Hodenkrebs Artikel
Hodenkrebs - bösartig aber heilbar
Von Andreas Neubert
Traurige Männersache – Hodenkrebs. Er zählt zu den meisten Tumorerkrankungen der bösartigen Variante bei Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Andererseits hat diese Tumorkrankheit zugleich die besten Heilchancen. Prominentestes Beispiel aus der Sportwelt ist der mehrmalige amerikanische Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong. Genaue Entstehungsursachen sind bis heute noch nicht bekannt, dennoch gibt es bestimmte Risikogruppen.
Für jeden Mann ein tiefer Schock – Diagnose Hodenkrebs. Doch er zählt mit einer durchschnittlichen Heilchance von über 90% glücklicherweise zu den Tumorerkrankungen, gegen die die moderne Medizin am erfolgreichsten ankämpft. In Deutschland werden jährlich über 3.000 Neuerkrankungen gezählt.
Auch wenn der Medizin genaue Ursachen der Erkrankung noch nicht bekannt sind, gehören Männer mit Hodenhochstand im Kindesalter, mit Zeugungsunfähigkeit und mit familiärer Vorbelastung zu den Risikogruppen. Das Vorkommen von Hodenkrebs hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Fachleute vermuten, dass dafür unter anderem frühe Pubertät, Viruserkrankungen, Einsatz von Pflanzenschutz- und Insektenvernichtungsmittel verantwortlich sein können.
Vielfach stellen die Betroffenen eine Veränderung im Hodenbereich selbst fest, indem sie Hodenvergrößerungen oder Verknotungen zufällig ertasten. Auch ziehende Hodenschmerzen oder ein Schweregefühl des betreffenden Organs können ein Hinweis auf den Tumor geben.
Hodentumore werden grundsätzlich in zwei Gruppen unterteilt: 1. Seminome (zu 65 Prozent) und 2. Nichtseminome (zu 35 Prozent) sowie in weitere Untergruppen. Bei Seminomen ist eine Strahlentherapie die erfolgreichere Behandlung und bei Nichtseminomen die Operation und Chemotherapie. Bei Hodenkrebs werden der betroffene Hoden samt Samenstrang und Blutgefäße operativ entfernt. Je nach Diagnose und Ausbreitung werden zusätzlich Chemotherapie, Strahlentherapie, Entfernung der Lymphknoten im hinteren Bauchraum oder eine Kombination der Methoden durchgeführt. Nach der eigentlichen Behandlung erfolgt eine Kontrolluntersuchung und regelmäßige Nachuntersuchungen in den folgenden drei bis fünf Jahren.
Je früher die Diagnose, desto erfolgreicher die Heilungschancen. Tumorerkrankte sollten sich in einer Spezialklinik behandeln lassen, denn dort wird ein interdisziplinäres Angebot aus Urologie, Strahlentherapie, Hämatologie, Radiologie und Pathologie gewährleistet.