Schwiegereltern - Bedeutung und Tipps, um ein gutes Verhältnis zu ihnen aufzubauen

Junges Paar mit Eltern und Kindern auf Sofa im Wohnzimmer, lachend

Der gesunde Abstand zu den Schwiegereltern - Welche Grenzen man Schwiegereltern setzen sollte

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  • von Paradisi-Redaktion

Das Verhältnis zu den Schwiegereltern ist in vielen Ehen ein immerwährendes Dauerthema. Fast jeder Verheiratete kann davon berichten. Mit etwas Anstrengung und gegenseitigem Respekt sollte es jedoch in den meisten Fällen zu schaffen sein, ein gutes Verhältnis zu den Schwiegerelten aufzubauen und auch zu erhalten. Was Sie für ein gutes Verhältnis zu Ihren Schwiegereltern tun können, und welche Bedeutung Sie diesen zukommen lassen sollten, erfahren Sie hier.

Die Bedeutung der Schwiegereltern

Machen Sie sich einmal bewusst, dass Ihre Schwiegereltern es waren, die Ihren Partner oder Ihre Partnerin aufgezogen und durch's Leben begleitet haben. Wer selbst Kinder hat, dem fällt dieser Gedanke leichter, und der kann sich vielleicht eher in seine Schwiegereltern hineinversetzen.

Bedenken Sie, dass Ihr Partner von seinem Zuhause geprägt wurde, und dass Ihre Schwiegereltern viel dazu beigetragen haben, dass er der Mensch werden konnte, der er heute ist, und in den Sie sich verliebt haben. Allein dies spricht doch dafür, dass Sie in Ihren Schwiegereltern auch viel Gutes finden können, das Sie an Ihrem Partner schätzen. Begegnen Sie Ihnen daher mit Respekt und Freundlichkeit.

Tipps zum richtigen Umgang innerhalb der Familie

Ein Besuch bei den Eltern Ihres Partners soll ein Zusammenwachsen ermöglichen und kein Aufsehen erregen. Nicht nur die Familie Ihres Partners wird über einen angenehmen und freundlichen Besuch erleichtert und glücklich sein, sondern auch Ihr Partner. Machen Sie sich im Vorfeld des Besuches Gedanken und lernen Sie Seiten an Ihrem Partner im Kreise seiner Familie kennen, die Ihnen bisher verborgen geblieben sind.

Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Partner und sich

Natürlich sind Sie dort, um die Familie Ihres Partners zu sehen. Ein Teil des Besuchs besteht daraus, dass die Eltern des Partners sehen können, wie Sie zusammen harmonieren. Wenn Sie an eine Auszeit für Ihre Beziehung denken und den Blick für sich beide, trotz des Umfelds, nicht verlieren, wird Ihre Beziehung verbundener und harmonischer sein.

Achten Sie darauf, dass Sie pro Tag eine Stunde nur für Ihren Partner und sich haben. Setzen Sie diese Priorität für Ihre Beziehung.

Gehen Sie zum Beispiel spazieren, fahren Sie in die Stadt und trinken Sie einen Kaffee. Die Familie Ihres Partners wird vielleicht überrascht sein. Sie geben Ihnen durch diese Umsetzung ein klares Zeichen dafür, welche Priorität und Wichtigkeit Ihre Beziehung für Sie hat.

Seien Sie transparent

Auch wenn Sie nicht verheiratet sind, wird die Familie Ihres Partners prüfen, ob Sie in die Familie passen. Zeigen Sie Ihre Liebe zu Ihrem Partner in angemessener Weise und Sie werden den Familienmitgliedern dabei helfen, sich schnell mit Ihnen in ihrer Mitte wohl zu fühlen.

Machen Sie die Verbindung zu Ihrem Partner deutlich. Familien wollen sehen und fühlen, dass Sie die Richtige sind und welchen besseren Weg gibt es, wenn man die gegenseitige Zuneigung und Verbindung sichtbar macht?

Zeigen Sie das Interesse an den einzelnen Familienmitgliedern

Verbringen Sie mit den jeweiligen Familienmitgliedern Zeit und zeigen Sie Ihre Persönlichkeit außerhalb der Beziehung zu Ihrem Partner. Erzählen Sie auch, wie wundervoll Ihr Partner zu Ihnen und wie schön das Zusammensein mit ihm ist.

Wenn Sie sich entsprechend Ratschlag 1 vorbereitet haben, wissen Sie, was die Gesprächsthemen der Familie sind. Wenn Sie mit den einzelnen Familienmitgliedern zusammen sind, können Sie darauf zurückgreifen und interessante Gespräche beginnen.

Vermeiden Sie Streitereien

Beginnen Sie keine Gespräche zum Thema Religion oder Politik. Viele Menschen haben tief sitzende Meinungen und Standpunkte zu diesen Themen und nehmen die Themen und Diskussionen sehr persönlich. Wenn Sie bei diesen Themen nicht derer Meinung sind, ist den anderen mitunter nicht klar, dass es um ein abgeschlossenes Thema geht und greifen die Diskussion als eine persönlichen Angriff auf.

Reden Sie über

und halten Sie immer Ihren Sinn für Humor hellwach. Sie sind sich nicht sicher, ob Sie den Mund halten können? Ok, dann versuchen Sie von Zeit zu Zeit nur zu lächeln und zu nicken und atmen Sie innerlich aus. Jede Familie hat ihren eigenen Rhythmus, ihren eigenen Witz und schwelende Fehden.

Es geht nicht darum, dass es falsch ist, wenn Sie mit dem Bruder Ihres Partners in eine Diskussion zum Thema Politik geraten, es heißt nur, dass nichts Sinnvolles aus dem Gespräch mit dem Bruder herauskommt, wenn er mit diesem Thema konfrontiert wird. Wenn die Mutter Ihres Partners Sie leider angreift, dann versuchen Sie nicht dieselbe Strategie anzuwenden.

Vergeltung erzeugt Spannung und das wirft ein schlechtes Licht auf Sie. Seien Sie schlauer als die Mutter Ihres Partners und zeigen Sie Stärke und zeigen Sie intelligent auf, worin der Fehler in der Ansicht der Mutter liegt. Lächeln Sie freundlich, während Sie die Kritik abweisen und behalten Sie Ihre unterdrückten Gefühle für die Rückkehr nach Hause, bis Sie bei Ihrer besten Freundin oder Ihrem Friseur sind.

Hat man sich ein wenig kennen gelernt, gilt es, an der Beziehung zu den Schwiegereltern zu arbeiten, damit auch auf Dauer ein gutes Verhältnis möglich ist...

Ein gutes Verhältnis zu den Schwiegereltern aufbauen

Natürlich ist es möglich, dass man sich gegenseitig nicht auf den ersten Blick sympathisch ist. Bedenken Sie jedoch, dass mit der Heirat auch Ihre Schwiegereltern ein Teil Ihrer Familie werden.

Bemühen Sie sich also um ein möglichst gutes Verhältnis. Ist dies partout nicht möglich, dann vermeiden Sie zumindest Streitigkeiten und halten Sie sich dort zurück, wo es Ihnen möglich ist. Wenn Sie später einmal Kinder haben, dann werden die Schwiegereltern als Großeltern wichtige Bezugspersonen für Ihre Kinder sein, deshalb sollte möglichst keine Zwietracht herrschen.

Ein gutes Verhältnis zu den Schwiegereltern aufzubauen tut der eigenen Beziehung gut
Ein gutes Verhältnis zu den Schwiegereltern aufzubauen tut der eigenen Beziehung gut

Respekt und Wertschätzung zeigen

Zeigen Sie Ihren Schwiegereltern, dass Sie sie respektieren und schätzen. Behandeln Sie sie zuvorkommend und laden Sie sie gelegentlich einmal ein, oder zeigen Sie Ihnen durch sonstige Aufmerksamkeiten und Hilfe Ihre Sympathie.

Schwiegermütter sind häufig eifersüchtig auf ihre Schwiegertöchter, genauso wie Schwiegerväter es nicht immer leicht haben, ihre Schwiegersöhne zu akzeptieren. Je freundlicher Sie gleich von Anfang an auf Ihre Schwiegereltern zugehen, desto eher werden sie Sie auch an der Seite ihres Kindes akzeptieren und mit der Zeit ins Herz schließen.

Schwiegermütter sind besser als ihr Ruf

Reife Frau mit Hut lächelt in die Kamera, stützt Kinn auf ihre Hand
Summer Senior - Beautiful © Lisa F. Young - www.fotolia.de

Das Gewis Institut aus Hamburg hat nach einer repräsentativen Umfrage festgestellt, dass sich rund zwei Drittel der Frauen sehr gut mit ihren Schwiegermüttern verstehen. Hingegen leidet bei etwa 28 Prozent der befragten Frauen die Partnerschaft unter einer schwierigen Beziehung zu der Mutter ihres Partners.

Gibt es bei Auseinandersetzungen mit der Schwiegermutter einmal Ärger, dann fordern 94 Prozent der Frauen, dass ihr Mann ihnen zur Seite steht. Für die Studie wurden 1024 Frauen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren befragt.

Warum die Beziehung zur Schwiegermutter so schwierig ist

Wenn die Schwiegertochter zur Konkurrentin wird

Großmutter mit ihrem Enkelsohn
grandmother and grandson © absolut - www.fotolia.de

Der Ruf der Schwiegermütter kommt nicht von ungefähr. Auch Wissenschaftler behaupten, dass sie der Schwiegertochter schon immer das Leben schwer machten – in allen Kulturen von Indien bis Europa.

Enkelkinder bei der Oma mütterlicherseits besser aufgehoben?

Daten von Bauernfamilien des 18. und 19. Jahrhunderts belegen, dass von der Oma väterlicherseits betreute Babys sogar geringere Überlebenschancen hatten, als jene, die mit der Oma mütterlicherseits unter einem Dach lebten. Entwicklungsgeschichtliche Erklärung: Nur die Mutter der Frau war sicher, dass der Enkel wirklich ihrer Linie entstammt.

Die Mutter des Mannes dagegen konnte befürchten, dass sie sich um ein fremdes Enkelkind kümmert. Das belastete das Verhältnis zu den Schwiegertöchtern. Schlechte Verhältnisse gibt es auch heute noch: "Nicht einmal die Hälfte aller Frauen finden gute Worte für die Schwiegermutter, aber immerhin 93 Prozent der Männer", weiß Anne-Bärbel Köhle, Chefredakteurin des Apothekenmagazins Baby und Familie aus aktuellen Umfragen.

Partnerin des Sohnes als Konkurrenz

Die Ursache aus Sicht von Psychologen: Viele Mütter können den Sohn nicht loslassen, sehen dessen Partnerin als Konkurrenz und kommen mit dem Leben des Paares nicht klar. Andererseits können sich die jungen Frauen nicht in die Schwiegermutter hineinversetzen.

Ein Viertel der jungen Familien werden von den Schwiegereltern finanziell unterstützt

Großeltern mit ihrem kleinen Enkelkind
gramps, granny and me © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Laut einer Umfrage, die das Apothekenmagazin "BABY und Familie" in Auftrag gegeben hatte, werden heutzutage mittlerweile etwa ein Viertel der jungen Familien von den Schwiegereltern finanziell unterstützt. Im Jahr 2002 lag der Prozentsatz noch bei 20,8 Prozent, heute beträgt er schon im Durchschnitt 24 Prozent, wobei meistens die unter 30-Jährigen mit 44,5 Prozent von den Eltern des Partners unterstützt werden.

Bei den Älteren im Alter von 30 bis sogar 59 Jahren liegt der Anteil bei etwa 21,3 Prozent. Meistens wird das Geld für die erste gemeinsame Wohnung oder auch für einen Hauskauf benötigt, aber auch für die Finanzierung eines Autos wird das Geld der Schwiegereltern gerne in Anspruch genommen.

Viele Frauen können ihre Schwiegermutter nicht gut leiden

Alte Frau mit weißen Haaren wird von Tocher im Arm gehalten, beide lächeln in die Kamera
Young woman and her grandmother © absolut - www.fotolia.de

Die Umfrage der Website Gurgle.com versichert das, was bereits viele erahnten: Rund drei Viertel der Frauen, die in einer Partnerschaft oder Ehe leben, können ihre Schwiegermutter nicht leiden. Am meisten nervt nach Angaben der Befragten die Überfürsorge oder das besserwisserische Verhalten der Schwiegermutter.

Sieben von zehn Befragten geben sogar an, ihre Schwiegermutter absolut nicht leiden zu können und 39 Prozent bemängelten das unangemessene Einmischen in die Kindeserziehung. Besonders nervtötend erscheint in diesem Bereich das übermäßige Verwöhnen des Nachwuchses. Sieben Prozent finden einen unangekündigten Besuch seitens der Schwiegermutter äußerst ärgerlich. Ein Fünftel der Frauen bemängelt, dass ihr Mann zu sehr bemuttert wird und in etwa genau so viele wünschen sich weniger Präsenz der Schwiegermutter.

Gründe für diese Ergebnisse sind nach Angaben der Website-Redakteurin, dass Kritik seitens angeheirateter Familienmitglieder nicht so einfach zu verdauen ist wie die aus der eigenen Familie.

Die böse Schwiegermutter ist laut der Deutschen ein absolutes Klischee

Nicht selten hört man, dass sich die jeweiligen Partner mit deren Schwiegereltern nicht verstehen und dies wird auch gerne in Filmen oder Witzen und Sprichwörtern klischeehaft dargestellt. Doch wie eine Umfrage eines Gesundheitportals nun ergeben hat, sieht die Wirklichkeit ganz anders aus. Insgesamt sagten drei Viertel der Teilnehmer aus, sie würden die "böse Schwiegermutter" nur als Klischee ansehen.

80,8 Prozent der befragten Deutschen betonten, von ihren Schwiegereltern "sehr herzlich aufgenommen" worden zu sein und 71,8 Prozent gaben an froh darüber zu sein, dass sie mit ihren Problemen zu ihnen kommen könnten. Das Verhältnis zu ihren Schwiegereltern beschrieben 69,8 Prozent als "besonders freundschaftlich und vertrauensvoll".

Deutsche haben ein gutes Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter

Junge Frau mit Großmutter, beide halten Teetassen in Hand und lachen in Kamera
Grandparent and daughter © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Wie die "Apotheken Umschau" im Rahmen einer Umfrage festgestellt hat, haben die Deutschen ein wirklich gutes Verhältnis zu der Mutter ihres Partners oder ihrer Partnerin. Insgesamt wurden 598 Personen ab 14 Jahren, die in einer Partnerschaft leben, zu dem Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter befragt. 14% der Befragten kontaktieren fast jeden Tag ihre Schwiegermutter. 30,1% besuchen sie etwa ein- bis dreimal in der Woche und 35,3% rund ein- bis zweimal pro Monat.

Vor allem die Jugendlichen sehen ihre Schwiegermütter öfters, da sie meist noch im Elternhaus wohnen und somit nicht nur den Partner sondern auch die Eltern regelmäßig sehen. Sind die Kinder dann aus dem Haus, wird auch der Elternbesuch seltener, doch ab 30 Jahren intensiviert sich das Verhältnis zur Schwiegermutter dann wieder.

Böse Schwiegermutter, fieser Schwiegervater?

Wie das Zusammenleben mit den Schwiegereltern funktioniert

Älteres Paar lächelt in Kamera, im Hintergrund Meer
A senior old couple enjoying at a vacation © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Über kein Familienmitglied gibt es so viele böse Sprüche, so viele fiese Lieder und Spitznamen wie über die Schwiegermutter. Vor allem Frauen sollen es schwer mit der Mutter ihres Göttergatten haben - während umgekehrt Männer sich schon einmal in direkter Konkurrenz zum Vater Ihrer Auserwählten fühlen können.

Verständnis für die Gegenseite

Doch selbst, wenn keine unmittelbar persönlichen Konflikte ins Haus stehen, kann der Umgang mit Schwiegermama und - Papa manchmal kompliziert werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Denn zum Einen fühlen sich viele Eltern immer noch als diejenigen, die ihr Kind eigentlich am besten kennen - und, noch schlimmer, am besten wissen, was gut für den Sohn oder die Tochter ist.

Hier ist beiderseitiges Verständnis nötig: Partner sollten verstehen, dass die Eltern ihres bzw. ihrer Liebsten auch nur Menschen mit Fehlern sind - und womöglich Verlustängste haben. Je unterschiedlicher die Lebensentwürfe und Wertvorstellungen, desto krasser können diese ausfallen.

Auch deshalb mischen sich (Schwieger-) Eltern immer wieder ein, wenn es um Themen wie Wohnungseinrichtung, Erziehung der (Enkel-) Kinder oder auch schlicht die Frage, ob man in der Wohnung rauchen sollte oder nicht, geht.

Grenzen sind wichtig

Während man über das ein oder andere schnippische Wort ruhig einmal hinweghören darf, sollte man sich eines allerdings nicht gefallen lassen: Permanente Einmischung. Hier ist es wichtig, Grenzen zu ziehen - und zwar zunächst einmal für sich selbst.

Es entlastet die Beziehung ungemein, wenn jeder Partner für sich entscheiden darf, welche gut gemeinten Tipps er von den Eltern bzw. Schwiegereltern annimmt und welche nicht. Dabei sollten Sie niemals persönlich oder gar ausfallend werden, sondern die Sache sportlich sehen: "Nein, das sehe ich anders" ist oft effektiver als eine Grundatzdiskussion oder gar ein beleidigtes "In meinem Haus bestimme ich".

Bei gemeinsamen Aufgaben wie Wohnung oder Kinder sollte man sich natürlich einig sein - und dies auch vor den (Schwieger-) Eltern demonstrieren. Tipp: Vor dem Besuch über wichtige Themen sprechen und eine gemeinsame "Richtung" bestimmen - diese muss ja nicht auf immer und ewig bindend sein, aber zumindest für den Moment gültig bleiben.

Spaß haben statt streiten

Es klingt vielleicht banal, ist aber immer noch die wirksamste Methode, um mit den eigenen Schwiegereltern gut auszukommen: Unternehmen Sie etwas zusammen! Und das meinen wir wörtlich - planen Sie einen Ausflug, gehen Sie ins Kino oder Theater oder verbringen Sie einen schönen Abend beim Italiener um die Ecke.

Gemeinsame Erlebnisse schweißen zusammen und können sogar darüber hinweghelfen, dass man sich eigentlich nicht immer so viel zu sagen hat. Und: Je mehr Zeit wir mit anderen Menschen verbringen, umso eher verstehen wir sie - ohne lange Diskussionen und ohne harte Konflikte. Die sollte man nämlich wirklich nur angehen, wenn man sich auch wirklich sicher ist, dass man damit nicht mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

In vielen Fällen erweist sich das Verhältnis zu den Schwiegereltern jedoch als schwierig - mit ein wenig Abstand lässt sich dennoch eine friedliche Beziehung zueinander führen...

Der gesunde Abstand zu den Schwiegereltern

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Ihre Schwiegereltern eine zu wichtige Rolle in Ihrem Familienleben spielen? Dann geht es Ihnen wie vielen Paaren.

Doch wie viel Abstand sollte man am besten zu seinen Schwiegereltern halten? Diese Fragen kann man nicht pauschal beurteilen. Es kommt immer auf die Familienkonstellation und auf das Verhältnis zueinander an.

Unterschiedliche Erwartungen erfordern unterschiedliche Grenzen

Viele Paare leben in sehr engem Kontakt mit ihren Schwiegereltern. Manchmal nur mit einem Schwiegerelternpaar, manchmal sogar mit beiden. Versteht man sich dabei allgemein gut, so kann dieser enge Kontakt durchaus eine Bereicherung sein.

Auch die Kinder haben Vorteile davon, wenn sie ihre Großeltern als enge Kontaktpersonen lieben und schätzen lernen, und sie nicht nur zum Geburtstag und an Weihnachten sehen. In gut funktionierenden Familienkonstellationen ist es aber meist so, dass die Grenzen sehr genau abgesteckt sind. Automatisch gibt es Grenzen, an denen man sich mit seiner Meinung zurückhält und sich nicht unaufgefordert einmischt.

Besprechen verschiedener Probleme

Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang der Zusammenhalt, den Sie mit Ihrem Partner pflegen. Dazu gehört es zum Beispiel auch, Probleme in der Partnerschaft nicht mit der eigenen Mutter oder dem eigenen Vater zu besprechen, sondern lieber direkt mit dem Partner selbst zu lösen.

Es gibt Themen, für die sind die eigenen Eltern einfach nicht der richtige Ansprechpartner. Machen Sie Ihrem Ärger stattdessen lieber bei einer Freundin Luft.

Dasselbe gilt, wenn Sie sich über Ihre Schwiegermutter oder Ihren Schwiegervater ärgern. Ist das Problem überschaubar, so schimpfen sie nicht beim Partner über seine Eltern, sondern tauschen Sie sich lieber mit Freunden aus. Sollten die Probleme mit den Schwiegereltern jedoch elementar und andauernd werden, müssen Sie sich in jedem Fall mit dem Partner besprechen.

Die gesunde Balance

Am einfachsten ist es, zu den Schwiegereltern einen gesunden Abstand zu halten, wenn diese auch noch andere Interessen haben und selbst möglichst aktiv sind. Dann werden sie sich ganz automatisch weniger auf das Beziehungsleben ihrer Kinder konzentrieren, sondern in ihrem eigenen Leben genug Unterhaltung haben.

Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, dass Ihre Schwiegereltern sich zu sehr auf Sie und Ihre Familie konzentrieren, so müssen Sie versuchen, sich abzugrenzen. Machen Sie höflich aber bestimmt deutlich, dass Sie auch eigene Interessen und Hobbies haben. Halten Sie den Kontakt, aber stehen Sie nicht ständig zur Verfügung.

Wenn Sie häufige Besuche anstrengend finden, dann versuchen Sie, den Kontaktwunsch der Schwiegereltern so zu bedienen, dass nicht die Schwiegereltern Sie besuchen, sondern Sie die Schwiegereltern. Damit geben Sie weniger von Ihrem persönlichen Freiraum preis und können die Besuchsdauer besser steuern.

Jeder kann etwas beitragen

Damit das Verhältnis zwischen den unterschiedlichen Generationen funktioniert, sollte jeder in seiner Familienrolle etwas dazu beitragen. Die Schwiegermutter eines Sohnes sollte akzeptieren, dass sie nicht mehr die alleinige weibliche Rolle im Leben ihres Kindes spielt. Sie sollte dazu in der Lage sein, ihren Sohn "gehen" zu lassen, ohne sich dabei angegriffen zu fühlen.

Die Schwiegertochter sollte akzeptieren, dass sie zwar jetzt die Nummer 1 im Leben ihres Partners ist, jedoch nicht die erste Frau in dessen Leben war. Dank seiner Mutter hat der Sohn ein bestimmtes Frauenbild, an dem er seine Partnerin unbewusst messen wird. Der Schwiegersohn sollte ebenso akzeptzieren, dass seine Frau dank ihres Vaters an einem bestimmten Männerbild hängt, an dem sie ihn wiederum messen könnte.

Der Vater einer Tochter sollte es ohne Probleme zu verursachen ertragen können, dass seine Tochter nun einen anderen Mann in ihrem Leben hat und dieser ihre neue Nummer 1 darstellt. Die Schwiegereltern generell sollten versuchen, die neue Konstellation als Bereicherung zu sehen; die Schwiegerkinder wiederum sollten ihre Schwiegereltern samt Andersartigkeiten akzeptieren und bestenfalls lieben lernen.

Fazit

Wenn es um das Verhältnis zu den Schwiegereltern geht, sind Anfangsschwierigkeiten sind ganz normal. Achten Sie nur darauf, dass die Fronten sich nicht gleich verhärten.

Bringen Sie nach Möglichkeit auch Ihren Partner nicht in die schwierige Situation, dass er in einem Streit zu sehr Stellung beziehen muss. Dies lohnt sich nur dann, wenn die Missstimmungen wirklich in böse Streitereien ausarten. Hier in unserem separaten Artikel gehen wir auf typische Streitigkeiten mit den Schwiegereltern ein und geben Tipps zur Lösung von Problemen.

Wenn der Mann zu sehr an Mutti hängt: Der richtige Umgang mit Schwiegermüttern

Nahaufnahme alte Frau mit weißen Haaren steht auf Balkon, Kopf auf die Hand gestützt
Senior woman © absolut - www.fotolia.de

Jeder Mann wird zunächst von einer einzigen Frau geprägt: Der Mutter. Diese Beziehung wirkt häufig auch noch im Erwachsenenalter nach, wenn er ein Verhältnis mit einer gleichaltrigen Partnerin eingeht - und sorgt bei dieser häufig für Frust. Vor allem wenn die Schwiegermutter eifersüchtig auf die neue Frau im Leben des geliebten Sohns ist oder sich ständig in Fragen um den Haushalt und die Erziehung der Kinder einmischt.

Rückenstärkung vom Mann

Für junge Frauen eine heikle Gratwanderung, denn sie wollen sich als selbständige Ehefrau und Mutter beweisen, zugleich aber weder den Partner noch seine Mutter vor den Kopf stoßen. Dabei ist es natürlich hilfreich, wenn der Partner seiner Frau - notfalls gegen die eigene Mutter - den Rücken stärkt und sich beide als festes Team präsentieren. Wer sich immer nur anpasst, in der Hoffnung es allen recht zu machen, frisst jahrelang den Ärger in sich hinein - bis es irgendwann zum großen Knall kommt.

Verständnis seites der Schwiegermutter aufbringen

Hilfreich ist es aber auch, sich in die Lage der Schwiegermutter zu versetzen: Wenn ihr Sohn das heiratsfähige Alter erreicht, befindet sie sich häufig in den Wechseljahren, hadert mit dem Älter werden und muss mit dem nahenden Tod der eigenen Eltern fertig werden. Viele klammern sich dann aus Angst alleine auf dem Abstellgleis zu laden an die nachfolgende Generation.

Nicht ohne seine Mutti: Warum es immer wieder Ärger mit der Schwiegermutter gibt

Mann und Frau Rücken an Rücken nach Streit
Quarrel between men and women © Tatyana Gladskih - www.fotolia.de

Wer seinen Traumprinzen gefunden hat, muss ihn so nehmen wie er ist - einschließlich seiner Mutter. Dass die böse Schwiegermutter kein Klischee aus Romanen ist, sondern tatsächlich existiert, kann auf zahllosen Internetforen nachgelesen werden, auf denen sich junge Frauen über ihre Erfahrungen austauschen. Die meisten ärgern sich, wenn die Schwiegermutter ihnen in die Kindererziehung reinreden will oder im Haushalt alles besser weiß.

Lösungsvorschläge

In vielen Fällen können die Wogen schnell geglättet werden, zum Beispiel wenn ganz einfach Mentalitätsunterschiede hinter den Problemen stecken und eine offene Aussprache hilft.

Schwieriger ist es jedoch, wenn der Ärger jahrelang unterdrückt wird und sich irgendwann explosionsartig entlädt. Gefordert sind jedoch nicht nur die beiden Frauen selbst, sondern auch die beteiligten männlichen Partner.

Schikaniert seine Mutter die neue Ehefrau, muss er sich klar auf die Seite der Partnerin stellen und seine Mutter in die Schranken weisen.

Hilfreich kann es auch sein, sich in die Lage der Mutter hineinzuversetzen, die möglicherweise unter einem "Empty Nest-Syndrom" leidet und Angst hat, in Zukunft ganz alleine zu sein. Freundschaftsangebote der neuen Partnerin können dann helfen, aus der potenziellen Feindin eine Verbündete zu machen.

Grundinformationen zu Schwiegereltern

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Extended family in living room smiling © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Grandparents hugging with couple in background © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

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