Feuerwerksarten und Feuerwerkskörper - Anlässe, Arten und mögliche Gefahren

Bei Feuerwerken handelt es sich um die gezielte Zündung von explosiven pyrotechnischen Gegenständen. Feuerwerke können dabei kulturellen, ästhetischen und religiösen Zwecken dienen und werden häufig im Rahmen einer Feuerwerk Show gezündet. Es gibt unterschiedliche Feuerwerksarten und Feuerwerkskörper - dabei sollten die einhergehenden Gefahren nicht unterschätzt werden. Lesen Sie über Anlässe, Arten und mögliche Gefahren verschiedener Feuerwerkskörper.

Feuerwerke sind beliebte Bestandteile verschiedener Events und Anlässe - im Umgang sollte man Vorsicht walten lassen, denn sie können gefährlich sein

Feuerwerke in früheren Zeiten

Die Geschichte des Feuerwerks reicht dabei weit zurück. So gibt es verlässliche Quellen, welche darauf hindeuten, dass das Feuerwerk bereits im China des 7. Jahrhunderts erfunden wurde. Damalige Feuerwerke galten dabei als eine Kunstform, welche durch professionelle Pyrotechniker während öffentlicher Feiern gezündet wurden.

Zu Beginn der Song Dynastie um das Jahr 960 wurde es in China dann auch üblich, dass Privatleute Feuerwerke erwerben und zünden konnten. Es sollte allerdings bis zum 17. Jahrhundert dauern, bis die Technik des Feuerwerks seinen Weg bis nach Europa fand.

Dabei spielten vor allem Fernreisende eine Rolle, welche aus Asien nach Europa zurückkehrten und von Lichtspektakeln berichteten, wie sie in der damaligen westlichen Welt unvorstellbar waren. In der Folge wurden Feuerwerke dann auch im alten Europa genutzt, um politische Ereignisse und Treffen zu feiern.

Feuerwerke in der heutigen Zeit

Heute spielen Feuerwerke vor allem während Silvester eine wichtige Rolle. Hier ist auch der einzige Zeitpunkt, an dem es Privatpersonen erlaubt ist, Feuerwerkskörper legal zu erwerben.

Ansonsten werden Feuerwerke auch häufig auf Dorf- und Stadtfesten abgebrannt. Zudem sind Feuerwerke bei Shows und Konzerten beliebt, wobei hier der Übergang zur reinen Pyrotechnik fließend ist.

In Deutschland werden dabei jährlich rund 115 Millionen Euro für Feuerwerkskörper ausgegeben. Zudem werden jedes Jahr über 30.000 Tonnen von dieser Pyrotechnik importiert, was die Bedeutung von Feuerwerken für unsere Gesellschaft verdeutlicht.

Verschiedene Anlässe für ein tolles Feuerwerk

Ein spektakuläres Feuerwerk ist immer ein ganz besonderes Event und häufig sogar das Highlight einer jeden Veranstaltung. Doch leider sind Feuerwerke sehr kostspielig und aufwändig.

Zudem müssen sie von den Behörden vorab genehmigt werden. Das sind leider auch die Gründe, warum man nur wirklich selten ein schönes Feuerwerk zu sehen bekommt, obwohl es für ein Feuerwerk doch so viele schöne Anlässe gibt.

Silvester

Die meisten Menschen sehen das Feuerwerk in der Silvesternacht. Hier wird das neue Jahr mit lautem Knall begrüßt, und das alte Jahr mit Würde verabschiedet.

Der Vorteil am Silvesterfeuerwerk ist, dass der Privatmann zu Silvester keine Genehmigung zum Schießen benötigt. Die Feuerwerkskörper werden kurz vorher in Supermärkten und Baumärkten zum Kauf angeboten, dürfen jedoch nur an Erwachsene abgegeben werden.

Hochzeitsfeuerwerke

Sehr romantisch sind auch Feuerwerke, die bei Hochzeiten abgebrannt werden. Meistens handelt es sich dabei um ein Geschenk, entweder des Bräutigams an die Braut oder der Freunde und Verwandten an die Brautleute. Eine Hochzeit ist ein sehr guter Anlass für ein Feuerwerk, das seinerseits die Bedeutung des Events unterstreicht und sowohl Gästen als auch Brautleuten lange in Erinnerung bleibt.

Lichterfeste

Auch die meisten Lichterfeste enden mit einem Feuerwerk. Hier bietet sich das Feuerwerk natürlich allein schon thematisch an.

Die Besucher kommen mit Laternen und wandeln durch kunstvoll beleuchtete Parks und Anlagen. Das abschließende Feuerwerk nach einem Lichterfest dient nicht nur als Höhepunkt, sondern auch dazu, den Besuchern anzuzeigen, dass die Veranstaltung nun vorbei ist, und sie sich sicher auf den Heimweg machen sollen.

Geburtstage

Feuerwerke zu Geburtstagen sind ebenfalls sehr beliebt. Dieses etwas kostspielige Geschenk kann bei einem Pyrotechnikunternehmen so in Auftrag gegeben, dass die Inszenierung des Feuerwerks auf das Alter des Geburtstatgskindes oder Jubilars abgestimmt und die Jahreszahl optisch integriert wird. Viele gute Pyrotechniker sind heute in der Lage, auch leuchtende Zahlen an den Himmel zu zaubern, oder das Feuerwerk mit einem Paukenschlag für jedes Jahrzehnt abzuschließen.

Einweihungsfeiern

Sehr gut geeignet sind Feuerwerke auch für die Einweihung von öffentlichen Gebäuden oder Plätzen. Sie locken viele Zuschauer an und gewinnen die Sympathien der Stadtbewohner für den neuen Gebäudekomplex. Von einer spektakuläre Eröffnungsfeier, die von einem Feuerwerk gekrönt ist, wird man noch lange sprechen.

Feuerwerksarten

Doch bisher war lediglich von Feuerwerk, Feuerwerkskörpern oder Pyrotechnik die Rede, ohne dass konkret darauf eingegangen wurde, was sich hinter diesen Begriffen alles verbirgt. Im Folgenden soll deshalb auf die verschiedenen Arten von Feuerwerken eingegangen werden, welche jährlich für festliche Stimmung und ein Lichtspektakel im Nachthimmel sorgen.

Höhenfeuerwerk wie Raketen und Bomben

Höhenfeuerwerke können zum einen Objekte sein, welche dank des physikalischen Gesetzes des Rückstoßes selbstständig in den Nachthimmel aufsteigen. Dabei handelt es sich in Deutschland lediglich um Raketen, da weitere Feuerwerkskörper dieser Gattung verboten sind.

Aufbau und Funktion einer Feuerwerksrakete

Eine Feuerwerksrakete besteht dabei aus drei Teilen. So gibt es zum einen den Leitstab, welcher seitlich an der Rakete fixiert ist. Dieser trägt zur Stabilität des Flugobjekts bei, da es zu einer Verschiebung des Druckpunkts kommt.

Letzterer befindet sich dann oberhalb des Schwerpunkts, so dass die Rakete eine feste Flugbahn einnehmen kann. Ohne den Leitstab wäre es dagegen wahrscheinlich, dass sich die Rakete während der Flugphase überschlägt und somit ein unberechenbares und damit gefährliches Flugobjekt wäre.

Des Weiteren bestehen Feuerwerksraketen aus dem Effektsatz. Dieser befindet sich in der Spitze der Rakete und beinhaltet die eigentlichen Materialien, welche für die optische Wirkung der Rakete sorgen. Bei diesen kann es sich unter anderem um

  • Schwefel
  • Harze
  • Alkalimetalle
  • Natriumnitrat
  • Bariumnitrat und
  • Holzkohle

handeln, welche zusammen mit etwas Schwarzpulver für eine Verteilung der Leuchtstoffe sorgen. Wichtig ist zudem das Timing, wobei stets das Ziel besteht, den Effektsatz am höchsten Punkt der Raketenflugbahn zu zünden.

Letztlich besteht eine Rakete noch aus einem Treibsatz. Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich bei diesem um den Motor der Rakete, welcher gleichzeitig noch einen ästhetischen Schweif hinterlässt.

Dies wird durch eine Mischung von Schwarzpulver mit weiteren Stoffen, etwa Aluminium oder Holzkohle, erreicht. Während das Schwarzpulver für den Antrieb sorgt, versprühen die beigefügten Materialien Funken, welche in der Dunkelheit klar zu erkennen sind.

Farbgebung

Des Weiteren sind Raketenexplosionen in der Lage, die Farben Gold, Violett, Weiß, Purpur, Blau, Rot, Grün und Gelb zu erzeugen. Im Folgenden werden nun die Elemente genannt, welche für die jeweilige Farbgebung verantwortlich sind.

  • Gold wird dabei durch Holzkohle und Eisen
  • Violett durch Kalium und Cäsium
  • Weiß durch Zirconium, Titan, Aluminium, Silber oder Magnesium
  • Purpur durch Rubidium
  • Blau durch Selen, Blei, Arsen oder Kupfersalze
  • Rot durch Lithium, Kalzium oder Strontiumsalze
  • Grün durch Kupfer, Tellur, Thallium oder Bariumsalze und
  • Gelb durch Natriumsalze

erzeugt.

Sicherheitsaspekte

Da Raketen in Deutschland häufig in privaten Kontexten verwendet werden, ist es abschließend noch wichtig zu wissen, dass es eine Reihe essentieller Sicherheitsbestimmungen gibt. So dürfen Raketen unter anderem niemals zweimal im Falle eines Blindgängers angezündet werden.

Zudem ist es ratsam, nur eng anliegende Kleidung bei der Zündung zu tragen, so dass sich kein startender Raketenkörper an der Kleidung verfangen kann. Letztlich sollten Raketen nur beim Fachhändler gekauft werden, um die Sicherheit aller Beteiligten gewährleisten.

Weitere Formen von Höhenfeuerwerken

Daneben kann es sich bei Höhenfeuerwerken noch um Objekte handeln, welche in den Himmel geschossen werden, ohne über einen eigenen Antrieb zu verfügen. Hierzu wird in der Regel ein Rohrsystem eingesetzt, aus welchem das Feuerwerksobjekt mit der Hilfe von Schwarzpulver geschossen wird. Darüber hinaus lassen sich derartige Feuerwerksobjekte noch weiter kategorisieren.

Kugelbombe

So ist es zum einen möglich, in den Himmel geschossene Objektkörper nach ihrer Grundform zu kategorisieren. Hier kann zunächst einmal die Kugelbombe genannt werden, welche es schon seit über einem Jahrtausend in China gibt.

Bombetten

Des Weiteren gibt es so genannte Bombetten. Hierbei handelt es sich um zylinderförmige Feuerwerkskörper, welche mit Papier oder Pappe zusammengehalten werden.

Sobald sich die Bombette dann in der letzten Aufstiegsphase befindet, wird eine Zerlegerladung gezündet, welche dafür sorgt, dass der Effektsatz im Himmel verteilt wird. Letzterer entzündet sich dabei und sorgt daraufhin für Lichteffekte, welche sich über einen großen Raum verteilen.

Zylinderförmige Bomben

Letztlich gibt es noch zylinderförmige Bomben, welche aufgrund ihrer Aerodynamik besonders hoch geschossen werden können.

Weitere Effekte von Höhenfeuerwerken

Daneben können in den Himmel geschossene Höhenfeuerwerke noch anhand ihrer Effektwirkung unterteilt werden.

Trauerweide

So kann in diesem Zusammenhang zunächst die Trauerweide genannt werden, welche häufig auch als Crown, Polyp, Diadem oder Spinne auftreten kann. Bei dieser handelt es sich um den Effekt, dass der Effektkörper lange fällt, bevor er komplett ausgebrannt ist. Hierdurch lässt sich ein langer Schweif am Himmel produzieren, weshalb Trauerweiden häufig als letzter Schuss bei Feuerwerken eingesetzt werden, welcher das Ende signalisiert.

Palme

Zudem gibt es aufsteigende Effekte, welche bereits während der Steigephase eine Leuchtspur produzieren. Diese fällt dabei deutlich stärker aus als bei Raketen, weshalb dieser Effekttyp auch als Palme oder Komet bezeichnet wird.

Blitzknallsatz

Letztlich gibt es noch den Blitzknallsatz, bei welchem es weniger um die Optik, als vielmehr um die Akustik geht. Blitzknallsätze produzieren dabei einen lauten Knall, welcher über einige Kilometer zu vernehmen ist. Optisch fallen diese Feuerwerkskörper, welche auch als Salut bezeichnet werden, hingegen nur durch eine kleine zumeist einfarbige Explosion auf.

Höhenfeuerwerke sind damit zu Recht die Hauptform des Feuerwerks. Schließlich sorgen sie dafür, dass gleichzeitig tausende Menschen an einem Feuerwerk teilhaben und sich gleichermaßen an den spektakulären Lichteffekten erfreuen können.

Bodenfeuerwerk wie Sonne und Fontänen

Feuerwerkskörper müssen aber nicht viele hundert Meter in die Luft geschossen werden, um für Stimmung und eine feierliche Atmosphäre zu sorgen. Stattdessen gibt es auch das Bodenfeuerwerk, welches ebenso beeindruckend sein kann und sich auch in Deutschland einer großen Beliebtheit erfreut.

Die Fontäne

Ein Klassiker ist dabei die Fontäne. Bei dieser wird der Feuerwerkskörper auf den Boden gelegt und angezündet. Anschließend treten aus diesem Funken und Sterne nach oben aus, wobei die Effekthöhe bei handelsüblichen Fontänen bis zu drei Metern erreichen kann.

Zudem ist es möglich, mit der Fontäne einen Feuerwerksvorhang zu kreieren. In diesem Fall wird die hierfür konzipierte Fontäne an einem Draht aufgehängt. Anschließend tritt der Funkenregen nach unten aus und rieselt zu Boden, was ebenso beeindruckend sein kann.

Die Sonne

Des Weiteren gibt es beim Bodenfeuerwerk die Sonne. Bei dieser handelt es sich um einen Feuerwerkskörper, welcher drehbar an einer Stange angebracht ist. Der Effektkörper befindet sich dabei in etwa einem Meter Höhe und verfügt über Austrittslöcher für die Funken, welche leicht seitlich ausgerichtet sind.

Durch das Anzünden treten die Funken dann seitlich aus der Sonne aus, welche sich anschließend zu drehen beginnt. Gegen Ende der Brennphase ist der Drehkörper dann von einem Funken- und Sternenmeer umgeben, bis er nach durchschnittlich einer Minute ausgebrannt ist.

Die Beliebtheit der Bodenfeuerwerke resultiert dabei einerseits aus der Tatsache, dass sich der Zuschauer sehr nach am Effekt befindet, was für viel Atmosphäre sorgen kann. Zudem können Bodenfeuerwerke aber auch in Gebieten eingesetzt werden, in welchen der Einsatz von Höhenfeuerwerken nicht in Frage kommt.

Unter besonderen Voraussetzungen kommen dabei auch Hallen und vergleichbare Innenräume als Schauplatz in Frage, wobei hier im Vorfeld einige Sicherheitsfragen zu klären sind. Bodenfeuerwerke tauchen die Ebene der Zuschauer damit in bunte Farben und sorgen dafür, dass der Betrachter dem Spektakel so nahe sein kann wie nirgends sonst.

Mischformen wie Feuertopf und Batterie

Bei einigen Feuerwerkskörpern kann nicht genau bestimmt werden, ob es sich um ein Höhen- oder ein Bodenfeuerwerk handelt. Dies ist dann der Fall, sobald ein Effekt bereits am Boden beginnt und später aufsteigt, sehr niedrig explodiert oder ein Höheneffekt mit einem Bodeneffekten kombiniert wird.

Der Feuertopf

Eine solche Mischform stellen einerseits Feuertöpfe dar. Diese werden auf dem Boden abgestellt und schießen anschließend Effektkörper in die Höhe, welche in etwa 10 bis 20 Metern Höhe explodieren. Aufgrund der niedrigen Explosionshöhe gelten Feuertöpfe deshalb als kein Höhenfeuerwerk.

Das Kometenrohr

Zudem gibt es so genannte Kometenrohre. Diese werden auf den Boden gestellt und verschießen anschließend eine leuchtende Kugel, welche auf ihrer Laufbahn verglüht. Der Effekt beginnt demnach bereits während des Aufstiegs und mit dem Verlassen des Feuerwerkkörpers, weshalb hier auch von einer Mischform ausgegangen wird.

Die Batterie

Am beliebtesten sind an Silvester aber dennoch die Feuerwerksbatterien. Bei diesen handelt es sich um kastenförmige Packungen, welche diverse Feuerwerkseffekte enthalten. Eine solche Batterie muss dabei nur einmalig angezündet werden und entfaltet anschließend ihre Wirkung am Nachthimmel.

Dabei steigen dann nicht nur klassische Feuerwerksraketen aus der Packung, sondern es werden beispielsweise auch Fontänen und Knalleffekte produziert. In diesem Zusammenhang ist ebenso keine klare Zuordnung möglich, da Batterien diverse Feuerwerksarten einsetzen, um so ein ganzheitliches Erlebnis zu ermöglichen.

Insgesamt existieren demnach einige interessante Mischformen, bei welchen der Betreiber des Feuerwerks teils nicht einmal mehr aktiv werden muss, sobald die Feuerwerksshow einmal gestartet hat.

Knalleffekte wie Kanonenschlag und Knallfrosch

Es gibt nicht nur Arten des Feuerwerks, welche den Himmel erleuchten und für bunte Farben und Effekte sorgen. Stattdessen gibt es auch diverse Knalleffekte, welche vor allem an Silvester eingesetzt werden und das Feuerwerkserlebnis akustisch untermalen.

Der Chinaböller

Am weitesten sind dabei die Chinaböller verbreitet, bei welchen es sich um zylindrische Knallkörper handelt, welche bereits seit vielen Jahrzehnten als der Inbegriff des Knalleffekts gelten. Chinaböller lassen sich dabei leicht an ihrer roten Farbgebung und typischen Form erkennen. Der Knalleffekt kommt wiederum durch die Füllung des Knallkörpers mit Schwarzpulver zustande.

Darüber hinaus gibt es spezielle Tabellen, welche anzeigen, wie groß und laut ein Chinaböller ist. Am kleinsten sind dabei Modelle der Größe 440, welche noch nicht einmal als richtige Chinaböller, sondern als Pyrocracker gelten. Dem folgen die Größen

  • Chinaböller A
  • Chinaböller B
  • Chinaböller C
  • Chinaböller D
  • Superböller I und
  • Superböller II

- wobei letztere auch unter dem Namen Kanonenschlag gehandelt werden.

Der Kanonenschlag

Da es sich beim Kanonenschlag um den größten aller klassischen Böller handelt, welchen es zudem in verschiedenen Ausführungen gibt, soll nun weiter auf diesen eingegangen werden. Klassische Kanonenschläge haben eine zylindrische Form und sind gelb, orange oder rot eingefärbt. Sie sind dabei wie ein Chinaböller aufgebaut und zeichnen sich lediglich durch ihre Größe aus, welche automatisch für einen lauteren Effekt sorgt.

Daneben gibt es aber auch noch kubische Kanonenschläge, welche dementsprechend die Form eines Würfels aufweisen. In deren Kern sitzt ebenso ein Knallkörper.

Dieser ist jedoch durch einen massiven und zudem geleimten Strick umgeben, was wiederum dafür sorgt, dass kubische Kanonenschläge besonders laut und dumpf explodieren. Diese Art von Knallkörper ist dabei das wohl lauteste legal in Deutschland erhältliche Modell.

Der Reibkopfböller

Reibkopfböller sind die wohl interessanteste Alternative zu Chinaböllern. Diese verfügen über keinerlei Zündschnur, sondern werden direkt am Kopf des Knallkörpers angezündet.

Hierzu wird dieser über den rauen Bereich einer Streichholzschachtel gezogen, wonach sich der Böller ähnlich einem Streichholz entzündet. Anschließend hat der Betroffene etwa fünf Sekunden Zeit, um den Reibkopfböller an die gewünschte Stelle zu werfen.

Früher waren in Deutschland dabei nicht nur sehr laute Modelle erhältlich. Stattdessen gab es auch Reibkopfböller, welche noch für Sprüheffekte während der Explosion sorgten. Diese wurden allerdings verboten, weshalb Reibkopfböller nun prinzipiell den Chinaböllern gleichen.

Der Knallfrosch

Deutlich weniger laut und gefährlich gestaltet sich wiederum die Zündung eines Knallfrosches. Bei diesem handelt es sich um in Pappe gewickeltes Schwarzpulver, welches explosiv reagiert, sobald es auf den Boden geworfen wird. Knallfrösche haben jedoch stark an Bedeutung verloren und werden nicht mehr in Deutschland hergestellt. Ausländische Importe erreichen zudem kaum die Lautstärke, wie es bei früheren deutschen Produkten der Fall war.

Die Knallziehschnur

Abgeschlossen wird das Sortiment der Knalleffekte durch die Knallziehschnur und die Knallerbse. Bei der Knallziehschnur handelt es sich um eine etwa 30 bis 50 Zentimeter lange Schnur, in deren Mitte ein kleiner Knallkörper angebracht ist. Durch das schnelle Auseinanderziehen der Schnur wird dann der Knall ausgelöst, welcher allerdings nichts mit der Explosion eines Chinaböllers gemeinsam hat.

Die Knallerbse

Knallerbsen funktionieren wiederum ähnlich wie Knallfrösche und werden zur Zündung auf den Boden geworfen. Sie bestehen dabei aus zumeist buntem Papier und enthalten Granulat und Silberfulminat, wobei letzteres für die Sprengwirkung sorgt.

Diese beiden Arten von Knalleffekten dürfen aufgrund ihrer geringen Explosionswirkung auch ganzjährig gekauft werden, weshalb sie nicht nur an Silvester zum Einsatz kommen. Knalleffekte gibt es somit in verschiedensten Ausführungen, weshalb diese teils nicht nur an Silvester und auch von Kindern ausgelöst werden können.

Licht- und Raucheffekte wie Römisches Licht und Rauchpulver

Ein gutes Feuerwerk zeichnet sich nicht nur durch leuchtende und laute Explosionen, sondern auch durch atmosphärische und abwechslungsreiche Licht- und Soundeffekte aus. Aus diesem Grund gibt es auch noch Licht- und Raucheffekte, welche jedes Feuerwerk gelungen abrunden.

Das Römische Licht

Ein Klassiker der Licht- und Raucheffekte ist das Römische Licht. Bei diesem handelt es sich um ein dünnes Rohr, welches durch den Nutzer in der Hand gehalten wird.

Nachdem das Römische Licht entzündet wurde, werden im Sekundentakt Leuchtkugeln aus der Spitze geschossen, welche nach etwa zehn Metern verglühen. Das Römische Licht bietet dem Anwender somit die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wo sich die Lichteffekte vollziehen sollen.

Rauchpulver

Des Weiteren werden bei manchen Shows auch Rauchpulver eingesetzt, deren Rauchwirkung auch eingefärbt sein kann. Solche Rauchpulvergemische enthalten dabei unter anderem Ammoniumchlorid und Oxidationsmittel, welche nach dem Anzünden ihre Rauchwirkung entfalten.

Die Bengalischen Feuer

Letztlich gibt es bei den Licht- und Raucheffekten noch die Bengalischen Feuer. Bei diesen entsteht ein sehr greller und heißer Lichtschein, welcher mit einer intensiven Rauchentwicklung einhergeht.

Bengalische Feuer können dabei an festen Stellen entzündet oder aber in Form von Handfackeln abgebrannt werden. Sie enthalten dabei einen Brennstoff und diverse Metalle, wobei letztere darüber entscheiden, in welche Farbe die Flamme brennt.

Zudem gelten Bengalische Feuer aus diversen Gründen als gefährlich. So werden im Brandbereich sehr hohe Temperaturen von über 2.000°C erreicht und es entstehen dichte Rauchschwaden, welche an belebten Orten für Panik sorgen können.

Gezielt eingesetzt runden Licht- und Raucheffekte ein Feuerwerk jedoch gelungen ab und sorgen dafür, dass auch der Bodenbereich mit optischen Effekten versehen wird.

So schön ein Feuerwerk auch anzusehen ist - es kann auch schädlich sein...

Knalltrauma durch Feuerwerk - Hörschäden können dauerhaft bleiben

Silvesterknaller, Raketen und Signalpistolen sollen zum Jahreswechsel die bösen Geister vertreiben. Für mehrere tausend Menschen bringen sie jedoch dauerhafte Hörschäden. Wir erklären, was die Böller im Ohr bewirken und wie Sie sich schützen können.

Vom Pfeifton bis zum dauerhaften Hörschaden - die Silvesterknallerei bleibt vielen Menschen noch dauerhaft im Ohr. Rund 20.000 Patienten müssen jedes Jahr wegen plötzlicher Hörminderung oder Ohrgeräuschen durch Knallerei einen Arzt aufsuchen. Die Hälfte davon geht auf das Konto des Jahreswechsels.

Laut einer Studie suchten allein in der Silvesternacht 1999/2000 mehr als 8.100 Patienten einen Krankenhaus wegen Hörschäden auf. Rund 75 Prozent der Betroffenen waren Männer, jeder zweite war jünger als 25 Jahre.

Und auch in den Tagen nach Silvester verzeichnen HNO-Praxen einen vermehrten Zulauf von Patienten mit Innenohrschäden. Viele der Innenohrverletzungen sind auch durch medizinische Behandlungen nicht mehr zu beheben.

Was bewirkt der Knall im Ohr?

Mediziner bezeichnen den Knall von Böllern und Schreckschusspistolen als Impulslärm. Und dieser ist mit seinen Schalldruckspitzen von bis zu 190 dB deutlich gefährlicher als dauerhafter Lärm.

Im Abstand von zwei Metern erreichen Feuerwerkskörper Spitzenpegel bis zu 160 dB, Signalpistolen dürfen maximal 181 dB erreichen. Wer unmittelbar neben einem öffentlichen Feuerwerk steht, setzt sein Gehör einem Spitzenpegel einer noch höheren Dezibelzahl aus.

Im Ohr trifft der Schall direkt auf die vorderen Haarzellen, die wesentlich für das Hören von hohen Tönen verantwortlich sind. Durch den Druck werden viele dieser Zellen geschädigt - oftmals unwiederbringlich.

In leichten Fällen äußert sich die Schädigung durch vorübergehende Pfeiftöne im Ohr. Das Ohrensausen klingt dann nach einigen Stunden oder Tagen von allein wieder ab.

Aber nicht immer können sich die Haarzellen regenerieren. Ist der Schaden zu groß, kann ein Tinnitus zurückbleiben. Jeder zwanzigste Betroffene erleidet einen dauerhaften Trommelfellschaden.

Wie kann man das Gehör schützen?

Raketen und Böller gehören zu Silvester einfach dazu. Wer das neue Jahr mit einem Feuerwerk willkommen heißen möchte, sollte sich aber schützen - auch wenn man selbst nicht aktiv an der Knallerei beteiligt ist.

  • HNO-Ärzte empfehlen, beim Feuerwerk oder bei der Silvesterknallerei einen Gehörschutz zu tragen. Auch einfache Ohrstöpsel schützen Haarzellen und Trommelfell.
  • Nutzen Sie nur Feuerwerkskörper von anerkannten Herstellern und beachten Sie die Warnhinweise.
  • Geben Sie keine Knaller in die Hände von Kindern. Im Silvestertrubel können selbst gewissenhafte Kinder unachtsam sein und dadurch sich selbst und Umstehende gefährden.
  • Halten Sie ausreichend Abstand zu Raketen, Böllern und Co.

Weitere Tipps zum sicheren Umgang mit Feuerwerkskörpern

Um Verletzungen zu vermeiden, sollte man bereits beim Kauf einpaar Dinge bachten. So gelten ein CE-Zeichen plus Registrierungsnummer oder die BAM-Zulassungsnummer als Hinweis darauf, dass das Feuerwerk geprüft wurde.

Wichtig ist ebenso die richtige Lagerung: in der Nähe von Kerzen oder beispielsweise auf einem warmen Platz, wie dem Ofen, haben sie nichts verloren. Bevor man die Feuerwerkskörper verwendet, sollte die Anleitung sorgfältig durchgelesen werden.

Was das Mindestalter angeht, so gilt: Feuerwerk der Kategorie 1 wie Wunderkerzen oder Tischfeuerwerk, dürfen Kinder erst ab 12 Jahren nutzen. Kleinfeuerwerk der Kategorie 2, wie Chinaböller, Raketen, Sonnenräder, hingegen gehört erst gar nicht in Kinderhände - das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Außerdem zu beachten: das Feuerwerk darf nur am 31. Dezember / 1. Januar eines Jahres verwendet werden.

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