Ein Abszess ist ein eitriger Entzündungsherd, der sich vom umliegenden Gewebe abgekapselt hat. Weil durch diese Kapsel kaum Arzneimittel eindringen können, ist ein chirurgischer Eingriff in vielen Fällen unvermeidlich.
Unter dem harmlos wirkenden Namen Abszess verbirgt sich eine Ansammlung von Eiter im Gewebe, die in der Regel durch Staphylococcus Bakterien ausgelöst wird.
Der Mensch hat selbst bei regelmäßiger Körperhygiene eine gewisse Anzahl von Bakterien auf der Haut, die außerhalb des Körpers auch keinen Schaden anrichten. Kommt es allerdings zu einer Verletzung der Haut, dringen die Bakterien ein und es kann ein Abszess entstehen.
Besonders häufig treten Abszesse an Talgdrüsen oder Haarballen auf, wenn diese nach außen hin verstopft sind und der Schmutz nicht abtransportiert werden kann. Unterschiedenen wird zwischen oberflächlichen Abszessen, die sich meist nach einer Verletzung oder einer Verstopfung der Poren sichtbar in der Haut bilden und Abszessen die in und auf den inneren Organen entstehen oder tiefer in der Haut sitzen und den Knochen mit befallen (z.B. Abszess am Steißbein).
Bei einem oberflächlichen Abszess verordnen Ärzte in der Regel zunächst eine Zugsalbe, um die Eiteransammlung noch näher an die Oberfläche zu ziehen. Nicht selten entleert sich der Abszess nach wenigen Tagen von selbst und die Wunde kann ausgespült und versorgt werden.
Bei tief sitzenden Abszessen gibt es die Möglichkeit einer Antibiotikagabe, allerdings hilft diese bei Abszessen im Knochenraum nur sehr selten. Wenn durch Medikamente keine Heilung des Abszesses möglich ist, bleibt als letzter Schritt nur noch ein chirurgischer Eingriff übrig.
Die operative Entfernung von Eiteransammlungen erfolgt in Vollnarkose, da ein oberflächliches anschneiden der Haut meist nicht ausreicht. Der Chirurg spaltet das komplette Gewebe und leitet den Eiter mittels einer Drainage aus der Wundhöhle. Abszesshöhlen werden nach der Leerung nicht vernäht, da das Gewebe von unten nach oben zuwachsen muss. Nach der Operation muss der Patient seine Wunde regelmäßig mit klarem Wasser ausspülen und in der ersten Woche einen Verband tragen. Je nach Größe der Wunde kann die vollständige Heilung bis zu sechs Wochen dauern.
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