Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis) - Ursachen, Symptome und Behandlung

Grafik menschlicher Körper, Lymphgefäß-System markiert

Der Verlauf der Schlafkrankheit lässt sich in drei Stadien einteilen

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Als Schlafkrankheit bezeichnet man die Afrikanische Trypanosomiasis. Übertragen wird die Tropenkrankheit durch die Tsetsefliege.

Bei der Afrikanischen Trypanosomiasis, die besser als Schlafkrankheit bekannt ist, handelt es sich um eine ausschließlich in Afrika vorkommende Infektionskrankheit. Dabei fallen die Betroffenen im Endstadium der Krankheit in einen Dämmerzustand. Aufgrund dieses Zustands erhielt die Erkrankung die Bezeichnung Schlafkrankheit.

Ursachen

Verursacher der Afrikanischen Trypanosomiasis sind Trypanosomen. Dabei handelt es sich um humanpathogene Einzeller.

Differenziert wird zwischen zwei verschiedenen Erregertypen. Dies sind der Erreger Trypanosoma brucei gambiense, der in Westafrika auftritt, sowie Trypanosoma brucei rhodesiense, der in Ostafrika vorkommt und im Gegensatz zu Trypanosoma brucei gambiense auch Tiere befällt.

Trypanosomen zählen zu den einzelligen Parasiten (Protozoen). Sie leben beim Menschen in dessen Blut und Lymphflüssigkeit. Neben der Schlafkrankheit rufen sie auch die Chagas-Krankheit hervor.

Übertragung

Die Übertragung der Schlafkrankheit erfolgt durch einen Stich der so genannten Tsetsefliege. Während die Tsetsefliegen in Westafrika vor allen an Flüssen und Seen zu finden sind, bevorzugen die Überträger der ostafrikanischen Schlafkrankheit dagegen den trockenen Busch.

Innerhalb der Tsetsefliege kommt es zu einem Formenwandel sowie zur Vermehrung der Trypanosomen, die sich im Speichel des Insekts anreichern. Saugt die Fliege bei einer Blutmahlzeit an einem Wirt, erfolgt die Übertragung der Parasiten.

Allerdings übertragen nicht alle Tsetsefliegen Trypanosomen. Es führt also nicht jeder Stich des Insekts automatisch zur Schlafkrankheit.

Das Risiko sich zu infizieren, ist regional verschieden. Mit der Anzahl der Stiche steigt das Infektionsrisiko. Touristen sind jedoch nur selten von der Krankheit betroffen, die zumeist die einheimische Bevölkerung befällt.

Symptome

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch einer Krankheit liegt, je nach Erregertyp, bei der Afrikanischen Trypanosomiasis zwischen ein und drei Wochen. Der Verlauf der Schlafkrankheit hat drei Stadien, die in ihrer Dauer unterschiedlich sind. Ebenso können die Symptome verschieden sein.

Stadium I

Normalerweise kommt es bereits durch den Stich einer Tsetsefliege zu Schmerzen. Darüber hinaus schwillt die Einstichstelle an und ist gerötet.

Häufig zeigen sich nach etwa ein bis drei Wochen Beschwerden wie

Bei der westafrikanischen Schlafkrankheit treten oftmals auch Schwellungen der Lymphknoten am Hals oder Nacken auf.

Stadium II

Zum zweiten Stadium kommt es nach etwa vier bis sechs Monaten. In dieser Zeit haben sich die Parasiten vermehrt und sind über den Blut- und Lymphweg weiter in den Körper vorgedrungen.

Dabei wird auch das zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen. Die Fieberschübe nehmen im zweiten Stadium zwar ab, dafür leiden die Patienten jedoch unter Kopfschmerzen und Wesensveränderungen. Außerdem ist der Schlaf-Wachrhythmus gestört.

Stadium III

Im Endstadium der Schlafkrankheit werden die Betroffenen immer apathischer und sind nicht mehr in der Lage, mit ihrer Umgebung Kontakt aufzunehmen. Die Zufuhr von Nahrung und Flüssigkeit wird eingestellt. Weitere Symptome sind

Schließlich fallen die Patienten in< einen chronischen Dämmerzustand. Ohne entsprechende Behandlung führt die Krankheit zum Tode.

Behandlung

Da die Schlafkrankheit lebensbedrohlich ist, bedarf sie einer stationären medizinischen Behandlung. Wurde das Nervensystem noch nicht in Mitleidenschaft gezogen, erfolgt eine medikamentöse Therapie mit Pentamidin und Suramin.

Diese Stoffe sind jedoch ohne Wirkung, wenn das Nervensystem bereits befallen wurde. Ist dies der Fall, behandelt man den Patienten mit Melarsopol oder Eflornithin.

Eine Vorbeugung ist nur bedingt möglich. So gilt es, Insektenstiche mit entsprechenden Mitteln so gut wie möglich zu vermeiden. Da die Fliegen von blauer und schwarzer Kleidung angezogen werden, sollte man sich in gefährdeten Gebieten für helle Farben entscheiden. Doch diese Maßnahmen stellen keinen garantierten Schutz dar, da die Insekten sehr aggressiv vorgehen.

Arten von Tropenkrankheiten

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Lymphgefäsßsystem © marc osborne - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema