyse zu Komplikationen kommen. So besteht das Risiko von Blutungen, Wundheilungsstörungen, Entzündungen, Nervenverletzungen sowie die Bildung von Narben. Auch allergische Reaktionen sind im Bereich des Möglichen. Nach einer Adhäsiolyse muss der Patient für ein paar Tage im Krankenhaus bleiben und sich schonen.
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