Pheromone - Botenstoffe, die vom Menschen über die Nase aufgenommen werden

Als Pheromone bezeichnet man bestimmte Duftstoffe, die zur biochemischen Kommunikation dienen. Sie üben eine Anziehungskraft auf das andere Geschlecht aus.

Beim Menschen spricht man von Sexual-Lockstoffen, die anziehend auf das andere Geschlecht wirken

Funktion und Wirkung

Unter den Pheromonen versteht man spezielle Sexual-Lockstoffe, die sich anziehend auf das andere Geschlecht auswirken. Sie dienen zur biochemischen Kommunikation zwischen Lebewesen.

Das Wort "Pheromon" entstammt dem Griechischen und bedeutet soviel wie "übermitteln, überbringen oder erregen". Bei Pheromonen handelt es sich um organische Moleküle. Durch diese speziellen Sexual-Lockstoffe wirkt der Träger des Pheromons positiver und attraktiver auf das andere Geschlecht.

Pheromone sind unsichtbar. Ihre Wirkung wird auf das Unterbewusstsein des Menschen ausgeübt. Dabei wird im Gehirn ein Reiz ausgelöst, der willentlich nicht beeinflusst werden kann.

Das bedeutet, dass bei der Partnerwahl nicht nur die Augen entscheiden, sondern auch die Nase. Denn durch die Nase werden die Pheromone des Partners aufgenommen und über die Nervenbahnen zum Gehirn weitergeleitet, wo sie in Sekundenbruchteilen verarbeitet werden.

Pheromone entscheiden auch über Lust oder Frust beim Geschlechtsakt. Gerade der Geruch des Partners steuert im Unterbewusstsein, ob eine langfristige Partnerschaft zustande kommt oder nicht.

Die Stimmungslage bei Frauen wird stark verbessert, wenn Frauen ein bestimmtes Testosteron Abbauprodukt riechen; dies fanden Forscher in Kalifornien heraus. Frauen, die dieses Pheromon rochen, waren plötzlich besser gelaunt und auch eine leichte Erregung konnten die Wissenschaftler nachweisen. Dieser Nachweis bringt die medizinische Forschung um einiges weiter, denn auch der Hormonhaushalt von Frauen wird durch den Geruch bestimmter Pheromone stark beeinflusst.

Tierische Pheromone

In der Natur kommen die Pheromone bei zahlreichen Tieren und Insekten vor. So dienen sie Insekten, um:

  • Geschlechtspartner aufzuspüren
  • Territorien zu markieren
  • Nest- und Futterplätze aufzufinden

So unterscheidet man

  • Sexuallockstoffe
  • Dispersionsphermone
  • Aggregationspheromone
  • Aphrodisiakapheromone
  • Spurpheromone
  • Kastenerkennungsstoffe
  • Alarmpheromone und
  • Markierungspheromone.

Einige tierische Pheromone werden auch von der Kosmetikindustrie verwendet, um Parfüms herzustellen. In der Parfüm- und in der Erotikindustrie spielten Pheromone schon lange eine wichtige Rolle und jeder ist schon einmal mit diesem Lockstoff in Berührung gekommen. Mediziner zweifelten lange Zeit, ob die Wirkung von Pheromonen wirklich den Menschen beeinflusst, doch neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass auch Menschen durchaus auf Pheromone reagieren.

Die Wirkungsweise von Pheromonen bei Tieren wurde lange Zeit beobachtet und man sah keinen Zusammenhang mit einer möglichen menschlichen Reaktion durch Pheromone. Doch der Duftstoff, der durch den Schweiß an die Umwelt abgegeben wird, ist entscheidend, ob sich Menschen "riechen" können oder nicht.

Beispiele

Pheromone lassen sich in Primer- und Release-Pheromone einteilen. Primer-Hormone können über bestimmte Signale in den Stoffwechsel eingreifen oder Proteine aktivieren, die in der Lage sind, an die DNA zu binden.

Relaser-Pheromone können hingegen das Verhalten für kurze Zeit steuern. Menschen besitzen lediglich Primer-Pheromone.

Ein Pheromon, das von Männern und Frauen abgegeben wird, ist das Steroid Androstenon. Dabei handelt es sich um ein Umbauprodukt des Geschlechtshormons Testosteron. Über die so genannten Duftdrüsen, die apokrinen Schweißdrüsen, gelangt das Androstenon an die Oberfläche des Körpers.

In verschiedenen Versuchen konnte nachgewiesen werden, dass Androstenon, das in Maßen angewendet wird, zur Verbesserung der Attraktivität führt. Das männliche Pheromon, das leicht nach Sandelholz riecht, wird von Frauen vor allem während der Zeit des Eisprungs positiv wahrgenommen.

Ebenso führen bestimmte weibliche Sexualpheromone wie Kopuline zu einer stärkeren erotischen Anziehungskraft auf Männer. Bei diesen kommt es durch den Duftstoff zu einer verstärkten Produktion von Testosteron. Während das männliche Pheromon vor allem im Achselsekret des Mannes vorkommt, treten die weiblichen Pheromone überwiegend im Vaginalbereich auf.

Einsatz und Verwendung von Pheromonen

Mithilfe von Pheromonen kann die erotische Anziehungskraft verstärkt werden. Sie lassen sich synthetisch herstellen und bei Bedarf verwenden.

Die Anwendung als Parfum

Menschliche Pheromone lassen sich von der Kosmetikindustrie künstlich herstellen und kommen vor allem in Parfüms zur Anwendung. So gibt es spezielle Pheromonprodukte sowohl für Frauen als auch für Männer.

Sie lassen sich je nach Bedarf jederzeit anwenden. Ihre beste Wirkung entfalten die Pheromone, wenn man sie direkt auf die Kleidung aufsprüht, denn dort bleiben sie länger haften als auf der Haut und wirken auch besser.

Verschiedene Wirkungen

Bei den verschiedenen Produkten kann man zwischen Pheromonen, die als positiv für den beruflichen Erfolg gelten und Lockstoffen, die sich positiv auf die sexuelle Anziehungskraft auswirken, wählen. Die Wirkung dieser synthetisch hergestellten Pheromone ist jedoch umstritten.

Pheromone haben die gleiche Wirkungsweise wie Hormone, nur dass Hormone im Körper ihren Dienst erweisen, während Pheromone vom Körper nach außen transportiert werden und so eine biochemische Kommunikation zwischen den Menschen erst möglich machen. Gerade Frauen suchen instinktiv nach Pheromonquellen, da sie so ihren potenziellen Partner durch den Geruch einschätzen können und unterbewusst bewerten.

Pheromone verhindern auf natürliche Weise Inzucht, da sich Menschen mit nahem Verwandtschaftsgrad vom Geruch her als weniger attraktiv empfinden. Welche Einsatzgebiete die Medizin durch Forschung für Pheromone auf Dauer ermöglicht, steht noch in den Sternen, doch die stimmungsaufhellende Wirkung scheint einiges möglich zu machen.

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