Trends - Merkmale, Erkennungsmöglichkeiten und Beispiele

Sind Sie ein aufgeschlossener Mensch, der neuen Entwicklungen offen gegenüber steht? Interessieren Sie sich für verschiedene Bereiche, und erfahren Sie gerne frühzeitig von neuen Entdeckungen und Modeerscheinungen? Dann gehören Sie vermutlich auch zu den Menschen, die sich für Trends interessieren. Lesen Sie über die Merkmale von Trends und die Möglichkeit, diese zu erkennen. Informieren Sie sich außerdem über bestimmte Beispiele.

So erkennt man einen Trend

Egal ob in der Modewelt, in der Computertechnik oder in der Entwicklung neuer Sportgeräte: Trends gibt es beinahe überall. Trends sind Strömungen, meist ausgelöst durch neue Entwicklungen oder die Wiederentdeckung und Wiederbelebung längst in Vergessenheit geratener Dinge oder Techniken. Wer angesagt und ein attraktiver Gesprächspartner sein will, der muss einem Trend nicht zwangsweise folgen, sollte ihn jedoch als solchen erkennen und akzeptieren können.

Trends lassen sich beobachten, jedoch nur schwer messen. Der weitere Verlauf ist in der Regel abschätzbar; beeinflussen kann man diesen hingegen nur zum Teil. Die Wissenschaft, die sich mit Beobachten und Vorhersagen von Trends beschäftigt, bezeichnet man als Trendforschung.

Kommt es zu einer Änderung des Trends, spricht man von einer Trendwende. Diejenigen, die einen neuen Trend einführen, werden als Trendsetter bezeichnet.

Gesellschaftliche Wandlungsprozesse sind das Themengebiet der Trendforschung. Detaillierte Vorhersagen stehen nicht im Vordergrund; stattdessen zielt man darauf ab, die Wandlungsprozesse zu erkennen und bestenfalls zu verstehen, damit sie sich deuten lassen.

Die Erfassung der Trends bei Produkten oder auch im Verhalten erfolgt in der Meinungsforschung. Solche Trends lassen sich durch Trendsetter sowie Werbung beeinflussen.

Schätzt man einen Trend ab, so erfolgt dies mithilfe von grafischen Verfahren. Der Trend wird auf diese Weise in die Vergangenheit (Diagnoseteil) sowie die Zukunft (Hypothesenteil) eingeteilt.

Einteilung

Trends kann man - in Abhängigkeit ihrer Stärke - auf bestimmte Art und Weise einteilen:

  • Trendsignal: bestimmte Neuigkeiten und Infos, die möglicherweise für die Auslösung von größeren Veränderungen verantwortlich sein könnten
  • Trend: eine beobachtbare Veränderung; man vermutet einen stetigen Verlauf
  • Emerging Trend: ein Trend, der aktuell entsteht; es gibt viele Signale, allerdings ist ein weiterer Verlauf schwar abschätzbar
  • Mikrotrend: eine kleine Veränderung; meist ist sie kaum beobachtbar oder findet regionale Ausprägung
  • Megatrend: großer Trend; er ist lang anhaltend und geht mit ausgeprägten Veränderungen einher
  • Makrotrend: eine bestimmte Ausprägung des Megatrends; Beschreibung von Teilströmungen, welche unterschiedlich weit wirken
  • Metatrend: Bündelung/Zusammenfassung von Trends oder Megatrends
  • Key-Trend: Trend mit besonders wichtige Einstufung
  • Trendbruch: ein Trend, der in seiner Entwicklung entweder im Verlauf oder in der Stärke verändert wird
  • Pseudotrend: ein Phänomen, welches keinen Trend darstellt, jedoch als dieser bezeichnet wird

Kritik

Trends bzw. die Trendforschung werden in einigen Punkten kritisiert:

  • man vernachlässigt die Rahmenbedingungen und legt den Fokus stattdessen nur auf den Konsumenten
  • man beschreibt nur aktuelle Entwicklungen
  • man ermittelt mithilfe von Recherchen und provoziert einen Erwartungseffekt
  • man interpretiert eine einzelne Beobachtung vorschnell als einen zukünftigen Prozess

Wie man einen Trend erkennen kann, das lässt sich am besten anhand eines Beispiels erklären. Nehmen wir die Modewelt. Sie eignet sich gut zur Demonstration, denn hier werden uns die jeweiligen Trends gut sichtbar und überall vor Augen geführt, während man auf manchen spezifischen Fachgebieten schon aktiv danach suchen muss. Zudem lebt die Modebranche von sich ständig aktualisierenden Trends; sie ist

  • schnelllebig
  • innovativ
  • abwechslungsreich und
  • kreativ.

Welche Mode derzeit im Trend liegt, kann man auf der Straße sehr gut beobachten. Überlegen Sie sich zuerst, welche Menschen wohl als Trendsetter gelten. Meist handelt es sich dabei um eine jüngere Zielgruppe (dies trifft übrigens ebenso auf die Computerbranche zu).

Achten Sie nun darauf, was Ihnen an den Trendsettern auffällt.

  • Trägt jemand, den Sie als Trendsetter einstufen würden, ein ungewohntes Kleidungsstück?
  • Kombiniert er Farben, die man eigentlich in dieser Form nicht kombinieren würde?
  • Führt er Accessoires mit sich, die Sie ungewöhnlich finden?

Dann hat er vermutlich einen gerade im Entstehen begriffenen Trend aufgespürt, der allerdings noch in den Kinderschuhen steckt. Beobachten Sie weiter, und Sie werden feststellen, dass Sie das kürzlich Beobachtete nun immer häufiger sehen. Es handelte sich also vermutlich nicht um einen Fehlgriff in den Kleiderschrank, sondern tatsächlich um das Aufgreifen eines Trends.

Und nun finden sich Imitatoren. Prüfen Sie Ihre Beobachtung, indem Sie sich durchs Vorabendprogramm zappen. Hier werden Sie die gleichen Entwicklungen feststellen können.

So wie Sie Trends in der Modewelt aufspüren können, können Sie es auch in vielen anderen Bereichen. Nämlich einfach durch aufmerksames Beobachten, und indem Sie Ihren Blick für das Ungewohnte schulen.

Den Trend früh aufzuspühren bedeutet stets trendig angezogen zu sein
Den Trend früh aufzuspühren bedeutet stets trendig angezogen zu sein

Doch nicht nur in der Modewelt sind Trends zu finden...

Das Internet lässt die Welt näher zusammenrücken, verbreitet Nachrichten binnen Sekundenbruchteilen über den ganzen Globus und ermöglicht es, sie mit anderen zu teilen. Dies führt allerdings auch dazu, dass sich in aller Herren Länder merkwürdige Trends verbreiten.

Planking: Liegen in Extremsituationen

Zu diesem zählt bzw. zählte auch das Planking. Dieser Trend machte vor nicht allzu langer Zeit die Runde.

Steif wie ein Brett liegen sie, das Gesicht nach unten, mit angelegten Armen auf dem Bauch - und am liebsten an den ungewöhnlichsten Orten. Weder Klettergerüste noch Geländer, Bücherregale oder Treppen sind vor ihnen sicher. Nur eins haben die Anhänger des Planking gemeinsam: Es ist immer ein Freund mit einer Kamera dabei. Manchmal tut's auch der Selbstauslöser.

Das Wichtigste ist, dass die skurrile Aktion so schnell wie möglich fotografisch festgehalten und ins Web gestellt wird. Die Verbreitung über soziale Netzwerke und Online-Plattformen läuft dann meist schon wie von allein.

Wer lässt sich so etwas nur einfallen? Nun, "erfunden" haben den Trend angeblich einige Jugendliche aus England, als sie im Jahr 1997 begannen, das "Lying Down Game" zu spielen. Hier ging es darum, irritierte Blicke von den Passanten in der Stadt zu ernten, indem sie sich an den ungewöhnlichsten Orten einfach auf den Bauch legten.

Im Jahr 2007 veröffentlichten die Jungs um Gary Clarkson und Christian Langdon erstmals ihre ungewöhnlichen Liege-Fotos auf Facebook. Die Idee boomte: Immer mehr Fans weltweit begannen, sich flach auf Stuhllehnen oder ins Geäst von Bäumen zu legen, um das zu fotografieren. Die Orte wurden immer gewagter.

Ein großes Medienecho gab es, als im Mai 2011 ein junger Australier tödlich verunglückte, der sich im betrunkenen Zustand beim Planking auf einem Balkongeländer versuchte. Neben einigen Kritikern hat durch den Zwischenfall das Planking allerdings überwiegend weitere Anhänger gewonnen.

Einige Planking-Versionen kann man sich in diesem Video ansehen:

Owling, Batmanning und Co. - Die Ideen nehmen kein Ende

Das Schicksal eines jeden Trends ist, dass er eines Tages zu langweilig wird. So ließen neue Ideen nicht lange auf sich warten.

Eine sehr bekannte Technik ist beispielsweise das Owling. Sie erfordert auch weniger Körperspannung: Der "Owler" hockt wie eine Eule an einem Ort, an dem er möglichst deplatziert aussieht. Sei es auf

Etwas akrobatischer geht es beim Batmanning zu: Das kann man sich vorstellen wie Planking in der Senkrechten. Als echte Fledermaus hängt man sich kopfüber von einem Ort herunter und hält sich dabei lediglich mit den Füßen fest. Die Arme liegen am Körper, der Kopf baumelt nach unten. Beliebte Orte dafür sind

  • Zäune
  • geöffnete Türen
  • Rohre und
  • Gardinenstangen.

Bevor man allerdings "Batman" spielt, sollte man vorher sicher gehen, das Verletzungsrisiko möglichst klein zu halten.

Noch viel dynamischer ist ein weiterer Trend, der allerdings eine möglichst undynamische Wirkung zum Ziel hat: Leisure Diving. Der Trick hierbei ist, von einem erhöhten Ort ins Wasser zu springen und dabei eine betont entspannte Haltung einzunehmen, als würde man gerade gemütlich liegen oder sitzen.

Fotografiert wird, während der Springer noch in der Luft ist. Im Idealfall sieht das Bild am Ende aus wie eine merkwürdige Fotomontage.

Eine Erscheinung des Internet-Zeitalters

Jede Zeit hat ihre Besonderheiten - so ist es auch mit dem Owling, Planking und Leisure Diving. Ermöglicht und befeuert werden diese Trends durch das Zeitalter der sozialen Netzwerke, in denen man sich als Teil des Ganzen fühlen kann, wenn man auf einer verrückten Welle mitsurft, das publik macht und die Begeisterung der anderen weiter antreibt.

Ein Bild überbietet das andere. Die Gruppen, die sich dabei im Netz zusammenfinden, sind weltweit verstreut und deutlich heterogener als die übliche Clique von Jugendlichen.

Dennoch ist das Ganze auch ein scherzhafter Protest gegen die Normen des Alltags: Wer liegt schon auf einem Gehweg, kauert auf einem Straßenschild oder hängt kopfüber von einer Regenrinne?

Inzwischen hat sich für diese Art Online-Trends, die Einzug in die reale Welt halten, der Begriff Selfing eingebürgert. Und ein Ende der Kreativität ist nicht in Sicht: Auch Horsemanning, Scalettjohanssoning und viele andere Arten von Foto- und Videodarstellungen der eigenen Person haben sich inzwischen über das Internet verbreitet und erobern immer mehr Fans. Ein wenig ist es wie mit den Kettenbriefen, Hermannkuchen und anderen Phänomenen der Zeit - die einen sind genervt, die anderen restlos begeistert.

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