Wein als Kapitalanlage - Regeln in Sachen Weininvestment

Nahaufnahme Weinregal aus Holz mit verstaubten Rotweinflaschen

Ein Weininvestment gilt als lukrativ, wenn die PP-Bewertung nahe an die Hundert-Punkte-Marke reicht

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  • von Paradisi-Redaktion

Mit einer Kapitalanlage, auch als Investment bezeichnet, wird das Ziel verfolgt, die Erträge und somit auch das Vermögen zu vermehren. Bei einem Weininvestment, beginnend mit einem niedrigen fünfstelligen Eurobetrag, spielen die PP, die Parker-Punkte des weltweit anerkannten US-amerikanischen Weinkritikers Robert Parker, eine bedeutende, wenn nicht die entscheidende Rolle.

Investment

Als Investment wird eine langfristige Sachanlage bezeichnet. Dazu zählen ganz unterschiedliche und verschiedenartige Sachwerte. Ausschlaggebend dafür ist, dass sie einen Handelswert haben. Als langfristig wird der Zeitraum von mehr als einem Geschäftsjahr angesehen.

Typische Investitionen sind Immobilien und Sachwerte wie Maschinen, Fahrzeuge sowie technische Büroausstattungen, oder eben auch Weine.

Wein als Kapitalanlage

Das mit Abstand weltweit größte Erzeugerland von Weinen ist Spanien, gefolgt von Frankreich, Italien und der Volksrepublik China. Der Wein als Kapitalanlage wird niemals verzehrt, sondern

  • gesammelt
  • verkauft und
  • versteigert

sowie anschließend

  • ersteigert
  • gekauft und
  • wiederum gesammelt.

Der Wert von Weinen wird ganz maßgeblich von Sammlern und Liebhabern bestimmt, vergleichbar mit dem Sammeln von Kunstgegenständen wie Bilder oder Exponate. Auch beim Wein bestimmen Angebot und Nachfrage den Handelspreis und insofern den Wert.

Die Anbauflächen in den bevorzugten Weinbergen und Weinhängen sind begrenzt, ebenso wie die dauerhafte Produktion von erstklassigem Wein. Das macht die vorhandenen Weine buchstäblich wertvoller.

Weinbörse Liv-ex

Die internetbasierte Weinbörse Liv-ex mit Sitz in London wurde Ende der 1990er Jahre gegründet. Sie hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Handelsplatz für hochwertige Weine entwickelt.

Die Internetplattform wird vorwiegend von professionellen Weinfonds sowie von Weinhandelshäusern genutzt. Gelistet sind hundert der weltweit besten und somit auch wertvollsten Weine.

Parker-Punkte (PP)

Für die Berechnung sowie Zusammensetzung des Weinindexes bei Liv-ex werden die Bewertungspunkte des US-amerikanischen Weinkritikers Robert Parker zugrundegelegt. Das sind die Parker-Punkte, kurz PP.

Der im Juli 1947 in der Stadt Baltimore im US-Bundesstaat Maryland geborene Parker bewertet seit mehreren Jahrzehnen Weine unter anderem aus Australien, aus Europa sowie aus Nordamerika. Der Score reicht bis zu hundert Punkten, die als Höchstnote gelten.

Der "Vintage Guide" von Robert Parker wird jährlich veröffentlicht. Ein Weininvestor orientiert sich also im Wesentlichen am Liv-ex und an dem Vintage Guide von Robert Parker. Wenn darüber hinaus noch einige Regeln beachtet werden, dann wird sich das Weininvestment langfristig zu einer ertragreichen Kapitalanlage entwickeln können.

Tipps für eine ertragreiche Kapitalanlage

  • Ein absolut sicheres Weininvestment sind Weine aus älteren Jahrgängen, deren Qualität schon feststeht und in der Vergangenheit bereits mehrfach bewertet worden ist.
  • Das Wertsteigerungspotential ist erfahrungsgemäß bei den größeren Flaschen höher als bei den standardisierten 0,75-Liter-Flaschen. Als eine besondere Kaufempfehlung gelten die Magnum- sowie die Doppelmagnumflasche mit eineinhalb beziehungsweise drei Litern Inhalt.
  • Ein Gebinde von sechs oder zwölf Flaschen bietet die Gewähr für eine weitergehende Wertsteigerung. Es ist nicht nur die Menge des Weins, sondern auch die Tatsache, dass es sich um das Originalgebinde handelt.
  • Auf die PP, die Parker-Bewertung, kann bei keinem Weininvestment verzichtet werden. Weitere renommierte Weinkritiker sind der Engländer Michael Broadbent, das Internetportal Wein-Plus unter der Leitung seines Gründers Utz Graafmann, der Engländer Jancis Robinson oder der schweizerische Weinkritiker René Gabriel. Sie können die PP ergänzen, sie bei der Weinbewertung jedoch nicht ersetzen.
  • Der Name Bordeaux ist ein Muss in jedem Weinsortiment. Ähnlich wie bei einem Aktiendepot muss auch bei den Weinen diversifiziert werden. Nur mit dem einen oder anderen besonders wertvollen Wein aus dem Bordeaux, so wie beispielsweise dem Chateau Pétrus oder einem Chateau Latour, lässt sich der Wert des Weindepots ideell und materiell steigern. Dasselbe gilt für die Weinsorten Mouton-Rothschild,Chateau Margaux und Sassicaia, sowie für den Champagner von Louis Roederer.
  • Abgesehen von den geeigneten Lagermöglichkeiten benötigt der Einsteiger für sein Weininvestment erfahrungsgemäß ein Anfangskapital zwischen fünfzehn- und zwanzigtausend Euro.

Für ein lukratives Weininvestment muss die PP-Bewertung nahe an die Hundert-Punkte-Marke heranreichen. Die so genannten "Blue Chips" haben in der Regel hundert Punkte oder ein, maximal zwei Punkte weniger. Deren Anzahl ist weltweit groß genug, so dass bei Verkäufen und Versteigerungen keine Kompromisse notwendig sind.

Verbreitung der Weinszene

Die "Weinszene" ist in sich sehr abgegrenzt und überschaubar. Weingüter verkaufen ihre besten Weine vorzugsweise an einen ausgesuchten Kreis von Weinhändlern. Versteigert werden die Weine bei den weltweit namhaften Auktionshäusern in den USA, in England sowie in der Schweiz.

Ein Handeln an der Weinbörse Liv-ex bietet aussichtsreiche Chancen und Möglichkeiten, um das heimische Weindepot mit der einen oder anderen kleinen, mittleren oder Doppelmagnumflasche sinnvoll und wertmäßig zu ergänzen.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: wine detail © Stephan Heller - www.fotolia.de

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