Wie schlimm die Schweinegrippe wirklich ist

Bei der Schweinegrippe handelt es sich um eine Infektionskrankheit, deren Virus zu den Subtypen H1N1 gehört. Bei Hausschweinen kann dieses Virus zu einer akuten Atemwegserkrankung führen, während es beim Menschen leichte Grippeformen auslöst; möglich ist aber auch die Entwicklung einer Lungenentzündung. Die Schweinegrippe tritt besonders in den warmen Monaten auf. Lesen Sie in diesem Artikel alles Wissenswerte über die Schweinegrippe.

Wissenswertes zum Schweinegrippen-Virus - panische Reaktionen sind bei aktuellem Stand unangebracht

Die Grippe gehört zu den Viruserkrankungen, die sich durch zahlreiche Subtypen kennzeichnet. Ob Vogelgrippe oder Schweinegrippe, den auslösenden Viren ist eines gemeinsam: Sie sind veränderlich. Dieser Umstand führt zum Beispiel dazu, dass man sich zwar gegen die Influenza impfen lassen kann, aber dies auch keine Garantie dafür ist, dass man nicht doch erkrankt.

Merkmale des Schweinevirus

Ähnlich verhält es sich mit dem Schweinevirus. Diese Virusart gehört zu den Subtypen H1N1 und zeichnet sich dadurch aus, dass sie eigentlich eine akut verlaufende Atemwegserkrankung bei den Hausschweinen auslöst.

Wird der Mensch damit infiziert, kommt es in der Folge eigentlich nur zu leichten Formen einer Grippe. Selten zählen auch H1N2 und H3N2 zu den Erregern der Schweinegrippe.

Das Grippevirus war bis zum Jahr 2009 unbekannt. Die Schweinegrippe ist anfangs vor allem in Mexiko aufgetreten; im Jahr 2008 wurde durch die Weltgesundheitsorganisation die nöchste Pandemiestufe 6 ausgerufen. Zwei Jahre später galt sie wieder als beendet.

Infektionsquelle der aktuellen Virusart unbekannt

Die tatsächliche Infektionsquelle des Schweinevirus scheint momentan noch im Dunkeln zu schweben. Da eines von acht Genomsegmenten dem des Schweinevirus ähnelt, wird deshalb derzeit der Begriff Schweine-Influenza verwendet.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur saisonalen Grippe

Wie die saisonalle Influenza, wird auch die Schweinegrippe durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sie tritt im Gegenzug jedoch nicht in der kalten, sondern vorwiegend in der warmen Jahreszeit auf.

Des Weiteren sind häufig junge, gesunde Menschen betroffen. Wie auch bei der saisonalen Grippe, kann es zu einer Lungenentzündung kommen.

Infektionsverlauf und Verbreitung

Tatsache ist allerdings, dass es bei einer Infektion zu einem hohen Fieber und einer Lungenentzündung kommen kann, die durchaus einen tödlichen Verlauf nehmen kann. Tödliche Verläufe einer ähnlich gelagerten Erkrankung bzw. Pandemie traten im Jahr 1918/1919 bzw. 1988 auf. Besonders im Jahr 1988 wurden zwar 500 Personen mit dem Virus infiziert, aber selbst damals konnte die eigentliche Infektionsquelle nicht ausfindig gemacht werden.

Auch heute und somit ganz aktuell durchstreifen viele Spekulationen die Medien. Doch ob man bereits von einer Pandemie sprechen kann, wie nun zu lesen ist, sei dahin gestellt.

Denn: Ob sich momentan die "Schweinegrippe" tatsächlich so extrem stark über die Grenzen der Länder und Kontinente bewegt, ist noch gar nicht sichergestellt. Übrigens: Eine Epidemie beschränkt sich nur innerhalb eines Landes.

Behandlung und Symptome

Als Gegenmaßnahme existiert für diese Virusart allerdings kein Impfstoff, weshalb so genannte antivirale Medikamente momentan die einzige "Waffe" in Sachen Schweineinfluenza darstellen. Von derartigen Arzneistoffen gibt es aber auch in Deutschland genügend Vorräte.

Auch die Frage nach den Symptomen der "Schweinegrippe" wird laut. Diese unterscheiden sich kaum von denen einer herkömmlichen Grippe:

sowie in der Folge nach einigen Stunden

Verfügt ein Mensch über ein geschwächtes Immunsystem, kann es zudem im weiteren Verlauf zu einer Lungenentzündung kommen, die mitunter tödlich enden kann.

Vorbeugung

Da die Übertragung auch dieser Virusart durch Tröpfchen erfolgt, gelten zur Vorbeugung die gleichen präventiven Maßnahmen wie bei der alljährlich auftretenden "Wintergrippe". So sollte man sich öfter die Hände waschen und einen Kuss von Fremden oder auch Händeschütteln vermeiden.

Eventuell kann auch ein Mundschutz zum Einsatz kommen, was allerdings bei der derzeitigen Lage in Deutschland nicht wirklich nötig ist. Da selbst die deutsche Regierung noch keine Reisewarnung für Mexiko ausgesprochen oder weitere schützende Maßnahmen ergriffen hat, sollte man sich eines zu Herzen nehmen: Panik ist total unangebracht.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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