Der Geruchssinn - Für das Riechvermögen sind Riechzellen in der Nasenhöhle verantwortlich

Nahaufnahme kleines Mädchen mit geschlossenen Augen riecht an violetter Blume

In der Riechzone des olfaktorischen Systems liegen Duftstoffrezeptoren, die die Duftstoffe in der Atemluft wahrnehmen

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Riechen bezeichnet man die Wahrnehmung von unterschiedlichen Gerüchen und Düften. Es wird durch die Nase ermöglicht.

Unter dem Riechen, das man auch als olfaktorische Wahrnehmung oder Geruchssinn bezeichnet, versteht man die Wahrnehmung von verschiedenen Gerüchen oder Düften.

Aufbau und Funktion der Nase

Verantwortlich für das Riechen ist die Nase, die sich in der Mitte des Gesichts befindet. Die Nase hat von Mensch zu Mensch unterschiedliche Formen und Größen, was sich aber nicht auf den Geruchssinn auswirkt.

Ermöglicht wird das Riechen durch die Riechzellen der Nasenschleimhaut. Beim Atmen oder beim bewussten Wittern gelangen die Duftstoffe, Moleküle, die sich in der Luft befinden, in die Nasenhöhle und somit zur Riechschleimhaut.

Dort kommt es zu einer Lösung von Geruchsmolekülen. Diese können dadurch von den Riechzellen chemisch registriert werden.

Es gibt ca. 350 unterschiedliche Rezeptortypen zu diesem Zweck. Jeder Rezeptortyp spricht nur auf eine bestimmte Gruppe von Duftmolekülen an. Durch die Zusammenwirkung der Rezeptoren in den Riechzellen entsteht eine Geruchsmischung.

Einteilung von Gerüchen

Der Mensch ist in der Lage bis zu zehntausend verschiedene Gerüche wahrzunehmen. Schon bei der Geburt kommt es zu einer vollständigen Ausreifung des Geruchssinns.

Allerdings ist es nicht möglich, die vielen unterschiedlichen Gerüche zu benennen, weshalb man sie in verschiedene Kategorien einteilt. Zu diesen Grundkategorien gehören:

  • ätherisch
  • beißend
  • blumenduftartig
  • faulig
  • kampferähnlich
  • mentholartig
  • moschusartig

Warum Gerüche auch bestimmte Erinnerungen bewirken

Ein bekannter Geruch löst in uns die Erinnerung an den ersten Kontakt mit diesem aus

Lächelndes Mädchen hält große Sonnenblume runter an sein Gesicht und riecht daran
Child in spring © Sunny studio - www.fotolia.de

Wenn bestimmte Gerüche in uns Erinnerungen wecken, so liegt dies nicht an der Kindheit, sondern an dem ersten Erlebnis, wann wir diesen Geruch wahrgenommen haben. Dies haben nun Wissenschaftler in Israel festgestellt. So wird der Geruch in Verbindung mit einer Erinnerung in unserem Gehirn fest verankert.

Die Wissenschaftler machten verschiedene Testversuche mit Freiwilligen in einem sogenannten Geruchslabor. Hier sahen die Teilnehmer verschiedene Objekte und rochen dazu entweder einen angenehmen oder schlechten Geruch. Danach sollte man nochmals die Objekte mit dem dazugehörigen Geruch zuordnen und mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) wurde die Gehirnaktivität gemessen und gespeichert. Dann änderte man die Zuordnungen.

Nach einer Woche wurde die Testreihe wiederholt und die Teilnehmer erinnerten sich zuerst an die allererste Zuordnung zwischen Geruch und Objekt, wobei der Geruch, ob angenehm oder nicht, nicht maßgeblich war. Aber da wir besonders in unserer Kindheit oftmals zum ersten Mal bestimmte Gerüche in einer bestimmten Situation erlebten, bleibt dieses natürlich länger im Gedächtnis.

Beinflussen Gerüche unsere Lebensspanne?

Fröhliche Frau mit langen braunen Locken riecht an einer weißen Pflanze, kleine Blüten im Haar
Entspannung und Wellness im Frühling © Igor Link - www.fotolia.de

Nahrung, Angstschweiß oder Sexualpheromone - Jeder Mensch kann etwa 4.000 Düfte voneinander unterscheiden, wobei Geruch und Geschmack sich gegenseitig beeinflussen. Doch hat der Riechsinn auch Einfluss auf das Wohlbefinden oder die Lebensspanne eines Menschen? Zumindest bei Fruchtfliegen konnten amerikanische Forscher diesen Effekt in zahlreichen Studien nachweisen. Der alleinige Geruch von Hefe verlängerte die Lebenszeit der Tiere um 30 Prozent.

Fliegen besitzen einen Rezeptor, der sie besonders auf die Kohlendioxid-Konzentration in der Luft reagieren lässt. Große Mengen weisen auf Futter hin und ein geringes CO2 Vorkommen ist Indiz für mögliche Bedrohungen. Setzten die Forscher den Rezeptor der Tiere außer Kraft, wirkte sich dies positiv auf die Lebensdauer der Weibchen aus. Diese waren ebenfalls belastbarer und entwickelten mehr Körpermasse.

Neues aus der Wissenschaft - Menschen haben eher Safer Sex, wenn es schlecht riecht

Wer einen schlechten Geruch wahrnimmt, möchte instinktiv Keime meiden, die Krankheiten verursachen

Hand nimmt helles Kondom aus silberner Verpackung
Hands umwrapping a condom isolated on white background. © ZTS - www.fotolia.de

Ekliger Geruch bringt Menschen dazu, Safer Sex zu praktizieren. Das fand jetzt ein Forscherteam an der University of New Mexiko heraus. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin "Psychological Science" veröffentlicht.

Das Team forderte unter der Leitung von Joshua Tybur 99 Studenten der Psychologie auf, sich in einem Gebäude einzufinden. Sie erklärten den Probanden, es könne aufgrund von Bauarbeiten ab und an schlecht riechen. Unter einem Vorwand wurden die Studenten dann gebeten, den Raum wieder zu verlassen.

Schlecher Geruch erinnert an Keime, die man vermeiden möchte

Sie füllten einen Fragebogen aus, in dem unter anderen danach gefragt wurde, wie oft mit Kondomen verhütet würde. Anschließend wurden die Studenten in zwei Gruppen eingeteilt.

Die eine kam in einen Raum, in dem ein Spray an die Wände aufgebracht war, dessen Geruch an Kanalisation und Exkremente erinnerte. Die andere Gruppe kam in einen normalen Raum.

Anschließend erfolgte eine erneute Befragung, dahingehend, ob die Studenten in Zukunft Kondome nutzen wollten. Deutlich zeigte sich, dass der schlechte Geruch die Studenten das bringen konnte, mehr auf Safer Sex zu achten.

Die Forscher glauben, dass Menschen instinktiv solche Keime meiden wollen, die Krankheiten verschulden.

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    Ein neuartiges Belüftungssystem von Kleidung soll eine Geruchsaura um den Träger schaffen

    Junges Paar draußen riecht zusammen an roter Rose
    Young couple with rose, outdoors © vgstudio - www.fotolia.de

    Über die Macht von Gerüchen ist inzwischen viel bekannt: Sie entscheiden bei der Partnerwahl, können Erinnerungen wecken und auch beim Einkauf werden – ohne dass der Kunde es merkt – Duftstoffe in den Raum abgegeben, die den Kauf anregen sollen. Kontrolle hat man über die Gerüche, denen man tagtäglich ausgesetzt ist, nicht.

    Die britische Designerin Jenny Tillotson arbeitet derzeit an einer Art High-Tech-Kleidung, die den jeweiligen Träger mit einer Geruchsblase umgeben soll. Das System der sogenannten „Smart Second Skin“, also der intelligenten zweiten Haut, enthält Mikroröhren und –pumpen. Diese sollen Duftstoffe produzieren und so eine Art Geruchsaura um den Träger der Kleidung schaffen.

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    Anwohner auf dem Lande müssen Geruchsbelästigung durch Mastanlagen hinnehmen

    Wo Land- und Viehwirtschaft Tradition haben, müssen Anwohner auch eine höhere Geruchsbelastung als 15 Prozent hinnehmen

    Ausschnitt Hühner im Stall, werden gefüttert
    Hühnerstall 021 © Mikel Wohlschlegel - www.fotolia.de

    In der Nähe von Mastanlagen darf es stinken. Gerade wenn Land- und Viehwirtschaft Tradition in einer von den Gerüchen betroffenen Region haben. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster entschieden (Az.: 8A1760/13 u.a.).

    Anwohner wollten Erweiterung von Geflügelmastbetrieben verhindern

    Geklagt hatten drei Anwohner aus dem Raum Weeze und Geldern. Sie wollten damit die Erweiterung dreier Geflügelmastbetriebe im Kreis Kleve verhindern. Die sowieso schon vorhandene Geruchsbelastung würde durch die Anlagen noch größer, kritisierten die Kläger.

    Das OVG lehnte dieses Ansinnen jedoch ab. Sie erklärten, dass die Grenze der zumutbaren Geruchsbelastung bei einem Wert von 15 Prozent Jahresgeruchsstunden liege. Demnach dürfen Anwohner Gerüche nicht häufiger als 15 Prozent der Jahreszeit wahrnehmen.

    Auch bis zu und über 25 Prozent Jahresgeruchsstunden können zumutbar sein

    Doch eine höhere und länger andauernde Belastung von bis zu 25 Prozent sei dort akzeptabel, wo üble Gerüche aufgrund

    • der Siedlungsstruktur und
    • existierender Anlagen

    bereits seit einem langen Zeitraum ortsüblich seien. Dies sei auf dem Lande häufig der Fall, urteilten die Richter. Auch Werte von mehr als 25 Prozent der Jahresgeruchsstunden seien in Einzelfällen noch zumutbar - etwa wenn ein neuer Stall zu einer Verbesserung der Gesamtgeruchsbelastung führe.

    Der Riechvorgang

    Die Fläche der Riechschleimhaut entspricht auf jeder Nasenseite ungefähr 5 cm². Aus den Zellen der Schleimhaut ragen kleine Fortsätze heraus, die man als Stereozilien bezeichnet und die die Geruchsrezeptoren enthalten.

    Empfängt ein Geruchsrezeptor ein Duftmolekül, das zu ihm passt, kommt es zur Auslösung eines Aktionspotentials, bei der ein Nervenreiz von der Riechzelle über deren Axon zum Riechkolben weitergeleitet wird.

    Der Riechkolben hat die Aufgabe, die Atemorgane und den gesamten Organismus vor schädlichen Gasen zu schützen. Dabei kann er auch Brechreiz auslösen - bei angenehmen Gerüchen regt er dagegen den Speichelfluss an.

    So ist das Riechen eng mit dem vegetativen Nervensystem (VNS) verbunden, von dem die inneren Funktionen des Körpers gesteuert werden. Da die Riechzellen chemisch stark beansprucht werden, kommt es alle sechzig Tage zu einer Erneuerung aus Basalzellen.

    Wichtig ist der Geruchssinn auch für das Erkennen von Geschmacksrichtungen. So unterstützt die Nase die Geschmacksknospen im Mund, indem sie den Geruch von Speisen aufnimmt. Durch bestimmte Krankheiten, wie zum Beispiel eine Erkältung, kann der Geruchssinn jedoch beeinträchtigt werden.

    Funktionsweise im Detail

    Die Riechzellen befinden sich im oberen Bereich der Nasenhöhle. Voraussetzung, um etwas zu riechen, ist das Erkennen der Duftmoleküle durch die Riechzellen sowie deren Weiterleitung an das Gehirn. Diesen Vorgang bezeichnet man als chemoelektrische Transduktion: ein chemisches Signal aus der Atemluft wird in ein elektrisches umgewandelt, welches auch vom Gehirn verarbeitet werden kann.

    Die Riechzellen nehmen also eine Art Übersetzungsfunktion ein. Es handelt sich um Nervenzellen, da sie die Umgebungsinformation aufnehmen und umwandeln.

    Auf der mit der Atemluft in Kontakt tretenden Seiten haben Riechzellen so genannte Zilien; dünne Härchen, die mit Schleim umhüllt sind und auf denen die Geruchsrezeptoren liegen. Die Geruchsrezeptoren, von denen es beim Menschen etwa 350 gibt, bestehen aus Proteinen; und nur bestimmte Duftmoleküle können daran andocken.

    Ein Geruch besteht aus zahlreichen Komponenten, sodass für dessen Wahrnehmung viele Riechzellen mit unterschiedlichen Duftrezeptoren zusammenarbeiten müssen. In dem Schleim der Rezeptoren löst sich ein Duftmolekül, welches aus der Atemluft in die Nase gelangt, sodass es am Rezeptor anheftet - dieser Vorgang löst den elektrischen Impuls aus.

    Allerdings ist ein einzelnes Duftmolekül für das Auslösen eines solchen Signals nicht ausreichend. In diesem Fall ist die Signalstärke nicht groß genug, um einen Geruch wahrzunehmen.

    Weiterleitung zum Gehirn

    Der elektrische Impuls wird über das Axon, den Zellfortsatz, weitergeleitet. Dabei fügen sich die Axone der Riechzellen mit gleichem Typ zu Riechfasern zusammen, welche wiederum in Richtung Gehirn verlaufen. Dort gelangen sie zunächst zum so genannten Riechkolben, den Blubus olfactorius.

    Die Sammlung und Weiterverarbeitung der Reize erfolgt in den so genannten Riechknötchen, den Glomeruli; dabei kommt es zur Aktivierung unterschiedlicher Typen - je nach Geruchsinformation. So wird im Riechkolben jedem Duft ein Geruchsmuster zugeordnet.

    Im letzten Schritt werden die Informationen der Glomeruli durch weitere Nervenzellen, die Mitralzellen, durch die Riechfurche in den Teil des Gehirns geleitet, der sie wiederum neu sortiert und neu bündelt. Auf diese Weise kann der Geruch zugeordnet und wahrgenommen werden.

    Schweiß wird von Frauen besser gerochen

    Starkes Schwitzen - Frau hebt Arm, großer Schweißfleck auf dem Shirt unter der Achsel
    Woman sweating very badly © Piotr Marcinski - www.fotolia.de

    Welcher Geruchssinn besser ausgeprägt ist, wurde zum Untersuchungsgegenstand einer Studie, die offen legen sollte, ob Frauen besser Geruch aufnehmen können oder doch eher die Männer. Während zu Beginn des Tests beide Geschlechter Fläschchen mit Achselschweiß zum Schnüffeln bekamen, wurden in der Folge 32 Fläschchen zum Riechen gegeben, die neben unterschiedlichen Duftstoffen auch Schweiß enthielten.

    Hierbei zeigte sich, dass rund 30 der Testflaschen von den Frauen mit Schweißgeruch identifiziert wurden, aber von den Männern nur 13. Weshalb Frauen gerade Schweiß so viel besser erschnuppern können, wissen die Forscher zwar noch nicht, allerdings vermuten sie einen Zusammenhang mit der Partnerwahl, denn früheren Forschungsergebnis brachten an den Tag, dass Frauen sich lieber einen Partner suchen, der anders riecht als sie selbst.

    Mit der Pubertät öffnet sich den Mädchen die Welt der Düfte ganz neu

    Junge Frau hält zwei Blumentöpfe mit Basilikum und riecht daran
    i like basil © amaxim - www.fotolia.de

    Während Jungs und Mädchen im Alter von neun bis zehn Jahren Gerüche noch gleich wahrnehmen, reagieren Mädchen nach der Pubertät auf spektakuläre Weise anders auf die Welt der Düfte. Das kam bei Versuchen an der HNO-Klinik der Universität Dresden heraus, berichtet die „Apotheken Umschau“.

    Während 17- bis 20-jährige junge Frauen bei Wohlgerüchen schier in Verzückung gerieten und bei üblen Ausdünstungen angewidert die Nase rümpften, ließ die jungen Männer dieses breite Spektrum eher kalt

    „Nach der Pubertät interessieren sich die wenigsten männlichen Jugendlichen noch für Düfte“, erklärt Professor Thomas Hummel. Bei den jungen Frauen falle die Bewertung dagegen „sehr akzentuiert“ aus. Den Wissenschaftlern bleibt Forschungsbedarf: „Ob dies Verhalten angeboren oder erlernt ist, wissen wir nicht“, so Hummel.

    Geruchssinn ist bei Frauen besser ausgebildet

    Seitenansicht junge Frau hält Blüte in der Hand und riecht daran
    Woman with flower © Solovieva Ekaterina - www.fotolia.de

    Unangenehmer Schweißgeruch ist wohl jedem bekannt. Vor allem an heißen Tagen kommt der Körpergeruch unter Deo und Parfüm schon mal durch. Dass Frauen diesen Geruch besser riechen können, hat jetzt eine Studie ergeben.

    Bei dem Test bekamen die weiblichen und männlichen Probanden jeweils 32 Fläschchen, gefüllt mit Schweiß unter die Nase gehalten. Zusätzlich wurde dieser jedoch mit Duftstoffen überlagert.

    Das Ergebnis war eindeutig: Die Frauen konnten bei allen 32 Fläschen den Schweißgeruch erkennen, bei Männern lag die Trefferquote nur bei 13 Flaschen. Die Damenwelt hat in dieser Hinsicht also die Nase vorn. Forscher vermuten, dass ihr sensibler Geruchssinn etwas mit der Partnerwahl zu tun hat, da die Frauen sich einen Partner suchen, der ganz anders riecht als sie selber.

    Das Wunder des Riechens - wie lang wir einatmen, beeinflusst den Geruch, den wir wahrnehmen

    Das Protein "Channelrhodopsin" spielt beim Riechvorgang eine wichtige Rolle

    Dunkelhaarige hübsche Frau riecht an roter Rose
    rose woman © Jason Stitt - www.fotolia.de

    Wissenschaftler erforschen schon seit Jahrzehnten die komplexen Vorgänge während des Riechens. Diese Umweltwahrnehmung ist chemisch hoch komplex, da unzählige Geruchsreize bearbeitet werden. Jeder nimmt zudem den Duft einer Blume oder eines Mittagessens anders war und keine Rose riecht wie die andere. Ein Experiment mit Mäusen sollte neues Licht in die Forschung bringen.

    Der Geruch von Sonnenlicht

    Bislang ist nur bekannt, dass ein Duftstoff in der Schleimhaut der Nase Empfängereinheiten aktiviert. Jeder Duftstoff aktiviert dabei andere, es sind niemals alle Empfängereinheiten zugleich angesprochen. Doch wie dann die Informationen an das Gehirn weitergeleitet werden, ist nicht vollkommen entschlüsselt.

    Es klingt abstrakt, doch Forschern ist es nun gelungen, Labormäuse gentechnisch so zu verändern, dass die Tiere in der Lage sind, Sonnenlicht zu riechen. Die Lichtreize werden von ihrem Gehirn nun wie Aromen wahrgenommen. Das Mäuseexperiment sollte eine einzelne Empfängereinheit durch Licht aktivieren.

    Ist nur eine Empfängereinheit aktiv, kann man dann die Reizleitung in das Gehirn der Mäuse verfolgen. Durch das aktivieren des Proteins "Channelrhodopsin" ist es denn Tieren möglich, Licht zu riechen. Und die Forscher konnten beobachten, dass die Dauer des Einatmens beeinflusst, wie stark der Reiz im im vorderen Bereich der Großhirnrinde bearbeitet wird.

    Das Mäuseexperiment hat eine wichtige Erkenntnis gebracht: Die Bausteine des Duftstoffes sind gar nicht so wichtig, wichtiger ist das konkrete Einatmen und wie lang es dauert.

    Je höher der BMI, desto sensibler wird der Geruchssinn

    Wer gesättigt ist, kann besser riechen, um noch offenen Energiebedarf decken zu können

    Junges Paar beim Kochen, sie hält Pfanne hoch und er riecht daran
    Couple cooking with a pan © WavebreakmediaMicro - www.fotolia.de

    Forscher haben nun herausgefunden, dass der menschliche Geruchssinn immer feiner wird, je höher der BMI einer Person ist. Anders ausgedrückt: Dicke haben die bessere Nase.

    Je gesättigter wir sind, desto sensibler unsere Nase

    Wie kommt dies zustande? Der Geruchs- und Geschmackssinn arbeiten eng miteinander zusammen. Der wahrgenommene Geruch einer Speise beeinflusst, was wir mögen und welche Mengen wir davon essen wollen.

    Bislang ging man davon aus, dass wir sensibel reagieren, wenn wir Hunger haben, doch das Gegenteil ist der Fall. Die Nase reagiert umso sensibler, je gesättigter wir sind. Daher haben übergewichtige Menschen den besten Geruchssinn.

    Welchen Sinn hat es, im gesättigten Zustand besser riechen zu können? Man glaubt, dies sei ein unbewusster Prozess, mit dem der Körper versucht, auszuloten, welche Dinge er noch zu sich nehmen kann, um noch offenen Energiebedarf zu decken.

    Auch wenn man sich satt fühlt, hat man eventuell noch Bedarf an gewissen Stoffen. Um herauszufinden, in welcher Nahrung sich diese Stoffe finden lassen, wird der Geruchssinn hoch sensibel.

    Geruchssinn des Nachwuchs hängt von der Ernährung der Mutter ab

    Zwei kleine Mädchen im Wald riechen an Blumen
    Little girls smelling flowers © filtv - www.fotolia.de

    Forscher aus der USA und Israel haben festgestellt, dass der Geruchssinn beim Nachwuchs von der Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft und Stillzeit abhängt.

    So ist dies auf jeden Fall bei Mäusen. Dadurch können die Mäusebabys schon frühzeitig die schmackhafte von weniger guter Nahrung unterscheiden und über den Geruchssinn auch die Mutter und die Verwandten erkennen. Die Wissenschaftler hatten mehrere Tests mit den Tieren gemacht, so bekamen die Muttertiere Nahrungsmittel, die einen bestimmten Geschmack hatten.

    Später hatte man auch den jungen Mäusen verschiedenes Futter angeboten, wobei diese aber mehr das Futter bevorzugten, was auch die Mutter vorher gefressen hatte. Nun, ob dies auch auf den Menschen zutrifft, können die Forscher nicht sagen, doch könnten sie sich dies gut vorstellen. Aus diesem Grund sollten Frauen in der Schwangerschaft möglichst auf Alkohol ganz verzichten, denn sonst könnten die Kinder später schon frühzeitig dafür eine Vorliebe entwickeln.

    Wieso können wir auch schwache Düfte riechen?

    Junge Frau riecht mit geschlossenen Augen an Orchidee
    frau girl riechen schönheit blume orchidee © soschoenbistdu - www.fotolia.de

    Die menschliche Nase reagiert auf viele Gerüche und Düfte, so einmal auf den Duft der Rosen, aber auch auf den starken Geruch von frisch gekochten Kaffee sowie selbst ganz schwache Düfte können wir oftmals riechen. Jetzt haben Wissenschaftler von der Universität Heidelberg das Geheimnis gelüftet, wie unser Riechorgan bei schwachen Duftstoffen reagiert.

    So werden die sogenannten Riechzellen in der Nase elektrisch verstärkt, wobei Chlorid-Ionen und ein weiteres Protein, die sich in den Sinneshärchen der Nase befinden, eine entscheidende Rolle spielen. Wenn irgendwelche Duftstoffe wahrgenommen werden, so werden diese Chlorid-Ionen unterschiedlich stark aktiviert, woraus dann elektrische Impulse entstehen, die ans Gehirn weitergeleitet werden. So ist es also für unser Geruchssystem auch kein großes Problem die vielen Tausend unterschiedliche Düfte auseinander zuhalten.

    So besteht beispielsweise der Duft von frischem Kaffee aus bis zu 800 verschiedenen Komponenten.

    Ernährungsforschung - Auch Menschen schnüffeln nach Nahrung, wenn sie Hunger haben

    Das Hungerhormon Ghrelin beeinflusst unser Verhalten

    Hungrige Frau beißt mit aufgerissenen Augen in einen Burger
    hungry girl © Ana Blazic - www.fotolia.de

    Jenny Tong arbeitet an der University of Cincinnati als Ernährungsforscherin. Sie hat in einer Studie die Funktion des Hungerhormons Ghrelin näher beleuchtet und ihre Ergebnisse in der neuesten Ausgabe des "Journal of Neuroscience" veröffentlicht.

    Ghrelin - das Hungerhormon

    Ghrelin wird vom Körper ausgeschüttet, wenn der Magen leer ist. Deshalb bezeichnet man es auch als Hungerhormon. Der Körper begibt sich dann auf Nahrungssuche. Und Säugetiere suchen die Nahrung vor allem mit der Nase. Das heißt, sie schnuppern und schnüffeln nach wohlriechenden und essbaren Lebensmitteln.

    Schnuppereffekt

    Tong konnte nachweisen, dass dieser Schnuppereffekt auch beim Mensch auftritt. Sie machte zunächst einen Tierversuch mit Ratten. Diese wurden mit Ghrelin gefüttert und dann mit einer Videokamera beobachtet. Sie schnupperten viel intensiver als ohne Ghrelin. In etwa den selben Versuch führte Tong mit Menschen durch.

    Die Teilnehmer bekamen eine Ghrelin-Infusion und mussten Riechtests an Geruchsboxen absolvieren. In den Geruchsboxen befand sich eine Software, die messen konnte, ob auch die Menschen mit dem Schnüffeln anfangen, wenn sie unter Ghrelineinfluss stehen.

    Das Ergebnis war eindeutig. Auch Menschen schnüffeln nach Nahrung, wenn das Hungerhormon Ghrelin in ihnen aktiv wird. Die US-Forscherin möchte als nächstes die chemischen Reaktionen dieses Hormons untersuchen.

    Mit der Nase auf Partnersuche

    Pheromone ermöglichen eine unbewusste biochemische Kommunikation zwischen Lebewesen

    Schwarz-weiß Bild rechtes Auge und Nase eines Männergesichtes an Seite
    vision © Alexey Klementiev - www.fotolia.de

    Wenn sich zwei Personen nicht mögen, umschreibt der Volksmund dies gern mit dem Spruch: "Die können sich nicht riechen." Wörtlich genommen trifft das auf Menschen aber überhaupt nicht zu. Im Gegenteil. Forscher der chinesischen Academy of Sciences in Peking fanden heraus, dass Menschen in der Lage sind, über den Geruch das Geschlecht einer anderen Person zu bestimmen.

    Pheromone

    "Schuld" an dieser Begabung sind geruchlose Pheromone. Pheromone sind Botenstoffe, die der biochemischen Kommunikation zwischen Lebewesen dienen. So finden Insekten dank der Pheromone ihre Geschlechtspartner. Andere Tiere markieren mit ihnen ihre Territorien oder nutzen sie zur Auffindung ihrer Nester und Futterplätze. Bei Säugern ist die Wirkung der Pheromone schwächer als bei Insekten.

    Die Duftstoffe sind unsichtbar, geruchlos und wirken vor allem im Unterbewussten. So erkannten die Probanden in der Studie der chinesischen Wissenschaftler dank der Pheromone das Geschlecht einer Person, auch wenn sie von ihr nur die Umrisse sahen. Selbst wenn sie die Botenstoffe gar nicht wahrgenommen hatten.

    Wen Zhou, Leiter des Forscherteams, erklärte, dass die Studie ergeben habe, dass die menschliche Nase mehr Aufgaben übernehme als bisher bekannt.

    Nase ist wichtiger als die Augen - über Gerüche bewerten wir unbewusst unsere soziale Umwelt

    Junger Mann an einer Teeplantage riecht an den Blättern einer Teepflanze
    Young Man Smelling Tea Leaves © GVS - www.fotolia.de

    Viele Menschen erachten ihr Sehvermögen als den wichtigsten der fünf Sinne. Viele würden lieber ihren Geruchssinn verlieren, als blind werden zu müssen. Forscher haben aber heraus gefunden, dass tatsächlich der Geruchssinn viel wichtiger ist - für uns allerdings völlig unbewusst.

    Über die Nase nehmen wir viele Gerüche zwar bewusst war, aber mindestens ebenso viele ganz unbewusst und die Unbewussten bestimmen im Wesentlichen, wie wir unsere soziale Umwelt wahrnehmen. Diese Bedeutung der Nase verdanken wir der Evolution. Wir teilen uns die Entwicklung des Gehirns noch in vielen Bereichen mit allen andern Säugetieren und bei diesen ist der Geruchssinn oft der Wichtigste.

    Forscher haben sogar den Verdacht, dass wir noch immer wie andere Säugetiere unsere „Gruppenmitglieder“, sprich die Familie, über den gemeinsamen Geruch erkennen. Die wichtige Rolle der Nase bei der Partnerwahl ist schon länger nachgewiesen. Neurologen haben auch nachgewiesen, dass die Nerven zur Geruchsverarbeitung im Gehirn direkt mit den Regionen des Hirns verbunden sind, die all unsere Gefühle steuern und damit auch unsere direkte emotionale Reaktion auf unsere Umwelt.

    Diese alten und neuen Erkenntnisse revolutionieren nicht nur bei Laien die Bewertung der Sinne, sondern auch bei vielen Wissenschaftlern.

    Besser riechen, wenn man Angst hat?

    Eine amerikanische Studie hat ergeben, dass Menschen unter Angst besser riechen als im Normalzustand.

    Diese natürliche Reaktion soll wohl dazu führen, dass wir in gefährlichen Situationen schädliche Substanzen schneller erkennen. Daneben bewirkt das Empfinden von Angst auch, dass im Gehirn die Zentren für Gefühle und Wahrnehmung mehr Aktivität aufweisen.

    Menschen teilen sich nicht nur stumm über Mimik und Gestik mit, sondern auch durch Gerüche

    Sommerduft - junge Frau mit Parfum-Flakon riecht an ihrem Handgelenk
    beautiful woman with long hair © Syda Productions - www.fotolia.de

    Worte allein sind beim Umgang mit anderen Menschen nicht alles, dessen sind sich viele Menschen bewusst. Wer mit einem Mitmenschen in Kontakt tritt, teilt sich indirekt auch über Gesten und die Mimik mit. Andersherum lesen wir aus der Körpersprache des Gegenüber zusätzliche Informationen zu den Worten heraus. Nun haben Forscher belegt, dass es noch eine dritte Art des indirekten Austauschs gibt: Menschen teilen sich Gefühle mittels Gerüchen mit.

    Dies geschieht völlig unbewusst, sowohl beim dem, der mittels Schweiß eine Emotion vermittels, als auch bei dem, der die Botschaft über die Nase aufnimmt und im Gehirn interpretiert. Diese Geruchssprache funktioniert vor allen Dingen bei sehr starken Gefühlen. Angst zum Beispiel wird durch den Schweiß transportiert. Bei dem Gegenüber wird der Angstgeruch dazu führen, dass man ebenfalls ängstlich wird, da man instinktiv glaubt, der andere hat eine Gefahrenquelle entdeckt, die man selbst noch nicht gesehen hat.

    Auch Ekel drückt sich durch den Schweiß aus und wird von Mitmenschen unbewusst gerochen und kann sich übertragen. Forscher glauben, dass sie hier ein Überbleibsel aus der frühen Menschheitsgeschichte gefunden haben, denn das Verhalten ist extrem instinktiv und konnte früher mit Sicherheit der Gruppe helfen, um Gefahren durch Raubtiere etc. schneller zu erkennen. Auch das Phänomen der heute noch auftretenden Massenpaniken wäre damit durchaus erklärbar.

    Der richtige Riecher für Gefahrenstoffe

    Schadstoffe finden sich vermehrt in Kleidung, Teppichen oder Spielwaren. Käufer sollten sich da auf ihren guten Riecher verlassen. Wenn Waren einen unangenehmen Geruch verströmen, können schädliche Weichmacher enthalten sein.

    Diese können den Hormonhaushalt stören oder sogar Krebs auslösen. Qualitätssicherungssysteme können Verbrauchern helfen, Produkte hinsichtlich Verträglichkeit und Schadstoffbelastung einzuordnen.

    Spielzeuge und Kleidung gehören in eine Kategorie, die besonders sorgfältig geprüft werden muss und oft schädliche Stoffe beinhaltet. Auch Prüfsiegel wie das GS-Zeichen garantieren Qualität und weisen darauf hin, dass die Produkte getestet wurden. Sind Sicherheitshinweise auf dem Produkt nicht in deutscher Sprache zu finden, so sollten die Finger von dem Artikel gelassen werden.

    Gerade billige Spielwaren verleiten oft zum Kauf. Hier sollte jedoch nicht am falschen Ende gespart werden, sondern lieber auf Qualität und Sicherheit geachtet werden.

    Wie gut wir Gerüche wahrnehmen können, liegt in unseren Genen

    Mädchen mit Zöpfen riecht an einer Rose im Garten
    Mädchen riecht an einer Rose © underdogstudios - www.fotolia.de

    Wie intensiv wir Gerüche wahrnehmen, hängt einer Studie zufolge von unseren Genen ab. Forscher aus Neuseeland haben eine Untersuchung mit 200 Probanden gemacht und die genetische Grundlage dafür entdeckt, warum wir überhaupt etwas riechen können. Sie wollten herausfinden, warum Menschen von bestimmen Gerüchen angezogen werden.

    Sie gaben den Testern verschiedene Düfte, an denen sie riechen sollten und verglichen die DNA derjenigen, die die Gerüche wahrnehmen konnten und eben nicht. Nach Angaben der Wissenschaftler könnte man sich diese Entdeckung als Lebensmittelhersteller zu Nutze machen, um möglichst viele Kunden zum Kauf bzw. Verzehr anzuregen.

    Dass Menschen auf manche Gerüche unterschiedlich reagieren, könnte mit den Genen zusammenhängen

    Wenngleich es bestimmte Gerüche gibt, auf die wohl jeder mit Ekel reagiert, werden die meisten Duftstoffe doch sehr individuell wahrgenommen. Wie zwei Forscherteams anhand einer genomweiten Assoziationsstudie, in deren Rahmen knapp 200 Probanden auf ihre Sensibilität in Hinsicht auf zehn chemische Verbindungen getestet wurden, herausfanden, scheint das Erbgut für die Unterschiede in der Geruchswahrnehmung verantwortlich zu sein.

    Anzumerken ist jedoch, dass die Forscher bislang bei bloß vier Verbindungen einen tatsächlichen Zusammenhang mit spezifischen Genen, die für die Ausprägung bestimmter Geruchsrezeptoren mitverantwortlich seien, hätten feststellen können.

    Anhand einer Verbindung namens β-Ionon, der unter anderem Veilchen ihren typischen Geruch verdanken, hätten die Wissenschaftler aber recht detaillierte Erkenntnisse zu zwei bestimmten Genvariationen sammeln können. So würden Menschen mit der ersten Genvariante den Duft von Veilchen als angenehm blumig empfinden, wohingegen Menschen mit der zweiten Variante den Veilchenduft eher als unangenehm säuerlich oder sogar scharf empfänden.

    Dem Geheimnis von muffigen Wein auf der Spur

    Drei Weinflaschen, daneben Glas mit Rotwein und Korken
    Still-life with three wine bottles and glass © Roman Sigaev - www.fotolia.de

    Wein steht seit jeher sehr gern im Fokus der Forschung. Sogar der bei Weintrinkern gefürchtete Korkgeschmack wurde erforscht und es kam heraus, dass der Kork ganz zu unrecht für den muffigen Geschmack verantwortlich gemacht wird. Forscher aus Japan haben herausgefunden, dass die für den Korkgeschmack verantwortliche, chemische Substanz einen Teil des Geruchssinn unterdrückt.

    Beim Riechen werden über die Nasenschleimhaut bestimmte Reize an das Gehirn weitergeleitet. Werden die Rezeptoren, an denen die Moleküle andocken blockiert, werden bestimmte Teile des Geruchssinns unterdrückt. Diese Fähigkeit besitzen die Stoffe Trichloranisol (TCA) und Tribromanisol (TBA). Beide können entstehen, wenn Bestandteile des Korkens durch chemische Prozesse abgebaut werden. Diese Stoffe gelten als maßgeblicher Auslöser für den Korkgeschmack.

    Bereits in sehr geringen Mengen kann das TCA dazu führen, dass der eigentliche Geruch nicht mehr wahrgenommen wird. Bei einer Weinprobe wurden den Teilnehmern Weine gereicht, welche zuvor mit dem Stoff TCA minimal versetzt wurden. Dieser Stoff verdarb das Aroma enorm.

    Dennoch scheint das Rätsel um den Korkgeschmack nicht wirklich gelöst, denn noch immer können sich Wissenschaftler nicht erklären, wie es das TCA schafft, den Anschein eines muffigen Geruchs zu erzeugen.

    Der Geruchssinn wird oft unterschätzt

    Nase und Mund eines männlichen Gesichts
    nose and mouth © Liv Friis-larsen - www.fotolia.de

    Wie wichtig der Geruchssinn ist, ist vielen im Grunde genommen gar nicht bewusst. Erst wenn man Schnupfen hat, versteht man ansatzweise, wie viel Lebensqualität einen ein gesunder und vor allem funktionierender Geruchssinn bietet. So wissen die meisten, dass der Duft von Lavendel beruhigt, Pfefferminzöl gut gegen Heißhungerattacken ist und das Kauen von Gewürznelken ein altes Heilmittel bei Zahnschmerzen.

    Einsatz von künstlichen Nasen helfen bei der Diagnose von Lungenkrebs

    HNO Ärzte sind sich dessen schon sehr lange bewusst. Haben sie schließlich täglich damit zu tun. Inzwischen ist die Forschung so weit, dass künstliche Nasen im Bereich der Medizin zum Einsatz kommen. So wurde erst kürzlich bekannt, dass lettische Forscher eine künstliche Nase entwickelt haben, die in der Lage ist, Lungenkrebs anhand der Atemluft zu diagnostizieren.Eigentlich gibt es sie schon sehr lange, die künstlichen Riechorgane. So ist ein Rauchmelder im Grunde genommen auch nichts anderes, als eine gut funktionierende Nase.

    Nicht einmal zehn Jahre ist es nun her, dass zwei US-Forscher für die Enträtselung des Geruchssinns ausgezeichnet wurden. Ihnen war es 2004 gelungen, nachzuweisen, dass der Mensch weit über 1.000 Gene zum Riechen hat.

    Wenn Gerüche sprachlos machen: 10 grundlegende Duftrichtungen festgelegt

    Junge blonde Frau riecht an frischen grünen Kräutern
    herbal body care © Liv Friis-larsen - www.fotolia.de

    Tagtäglich nimmt der Mensch zahllose Gerüche wahr - vom zarten Blumenduft im Garten bis zum Gestank nach Abgasen und Diesel auf der Straße. Sie zu beschreiben fällt jedoch schwer, denn für die meisten Düfte gibt es nicht einmal eine eindeutige Bezeichnung wie bei den fünf klassischen Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter und umami. Immerhin konnten amerikanische Forscher nun aus 144 verschiedenen Duftnoten zehn grundlegende Geruchsrichtungen festlegen, die Versuchsteilnehmer erschnüffeln sollten.

    Die Probanden sollten jeden Geruch bestimmten Kategorien zuordnen. Dies ergab schließlich die Geruchsrichtungen "duftend", "holzig-harzig", "süß", "fruchtig" und "chemisch", sowie Zitrone, Pfefferminz und Popcorn und schließlich am negativen Ende der Skala die beiden Duftnoten "Verwesung" und "Knoblauch und Zwiebeln". Nun wollen sich die Forscher die molekularen Strukturen dieser Duftrichtungen genauer ansehen und herausfinden, welche Gemeinsamkeiten sie in jeder Kategorie aufweisen.

    Interessant dürften die Studien vor allem für die Hersteller von Parfums und Duftwässerchen sein, sowie für die Lebensmittelindustrie, die mit künstlichen Aromen arbeitet. Für den durchschnittlichen Verbraucher wird die Welt der Gerüche nach wie vor schwer in Worte zu fassen sein.

    Der olfaktorische Fingerabdruck: Zuneigung geht durch die Nase

    Frau mit Parfümfläschchen riecht an ihrem Handgelenk, weißer Hintergrund
    Woman holding perfume bottle smelling her wrist © studiovespa - www.fotolia.de

    "Ich kann diese Person einfach nicht riechen" ist eine oft geäußerte Bemerkung um Abneigung auszudrücken. Tatsächlich ist diese Aussage wohl korrekt, denn ob wir jemanden mögen oder nicht hängt tatsächlich auch von seinem individuellen Körpergeruch ab.

    "Olfaktorischer Fingerabdruck" nennt dies die Wissenschaft. Der Eigengeruch jedes Menschen wird vom Erbgut bestimmt, zu dem sich äußere Einflüsse wie Deodorants und Parfüms gesellen. Auch die Ernährung fließt in die individuelle Duftnote ein, da manche Zutaten wie Knoblauch oder Ingwer zu Ausdünstungen führen.

    Einfluss des Geruchs bei der Partnersuche

    Bei der Partnersuche fühlen sich Männer und Frauen gewöhnlich von einem Duft angezogen, der sich stark vom eigenen Duft unterscheidet - vermutlich eine genetische unterbewusste Reaktion mit der Mutter Natur vermeidet, dass eng verwandte Menschen (die sehr ähnlich riechen) als Paare zusammenkommen und Inzucht betreiben. Allerdings erkennen sich auch Familienmitglieder unbewusst am sehr ähnlichen Duft und fühlen sich einander zugeneigt.

    Veränderung des Körpergeruchs

    Dabei bleibt der eigene Körperduft nicht das ganze Leben lang gleich: Durch hormonelle Umstellungen, zum Beispiel zum Ende der Pubertät oder während einer Schwangerschaft verändert sich der Körpergeruch. Auch eine Ernährungsumstellung kann einen veränderten Duft zur Folge haben. Wenn die Partnersuche längere Zeit erfolglos verläuft, hilft vielleicht eine andere Kost - mit weniger Knoblauch.

    Starkes Riechorgan: Menschliche Nase kann eine Billion Düfte unterscheiden

    Nahaufnahme der Nase eines Kindes
    nez © philippe Devanne - www.fotolia.de

    Bislang wurde eine gute Spürnase eher dem Hund zugeschrieben als dem Herrchen. Doch die menschliche Nase kann vermutlich mehr als die meisten denken. Zu diesem Schluss kam zumindest eine Studie der Rockefeller University in New York. Ihr zufolge kann das Riechorgan bis zu eine Billion unterschiedliche Düfte erfassen - und leistet damit weit mehr als das Auge, das rund 7,5 Millionen Farbtöne erkennen kann und das Ohr, das etwa 340.000 verschiedene Töne unterscheidet.

    Das Experiment

    Beim Experiment mussten die Probanden an unterschiedlichen Mischungen riechen, die aus 128 Geruchsträgern zusammengesetzt waren. In jedem Test bekamen sie zwei gleiche und eine unterschiedliche Duftlösung zu riechen und mussten herauszufinden, welche der drei anders roch als die anderen. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Probanden erst dann keine Unterschiede mehr riechen konnten, wenn die Mischungen zu mehr als der Hälfte gleich waren.

    Dies lässt angesichts der unzähligen Kombinationsmöglichkeiten bei Duftnoten darauf schließen, dass die Nase insgesamt gut eine Billion verschiedener Nuancen riechen kann. Vermutlich ist dies auf die Steinzeit zurückzuführen, als ein guter Geruchssinn für die menschlichen Vorfahren überlebenswichtig war. Doch als der Mensch den aufrechten Gang erlernte, entfernte sich seine Nase vom Boden - und verlor allmählich an Bedeutung.

    Fun Facts rund um unseren Geruchssinn

    Gesicht einer blonden Frau bis unterhalb der Nase, die zum rechten oberen Bildrand schaut
    Whats that up there? © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

    Kennen Sie das nicht auch? Da haben wir uns aus der Ferne verliebt, finden unser Gegenüber enorm attraktiv - und dann funkt´s einfach nicht. Alles eine Frage der Chemie, sagt man umgangssprachlich.

    Und das ist gar nicht einmal so falsch: Denn tatsächlich gehen Experten davon aus, dass zu einem Großteil unser individueller Geruch entscheidet, wen wir "riechen" können und wen nicht. Und umgekehrt!

    Gene und Geruchssinn

    Welche Informationen genau hier über die Duftstoffe ausgetauscht werden, ist allerdings noch nicht ganz geklärt. Einige Wissenschaftler meinen, dass das Erbgut unbewusst durch unsere Duftstoffe "erschnuppert" werden kann. Finden wir ein Gegenüber, dessen Gene nach dem Geruchscheck perfekt zu unseren passen und somit gesunde Nachkommen versprechen, soll es demnach also funken!

    Weil die Theorien um den Einfluss der Duftstoffe kräftig kursieren, gibt es sogar Sexualhormone zum Aufsprühen - für die bloße Nase völlig geruchlos! Sogenannte Pheromon-Parfums enthalten Sexualduftstoffe, die uns besonders anziehend für´s andere Geschlecht machen sollen.

    Therorien rund um den Geruchssinn

    Offizielle Studien zum Erfolg gibt es noch nicht. Aber mal ehrlich, möchten wir wirklich von einem Menschen geliebt werden, der sich nur in eine Ansammlung von Pheromonen verguckt hat? Und was, wenn der Flakon irgendwann aufgebraucht ist?

    Tatsächlich gibt es jedoch noch ganz andere Situationen, mit denen unser Körper für Verwirrung sorgt. So verändert die Anti-Baby Pille nachweislich das Geruchsempfinden. Ob Frauen, die diese irgendwann absetzen, sich deshalb aber plötzlich entlieben? Bisher ist uns zumindest kein Fall bekannt. Übrigens hat der weibliche Zyklus überhaupt jede Menge Einfluss auf das Geruchsempfinden, aber auch auf den Eigengeruch.

    Am Ende bleibt die Sache mit dem Riechen nach wie vor ein großes Mysterium, über das es viele Theorien, aber keine letzten Wahrheiten gibt. Eines allerdings steht fest: Der Geruchssinn entscheidet ebenso wie Sehen und Hören, ob wir einen Menschen näher in unser Leben lassen möchten oder nicht.

    Der Geruchssinn wird oft unterschätzt: Geruch beeinflusst den Menschen stark

    Grüne Erreger auf dem Weg in die Nasenlöcher
    Infektion © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

    Der Mensch verfügt für die primäre Wahrnehmung seiner Umwelt fünf Sinne. Das Sehen nimmt dabei die wichtigste Position ein und macht allein schon 80 Prozent der Informationen aus, die wir erhalten. Danach kommen die Sinne des Hörens, Tastens, Schmeckens und natürlich das Riechen. Im Gegensatz zu vielen Tieren ist der Geruchssinn beim Menschen relativ verkümmert.

    Gerüche wirken sich auf das menschliche Verhalten aus

    Hunde kämen sich mit der Nase eines Menschen regelrecht blind vor. Dennoch wird der menschliche Geruchssinn oft stark unterschätzt. Das Riechen hat einen nicht zu leugnenden Einfluss auf das Verhalten eines Menschen. Oft geschieht dies jedoch ganz unbewusst. Forscher haben beispielsweise herausgefunden, dass die Wahrnehmung von Angstschweiß viele Menschen dazu anregt, empathisch zu sein. Dies zeigten auch MRT-Aufnahmen vom Gehirn, wenn man Probanden entsprechende Geruchsproben gab.

    In einer Studie zu Zitrusparfüm haben Forscher aus den Niederlanden sogar herausgefunden, dass der frische Geruch die meisten Menschen wohl unbewusst an Reinigungsmittel erinnert und sie einen nach Zitrone riechenden Raum weniger stark verschmutzen. Getestet wurde dies mit Abteilen im Zug, die entweder mit einem solchen Raumspray zum Duften gebracht wurden, oder aber unbehandelt waren. Es kam in den Zitrus-Räumen zu einer 50 Prozent geringeren Verschmutzung durch die Testpersonen, die natürlich über den Versuchsaufbau im Unklaren gelassen worden waren.

    Assoziation mit Erinnerungen und erlerntem Verhalten

    Psychologen gehen davon aus, dass es kulturgeprägte Gerüche gibt, die in den Menschen eines Kulturkreises ähnliches Verhalten triggern. Wer einen "sauber riechenden" Raum betritt, wird automatisch und unbewusst auf die eigene Verschmutzung achten.

    Gerüche sprechen das Gehirn stark an und wecken dabei vor allen Dingen Erinnerungen. So werden Verhaltensvorstellungen aktiviert. Es gibt allerdings auch ganz persönliche Geruchserinnerungen, wie etwa der Geruch des Elternhauses. Daher fühlen viele Erwachsenen sich sicher und ein wenig melancholisch, wenn Sie die Eltern besuchen. Dies gilt natürlich nur bei einem guten Verhältnis. Der bekannte Duft kann ebenso Unsicherheit und Aggression auslösen. Der Geruch ist oft so fest mit Erinnerungen und trainiertem Verhalten verbunden, dass man schneller reagiert als man nachdenken kann.

    So viele Duftstoffe braucht der menschliche Geschmackssinn wirklich

    Familie am Tisch beim Essen, kleine Tochter lächelt schüchter in Kamera
    Familie isst eine leckere Mahlzeit zusammen © Kzenon - www.fotolia.de

    Süß, sauer, salzig sind wohl die Geschmacksrichtungen, die als erstes benannt werden, wenn es um den Geschmackssinn geht.

    Dabei konnten Wissenschaftler bisher weit mehr als 10.000 verschiedene sogenannte flüchtige Verbindungen identifizieren, welche in Lebensmittel enthalten sind und vom Menschen wahrgenommen werden. Hierbei scheinen jedoch nur 230 Duftstoffe real betrachtet für den menschlichen Geschmackssinn besonders relevant sein. Nur?

    Faszination der Duftstoffe

    Eigentlich eine große Anzahl, allerdings ergeben sich durch diese etwas mehr als 200 unterschiedlichen duftenden Stoffe durch Kombinationen bestimmter Düfte Stoffe, die sehr charakteristisch sind.

    Hierzu zählen unter anderem der Duft nach Fisch, wie etwa dem Dorsch, der durch eine ungewöhnliche Mischung aus Geranien und gekochten Kartoffeln entstehen kann.

    Interessant, allerdings stellt sich die Frage weshalb hier die Forschung intensiv betrieben wird. Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Geschmackssinn und Duftstoffe finden sich Aspekte für eine Reproduktion bestimmter Aromen, die wiederum in der Lebensmittelindustrie ebenso zum Tragen kommen könnten wie auch in der Regulation von Sättigung oder Appetit, der Züchtung bestimmter Früchte und Pflanzen oder Einlagerung von Produkten, um deren lagerungsbedingten Geschmack zu erhöhen und länger zu erhalten.

    Besser riechen mit Alkohol? Geringe Mengen helfen dem Geruchssinn

    Nahaufnahme alkoholisches Getränk wird in Glas mit Eiswürfeln geschüttet
    cold glass of alcohol © sax - www.fotolia.de

    Alkohol muss nicht unbedingt schlecht für den Menschen sein: Einer israelischen Studie zufolge kann eine geringe Menge Alkohol helfen, den Geruchssinn zu verbessern.

    Die Forscher am Weizmann Institute of Science ließen insgesamt 85 Männer und Frauen im Durchschnittsalter von 26 Jahren in einem Experiment Saft trinken, der teilweise mit Wodka angereichert war und für Promillewerte zwischen 0,05 und 1,1 sorgte. Anschließend erhielten sie je drei Gefäße mit einem Rosenduftstoff in unterschiedlicher Konzentration.

    Das Geheimnis des Geruchssinns

    In einer zweiten Testreihe mussten die Probanden dann identische und verschiedene Gerüche voneinander unterscheiden. Dabei stellte sich heraus, dass ein geringer Alkoholspiegel von bis zu 0,6 Promille den Geruchssinn der Probanden verbesserte - bei einem höheren Promillewert nahm er dann jedoch wieder ab und lag unter der Geruchsleistung nüchterner Probanden.

    Der Test bestätigt eine frühere Annahme, dass der Bereich des Gehirns, der für das Riechen zuständig ist, vom präfrontalen Cortex gewöhnlich gehemmt wird. Wird dieser durch Alkohol lahmgelegt, verbessert sich der Geruchssinn entsprechend. Die konkreten Mechanismen im Gehirn liegen jedoch weiterhin im Dunklen.

    Frauen haben die feinere Nase: Geruchssinn stärker ausgeprägt als bei Männern

    Junges Paar draußen riecht zusammen an roter Rose
    Young couple with rose, outdoors © vgstudio - www.fotolia.de

    Wenn es um das Erkennen von Gerüchen gibt, haben Frauen im wahrsten Sinne des Wortes die Nase vorn: Sie können nicht nur Gerüche an sich viel schneller in geringen Konzentrationen wahrnehmen als Männer, sondern auch unterschiedliche Düfte besser identifizieren. Dies gilt nicht nur für Blumendürfte und ähnliches, sondern auch für eher "männliche" Gerüche wie Maschinenöl oder die Inhaltsstoffe der Filzstifte.

    Warum Frauen das bessere Näschen haben, kann die Wissenschaft jedoch nicht erklären. Eine Vermutung ist, dass Gerüche auch als soziale Signale dienen und Frauen im sozialen Bereich nun einmal stärker sind als Männer. Andere Forscher glauben dagegen, dass Frauen Düfte einfach besser beschreiben können.

    Unterschiede im hohen Alter besonders stark ausgeprägt

    Möglicherweise spielen auch die Hormone eine Rolle, doch dem widerspricht die Tatsache, dass schon kleine Mädchen besser riechen können als ihre männlichen Altersgenossen. Besonders stark sind die Unterschiede übrigens im höheren Alter ausgeprägt: Während bei Männern ab dem 50. Lebensjahr der Geruchssinn noch weiter nachlässt, bleibt er Frauen oft bis ins hohe Alter vollständig erhalten.

    Der Geruchssinn von Frauen ist weiter entwickelt als bei Männern

    Männer verfügen über weniger Nervenzellen als Frauen

    Junge Frau riecht mit geschlossenen Augen an Orchidee
    frau girl riechen schönheit blume orchidee © soschoenbistdu - www.fotolia.de

    In den letzten Jahren hat die Forschung immer mehr Zeichen dafür gefunden, dass es zwischen Frauen und Männern mehr als "den kleinen Unterschied" gibt. Der weibliche und der männliche Körper unterscheiden sich nicht nur in den Geschlechtsmerkmalen, sondern beispielsweise auch in der Verdauung gleicher Nährstoffe.

    Unterschiede im Geruchssinn von Männern und Frauen

    Nun fügen Forscher einen weiteren Unterschied hinzu: Frauen haben einen besseren Geruchssinn als Männer.Beobachtungsstudien haben schon länger gezeigt, dass weibliche Testpersonen auf Dinge wie Mundgeruch deutlich sensibler als männliche Personen reagieren. Auch sehr subtile Gerüche nehmen Frauen noch wahr, während Männer nichts mehr riechen.

    Deutliche Abweichungen im Bereich der Nase und des Gehirns

    Doch weshalb dies so ist, konnte erst jetzt aufgezeigt werden. 18 Verstorbene wurden nach der Einwilligung der Angehörigen eingehend untersucht. Sowohl die Nase als auch das Gehirn wurde analysiert und dabei fand man deutliche Abweichungen zwischen den sieben Männern und den elf Frauen.

    Obwohl die männliche Nase bereits optisch größer als die Nase der Frau ist, haben Frauen mehr Nervenzellen in der Nase. Das Gewebe der Nase wurde bei allen Toten abgelöst und die Zellen in einer Lösung gesammelt. So konnten die Neuronen gezählt werden.

    Frauen verfügen über mehr Nervenzellen als Männer

    Im Schnitt hatte eine Frau dabei 16,2 Millionen Nervenzellen in der Nase. Ein Mann kommt dagegen durchschnittlich nur auf 9,2 Millionen Neuronen. Die Anzahl der Zellen ist allerdings nicht der einzige Unterschied.

    Eine Frau könnte die vermehrten Informationen nicht verarbeiten, wenn nicht auch ihr Gehirn überlegen wäre. Daher wurde auch die Anzahl der Hirnzellen gemessen, die für die Verarbeitung der Gerüche zuständig sind. Auch hier fiel der Unterschied extrem ins Gewicht:

    Frauen hatten 6,9 Millionen Neuronen und Männer 3,5 Millionen Nervenzellen, die zur Informationsverarbeitung von Gerüchen bereit standen. Dies belegt biologisch, weshalb Frauen im Schnitt Geruchsreize viel besser wahrnehmen und verarbeiten.

    Geruch ist nicht gleich Geruch: Unser Gehirn hat unterschiedliche Signalwege entwickelt

    In welcher Kategorie ein Geruch während seiner Verarbeitung im Gehirn landet, ist zum Teil angeboren

    Eine Maus schaut unter Holzklötzen hervor
    Little mouse under a log © Martina Osmy - www.fotolia.de

    Forscher haben herausgefunden, dass im Gehirn von Säugetieren nicht jeder Geruchsreiz gleich verarbeitet wird. Bisher ging man davon aus, dass die Wahrnehmung über die Sinneszellen der Nase immer auf dem selben Weg ins Gehirn geschickt und dort verarbeitet wird. Doch es zeigte sich im Experiment, dass es mehrere Signalwege im Gehirn gibt.

    Geruch ist daher nicht gleich Geruch, sondern wird auf dem zum Geruch gehörenden Signalweg verarbeitet. In welcher Kategorie ein Geruch dabei landet, ist zum Teil angeboren.

    Freund oder Feind?

    Deutlich zeigen konnten die Forscher das im Versuch mit Mäusen. Die kennen offenbar von Geburt an den typischen Geruch von Fressfeinden und haben ebenso eine angeborene Abneigung dagegen. Auch bei anderen klassischen Beutetieren konnten Forscher diese naturgegebene Aversion feststellen.

    Eine entscheidende Rolle spielen dabei die sogenannten Kairomonen. Dabei handelt es sich um Hormone, die einen Fluchtinstinkt auslösen. Riecht ein Beutetier die Fährte eines Fressfeindes, werden die Kairomonen ausgeschüttet und es flieht im Instinkt.

    Die Forscher sind davon überzeugt, dass die Gruppe der Kairomone sehr viele Botenstoffe umfasst und dabei je nach angeborener Abneigung anders zusammengestellt ist. Bisher konnten sie insgesamt drei Kairomonen-Gruppen unterscheiden. Sie untersuchten dafür unter anderem Katzen und Hermelinen. Es zeigte sich deutlich, wie die Tiere jeweils andere Kairomonen aktivierten, wenn feindliche Gerüche ins Spiel kamen.

    Geruchstherapie für Angstpatienten

    Während der Fluchtinstinkt bei manchen Gerüchen aktiviert wird, können andere Geruchseindrücke die Nahrungsaufnahme beeinflussen, oder auch den Tag-Nacht-Rhythmus. Es kommt immer darauf an, welchen Signalweg der Geruch aktiviert. Unabhängig davon durchlaufen die Informationen jedoch immer zwei Hirnbereiche: den Hypothalamus und die Amygdala.

    Die Wissenschaftler glauben, dass auch der Mensch passende Kairomone für seine Lebenssituationen besitzt. Künftig könnte man sich die Macht der Gerüche zu Nutze machen, um beispielsweise Angstpatienten zu therapieren.

    Der Geruchssinn jedes Menschen ist anders

    Bei Menschen, die über einen ähnlichen "Nasenabdruck" verfügen, finden sich auch weitere Übereinstimmungen

    Nase und Mund eines männlichen Gesichts
    nose and mouth © Liv Friis-larsen - www.fotolia.de

    Eine neue Studie israelischer Wissenschaftler hat ergeben, dass der Geruchssinn jedes Menschen anders ist. Die Forscher vom Weizmann-Institut im israelischen Rehovot haben daraufhin einen Test auf der Grundlage der Wahrnehmung von Gerüchen entwickelt. Mit ihm ließ sich ein individueller "Nasenabdruck" für jeden Probanden erstellen.

    Der olfaktorische Fingerabdruck

    Zwar empfinden die meisten Menschen einen bestimmten Geruch ähnlich, aber die Gene, die sie nutzen, um Düfte zu erkennen, unterscheiden sich stark voneinander. Die genetische Übereinstimmung zwischen zwei Personen liegt höchstens bei 70 Prozent. Das bedeutet, dass der Geruchssinn jedes Menschen individuell verschieden ist.

    Bei den Menschen, die dennoch über einen ähnlichen "Nasenabdruck" verfügen, finden sich auch Übereinstimmungen im Immunsystem sowie in Genen, die mit dem Geruch des Körpers und der Partnerwahl verbunden sind. Das könnte nach Ansicht der Wissenschaftler bedeuten, dass diese Personen für andere Menschen ähnlich riechen.

    Erleichterte Organspendersuche

    Dieser olfaktorische Fingerabdruck könnte nach Meinung der israelischen Wissenschaftler eines Tages verwendet werden, um geruchbasierte soziale Netzwerke aufzubauen. Zudem biete der Test auch die Möglichkeit, Erkrankungen, die den Geruchssinn betreffen, darunter Parkinson, aufzuspüren. Auch potenzielle Organspender ließen sich so einfacher finden, da sich die genetische Ähnlichkeit leichter bestimmen lässt.

    Wodurch der Geruchssinn beeinträchtigt werden kann

    Mit dem Geruchssinn, den man auch als Riechwahrnehmung oder olfaktorische Wahrnehmung bezeichnet, werden unterschiedliche Gerüche wahrgenommen. Ermöglicht wird das Riechen durch zwei sensorische Systeme. Dabei handelt es sich um:

    1. das olfaktorische System
    2. das nasal-trigeminale System

    Außerdem hängen Geruch und Geschmack eng miteinander zusammen und beeinflussen sich gegenseitig.

    Mögliche Ursachen von Riechstörungen

    Das Riechen ist im Alltagsleben eine wichtige Hilfe zur Orientierung. Der Geruchssinn kann jedoch durch verschiedene Ursachen beeinträchtigt werden.

    Rund zwei Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Riechstörungen. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur.

    Häufig versperren Nasenpolypen, Wucherungen der Nasenschleimhaut, den Weg zum Riechzentrum. Weitere Ursachen für Riechstörungen sind:

    Ein schwächer werdender Geruchssinn kann bei älteren Menschen allerdings auch ein Hinweis auf Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson sein.

    Verschiedene Arten von Riechstörungen

    Unterschieden wird bei Riechstörungen zwischen:

    1. der Hyposmie, dem eingeschränkten Verlust des Geruchssinns
    2. der Anosmie, dem völligen Verlust des Geruchssinns
    3. der Hyperosmie, der Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen
    4. der Dysosmie, die man auch als Fehlriechen bezeichnet

    Im letzteren Fall nimmt der Betroffene völlig falsche Gerüche wahr, da die höheren Verarbeitungszentren geschädigt sind.

    Weitere Geruchsstörungen sind:

    • die Parosmie, bei der es zu einer veränderten Wahrnehmung von Gerüchen kommt
    • die Agnosmie, bei der der Betroffene die Gerüche nicht zuordnen kann
    • die Heterosmie, bei der sich die Gerüche nicht voneinander unterscheiden lassen
    • die Kakosmie, bei der man angenehme Gerüche als unangenehm empfindet
    • die Euosmie, bei der man unangenehme Gerüche als angenehm empfindet
    • die Phantosmie, bei der Gerüche wahrgenommen werden, die gar nicht vorhanden sind sowie
    • die Pseudoosmie, bei der man Gerüche im Affekt in einen anderen umdeutet.

    Mögliche Auswirkungen

    Durch eine Riechstörung wird nicht nur der Geruchssinn, sondern auch der Geschmackssinn beeinträchtigt. Das liegt daran, dass die Nervenzellen der Zunge nur zwischen süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden können.

    Dadurch lassen sich Gerichte nur gemeinsam mit dem Geruchssinn wirklich genießen. Das Fehlen jeglichen Riechens birgt auch Gefahren, da man z.B. verdorbenes Essen, giftige Gase oder Brandgeruch nicht mehr wahrnehmen kann.

    Behandlungsmöglichkeiten

    Riechstörungen sind nicht leicht zu behandeln. Bei Nasenpolypen kommen zumeist kortisonhaltige Medikamente zur Anwendung. Manchmal müssen die Wucherungen auch chirurgisch entfernt werden, um den Geruchssinn wiederherzustellen. Bei manchen Erkrankungen, wie z.B. Virusinfektionen, kann das Riechen auch von ganz allein wieder zurückkehren.

    Präventionsmaßnahme

    Um das Riechorgan fit zu halten und dem Verschleiß der Sinneszellen entgegenzuwirken, empfehlen HNO-Ärzte ein gezieltes Riechtraining, bei dem man bewusst auf Geruchsunterschiede in der Umgebung achtet.

    Den verlorenen Geruchssinn wiederbringen: Ein Riechtraining macht's möglich

    Junge Frau riecht an Strauß mit rosanen Blumen, Mund und Nase dahinter versteckt
    flower power 3 © Patrizia Tilly - www.fotolia.de

    Die Sinne des Menschen ermöglichen es ihm, sich in seiner Umwelt zurecht zu finden und daher ist es immer ein schlimmer Verlust, wenn einer dieser Sinne verloren geht. Durch eine schwere Infektion ist es beispielsweise möglich, dass ein Mensch die Fähigkeit zum Riechen verliert.

    Verlust des Geruchssinns kann wieder rückgängig gemacht werden

    Allerdings ist dieser Vorgang zumindest teilweise umkehrbar, wie eine aktuelle Studie zeigt. An ihr nahmen 170 Menschen mit einer Störung des Riechvermögens teil. Im Schnitt waren sie 54,6 Jahre und hatten die Fähigkeit seit mindestens zwei Monaten verloren. Bedingung der Studie war allerdings, dass bei keinem der Verlust länger als zwei Jahre zurücklag. Das Training lief über acht Monate, wobei nach 16 bis 18 und 32 bis 37 Wochen jeweils vom Arzt kontrolliert wurde, ob sich das Riechvermögen verändert hatte.

    Intensive Duftstoffe zur Therapie genutzt

    Die Therapie setzte auf den Einsatz von intensiven Duftstoffen wie Rosenduft oder Eukalyptus. Die Probanden bekamen Duftstifte mit nach Hause und sollten einmal am Morgen und einmal am Abend für 15 Sekunden daran riechen. In einem Tagebuch galt es dann zu notieren, ob sie etwas wahrgenommen hatten und wenn ja, was und wie stark.

    Hoch dosierte Duftstoffe wirkungsvoller

    Die Teilnehmer wurden allerdings in zwei Gruppen unterteilt, wobei nur eine Gruppe die Duftstoffe in sehr hohen Dosen bekam. Die übrigen bekamen jeden Tag zwar die gleichen Duftstoffe, diese aber in einer niedrigeren Dosierung.

    Bei der ersten Überprüfung hatten 25,7 Prozent der Patienten mit intensiven Duftstoffen ihr Riechvermögen tatsächlich verbessern können. In der anderen Gruppe waren es nur 14,9 Prozent. Bei der zweiten Kontrolle hatte sich der Erfolg in der Gruppe mit hoher Duftkonzentration auf 45,8 Prozent gesteigert. Die Teilnehmer mit niedrig dosierten Duftstiften schafften es auf 30,8 Prozent. Auffallend war zudem, dass der Erfolg der Therapie umso größer war, je kürzer der Verlust des Riechens zurücklag.

    Krebsdiagnose durch Hundenase

    Schwarzer Hundekopf guckt nach links, Menschenhand stupst auf die Hundenase
    wet nose © davidcrehner - www.fotolia.de

    Wir alle wissen, dass Hunde eine feine Nase haben, so werden sie unter anderem beim Zoll gegen Drogenhändler, als Sprengstoffspürhunde oder auch um verschüttete Menschen nach Erdbeben oder Lawinen zu finden, eingesetzt.

    Aber jetzt finden die Spürnasen auch ihren Einsatz in der Medizin, so hat man in einer zweijährigen Studie festgestellt, dass sie Lungenkrebs erschnüffeln können. Schon vorher hatte man in einer anderen Studie generell festgestellt, dass schon erkrankte Personen erkannt werden, doch jetzt gilt dies auch schon als Früherkennung bei Lungenkrebs, so sind die Hunde vom Stuttgarter Lungenfacharzt Rainer Ehmann und dem Hundetrainer Uwe Friedrich in der Lage zu unterscheiden, ob eine Erkrankung vorliegt oder nur eine potentielles Risiko.

    Wenn auch weitere Studien erfolgreich sind, so könnten in Zukunft eventuell durch die Früherkennung anstelle der bisherigen 15 Prozent sogar 70 Prozent der betroffen Menschen geheilt werden. In Deutschland steht die Lungenkrebserkrankung als Todesursache immer noch an erster Stelle bei den Krebserkrankungen.

    Medikamente: Geruchssinn kann beeinträchtigt werden

    Roter Mund mit Pille auf der Zunge
    medicine dose © Graça Victoria - www.fotolia.de

    Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte teilte erst kürzlich mit, dass Medikamente, wie Antibiotika, bluthochdrucksenkende oder diverse Schmerzmittel den Geruchssinn deutlich beeinträchtigen können.

    Bei abnehmender Riechfähigkeit sollten Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären. Wer den Geruchssinn bedingt durch Medikamente komplett verliert, sollte keine Panik bekommen. Nach etwa zwei Jahren könne er komplett wieder vorhanden sein, so der Berufsverband, da sich die Riechzellen teilen und sich somit wieder erneuern können.

    Dies dauert aber eine Zeit, da sie zunächst auf eine bestimmte Größe heranwachsen müssen. Sind also tatsächlich Medikamente und keine Erkrankungen oder Polypen die Ursache, kann mit Hilfe des Arztes nach neuen, alternativen Medikamenten für den Betroffenen gesucht werden. Sind Polypen die Ursache für den Verlust des Geruchssinns, ist ein operativer Eingriff nötig.

    Tierisch gute Nase - Labrador erschnüffelt Darmkrebs im Frühstadium

    Hundewelpe und Katzenbaby zusammen auf der Couch
    puppy and kitten © Hagit Berkovich - www.fotolia.de

    Neben Haut-, Brust- und Lungenkrebs können Hunde offenbar auch Darmkrebs erschnüffeln. Tests von japanischen Forschern mit einem Labrador unter 48 Darmkrebspatienten und 258 Freiwilligen ergaben eine Trefferquote von über 90 Prozent.

    Dabei bekam der Hund in jeder Übung fünf Stuhl- und Atemproben, eine davon enthielt Krebsspuren. Insgesamt kamen so über mehrere Monate 74 Tests zusammen. Laut den im britischen Medizinjournal "Gut" veröffentlichten Ergebnissen war der Labrador besonders gut dabei, Krebs im frühem Stadium zu erschnüffeln.

    Die Wissenschaftler erklären das Ergebnis mit speziellen chemischen Substanzen, die bei gewissen Krebsarten durch den Körper zirkulieren. Sie erhoffen sich mit Hilfe der Erkenntnisse Testverfahren zur frühen Diagnose von Darmkrebs entwickeln zu können. Der bisher übliche Stuhltest erkennt nach Angaben der Forscher nur zehn Prozent aller Fälle im Frühstadium.

    Französiche Spezialisten wollen Hunde zum Erschnüffeln von Prostatakrebs ausbilden

    Hund in den Dünen am Meer
    Puppy jumping on the beach © Martin Valigursky - www.fotolia.de

    Um Krebs frühzeitig zu erschnüffeln, sollen in Frankreich Hunde speziell dafür ausgebildet werden. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur afp sei ein Tier vom Gesundheitsdienst der französischen Armee schon entsprechend ausgebildet worden. Speziell bei Prostatakrebs habe das Tier in 91 Prozent aller Fälle richtig gelesen.

    Derzeit wird ein Urin-Test entwickelt, bei dem die Vierbeiner spezielle Moleküle des Prostatakrebses wie die Aminosäure Sarkosin aufspüren. Prostatakrebs ist in Deutschland mit die häufigste Krebsart bei Männern über 50.

    Gesicherte Ergebnisse brachte bisher nur eine Gewebenentnahme, dies sollen die Spürnasen der Vierbeiner in naher Zukunft ändern. Zwar ist schon seit langem bekannt, dass Hunde Lungen-, Haut- und neuerdings auch Darmkrebs (wir berichteten) erschnüffeln können. Bisher einmalig ist aber nach Angaben der Initiatoren, dass die Vierbeiner speziell dafür ausgebildet werden.

    Nasenpolypen können den Geruchsinn einschränken

    Nasenpolypen können nicht nur das Atmen erschweren, sondern möglicherweise auch den Geruchsinn schwächen. Das erklärt Wolfgang Hornberger, Mitglied im Verband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

    Auch nächtliches Schnarchen, Probleme mit den Nasennebenhöhlen oder Kopfschmerzen können auf Polypen hindeuten. Zwar muss ein nachlassendes Riechvermögen nicht zwangsläufig auf Nasenpolypen hinweisen – auch eine Erkältung oder Grippe kann die Ursache sein – jedoch sollte man die Nase daraufhin genauer untersuchen. Werden Polypen frühzeitig erkannt, können sie mit kortisonhaltigen Medikamenten geheilt werden.

    Nur bei länger bestehenden, größeren Nasenpolypen muss operiert werden. Man schätzt, dass in Deutschland etwa 4 Prozent der Einwohner davon betroffen sind.

    Mit einem künstlichen Spürhund gegen Krankheiten - eine elektronisches System soll Diagnostizieren

    Neue Technik macht es möglich, anhand von Körpergasen Krankheiten zu diagnostizieren

    Junge Ärztin im Vordergrund, Patientin mit Freund und Krankenschwester im Hintergrund
    A young caring doctor © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

    Die Medizin ist immer bemüht, noch besser zu werden. Um Krankheiten effektiv zu behandeln, bedarf es nicht nur guter Medikamente, wichtig ist es auch, die Krankheiten schnell zu erkennen. Eine gute Diagnostik ist daher lebensnotwendig. Nun gibt es eine neue Methode, die die Diagnose von Krankheiten erleichtern und beschleunigen soll. Man möchte sich in Zukunft dabei auf einen künstlichen Spürhund verlassen.

    Hier ist natürlich nicht die Rede von einem echten Vierbeiner, sondern von einem Gerät, das die Luft analysiert. Der elektronische Spürhund kann sowohl die Atemluft, als auch kleine Ausdünstungen aus den Poren erfassen und auswerten.

    Wie funktioniert die Technik?

    Krankheiten wie Krebs, Diabetes und sogar seelische Leiden wie Schizophrenie verändern unseren Stoffwechsel. Daher verändert sich auch die chemische Zusammensetzung unserer Hautgase, auch wenn wir selbst dies nicht bewusst wahrnehmen können.

    Die Geruchsdiagnostik soll diese Abweichungen aber messen und den Ärzten in Zahlen anzeigen. So kann in vielen Fällen eine Frühdiagnose ermöglicht werden. Erste Test waren sehr erfolgversprechend. Erkrankte konnten zu 100 Prozent von Gesunden unterschieden werden und auch zwischen schweren und leichten Fällen einer Nierenerkrankung konnte das Gerät mit einer Sicherheit von 95 Prozent unterscheiden.

    Die Technik basiert übrigens auf den Forschungsergebnissen, die vor einigen Jahren Aufsehen erregten. Damals erkannte man, dass Hunde durch ein spezielles Training tatsächlich in die Lage versetzt werden können, Krebserkrankungen beim Menschen zu riechen.

    Grundinformationen zum Riechen

    • Der Geruchssinn - Für das Riechvermögen sind Riechzellen in der Nasenhöhle verantwortlich

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: scent of spring © Renata Osinska - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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