Grundrissveränderung durch Trennwände - Trockenbau ist die Lösung

Trockenbauer bei Arbeit, Verspachteln

Wissenswertes zur Trockenbauweise

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  • von Paradisi-Redaktion

Mit der Trockenbauweise sind, beispielsweise durch Trennwände, vielfältige Grundrissveränderungen eines Raumes möglich. Da es sich um keine tragenden Wände handelt, braucht auf die Statik selbst kaum Rücksicht genommen zu werden. Die Trockenbauarbeiten zählt man zum Ausbau eines Gebäudes. Bei der Oberflächenbearbeitung können auch feuchte Materialien verwendet werden. Lesen Sie alles Wissenswerte rund um die Trockenbauweise.

Trockenbau - eine Definition

Der Trockenbau beschreibt eine Herstellungsart von nicht tragenden Bauteilen. Auf wasserhaltige Baustoffe wird verzichtet. Es handelt sich sowohl um eine Montage- als auch um eine Leichtbauweise.

Abzugrenzen sind Stuck- und Rabitzdecken, Trennwände aus Mauerwerk und Holzkonstruktionen. Auch Trockenmauerwerk wird in der Regel nicht zum Trockenbau gezählt.

Typische Bestandteile der Trockenbauweise sind

  • abgehängte Decken und Deckenbekleidungen
  • Montagewände
  • Wandverkleidungen
  • Installationswände
  • Einbauten
  • Bodensysteme
  • Einfache Isolierungen und Dämmungen
  • Raum-im-Raum-Systeme

Verwendete Materialien

Beim Trockenbau werden so genannte Halbzeuge zusammengefügt, also miteinander verbunden. Halbzeuge sind industrielle Rohmaterialien. Zu ihnen gehören unter anderem Stangen, Rohre oder Platten. Das Verbinden geschieht durch Schrauben oder Stecken.

Trockenbau bedeutet, dass keine wasserhaltigen Baustoffe verwendet werden - das sind Beton, Lehm, Mörtel oder Putz. Der Trockenbau ist in dem Sinne kein Mauerwerk, sondern eine, wie es umgangssprachlich genannt wird, nachträglich eingezogene Trennung mit Wänden, Decken und Böden.

Beim Trockenbau wird montiert, im Gegensatz zum Mauern einer Wand. Das ist einer der Gründe dafür, dass der Trockenbau nicht zum Rohbau zählt, sondern zum Innenausbau.

Beim Trockenbau wird als Unterkonstruktion mit einem Metall- oder einem Holzständerwerk gearbeitet. Darauf werden Gipsplatten mit dafür vorgesehenen Schnellbauschrauben befestigt.

Unterschiedliche C-Profile

Abhängig davon, ob es sich um eine Decken- oder um eine Wandkonstruktion im Trockenbau handelt, wird ein dafür vorgesehenes C-Profil verwendet. C steht für eine industriell genormte Schiene, die an einer Seite geöffnet ist.

Die C-Profile werden mit den Gipsplatten beplankt. Voraussetzung zur passgenauen Beplankung ist die dementsprechende Ausrichtung des C-Profils.

Für Wandkonstruktionen im Trockenbau, also zur Trennung und Aufteilung von Räumen, sind CW-Profile für einzuschiebende und UW-Profile für umlaufende Wandprofile vorgesehen. Bei Deckenkonstruktionen im Trockenbau, zum Beispiel zum Abhängen einer hohen Zimmerdecke, sind CD-Profile einzuschiebende und UD-Profile umlaufende Deckenprofile.

Mit dem Trockenbau sind Grundrissveränderung von nicht tragenden wänden möglich
Mit dem Trockenbau sind Grundrissveränderung von nicht tragenden wänden möglich

Vorteile des Trockenbaus

Trennwände im Trockenbau bieten sowohl dem Eigentümer als auch dem Mieter ganz neue Möglichkeiten einer Raumaufteilung. Der Mieter muss sich bei einem eigenen Ausbau der Wohnung im Trockenbau mit dem Vermieter abstimmen.

Bei einem längerfristigen Mietvertrag wird der seine Zustimmung dazu geben, wenn der Mieter sich dazu verpflichtet, die Kosten für den Ausbau zu tragen und bei Ende des Mietvertrages den bisherigen Zustand auf seine Kosten wiederherzustellen. Die Lösung des Trockenbaues ist unter anderem deswegen so bestechend, weil eine Tragfähigkeit des Bodens beziehungsweise der Decke nicht relevant ist - das Eigengewicht der Leichtbauwand ist denkbar gering.

Ein weiterer Vorteil beim Trockenbau mit Blick auf den Wohnkomfort ist die buchstäbliche Trockenheit der Wände. Im Gegensatz zum Mauerwerk entsteht keine Baufeuchte, und damit auch keine Gefahr einer zusätzlichen Schimmelbildung an diesen Trockenbauwänden.

Mit speziellen Schallschutzplatten, oder durch eine Dämmung des Zwischenraumes, kann die Schalldichte der Trockenbauwand maßgeblich beeinflusst werden. Vergleichbares gilt für Feuchträume wie Küche, Sanitär oder für den Hauswirtschaftsraum, in dem nasse Wäsche luftgetrocknet wird. Auch hier bietet der Handel spezielle Gipsplatten an, die einen Feuchtigkeitsaustausch gewährleisten und die Schimmelbildung verhindern.

Die Oberfläche der Trockenbauwand wird verspachtelt. Das ist die Grundlage dafür, um sie wahlweise zu verputzen, zu fliesen oder zu tapezieren. Auf den Außenstehenden wirkt die Trockenbauwand wie jede andere Zimmerwand auch. Nur Architekt sowie Bauherr wissen anhand der Baupläne, welche Raumwände tragendes Mauerwerk, und welche von ihnen nachträglich eingezogene Trennwände im Trockenbausystem sind.

Fachfirma oder Eigenbau?

Wenngleich das so genannte Einziehen von Trockenbauwänden im Vergleich zum Hausbau einfach vonstatten geht, so sollte doch ein Fachmann damit beauftragt werden. Auch für den Trockenbau gelten DIN- sowie gesetzliche Vorschriften, unter anderem zum Brandschutz für die jeweilige Gebäudeklasse.

Schallschutz, Brandschutz und Elektroinstallationen sind bei Raumveränderungen im Trockenbausystem besonders zu beachten. Das gilt für durchgängige Raumtrennungen vom Fußboden bis zur Decke mit den dazugehörigen Zimmertüren.

Eine brusthohe Trennwand im Wohn-/Essbereich als Durchreiche hingegen, oder eine vergleichbar hohe Abtrennung im Kinder- und Jugendbereich, ist jedoch unproblematisch. Hier kann der geschickte Heimwerker selbst Hand anlegen und den Grundriss eigenständig verändern.

Der damit verbundene Aufwand und Schmutz halten sich sehr in Grenzen. Vielmehr kommt es darauf an, die C-Profile genau auszurichten, damit die Gipsplatten millimetergenau eingepasst werden können.

Auf Schadstofffreiheit achten

Auch beim Trockenbau muss auf Umweltverträglichkeit sowie Schadstofffreiheit aller Materialien geachtet werden. Das gilt für

  • die C-Profile
  • die verwendeten Gipsplatten sowie
  • die notwendige Spachtelmasse.

Alle Gebrauchs- sowie Verbrauchsmaterialien sind im Fachhandel am Ort, im Internet und im örtlichen Baumarkt verfügbar, ebenso wie Putz oder Raufasertapete zur Verkleidung der Trockenbauwand.

Das, was der Hersteller in seiner Produktbeschreibung namentlich und inhaltlich aufführt, kann der Käufer erwarten - umgekehrt jedoch nichts, was nicht draufsteht. Vor diesem Hintergrund ist die Trennwand aus Trockenbau eine ideale Lösung, um das eine oder andere Zimmer umzugestalten und anschließend individuell einzurichten.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Trockenbauer beim Verspachteln © Kristina Benter - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Planung des Traumhauses © bilderbox - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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