Ablauf der Mundatmung und Nasenatmung - Die physiologische Atmung bringt einige Vorteile mit sich

Beim Atmen nimmt der menschliche Körper über die Atemwege Sauerstoff auf. Man unterscheidet dabei zwischen Mundatmung und Nasenatmung.

Die Nasenatmung erfolt im Unterschied zur Mundatmung über den physiologischen Weg - es kommt zur Anfeuchtung, Erwärmung und Reinigung der Luft

Funktion der Atmung

Die Atmung gehört zu den wichtigsten biologischen Prozessen des Körpers. So nimmt dieser dabei molekularen Sauerstoff auf, den er in die Zellen transportiert.

Der Unterschied zwischen Atmung und Nahrungsaufnahme
Der Unterschied zwischen Atmung und Nahrungsaufnahme

Im Rahmen der Atmungskette wird der Sauerstoff dort zu Wasser reduziert. Außerdem kommt es im Gegenzug zur Herstellung und Abgabe von Kohlendioxid. Die Steuerung des Atmens erfolgt unbewusst, wenngleich es möglich ist, die Atmung zu beeinflussen.

Pro Minute atmet der Mensch etwa sechs Liter Luft ein und aus. Im Ruhezustand erfolgen 12 bis 15 Atemzüge.

Der Atemvorgang im Detail

Die menschliche Lunge füllt sich beim Einatmen mit Luft. An diesem Vorgang sind verschiedene Muskeln beteiligt, so auch das Zwerchfell und die Muskulatur zwischen den Rippen. Der Brustkorb hebt sich, sodass sich die Lunge ausdehnen kann.

Dabei bewegen sich Brustfell und Lungefell mit, sodass es in der Lunge zu einem Unterdruck kommt. Die Luft wird eingesaugt. Nun findet der Gasaustausch statt: sauerstoffarmes Blut wird von der rechten Herzkammer in die Lunge gepumpt und bis in die Lungenbläschen transportiert.

Nun kommt es zur Abgabe von Kohlendioxid vom Blut in die Lunge; gleichzeitig wird vom Blut Sauerstoff aufgenommen. Dieses nun sauerstoffreiche Blut wird wieder zum Herzen, genauer gesagt in die linke Herzkammer transportiert, von wo aus es in den Körper gepumpt werden kann. Die Atemmuskeln entspannen sich wieder, sodass die Luft aus der Lunge gepresst wird.

Menschliche Atmung grafisch dargestellt
Menschliche Atmung grafisch dargestellt

Die Aufnahme des Atems kann über den Mund erfolgen, was man als Mundatmung bezeichnet, oder über die Nase, was Nasenatmung genannt wird.

Mundatmung

Von Mundatmung spricht man, wenn der Atem über den Mund oder die Mundhöhle in den Körper gelangt. In der Regel kommt sie zur Anwendung, wenn durch die Nase nicht genügend Sauerstoff aufgenommen werden kann. Dies ist beispielsweise bei körperlichen Belastungen oder in stressigen Situationen der Fall; oftmals geschieht dies auch während des Schlafens.

So tritt die Luft zunächst in die Mundhöhle ein, wo sie an der Mundschleimhaut vorbei streicht. Vom Mund aus wird sie über den Rachen, die Luftröhre und die Bronchien weiter zur Lunge transportiert.

Auf diesem Weg muss sie eine verengte Stelle, die so genannte Rachenenge, passieren. Die Geschwindigkeit des Atemluftstroms ist an dieser Stelle erhöht, was zu Schwingungen der Muskel- und Weichteilgewebe in diesem Bereich führen kann. Die Folge: der Mensch fängt an zu schnarchen.

Bei der Mundatmung geht die Atemluft nicht den physiologischen Weg. Das heißt, dass sie nicht aufgewärmt, angefeuchtet und gereinigt wird, wie das bei der Nasenatmung der Fall ist.

Nachteile der Mundatmung

Dadurch besteht das Risiko, dass die Atemwegspassagen austrocknen, was wiederum die Entstehung von Atemwegsinfektionen oder Halsentzündungen begünstigt. Da die Mundatmung oft nachts einsetzt, bemerkt man am nächsten Morgen häufig

Mögliche Folgen sind Mandelentzündungen oder Atemwegsinfektionen. Bei andauernder Mundatmung führt die Mundtrockenheit zu einem erhöhten Kariesrisiko, da die schützende Funktion des Speichels ausbleibt.

Vergleich der normalen Atmung mit der Atmung während des Schnarchens
Vergleich der normalen Atmung mit der Atmung während des Schnarchens

Nasenatmung

Bei der Nasenatmung wird die Luft von der Nase eingesaugt und gelangt von dort aus in die Lunge. Sie gilt als physiologische Atmung.

Die Nasenatmung bewirkt, dass größere Fremdkörper am Naseneingang von den Nasenhaaren abgefangen werden. Die weitere Atemluft zieht weiter durch die Nasenhöhle. Dabei sorgt die Nasenschleimhaut für ihre Anfeuchtung, Aufwärmung und Reinigung.

Schließlich gelangt die Luft von der Nase über den Pharynx (Rachen) weiter zum Larynx (Kehlkopf). An dieser Stelle wird die Grenze zwischen den oberen und den unteren Atemwegen von den Stimmbändern markiert. Unterhalb des Kehlkopfes liegt der Beginn der Luftröhre (Trachea), die sich distal in zwei Hauptbronchien verzweigt.

Innerhalb der Lunge befinden sich zahllose Äste, die man als Bronchien bezeichnet, aus denen wiederum die Bronchiolen entspringen. Zum Abtransport von Fremdkörpern, die durch die eingeatmete Luft in den Körper gelangen, verfügen die Atemwege über das spezielle respiratorische Flimmerepithel.

Das Ende der Atemwege bilden die Alveolen (Lungenbläschen). Durch die dünne Membran der Lungenbläschen tritt der Sauerstoff in die Kapillargefäße über, während umgekehrt Kohlendioxid aus dem Blut in die Lunge gelangt.

Vorteile der Nasenatmung

Die Nasenatmung wird als günstiger angesehen als die Mundatmung, weil sie dieser gegenüber einige Vorteile hat. Dazu gehört zum Beispiel das Entfernen von Staub- und Schmutzpartikeln durch die zahllosen Flimmerhärchen.

Außerdem sorgt die Nasenatmung für eine rasche Erwärmung der Atemluft. Sogar bei Außentemperaturen von -10 Celsius erlangt die Luft bis zu ihrer Ankunft in der Lunge Körpertemperatur.

Des Weiteren erreicht die Atemluft eine Luftfeuchtigkeit von beinahe 100 Prozent. Da bei der Nasenatmung ein höherer Luftwiderstand herrscht, wird auf diese Weise das Zwerchfell trainiert, wodurch sich wiederum die Bauchatmung verbessert.

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Quellenangaben
  • illustration - querschnitt durch mund- und nasenhöhle © orzschild - www.fotolia.de
  • Atmung des Menschen © bilderzwerg - www.fotolia.de
  • Unterschied Atmung - Nahrungsaufnahme © bilderzwerg - www.fotolia.de
  • Atmung während des Schnarchens © bilderzwerg - www.fotolia.de

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