Gelbfieberimpfung - Impfempfehlung und mögliche Nebenwirkungen

Die Gelbfieberimpfung ist für Reisende in Risikogebiete eine wichtige Schutzimpfung vor der lebensbedrohlichen Infektionskrankheit. In einigen Ländern Afrikas und Südamerikas ist ein vorhandener Impfschutz sogar Bedingung für die Einreise. Die Reiseschutzimpfung muss spätestens zehn Tage vor Reiseantritt von einem spezialisierten Arzt vorgenommen werden. Lesen Sie hier alles Wichtige zur Gelbfieberimpfung, möglichen Nebenwirkungen und Gegenanzeigen.

Wichtige Reiseschutzimpfung gegen Gelbfieber bei Reisen in Risikogebiete

Wann ist eine Impfung gegen Gelbfieber sinnvoll?

Bei Gelbfieber handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. Verantwortlich für den Ausbruch der Erkrankung sind Flavi-Viren.

Nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) erkranken Jahr für Jahr ca. 200.000 Menschen an Gelbfieber. Bei rund 30.000 Betroffenen nimmt die Erkrankung einen tödlichen Verlauf.

Besonders betroffen sind Menschen zwischen 20 und 30 Jahren. So stirbt fast die Hälfte aller Erkrankten in diesem Alter.

Gelbfieber kommt

  • in Südamerika
  • auf den karibischen Inseln sowie
  • in weiten Teilen Afrikas

vor. Wer in Länder reist, in denen Gelbfieber vorkommt, sollte sich im Vorfeld einer Schutzimpfung unterziehen. In einigen Staaten ist die Impfung sogar zwingend vorgeschrieben, um einreisen zu dürfen. In solchen Fällen muss die Impfung spätestens zehn Tage vor der Einreise erfolgen.

Verlauf einer Gelbfiebererkrankung

Symptome des Gelbfiebers sind:

  • hohes Fieber
  • eine gelbliche Hautfärbung
  • äußere und innere Blutungen

Etwa drei bis sechs Tage nach der Infektion setzt das Gelbfieber ein. Zwischen zwei Fieberschüben scheint der Patient wieder auf dem Weg der Besserung zu sein, doch setzt anschließend eine schwere Leberentzündung ein.

Rund 20 Prozent aller Erkrankten versterben daran. Es ist nicht möglich, die Ursachen des Gelbfiebers mit Medikamenten zu behandeln, was eine Impfung umso wichtiger macht.

Gelbfieberimpfstoff

Einen Impfstoff gegen das Gelbfieber wurde 1937 vom schweizerisch-südafrikanische Bakteriologen Max Theiler (1899-1972) entwickelt. In den 40er Jahren konnten schließlich größere Impfstoffmengen produziert werden.

Gewonnen wird der Lebendimpfstoff, der abgeschwächte Gelbfieber-Viren enthält, durch Vermehrung in bebrüteten Hühnereiern. Im Jahr 1951 wurde Max Theiler dafür der bislang einzige Nobelpreis für einen Virusimpfstoff verliehen.

Bei dem Gelbfieberimpfstoff handelt es sich um einen Lebendimpfstoff. Weil dadurch unter Umständen gravierende Nebenwirkungen möglich sind, besteht eine Impfempfehlung gegen Gelbfieber nur dann, wenn entsprechende Risikogebiete bereist werden.

Eine Impfung ist bereits ab einem Alter von neun Monaten durchführbar. In Deutschland sowie den USA findet die Verabreichung des Impfstoffes ausschließlich an Gelbfieber-Impfstellen statt.

Von der WHO wurde der Impfstoff gegen Gelbfieber auf die Liste der unverzichtbaren Arzneimittel gesetzt.

Impfempfehlung

Für Babys unter neun Monaten eignet sich die Impfung nicht. Auch Menschen über 60 Jahren sollten eine Impfung mit ihrem Arzt aufgrund starker Nebenwirkungen ausführlich besprechen.

Da sich Gelbfieber nicht ursächlich behandeln lässt, ist es ratsam, vor Reisen in Gelbfieber-Regionen eine Gelbfieber-Impfung durchzuführen. In manche Länder darf man sogar nur dann einreisen, wenn zuvor eine Impfung erfolgt ist.

Allerdings kann nicht jeder Arzt gegen Gelbfieber impfen. So muss die Impfung an einer staatlich zugelassenen Impfstelle erfolgen.

Für einen ausreichenden Impfschutz genügt eine einmalige Injektion. Die Wirkung setzt bereits nach zehn Tagen ein. Die Dauer des Impfschutzes beträgt mindestens zehn Jahre.

Impfvorgang und Wirkungsdauer der Gelbfieberimpfung

Zum Einsatz gelangt der 17D-Gelbfieber-Impfstoff, der sich seit mehr als 70 Jahren bewährt hat. Er wird aus Hühnerembryonen gezüchtet.

Im Rahmen der Impfung injiziert der Arzt den Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Gelbfieberviren subkutan, also per Spritze in das Unterhautgewebe. Durch die Abschwächung sind die Viren nicht in der Lage, eine Erkrankung zu verursachen. In den Tagen nach der Impfung werden vom Organismus Antikörper hergestellt, die die Gelbfieberviren bekämpfen.

Nach rund zehn Tagen liegt die Immunität gegen die Krankheit bei 90 Prozent. Nach 30 Tagen beträgt die Rate sogar 99 Prozent. In der Regel genügt eine einzige Impfdosis, um einen lebenslangen Impfschutz zu gewährleisten.

Die Impfung gegen Gelbfieber darf in Deutschland nur von spezialisierten Ärzten durchgeführt werden, bei denen es sich oftmals um Tropenmediziner handelt. Diese erhalten von der WHO eine spezielle Zertifikation.

Diese spezielle Anforderung besteht ausschließlich bei der Gelbfieberimpfung. Zu finden ist eine Liste mit autorisierten Gelbfieberimpfstellen auf dem Webportal des CRM (Zentrum für Reisemedizin).

Kombinationen der Gelbfieberimpfung mit anderen Impfungen

Eine Impfung gegen Gelbfieber lässt sich oft auch zusammen mit anderen Impfungen wie Lebendimpfungen, Totimpfungen oder Schluckimpfungen kombinieren, ohne dass ein zeitlicher Abstand notwendig ist. Kann keine gleichzeitige Lebendimpfung vorgenommen werden, bedarf es einer Pause von vier Wochen.

Mögliche Nebenwirkungen einer Gelbfieberimpfung

Bei rund fünf bis 30 Prozent aller geimpften Personen kommt es nach der Gelbfieberimpfung zu unerwünschten Nebeneffekten. Diese zeigen sich innerhalb von fünf Tagen. Dazu gehören in erster Linie:

In seltenen Fällen sind auch ausgeprägte allergische Reaktionen möglich. So ist die Gelbfieberimpfdosis reich an Hühnereiweiß. Dadurch drohen Personen, die unter einer Hühnereiweißallergie leiden, schwerwiegende allergische Reaktionen.

Gegenanzeigen - Wann ist auf eine Gelbfieberimpfung zu verzichten?

In einigen Fällen sollte eine Impfung gegen das Gelbfiebervirus unterbleiben. Dies gilt besonders dann, wenn eine Unverträglichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffes besteht. Dazu gehört in erster Linie Hühnereiweiß.

Auch bei einer starken Immunschwäche, wie zum Beispiel bei AIDS, ist Vorsicht angebracht. So bedarf es eines intakten Immunsystems, um einen wirksamen Impfschutz aufzubauen. Darüber hinaus besteht die Gefahr von nicht einzuschätzenden Folgen bei einer Lebendimpfung.

Von einer Gelbfieberimpfung abzusehen ist ferner bei Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit. Zwar ist eine Impfung theoretisch durchführbar, doch raten Mediziner nur in Ausnahmefällen dazu, weil eine Übertragung auf das ungeborene Kind erfolgen kann.

Nur bei Reisen in Hochrisikogebiete gilt eine Gelbfieberimpfung bei schwangeren Frauen als sinnvoll. Auch für Babys unter neun Monaten ist die Impfung nicht geeignet.

Was geschieht, wenn keine Gelbfieberimpfung möglich ist?

Lässt sich eine Impfung gegen Gelbfieber aus gesundheitlichen Gründen nicht durchführen, besteht die Möglichkeit, dies durch eine Impfbefreiung im internationalen Impfausweis zu vermerken. Die Staaten müssen diese Befreiung allerdings nicht anerkennen. Schlimmstenfalls muss sich der Betroffene in dem jeweiligen Land nachimpfen lassen, wird zurückgeschickt oder kommt in Quarantäne.

Quellen:

  • Burkhard Rieke: Referenzhandbuch Impf- und Reisemedizin 2018, MedPrä, 2018, ISBN 3947476000
  • Martin Hirte: Impfen kurz & praktisch: Orientierungshilfe für Eltern bei der Impfentscheidung, Knaur MensSana TB, 2018, ISBN 9783426878071
  • Bert Ehgartner: Gute Impfung - Schlechte Impfung: Der umfassende Ratgeber, Ennsthaler, 2019, ISBN 3850689530

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