Mumps - Ursachen, Symptome und Behandlung

Mumps äußert sich durch charakteristische Symptome. Die Diagnose stellt der Haus- oder Kinderarzt. Mumps wird durch Viren über die Tröpfcheninfektion übertragen. In der Regel verläuft die Kinderkrankheit - von der aber auch Erwachsene betroffen sein können - ohne Komplikationen. Lesen Sie alles Wissenswerte über die Ursachen, Symptome und die Behandlung von Mumps.

Die Entstehung von Mumps und wie man die Parotitis epidemica erkennen und behandeln kann

Mumps - Krankheitsbild

Bei Mumps handelt es sich um eine Viruserkrankung. Der Virus, der die Bezeichnung Paramoxyvirus trägt, wird in der Regel von Mensch zu Mensch übertragen.

Normalerweise wandert der Virus via Tröpfcheninfektion von einem Menschen zum anderen. Aber auch mit Viren behaftete Gegenstände können zur Ansteckung mit Mumps führen.

In Kindergärten können sich so zum Beispiel gesunde Kinder über die Spielzeuge bereits infizierter Kinder mit der Krankheit anstecken. Darüber hinaus können die Viren natürlich auch über Geschirr, Besteck und Trinkgefäße übertragen werden.

Inkubationszeit und Ansteckungsgefahr

Ist der Virus einmal in den Organismus gelangt, so benötigen die Viren im Körper in der Regel zwischen 14 und 25 Tage, bis die Krankheit zum Ausbruch kommt. Häufig liegt die sogenannte Inkubationszeit jedoch zwischen 16 und 18 Tagen.

Schon während dieser Zeit, in der noch keine Symptome der Erkrankung auftreten, können infizierte Personen andere Menschen anstecken. Man geht davon aus, dass eine Ansteckungsgefahr schon ab etwa einer Woche vor dem Auftreten der ersten Symptome möglich ist.

Die Ansteckungsgefahr bleibt bis zu neun Tagen nach dem Abklingen der Beschwerden bestehen. Am größten ist die Gefahr der Ansteckung etwa zwei Tage vor dem Ausbruch der Krankheit bis zu vier Tagen nach dem Abklingen der Beschwerden.

Ursachen

Auslöser von Mumps sind spezielle Viren, die durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Sprechen oder Niesen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Gelangen die Viren auf diesem Weg in den Körper des noch gesunden Menschen, dauert es etwa drei Wochen, bis die Erkrankung ausbricht. Die Erkrankung ist etwa eine Woche ansteckend, kurz bevor die Schwellung der Ohrspeicheldrüse auftritt und danach noch einige Tage.

Wer einmal eine Mumpserkrankung durchgemacht hat, ist lebenslang immun gegen diese Viren und kann nicht noch einmal daran erkranken. Gleiches gilt auch für Personen, die gegen die Erkrankung geimpft sind.

Verlauf

Verläuft Mumps ohne Komplikationen, sind die Symptome nach maximal zwei Wochen verschwunden und der Patient fühlt sich wieder gesund. In mehr als der Hälfte der Fälle bildet sich jedoch eine Gehirnentzündung, die sich jedoch meist komplett wieder zurückbildet.

Bei Kleinkindern bleibt die Mumpserkrankung meist folgenlos. Je älter die betroffene Person jedoch ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Viren weiter im Körper verbreiten und so verschiedene Nebenerkrankungen auslösen. Die Innenohrschwerhörigkeit ist zum Beispiel eine Komplikation der Mumpserkrankung.

Erkrankt eine schwangere Frau an Mumps, kann dies besonders in den ersten Monaten schwerwiegende Folgen haben. Sehr häufig kommt es zur Fehlgeburt. Jungen und Männer haben oft zusätzlich zu den normalen Mumpssymptomen eine Hodenentzündung, die in einigen Fällen zur Unfruchtbarkeit führen kann.

Bei Mädchen können Eierstockentzündungen auftreten. Diese schmerzhafte Entzündung hat jedoch meist keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Hirnhautentzündung

Tritt die Innenohrentzündung im Zusammenspiel mit einer Hirnhautentzündung auf, dann können bleibende Schäden am Ohr entstehen. So kann es zu einer Schwerhörigkeit oder sogar zu einer vollständigen Ertaubung kommen. Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) tritt bei ungefähr drei bis zehn Prozent aller Erkrankten auf.

Die Hirnhautentzündung äußert sich in der Regel durch

  • starke Kopfschmerzen
  • Benommenheit
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Fieber und
  • Erbrechen.

Ein verhältnismäßig sicheres Anzeichen für eine Hirnhautentzündung ist der Umstand, dass das Kinn nur unter großen Schmerzen zur Brust gezogen werden kann. Neben der Hirnhautentzündung kann auch eine gefährliche Gehirnentzündung (Enzephalitis) als Nebenerkrankung von Mumps auftreten. Diese Nebenerkrankung tritt jedoch sehr selten auf.

Symptome

Mumps zählt zu den Kinderkrankheiten, die jedoch nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene betreffen kann. Die ersten Symptome der Erkrankung ähneln den ersten Anzeichen einer Erkältung:

Ein bis zwei Tage später schwillt die Ohrspeicheldrüse derart stark an, dass die charakteristische Hamsterbacke entsteht. Die Schwellung kann sowohl an einem Ohr als auch beidseitig auftreten.

Durch die starke Schwellung hebt sich das Ohrläppchen etwas höher. Gleichzeitig besteht auch hohes Fieber.

Bei einigen Erkrankten sind auch Lymphknoten geschwollen und die Schleimhaut im Mund entzündet. Die Patienten empfinden das Kauen und Schlucken von Nahrung sowie Bewegungen des Kopfes als sehr schmerzhaft.

Je älter der Patient ist, desto ausgeprägter sind die Symptome. Neben diesen typischen Mumps-Symptomen kann auch eine Gehirnentzündung mit starken Kopfschmerzen und einer Nackensteifigkeit auftreten sowie bei Jungen oder Männern eine Entzündung der Hoden. Bei einigen Patienten verläuft die Erkrankung jedoch auch ohne Symptome.

Diagnose

Die Hamsterbacken sind ein charakteristisches Symptom für Mumps. Der Arzt kann die Diagnose somit meist ohne Zweifel stellen.

Fehlt dieses Symptom oder ist es nur minimal ausgeprägt und der Arzt möchte seinen Diagnoseverdacht sichern, können auch das Blut oder Körperausscheidungen wie Speichel oder Urin auf Mumpsantikörper untersucht werden.

Behandlung

Da Mumps durch Viren ausgelöst wird, ist eine Behandlung mit Antibiotikum nicht möglich. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Somit können nur die Symptome behandelt werden.

Gegen die schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse werden Schmerzmittel verordnet. Auch ein kühler Umschlag bringt Linderung.

Sollte das Fieber im Verlauf der Erkrankung zunächst sinken und dann plötzlich wieder ansteigen, dann kann man davon ausgehen, dass eine Nebenerkrankung vorliegt. In diesem Fall sollte der Arzt erneut aufgesucht werden, damit dieser abklären kann, um welche Erkrankung es sich handelt.

Treten Komplikationen wie eine Gehirnentzündung oder eine Hodenentzündung auf, müssen diese konsequent behandelt werden, um Spätfolgen zu vermeiden. Besteht eine Hodenentzündung oder Fieber, ist unbedingt Bettruhe notwendig.

Fieber kann neben fiebersenkenden Medikamenten auch durch Wadenwickel gesenkt werden. Dazu werden Tücher in lauwarmes Wasser getaucht (kein kaltes Wasser!) und um die Waden des Kranken gelegt. Darüber werden trockene Tücher gewickelt und der Kranke mit einer Decke gut zugedeckt.

Wegen der Ansteckungsgefahr darf der Patient das Haus nicht verlassen und sollte keinen Kontakt zu Menschen haben, die weder geimpft sind noch die Erkrankung bereits hatten. Der Kranke sollte pürierte Nahrung zu sich nehmen, um ihm das Schlucken zu erleichtern.

Vorbeugung

Ein wirksames Mittel gegen Mumps ist die Schutzimpfung. In der Regel werden heute alle Kleinkinder im Rahmen der Masern-Mumps-Röteln-Impfung (teilweise auch kombiniert mit Windpocken) gegen die Erkrankung geimpft. Für einen 100%igen Schutz werden zwei Impfungen im Abstand von etwa fünf Jahren benötigt.

Die Impfung ist auch im Erwachsenenalter noch möglich. Sie empfiehlt sich besonders für Personen, die im Gesundheitssystem arbeiten oder viel mit Kindern zu tun haben (zum Beispiel im Kindergarten oder der Schule).

Weitere Informationen zur Mumps-Impfung erhalten Sie hier.

Quellen:

  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Theresa Förg: BASICS Pädiatrie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2019, ISBN 3437422197

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