Intertriginöses Ekzem - Entstehung, Symptome und Behandlung der Intertrigo

Hand kratzt am linken Arm wegen juckendem Ausschlag

Wunde, nässende und entzündete Stellen in feuchten Hautfalten

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Von Intertrigo oder einem intertriginösen Ekzem spricht man bei einer nässenden Hautstelle infolge einer Entzündung der Haut durch Reibung und das Aufweichen der Haut. Das Ekzem tritt vor allem in feuchten Hautfalten auf, wo sich Schweiß oder Urin sammelt. Lesen Sie hier, an welchen Körperstellen das intertriginöse Ekzem besonders häufig auftritt, welche Faktoren die Entstehung begünstigen und wie das Ekzem erfolgreich behandelt werden kann.

Definition

Beim intertriginösen Ekzem handelt es sich um eine nässende Entzündung der Haut, die sich an den Körperfalten zeigt. Das Ekzem wird auch als Intertrigo, Hautwolf oder Wundsein bezeichnet. Gefördert wird das Entstehen der Entzündung durch Aufweichungen der Haut, zum Beispiel bei starkem Schwitzen, Reibung oder Harninkontinenz. Die Hautentzündung kann bereits im Babyalter auftreten, weil Säuglinge stark zu Hautfalten neigen.

Ursachen des intertriginösen Ekzems

Candida albicans
Aus dem Ekzem kann sich eine Pilzinfektion mit Candida albicans entwickeln

Hervorgerufen wird ein intertriginöses Ekzem durch mechanische Reibung innerhalb der Hautfalten. Dabei kommt es durch Mazeration aufgrund von Wärmeeinwirkung zu einer Erosion der Haut. Verstärkend auf diesen Effekt wirken sich Wärme und Feuchtigkeit aus. Im weiteren Verlauf rötet sich die Haut und bereitet Schmerzen. Weil sich die Haut gegen diesen Effekt wehrt, bilden sich nässende Entzündungen in größerem Umfang, was durch Urin und Schweiß auf der Haut noch gefördert wird. Gleichzeitig fördert der Vorgang das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Zu den häufigsten Pilzauslösern eines intertriginösen Ekzems zählt Candida albicans. Bakterielle Urheber sind vor allem Staphylokokken und Streptokokken.

Als begünstigender Faktor der Intertrigo gilt vor allem eng auf der Haut anliegende Kleidung, worunter insbesondere Wanderer, Sportler wie Radfahrer oder übergewichtige Personen leiden. So neigen sie zu mehr Schweißbildung sowie Reibeeffekten.

Risikofaktoren

  • Eng anliegende Kleidung
  • Tragen von synthetischen Kleidungsmaterialien wie Nylon
  • Tragen von engem Schuhwerk
  • Bewegungsmangel durch Bürotätigkeiten
  • Längere Bettlägerigkeit bei Senioren
  • Harninkontinenz sowie der Gebrauch von Windelhosen
  • Vaginaler Ausfluss
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Unzureichende Hygiene
  • Warme Jahreszeiten oder eine warme Umgebungstemperatur

Ohne das Abstellen dieser Risikofaktoren zeigt sich das intertriginöse Ekzem meist wiederholt.

Symptome des intertriginösen Ekzems

Durch die Beeinträchtigung der Haut löst Intertrigo oft Juckreiz oder Brennen an den betroffenen Körperstellen aus. Nicht selten entsteht wässrige Wundflüssigkeit und es kommt zur Bildung von Bläschen und Hauterosionen. Ein weiteres Merkmal ist das Auftreten von leichten bis starken Rötungen auf beiden Hautfaltenseiten.

Zeigen sich in der Randregion Pusteln und Papeln, die auch als Satellitenpapeln bezeichnet werden, weist dies auf eine sekundäre Pilzinfektion hin, die von Candidapilzen ausgelöst wird.

Im weiteren Verlauf droht die Entstehung von:

  • Mazeration (Aufweichung von Gewebe)
  • Exsudation (Absonderung von Flüssigkeit)
  • Rhagaden (Hautrisse)
  • Krusten

Bildet sich ein unangenehm süßlicher Fötor (Geruch), deutet dies auf eine bakterielle Infektion hin.

Besonders betroffene Hautstellen

  • Zehenzwischenräume
  • Leisten
  • Genitalien
  • Afterfurchenbereich
  • Bauchfalten
  • Bauchnabel
  • Bereich unterhalb der Brüste
  • Ellenbeugen
  • Achseln
  • Nacken
  • Region hinter den Ohren
  • Kinn
  • Augenlider

Diagnose des intertriginösen Ekzems

Halten die Beschwerden auf der Haut länger als ein paar Tage an, sollte der Hausarzt oder ein Dermatologe aufgesucht werden. Sonst besteht die Gefahr, dass ohne medizinische Hilfe Komplikationen wie größere Hautveränderungen oder Blutungen auftreten.

Meist gilt das Beschreiben der Symptome schon als deutlicher Hinweis auf eine Intertrigo. Allerdings gilt es, das Ekzem von anderen Erkrankungen wie einer Dermatitis aufgrund von Inkontinenz, Dekubitus, Mykosen, mechanischen Hauteinwirkungen oder Allergien abzugrenzen. Daher wird versucht, durch weitere Untersuchungen den Erreger zu bestimmen.

Die Hautausschläge können Hinweise auf eine Superinfektion liefern. So werden Blasen als Anzeichen für einen bakteriellen Befall gedeutet. Gestreute Pusteln oder Papeln, die sich an den Randregionen befinden, weisen auf eine Pilzinfektion hin. Übelriechende Ausschläge, die gerötet und klar begrenzt sind, gelten als Indiz für eine Streptokokkeninfektion.

Mögliche Differentialdiagnosen:

Behandlung des intertriginösen Ekzems

Ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung eines intertriginösen Ekzems ist die sorgfältige Pflege der Haut. So sollten die befallenen Hautstellen trocken gehalten werden. Nach dem Baden oder Duschen sind sie konsequent abzutrocknen. Auch Wärme und Reibung gilt es zu vermeiden.

Anstelle von eng anliegender Kleidung aus Nylon wird das Tragen von atmungsaktiven, natürlichen Kleidungsstücken wie zum Beispiel aus Baumwolle empfohlen. Wichtig ist zudem, die betroffenen Stellen mit Gazestreifen trockenzulegen. Zuvor lassen sie sich mit einer Pyoktaninlösung (Kristallviolett) bestreichen. Alternativ ist auch eine Therapie mit Lotio alba aquosa möglich.

Besteht eine Infektion mit Candida albicans, kommt ein Antimykotikum (Antipilzmittel) wie Clotrimazol, Miconazol oder Econazol zur Anwendung, das mit einem örtlichen Glukokortikoid kombiniert wird, das entzündungshemmend wirkt. Für eine Selbstbehandlung eignet sich Hydrocortison, das niedrig dosiert ist. Führt die örtliche Therapie nicht zur Besserung der Beschwerden, kann ein systemisch wirkendes Antimykotikum wie Fluconazol eingesetzt werden.

Weitere Medikamente und Hilfsmittel

Unterstützend für die Behandlung eignen sich Hautpflegemittel, die die beeinträchtigte Hautbarriere stabilisieren.

Liegt eine bakterielle Superinfektion vor, wird diese durch die Gabe von Antibiotika bekämpft. Zu den Mitteln der Wahl gehören Muciprocin, Fusidinsäure sowie Retapamulin.

Über leichte antiseptische Eigenschaften verfügt Zinkoxid, das in diversen Salben und Cremes enthalten ist. So schützt der Wirkstoff die Haut und fördert die Wundheilung.

Des Weiteren ist eine Behandlung mit Homöopathika wie Hepar sulfuris 5 möglich. Ist starkes Schwitzen für das intertriginöse Ekzem verantwortlich, gelten Natrium sulfuricum C5 und Dulcamara C5 als geeignet. Im Falle einer Pilzerkrankung kommt Mercurius C5 zur Anwendung. Gegen eine Candida-albicans-Infektion soll Monilia albicans C5 Abhilfe schaffen.

Vorbeugung eines intertriginösen Ekzems

Um ein intertriginöses Ekzem zu vermeiden, wird empfohlen, Übergewicht abzubauen und Kleidung aus Baumwolle anstelle von Kunstfasern zu tragen. Um Sekundärinfektionen vorzubeugen, ist die Verwendung von Desinfektionsmitteln ratsam. Als wichtig gilt zudem eine sorgfältige und regelmäßige Körperpflege.

Passend zum Thema

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Juckender Ausschlag © Astrid Gast - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Candida albicans bacteria © Tatiana Shepeleva - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema