Bandwurmbefall - Befall mit Bandwürmern

Als Bandwurmbefall bezeichnet man eine Wurmerkrankung. Dabei siedeln sich unterschiedliche Bandwurmarten im menschlichen Dünndarm an.

Die Infektion mit einem Rinderbandwurm gilt als die häufigste Art dieser Erkrankung

Durch bestimmte Umstände kann es dazu kommen, dass der menschliche Organismus von Bandwürmern, die zu den Parasiten zählen, befallen wird. Die Würmer können sowohl als Zwischenwirte als auch als Endwirte auftreten.

Arten und Merkmale

Zu den Bandwurmarten, die den Menschen als Endwirt befallen, gehören vor allem der Rinderbandwurm (Taenia saginata) und der Schweinebandwurm (Taenia solium). Eine weitere Art ist der Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum), der jedoch inzwischen als ausgerottet gilt.

Zu den Fehlzwischenwirten zählt man den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocaris) sowie den Hundebandwurm (Echinococcus granulosus). Typisch für Bandwürmer ist, dass sie sich an der Darmwand ihres Wirtes festsetzen.

Dabei verankern sie sich mit ihrem Kopf, der über Saugnäpfe und Hakenkränze verfügt, in der Darmwand des Menschen. Im Darmbereich siedeln sich die Bandwürmer am liebsten an, da sie dort reichhaltige Nahrung vorfinden.

Die Parasiten erreichen eine Größe zwischen zwei Millimetern und mehreren Metern. Während ihres Entwicklungszyklus nehmen die Bandwürmer wenigstens einmal einen Wechsel ihres Wirtes vor.

Bandwürmer zählen zu der Klasse der Plattwürmer. Insgesamt kennt man über 3.500 Arten; diese gehören vorwiegend zu den Echten Bandwürmern. Ihre Körperform gleicht einem flachen Band, daher ihr Name.

Bandwürmer sind zweigeschlechtliche Parasiten (Zwitter), bei denen die Befruchtung innerhalb des Körpers stattfindet. In den Eiern befinden sich Larven, die sich durch die Darmwand bohren und über den Blutweg in die Organe des Wirts gelangen, wo sie sich schließlich weiterentwickeln können.

Infektion

Zu einer Bandwurminfektion beim Menschen kommt es zumeist durch den Verzehr von Zwischenwirten, die mit dem Parasiten infiziert sind. Dabei kann es sich um rohes oder unzureichend erhitztes Rindfleisch oder Schweinefleisch handeln. Auf diese Weise werden die so genannten Finnen, die Vorstadien der Bandwurmart, in den Organismus aufgenommen.

Der Kontakt mit der Magensäure führt zum Freisetzen der Vorstadien. Im Dünndarm des Menschen kommt es dann zur Entwicklung der Finnen zu ausgewachsenen Bandwürmern.

Die Parasiten sind in der Lage jahrelang oder sogar jahrzehntelang unbemerkt im Darm zu wachsen und zu schmarotzen. So können die Bandwürmer bis zu 25 Jahre alt werden.

Am häufigsten kommt es zu einer Infektion mit Rinderbandwürmern. So leiden auf der ganzen Welt etwa 60 Millionen Menschen unter Rinderbandwurmbefall. Rinderbandwürmer können eine Länge von bis zu zehn Metern erreichen.

Symptome

Unter größeren Beschwerden leiden Menschen, die von Bandwürmern befallen sind, in der Regel nicht. Mitunter zeigen sich Beschwerden wie

Bei Kindern kann es zu größerem Gewichtsverlust kommen.

Komplikationen

Gefahr besteht, wenn sich die Finnen des Bandwurms außerhalb des Darms ansiedeln. Dies kann eine schwere Beeinträchtigung für die betroffenen Organe haben.

Ein solches Krankheitsbild wird auch als Zystizerkose bezeichnet. Besonders fatal ist der Befall des zentralen Nervensystems, da dieser zu Krampfleiden und weiteren neurologischen Störungen führen kann.

Diagnose

Um einen Bandwurmbefall zu diagnostizieren, ist eine genaue Untersuchung des Stuhls erforderlich. Mithilfe von molekularbiologischen Verfahren kann zwischen den Endgliedern und den Eiern der unterschiedlichen Wurmarten unterschieden werden. Darüber hinaus erfolgt eine Blutuntersuchung, da eine Erhöhung der Eosinophilen ein Hinweis auf eine Wurmkrankheit ist.

Behandlung

Um einen Bandwurmbefall zu behandeln, muss eine Bandwurmkur durchgeführt werden, bei der der Patient Medikamente wie Praziquantel erhält. Damit es nicht zu einem Rückfall kommt, muss bei dieser Kur der Kopf des Wurms unbedingt ausgeschieden werden.

Vorbeugung

Zum Verhindern eines Befalls mit Rinder- oder Schweinebandwürmern sollte man auf einige Vorsichtsmaßnahmen achten. So wird empfohlen, das Fleisch stets gut durchgegart zu verzehren. Wird das Fleisch bei mindestens 56 Grad Celsius erhitzt oder bei -24 Grad Celsius eingefroren, führt dies zum Absterben der infektiösen Finnen.

Quellen:

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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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