24. Mai 2011
Als Gebärmutterpolypen bezeichnet man gutartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut. In den meisten Fällen sind sie harmlos.
Gebärmutterpolypen werden in der Medizin auch als Uterus-Polypen oder Polyposis uteri bezeichnet. Sie entwickeln sich vor allem bei Frauen in den Wechseljahren.
Die Gebärmutter (Uterus) gehört zu den weiblichen Geschlechtsorganen und ist in ihrer Form einer Birne sehr ähnlich. Der obere Teil ist der Gebärmutterkörper (Corpus uteri) und der untere Teil der Gebärmutterhals (Cervix uteri). Das untere Ende des Gebärmutterhalses bezeichnet man als Portio. Die Portio weist in ihrer Mitte die Öffnung zur Scheide auf. Die Gebärmutterwand wird aus einer kräftigen Muskelschicht sowie der Schleimhaut zusammengesetzt. Kommt es zu Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, spricht man von Gebärmutter- oder Uteruspolypen. Am häufigsten gehen die Polypen vom Gebärmutterhals aus.
Ähnlich wie bei anderen Polypenarten, ist die Form von Gebärmutterpolypen unterschiedlich. So können sie sowohl eine glatte als auch eine unregelmäßige Oberfläche aufweisen. Manchmal sind sie gelappt oder auch plump. Die Polypen enthalten Drüsen, die mitunter wenig durchblutet oder verdickt sind. Manchmal kommt es bei den Uterus-Polypen zu denselben hormonellen Schwankungen wie bei der Gebärmutterschleimhaut. In den meisten Fällen zeigen sich die Polypen einzeln.
Aus welchem Grund sich Polypen in der Gebärmutter entwickeln, konnte bislang nicht festgestellt werden. Besonders betroffen von Uterus-Polypen sind Frauen in den Wechseljahren, was auf das Ungleichgewicht der weiblichen Hormone Gestagen und Östrogen zurückgeführt wird. So kommt es in manchen Bereichen der Schleimhaut zur häufigen Teilung von Zellen, die sich dann anhäufen und mit oder ohne einen Stiel vorwölben. Darüber hinaus kann das Wachstum von Uterus-Polypen durch Entzündungen der Gebärmutter gefördert werden.
In den meisten Fällen kommt es durch die Polypen nicht zu Beschwerden. Manchmal können sie jedoch aus dem Zervikalkanal herausragen und Symptome wie Zwischenblutungen, Ausfluss und Fremdkörpergefühle hervorrufen. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind im Bereich des Möglichen.
Diagnostizieren lassen sich Gebärmutterpolypen durch eine gynäkologische Untersuchung. Für den Fall, dass die Polypen aus dem Gebärmutterhals herausragen, sind sie für den untersuchenden Frauenarzt meist durch Ertasten erkennbar. Eine weitere Möglichkeit ist das Sichtbarmachen der Polypen mithilfe einer Sonographie (Ultraschalluntersuchung). Befinden sich die Veränderungen im oberen Teil des Gebärmutterkörpers, lässt sich eine Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) durchführen.
In den meisten Fällen sind Gebärmutterpolypen harmlos. Da sie jedoch manchmal bösartig entarten und dadurch Krebs auslösen können, wird vom Arzt meist eine Entfernung empfohlen. Zu diesem Zweck erfolgt eine Ausschabung. Dabei handelt es sich um einen operativen Eingriff, der etwa fünf bis zehn Minuten dauert und unter Vollnarkose ausgeführt wird. Häufig verbindet man den Eingriff mit einer Spiegelung der Gebärmutter. Befinden sich kleine und glatte Polypen am Gebärmutterhals, trägt man sie mithilfe einer speziellen Schlinge unter örtlicher Narkose ab. Nach dem Eingriff wird das entnommene Gewebe anschließend feingeweblich in einem Labor untersucht. In den meisten Fällen ist die Behandlung mit der Entfernung der Polypen beendet.
Gebärmutterpolypen vorzubeugen, ist leider nicht möglich. Sie lassen sich jedoch durch regelmäßige gynäkologische Untersuchungen rechtzeitig erkennen und wirksam behandeln.
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