18. November 2009
Haben Sie sich entschieden, mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin gemeinsam eine Paarberatung aufzusuchen? Dann haben Sie den ersten - aber sehr wichtigen - Schritt bereits getan, um Ihre Beziehung zu retten. Denn vielen Paaren gelingt es trotz guter Vorsätze und guten Willens nicht, die Probleme in Ihrer Partnerschaft ohne fremde Hilfe zu lösen. Das ist keine Schande - im Gegenteil: Es spricht für Sie und für Ihr Verantwortungsbewusstsein, wenn Sie sich professionelle Hilfe holen.
Doch wie läuft eine solche Paarberatung ab? Das ist natürlich von Therapeut zu Therapeut verschieden. Auch gibt es unterschiedliche Herangehensweisen und Abfolgen. Die grundlegenden Schritte sind jedoch in den meisten Paarberatungen dieselben:
Bevor die Beratung beginnt, macht sich der Berater oder Therapeut mit dem Paar vertraut. Im Idealfall gelingt es ihm, eine Gesprächsebene mit beiden Partnern zu finden. Für das weitere Gespräch ist es wichtig, dass beide Partner den Berater akzeptieren und sich ihm auch öffnen können. Eine gewisse gegenseitige Sympathie oder zumindest die Anerkennung der fachlichen Autorität sollten gegeben sein. Natürlich kann es auch vorkommen, dass die Chemie zwischen dem Berater und einem oder beiden Partnern gar nicht stimmt. Ein guter Berater erkennt dies und bietet von sich aus Alternativen an.
In einem zweiten Schritt ist es wichtig, dass beide Partner sich aussprechen dürfen. Nacheinander dürfen beide Partner berichten, wo sie die grundlegenden Schwierigkeiten in ihrer Beziehung sehen. Der Berater fungiert hier als Moderator. Er bittet den Partner, der nicht an der Reihe ist darum, aufmerksam zuzuhören. Die Äußerungen des redenden Partners bleiben im Raum stehen und werden nicht bis in die Wurzeln ausdiskutiert. Konnten beide Partner zu ihrer Beziehung und den Problemen Stellung nehmen, so fasst der Berater die wichtigsten Punkte zusammen.
Er analysiert die Gesamtsituation und schlägt einige aus seiner Sicht wichtige grundlegende Punkte vor, an denen gemeinsam gearbeitet werden sollte. Nun ist es möglich, einen Punkt nach dem anderen gemeinsam mit dem Berater durch zu sprechen. Probleme und Gefühle werden dargelegt, mögliche Lösungen können erarbeitet werden. Sehr wichtig ist es dabei, dass beide Partner die Probleme des jeweils anderen erkennen und akzeptieren können. Ein guter Berater gibt zudem noch Tipps an die Hand, mit denen Kommunikationsprobleme in Zukunft leichter zu lösen sein werden und übt kritische Gespräche zu verschiedenen Situationen.
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