Gelbfieberimpfung - Impfempfehlung und mögliche Nebenwirkungen

Spritze mit Ampulle neben gelbem Impfausweis auf blauem Tisch

Wichtige Reiseschutzimpfung gegen Gelbfieber bei Reisen in Risikogebiete

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  • von Paradisi-Redaktion

Die Gelbfieberimpfung ist für Reisende in Risikogebiete eine wichtige Schutzimpfung vor der lebensbedrohlichen Infektionskrankheit. In einigen Ländern Afrikas und Südamerikas ist ein vorhandener Impfschutz sogar Bedingung für die Einreise. Die Reiseschutzimpfung muss spätestens zehn Tage vor Reiseantritt von einem spezialisierten Arzt vorgenommen werden. Lesen Sie hier alles Wichtige zur Gelbfieberimpfung, möglichen Nebenwirkungen und Gegenanzeigen.

Wann ist eine Impfung gegen Gelbfieber sinnvoll?

Bei Gelbfieber handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. Verantwortlich für den Ausbruch der Erkrankung sind Flavi-Viren.

Nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) erkranken Jahr für Jahr ca. 200.000 Menschen an Gelbfieber. Bei rund 30.000 Betroffenen nimmt die Erkrankung einen tödlichen Verlauf.

Gelbfieber kommt in Südamerika, auf den karibischen Inseln sowie in weiten Teilen Afrikas vor. Wer in Länder reist, in denen Gelbfieber vorkommt, sollte sich im Vorfeld einer Schutzimpfung unterziehen. In einigen Staaten ist die Impfung sogar zwingend vorgeschrieben, um einreisen zu dürfen. In solchen Fällen muss die Impfung spätestens zehn Tage vor der Einreise erfolgen.

Achtung Transitreisende: Formalitäten für Gelbfieberimpfungen ändern sich

Bärtiger Mann steht mit Koffer und Rucksack am Flughafen und blickt nach draußen
Bearded man standing at the airport with a suitcase © kantver - www.fotolia.de

Wer in Südamerika oder Afrika unterwegs ist, muss häufig eine Gelbfieberimpfung nachweisen können um an der Grenze durchgelassen zu werden. Dies gilt auch für Transferpassagiere, die in einem bestimmten Land in dem Gelbfieber vorkommt lediglich umsteigen. Darauf weist die WHO in ihren aktuellen Bestimmungen hin.

Wer beispielsweise von Deutschland aus nach Venezuela fliegt um von dort in die Karibik weiter zu fliegen, muss am Zielort eine Gelbfieberimpfung nachweisen, da Venezuela zu den betroffenen Gebieten gehört. Dabei müssen zwischen der Lebendimpfung und dem Beginn der Reise mindestens zehn Tage liegen und die Impfung muß von einer zertifizierten Gelbfieberimpfstelle durchgeführt worden sein.

Reisende sollten sich bei Umsteigeverbindungen in Südamerika und Afrika daher unbedingt nach notwendigen Gelbfieberimpfungen erkundigen und wenn nötig ihren Arzt konsultieren. Einfacher ist es natürlich, möglichst einen Direktflug zu wählen oder eine Umsteigeverbindung mit Transit in Ländern, die nicht von Gelbfieber betroffen sind.

Verlauf einer Gelbfiebererkrankung

Etwa drei bis sechs Tage nach der Infektion setzt das Gelbfieber ein. Zwischen zwei Fieberschüben scheint der Patient wieder auf dem Weg der Besserung zu sein, doch setzt anschließend eine schwere Leberentzündung ein. Rund 20 Prozent aller Erkrankten versterben daran. Es ist nicht möglich, die Ursachen des Gelbfiebers mit Medikamenten zu behandeln, was eine Impfung umso wichtiger macht.

Gelbfieberimpfstoff

Einen Impfstoff gegen das Gelbfieber wurde 1937 vom schweizerisch-südafrikanische Bakteriologen Max Theiler (1899-1972) entwickelt. In den 40er Jahren konnten schließlich größere Impfstoffmengen produziert werden. Gewonnen wird der Lebendimpfstoff, der abgeschwächte Gelbfieber-Viren enthält, durch Vermehrung in bebrüteten Hühnereiern. Im Jahr 1951 wurde Max Theiler dafür der bislang einzige Nobelpreis für einen Virusimpfstoff verliehen.

Bei dem Gelbfieberimpfstoff handelt es sich um einen Lebendimpfstoff. Weil dadurch unter Umständen gravierende Nebenwirkungen möglich sind, besteht eine Impfempfehlung gegen Gelbfieber nur dann, wenn entsprechende Risikogebiete bereist werden.

Eine Impfung ist bereits ab einem Alter von neun Monaten durchführbar. In Deutschland sowie den USA findet die Verabreichung des Impfstoffes ausschließlich an Gelbfieber-Impfstellen statt.

Von der WHO wurde der Impfstoff gegen Gelbfieber auf die Liste der unverzichtbaren Arzneimittel gesetzt.

Impfvorgang und Wirkungsdauer

Zum Einsatz gelangt der 17D-Gelbfieber-Impfstoff, der sich seit mehr als 70 Jahren bewährt hat. Er wird aus Hühnerembryonen gezüchtet.

Im Rahmen der Impfung injiziert der Arzt den Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Gelbfieberviren subkutan, also per Spritze in das Unterhautgewebe. Durch die Abschwächung sind die Viren nicht in der Lage, eine Erkrankung zu verursachen. In den Tagen nach der Impfung werden vom Organismus Antikörper hergestellt, die die Gelbfieberviren bekämpfen.

Nach rund zehn Tagen liegt die Immunität gegen die Krankheit bei 90 Prozent. Nach 30 Tagen beträgt die Rate sogar 99 Prozent. In der Regel genügt eine einzige Impfdosis, um einen lebenslangen Impfschutz zu gewährleisten.

WHO aktualisiert Empfehlung für Gelbfieberimmunität: Einmalige Impfung ist ausreichend

Impfungen: Spritze auf Impfpass
Impfen © VRD - www.fotolia.de

Die World Health Organisation (WHO) hat ihre Empfehlung zur Immunität gegen Gelbfieber angepasst. Demzufolge sei es nicht nötig, den Schutz alle zehn Jahre aufzufrischen. Experten hätten keine Belege dafür finden können, dass der Schutz mit den Jahren nachlasse, deswegen schütze eine einmalige Impfung ausreichend.

Das Centrum für Reisemedizin (CRM) wies in diesem Kontext jedoch darauf hin, dass die meisten Länder, in denen eine Impfpflicht für Gelbfieber bestehe, dennoch weiterhin darauf bestehen würden, dass der Schutz vor der Einreise aufgefrischt werde. Man gehe nicht davon aus, dass sich diese Empfehlungen aufgrund der WHO-Aktualisierung ändern würden. Das gelte auch für kurze Transitaufenthalte.

Wer eine Reise in bestimmte Teile von Afrika, Asien oder Südamerika plant, sollte sich deswegen nach wie vor rechtzeitig bei einem Reisemediziner über Optionen und Vorschriften erkundigen.

Die Impfung gegen Gelbfieber darf in Deutschland nur von spezialisierten Ärzten durchgeführt werden, bei denen es sich oftmals um Tropenmediziner handelt. Diese erhalten von der WHO eine spezielle Zertifikation. Diese spezielle Anforderung besteht ausschließlich bei der Gelbfieberimpfung. Zu finden ist eine Liste mit autorisierten Gelbfieberimpfstellen auf dem Webportal des CRM (Zentrum für Reisemedizin).

Kombinationen mit anderen Impfungen

Eine Impfung gegen Gelbfieber lässt sich oft auch zusammen mit anderen Impfungen wie Lebendimpfungen, Totimpfungen oder Schluckimpfungen kombinieren, ohne dass ein zeitlicher Abstand notwendig ist. Kann keine gleichzeitige Lebendimpfung vorgenommen werden, bedarf es einer Pause von vier Wochen.

Mögliche Nebenwirkungen einer Gelbfieberimpfung

Bei rund fünf bis 30 Prozent aller geimpften Personen kommt es nach der Gelbfieberimpfung zu unerwünschten Nebeneffekten. Diese zeigen sich innerhalb von fünf Tagen. Dazu gehören in erster Linie:

In seltenen Fällen sind auch ausgeprägte allergische Reaktionen möglich. So ist die Gelbfieberimpfdosis reich an Hühnereiweiß. Dadurch drohen Personen, die unter einer Hühnereiweißallergie leiden, schwerwiegende allergische Reaktionen.

Gegenanzeigen

In einigen Fällen sollte eine Impfung gegen das Gelbfiebervirus unterbleiben. Dies gilt besonders dann, wenn eine Unverträglichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffes besteht. Dazu gehört in erster Linie Hühnereiweiß.

Auch bei einer starken Immunschwäche, wie zum Beispiel bei AIDS, ist Vorsicht angebracht. So bedarf es eines intakten Immunsystems, um einen wirksamen Impfschutz aufzubauen. Darüber hinaus besteht die Gefahr von nicht einzuschätzenden Folgen bei einer Lebendimpfung.

Von einer Gelbfieberimpfung abzusehen ist ferner bei Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit. Zwar ist eine Impfung theoretisch durchführbar, doch raten Mediziner nur in Ausnahmefällen dazu, weil eine Übertragung auf das ungeborene Kind erfolgen kann. Nur bei Reisen in Hochrisikogebiete gilt eine Gelbfieberimpfung bei schwangeren Frauen als sinnvoll. Auch für Babys unter neun Monaten ist die Impfung nicht geeignet.

Was geschieht, wenn keine Gelbfieberimpfung möglich ist?

Lässt sich eine Impfung gegen Gelbfieber aus gesundheitlichen Gründen nicht durchführen, besteht die Möglichkeit, dies durch eine Impfbefreiung im internationalen Impfausweis zu vermerken. Die Staaten müssen diese Befreiung allerdings nicht anerkennen. Schlimmstenfalls muss sich der Betroffene in dem jeweiligen Land nachimpfen lassen, wird zurückgeschickt oder kommt in Quarantäne.

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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