Keuchhusten - Ursachen, Symptome und Behandlung

Keuchhusten bzw. Pertussis zählt zu den Kinderkrankheiten und wird durch Bakterien verursacht. Wie die Erkrankung verläuft, hängt vom Alter des Patienten ab und davon, wann die Erkrankung erkannt und behandelt wird. Typisch sind extrem starke Hustenattacken. Die Diagnostik erfolgt durch den Haus- oder Kinderarzt. Lesen Sie über die Ursachen, Symptome und Behandlung von Keuchhusten.

Die Entstehung von Keuchhusten und wie man ihn erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Als Keuchhusten (Pertussis) bezeichnet man eine Infektion mit dem Stäbchenbakterium Bordetella pertussis, seltener auch Bordetella parapertussis. Die Krankheit verläuft in mehreren Stadien.

Besonders bei Babys kommt es zu sehr schweren Verläufen. Der labordiagnostische Nachweis, die Erkrankung aber auch der Verdacht der Erkrankung sind nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

Ursachen

Keuchhusten wird durch das Bakterium Bordetella pertussis im Rahmen der Tröpfcheninfektion übertragen. Besonders ansteckend ist eine Person nach dem Ende der Inkubationszeit.

Das bedeutet: Eine Person steckt sich durch Husten, Niesen oder Sprechen bei einer anderen Person an und trägt nun das Bakterium in sich. Innerhalb von gut drei Wochen erkrankt die Person selbst an Keuchhusten.

Kurz nach Ausbruch der Erkrankung ist die Person dann besonders ansteckend. Oftmals wissen die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt jedoch gar nicht, dass sie an Keuchhusten erkrankt sind, da nur leichte Erkältungssymptome bestehen.

Das Bakterium setzt sich in

fest und reizt die Schleimhäute, was zu den Hustenanfällen führt. Des Weiteren werden spezielle Gifte abgesondert, die das Immunsystem des Patienten schwächen und auch umliegendes Gewebe schädigen.

Verlauf

Das Keuchhustenbakterium ist extrem ansteckend. Wer einmal eine Erkrankung durchgemacht hat, hat keineswegs einen lebenslangen Schutz davor.

Bereits nach wenigen Jahren kann man erneut an Keuchhusten erkrankten. Daher muss auch die Impfung aufgefrischt werden.

Je jünger der Patient, desto schwerwiegender ist die Keuchhustenerkrankung. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern verläuft die Erkrankung schwer.

Bei jungen Patienten kommt es auch oft zu Atemnot durch die heftigen Hustenattacken. Zusätzlich besteht in diesem Alter die Gefahr einer Gehirnentzündung sowie einer Mittelohr- oder Lungenentzündung.

Bis die Erkrankung überstanden ist, vergehen viele Wochen und sogar bis zu mehrere Monate. Wird die Erkrankung zu spät erkannt oder ist der Patient noch sehr jung, kann Keuchhusten auch tödlich enden.

Symptome

Keuchhusten zählt zu den Kinderkrankheiten. Jedoch können auch Erwachsene an Keuchhusten erkranken, wenn die letzte Keuchhustenerkrankung bereits einige Jahre zurückliegt und sie auch nicht geimpft sind.

Heutzutage sind besonders ältere Menschen von der Erkrankung betroffen, da Kinder meist konsequent geimpft werden. Der Verlauf der Erkrankung lässt sich in drei Stadien einteilen.

Erkältungsartiges Stadium (Stadium catarrhale)

Anfangs verspürt der Betroffene für die Dauer von etwa zwei Wochen Symptome wie bei einer Erkältung:

Anfallsstadium (Stadium convulsivum)

Der Husten beginnt harmlos und steigert sich dann zu den für den Keuchhusten typischen Hustenanfällen. Während der Hustenanfälle strecken die Kinder die Zunge heraus, was ebenfalls ein typisches Symptom des Keuchhustens ist.

Erfolgt keine Behandlung, hustet der Betroffene dann bis zu sechs Wochen lang. Der Husten ist verbunden mit Auswurf.

Durch die extrem starken Hustenattacken entsteht auch ein Würgereiz mit Erbrechen. Mehrmals täglich leidet der Betroffene an diesen Hustenattacken. Nachts verschlimmern sich diese Symptome.

Erholungsstadium (Stadium decrementi)

Ist diese Hauptphase überstanden, schwächen die Symptome langsam ab. Nun dauert es bis zu weitere zehn Wochen, bis der Patient wieder beschwerdefrei ist.

Atypische Verläufe

Handelt es sich bei den Patienten um Säuglingen unter sechs Monaten, verläuft das Anfallsstadium nicht mit den typischen Hustenanällen; es treten eher Atemstillstände auf. Jugendliche und Erwachsene zeigen in vielen Fällen außer dem trockenen Husten keinerlei Symptome, was die Diagnose erschwert.

Diagnose

Wenn ein Patient diese Symptome schildert, tippt der Arzt meist sofort auf einen Keuchhusten. Um seinen Diagnoseverdacht zu sichern, kann das Bakterium, das die Erkrankung auslöst, auch durch einen Abstrich des Rachens nachgewiesen werden.

Der Rachenabstrich ist jedoch nur zu Beginn der Erkrankung möglich. Später kann das Bakterium auch im Blut nachgewiesen werden.

Im Rahmen der Differenzialdiagnose müssen andere Erkrankungen, die ebenfalls mit langwierigem Husten einhergehen, ausgeschlossen werden. Symptome wie im Stadium catarrhale können auf zahlreiche Erreger hindeuten, wie etwa

  • Rhinoviren
  • Parainfluenza-Viren
  • Adenoviren
  • Chlamydia pneumoniae
  • Mykoplasma pneumoniae
  • Moraxella catarrhalis

Zudem müssen bei Jugendlichen und Erwachsenen mit chronischem Husten Fremdkörper in den Atemwegen sowie folgende Erkrankungen ausgeschlossen werden:

Behandlung

Das Bakterium, das den Menschen mit Keuchhusten infiziert, kann mit Antibiotika behandelt werden. Die Erkrankung wird dadurch zwar nicht aufgehalten, jedoch kann der Verlauf gemildert werden.

Je früher die Symptome erkannt und die Therapie begonnen wird, desto leichter verläuft die Erkrankung. Etwa zwei Wochen nach Beginn der Antibiotikatherapie ist der Patient nicht mehr ansteckend.

Sehr kleine Kinder und Babys müssen zu einer Keuchhustenbehandlung stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, da ihnen oft noch die Kraft zum Abhusten fehlt. Im Krankenhaus kann der Schleim regelmäßig abgesaugt und das Kind rund um die Uhr ärztlich überwacht werden. Teilweise ist hier auch eine Beatmung notwendig.

Bei größeren Kindern und Erwachsenen erfolgt die Behandlung zu Hause. Neben der medikamentösen Therapie müssen die Betroffenen sehr viel trinken, da sich so der Schleim am besten lösen kann und somit leichter abgehustet werden kann.

Nachts kann man die Hustenanfälle abschwächen, wenn man feuchte Tücher im Zimmer aufhängt und Schüsseln mit Wasser aufstellt. Die Raumluft wird auf diese Weise feucht gehalten.

Man sollte mit Kindern auch viel an die frische Luft gehen, da die Hustenanfälle dann weniger stark ausfallen. Keinesfalls sollte man Kontakt zu anderen Kindern suchen, um diese nicht anzustecken.

Vorbeugung

Die einzige wirksame Maßnahme, dem Keuchhusten vorzubeugen, ist die Schutzimpfung. Säuglinge werden meist routinemäßig gegen Keuchhusten geimpft.

Bis ein voller Impfschutz erreicht ist, werden insgesamt vier Impfungen benötigt. Bei fünfjährigen Kindern sowie bei Neun- bis Siebzehnjährigen wird jeweils eine Auffrischung empfohlen.

Die Impfung hält etwa zwölf Jahre lang an. Dann sollte sie wieder aufgefrischt werden, wenn man als Erwachsener viel mit kleinen Kindern zu tun hat (zum Beispiel als Kindergärtnerin oder medizinische Fachangestellte in einer Kinderarztpraxis).

Auch wenn man bereits eine Keuchhustenerkrankung durchgemacht hat, bedeutet dies keinen lebenslangen Schutz vor der Erkrankung. Man sollte daher auch dann den Kontakt zu infizierten Personen meiden, um sich nicht erneut anzustecken.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Theresa Förg: BASICS Pädiatrie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2019, ISBN 3437422197

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:
Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • Sick kid © Ella - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema