Günstig in den Urlaub - mit dem Prinzip des Glückshotels könnte es klappen

Fliegen - Abflug-Anzeigetafel im Flughafen

Als Glückshotel wird eine Hotelbuchung bezeichnet, die auf gut Glück vorgenommen wird. Außer einigen wenigen Rahmenbedingungen lässt sich der Urlauber von seinem Reiseziel, dem Aufenthaltsort sowie vom Urlaubsverlauf insgesamt überraschen. Er verlässt sich auf sein Glück, einen guten Griff getan zu haben.

Was versteht man unter "Glück"?

Der Begriff Glück lässt sich vielfältig definieren. Dazu gehören im entfernteren Sinne auch der glückliche Zufall, oder der günstige, der sprichwörtlich glückliche Ausgang eines Ereignisses. Glück lässt sich nicht planen, es widerfährt dem Glücklichen.

Der Urlaub sind die schönsten Wochen des Jahres. Um sie optimal zu gestalten, wird im wahrsten Sinne des Wortes nichts dem Glück überlassen. Alles wird geplant, organisiert und strukturiert, damit der Urlaub möglichst so verläuft, wie er vorgesehen ist. Anschließend heißt es mit einem erleichterten Stoßseufzer "Was ein Glück, dass alles so gut gegangen ist".

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass alles andere kein Glück, sondern geradezu ein Unglück gewesen wäre. Das geht hin bis einem Rechtsstreit mit dem Reiseveranstalter.

Die Pauschalreise

Das typische und positive Beispiel für einen durchgestylten Urlaub ist die Pauschalreise. Der Reiseveranstalter bietet eine Vielzahl und Vielfalt an Dienstleistungen an. Sie werden pauschal zu einem Gesamtbetrag zusammengefasst und in einer Summe bezahlt.

Der Urlauber weiß anhand des Reisevertrages genau, was er zu welchem Preis bezahlt hat. Darauf hat er einen vertraglichen Anspruch. Er ist jetzt glücklich, dass er seine Rechte bis ins Detail kennt und sie durchsetzen kann.

Das Glückshotel

Das Prinzip eines Glückshotels ist das genaue und beabsichtigte Gegenteil. Der Urlauber geht ganz bewusst und vorsätzlich ein überschaubares Risiko ein. Er macht die durchstrukturierte Pauschalreise zu einer Überraschungsreise. Bis auf die Entscheidung über den ungefähren Zielort, die Sternekategorie des Hotels sowie die Zimmerart überlässt er alles andere buchstäblich seinem Glück. Das liegt darin, dass er kurzfristig, oftmals erst bei der Abreise oder Ankunft am Urlaubsort, Näheres zu den bis dahin fehlenden Informationen erfährt.

Für den Urlauber ist das ein kalkulierbares Abenteuer. Um sich darauf einzulassen, muss er kurzentschossen, flexibel und aufgeschlossen gegenüber allem Ungeplanten sein.

Last-Minute-Prinzip

Glückshotels können als eine nächste Stufe von Last Minute bezeichnet werden. Bei einer Last Minute-Buchung darf der Zeitabstand zwischen Buchung und Reiseantritt zwei Wochen nicht überschreiten. Wenn auch spät, so weiß der Last Minute-Reisende dennoch genau, was ihn erwartet. Gerade er legt Wert darauf, eben weil er so spät bucht. Ohne diese vertragliche Sicherheit würde er, auch als Spätbucher, die Pauschalreise nicht gebucht haben.

Doch bei weitem nicht alle Last Minute-Angebote werden auch tatsächlich verkauft beziehungsweise gebucht. Diese übriggebliebenen Restbestände sind die Grundlage für das Prinzip der Glückshotels.

Der Reiseveranstalter hat schon Monate vorher verschiedene Leistungen am Zielort optional beziehungsweise fest gebucht oder auch schon bezahlt. Keine Reisebuchung bedeutet für ihn ein Verlust, sie ist ein Minusgeschäft. Das ist im Einzelfall der Worst Case.

Bevor es dazu kommt, werden die Vorstellungen zu Umsatz und Gewinn schrittweise reduziert. Aus der regulären Pauschalreise wird das Last Minute-Angebot, und daraus dann, verbunden mit einem nochmaligen Einnahmeverlust, das Angebot des Glückshotels. Das vom Reiseveranstalter gecharterte Flugzeug hebt ohnehin ab und muss bezahlt werden. Jetzt geht es dem Reiseveranstalter darum, den Kostenfaktor Hotelbelegung möglichst neutral zu gestalten.

Teuer wird es für ihn, wenn das Zimmer nicht belegt wird. Er muss es bezahlen, ohne als Gegenwert die Einnahme zu erhalten. Nach dem Grundsatz "wenig ist besser als nichts" wird also nochmals deutlich an der Preisschraube gedreht.

Vorteile der Glücksreise

Der abenteuerfreudige Urlauber profitiert von dieser Situation und kann mit seinem Glückshotel durchaus glücklich werden. Er sieht sich nicht an einen bestimmten Ort oder an eine Region gebunden. In demselben Land hat er die Garantie einer gleichartigen Hotelkategorie, was sich unter anderem auf Service, Dienstleistungen sowie Art und Qualität der Verpflegung auswirkt.

Die Reiseveranstalter bewerben in der heutigen Zeit weltweit und bewusst ihre Glückshotels. Eine Onlinebuchung ist denkbar einfach, weil sich viele der ansonsten interessierenden Fragen gar nicht stellen. Sie werden bei Reiseantritt, während der Reise oder erst bei der Ankunft beantwortet und insofern dem Glück überlassen.

Für wen Glücksreisen geeignet sind

Glückshotels sind ideal für Spontanreisende, die sich gerne überraschen lassen und im Übrigen auf den gewohnten Reisekomfort nicht verzichten wollen. Für sie ist es eher ein Abenteuer, ob sie hier oder da in einem Viersternehotel ihren Urlaub verleben.

Wichtig ist die gewünschte Hotelkategorie, die bei der Buchung des Glückshotels vom Reiseveranstalter zugesichert wird. Der weiß oftmals selbst erst kurz vor Reiseantritt, wohin die Reise letztendlich führt.

Moderne EDV-Programme sowie ein dichtes Netzwerk der Reiseveranstalter mischen die Glücksangebote immer wieder neu und passen sie der aktuellen Nachfrage an. Nur diese Technik macht es den Reiseveranstaltern möglich, einerseits ihre Kosten weiter zu minimieren, und andererseits attraktive Reiseangebote zu machen. Die richten sich an einen bestimmten Personenkreis, der stetig zunimmt.

Wenn der Sommer an der Nord- oder Ostsee zu verregnen droht, dann ist das Glückshotel eine sonnige Alternative. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht teurer und bringt noch einige Überraschungen zusätzlich mit sich.

Das Glückshotel ist wie der Lottotreffer mit einer Gewinngarantie. Es ist ein Glücksgriff, mit dem nichts falsch, sondern alles richtig gemacht werden kann.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: abflug © Philipp Baer - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom

Weitere Artikel zum Thema