30. April 2010
Viele Menschen haben im Schlaf ein Problem, das ernste Folgen haben kann: Sie beißen in der Nacht die Zähne fest zusammen oder reiben sie aneinander. Dabei wirkt ein unglaublich hoher Druck auf den Kiefer.
In der Fachsprache heißt das berühmte Zähneknirschen Bruxismus. Es kann Kinder und Erwachsene, Männer und Frauen treffen. Häufig tritt es in Stresssituationen auf, die die Betroffenen bis in die Nacht in Form eines verkrampften Kiefers verfolgen. Dabei werden bei regelmäßigem Zähneknirschen nicht nur Kiefer und Zähne, sondern die gesamte Kopf- und Gesichtsmuskulatur überlastet.
Das Zähneknirschen fällt unterschiedlich stark aus. Knirschende Frauen können mit ihrem Kiefer dabei einen Druck von bis zu 300 kg ausüben. Bei Männern sind es bis zu 400 kg, die Kiefer und Zähne belasten. Hierunter leiden zunächst die Zahnreihen - die Zahnoberfläche wird abgeschliffen, es kann zu Entzündungen und Zahnverlust kommen.
Doch nicht nur die Zähne sind betroffen. Auch Kopfweh und Ohrenschmerzen können auftreten. Der Kiefer- und Nackenbereich ist nach dem Aufwachen vollkommen verspannt. Manchmal bemerken Betroffene auch eine Art Muskelkater im Gesicht.
Wer merkt, dass er in der Nacht mit den Zähnen knirscht, sollte zunächst einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden aufsuchen. Dieser kann feststellen, ob es für das Knirschen eine körperliche Ursache gibt und ob eventuell schon Schäden entstanden sind. Dann kann eine individuelle Behandlung eingeleitet werden.
Um das Symptom direkt zu stoppen, gibt es bestimmte Okklusionsschienen. Diese werden in der Nacht getragen und entlasten Zähne und Kiefergelenk. Kommt es dennoch zu Verspannungen, kann man den Kieferbereich vorsichtig massieren oder die Muskeln mit Wärme - z.B. in Form eines Kirschkernkissens - behandeln.
Wer dem Knirschen allerdings langfristig Einhalt gebieten will, muss auch die Ursachen bekämpfen. Das bedeutet, Stress und Sorgen im Alltag aufzudecken und aufzuarbeiten. Manchen hilft es schon, vorm Schlafengehen belastende Gedanken einfach aufzuschreiben. In schwierigen Fällen und bei tiefsitzenden Problemen kann eine Psychotherapie sinnvoll sein.
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