Schnellender Finger (Schnappfinger) - Ursachen, Symptome und Behandlung

Unter einem schnellenden Finger oder Schnappfinger wird eine Erkrankung der Fingersehnen verstanden. Dabei kommt es zu einer knötchenartigen Verdickung der Beugesehnen.

Mechanische Überlastungen oder bestimmte Stoffwechselstörungen können die Ursache sein

In der Medizin bezeichnet man einen schnellenden Finger oder Schnappfinger auch als

  • Tendovaginitis stenosans
  • Tendovaginosis stenosans oder
  • Digitis saltans.

Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Fingersehnen, bei der eine Verdickung der Beugesehnen eines Fingers auftritt. In den meisten Fällen ist die Sehne, die sich an der Handinnenseite über dem Fingerknöchel befindet, davon betroffen. Durch die Verdickung ist der betroffene Finger nicht mehr imstande, über das Ringband zu gleiten.

Anatomie und Funktion von Sehnen

Als Sehnen werden bindegewebige Fasern bezeichnet. Zu ihren Aufgaben gehört es, eine Verbindung zwischen den Knochen und den Muskeln herzustellen.

An Körperstellen, die starken Belastungen ausgesetzt sind, befinden sich die Sehnen in Sehnenscheiden, die sie vor Verletzungen und Verschleißerscheinungen schützen. Zu diesen Stellen gehören neben dem Handgelenk und dem Schultergelenk auch die Fingergelenke.

Tritt nun ein so genannter schnellender Finger auf, kommt es zu einer Verengung der Sehnenscheide. Infolgedessen kann die Fingersehne in der Sehnenscheide nicht mehr ruhig hin- und hergleiten, was bei Streckbewegungen zu ruckartigen Bewegungsabläufen führt. Aus diesem Grund wurde dieses Fingerleiden Schnappfinger oder schnellender Finger genannt.

Ein Schnappfinger kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten. Am häufigsten zeigt er sich jedoch bei erwachsenen Menschen im mittleren Alter.

Bei Kindern kommt dagegen mitunter eine angeborene Verdickung an der Daumenbeugesehne vor. Frauen sind häufiger von einem schnellenden Finger betroffen als Männer.

Ursachen

Hervorgerufen wird ein schnellender Finger durch Veränderungen, die an den Fingerbeugesehnenscheiden auftreten. Das heißt, dass die Sehnenscheide, von denen die Sehne umgeben wird, in Knötchenform verdickt.

Zu einer Verdickung der Sehnenscheide kann es durch mechanische Überlastungen kommen. Aber auch Stoffwechselstörungen wie Amyloidose oder die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sind häufig der Grund für die Bildung eines Schnappfingers.

Als weitere mögliche Ursachen kommen Krankheiten wie ein Karpaltunnelsyndrom, eine rheumatoide Arthritis oder spezielle Formen der Sehnenscheidenentzündung infrage. Gelegentlich tritt die Tendovaginitis stenosans auch als Nebenwirkung von einigen Arzneimitteln wie Aromatase-Hemmern auf, die gegen Brustkrebserkrankungen verabreicht werden.

Symptome

Als typisches Merkmal des schnellenden Fingers gilt eine ruckartige Streckung des betroffenen Fingers. Dabei kommt es oftmals zu Schmerzen.

Besonders in den Morgenstunden haben die betroffenen Personen Probleme damit, ihre Finger zu strecken. Im Tagesverlauf werden die Beschwerden meist besser.

Darüber hinaus kommt es über dem Fingerknöchel zu knotigen Verdickungen der Sehnenscheide. Im weiteren Krankheitsverlauf büßt der Schnappfinger mehr und mehr an Beweglichkeit ein.

Diagnose

Bei einem Arztbesuch lässt sich ein schnellender Finger zumeist schon bei einer körperlichen Untersuchung feststellen. Außerdem erkundigt sich der Arzt nach den Symptomen und seit wann sie vorkommen.

Darüber hinaus befasst er sich mit den Bewegungen der Finger und tastet sie ab. Um sicherzugehen, dass nicht andere Ursachen wie Knochenauswüchse oder Absplitterungen des Knochens für die Beschwerden verantwortlich sind, wird zudem eine Röntgenuntersuchung vorgenommen. Zusätzlich untersucht man den Patienten auf Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus.

Behandlung

Die Behandlung eines schnellenden Fingers besteht zumeist aus einer Operation. Dabei wird im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs, der so genannten Ringbandspaltung, die zu enge Sehnenscheide geöffnet und das Ringband, durch das die Sehne nicht mehr gelangen kann, getrennt. Auf diese Weise erhält der Finger wieder seine ursprüngliche Bewegungsfreiheit.

Bei der Operation setzt man einen kleinen Schnitt in der Höhe des ersten Ringbandes. Dieses Band trennt man; mitunter entfernt man auch einen Teil aus der Mitte, sodass es nicht mehr zusammenwachsen kann.

Im Anfangsstadium oder einem leichten Fall ist auch eine konservative Therapie möglich. Zu diesem Zweck erhält der Patient schmerzlindernde Mittel wie Ibuprofen oder Diclofenac, um die Beschwerden abzumildern. Als hilfreich gilt zudem eine spezielle Gymnastik der Finger in Seifenwasser.

Gelegentlich lassen sich auch Spritzen mit Kortison injizieren. Die Ursache des schnellenden Fingers kann mit der konservativen Behandlung allerdings nicht behoben werden. Für den Fall, dass die Tendovaginitis stenosans von der Zuckerkrankheit oder einer Amyloidose ausgeht, gilt es, auch diese Leiden entsprechend zu behandeln.

Prognose

Nach einem operativen Eingriff ist die Prognose des schnellenden Fingers durchaus positiv. Der kleine Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt und nimmt nur etwa 15 Minuten in Anspruch. Wichtig ist, den Finger die ersten zwei Wochen nach der Operation nicht zu sehr zu belasten.

Während der ersten Woche nach dem Eingriff muss der Patient einen Watteverband tragen; im Anschluss daran folgt ein Pflaster. Etwa ab dem 3. Tag ist es sinnvoll, Bewegungsübungen durchzuführen, damit die Beugesehne nicht mit der Narbe verklebt.

Nach etwa zwei Wochen zieht man die Fäden. In manchen Fällen sind Schwellungen sowie Beschwerden an der Narbe bis etwa sechs Wochen nach der Operation noch möglich.

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Quellenangaben
  • skelett einer hand mit schmerzenpunkten © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

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