29. September 2009
Die Frage, ob eine Liebesaffäre eine bestehende Beziehung gefährdet, kann nicht allgemein gültig beantwortet werden. Zu viele verschiedene Faktoren spielen hier mit. Die werden wir gerne für Sie beleuchten.
Am Anfang steht eine Grundsatzfrage: Ist es fair, den vielleicht schon langjährigen Partner zu betrügen, zu hintergehen und eine Affäre mit einer dritten Person zu beginnen? Die meisten Menschen möchten ihrem Partner vertrauen können, sich seiner Treue sicher sein und sich auf ihn verlassen können. Jedoch gibt es auch vereinzelt so genannte "offene" Beziehungen, in denen die wechselnden Affären eines oder beider Partner gegenseitig bekannt sind und toleriert werden. In diesen speziellen Fällen kann man wohl davon ausgehen, dass Affären die Beziehung nicht gefährden.
Ebenso berichten viele Fremdgänger davon, dass die Affäre wieder mehr Schwung in die eigentliche Beziehung und vor allem in deren Sexualleben bringt. Hier muss jeder mit seinen eigenen Moralvorstellungen beurteilen, ob der Zweck die Mittel heiligt oder nicht. Die Aussage, dass eine Affäre sich positiv auf eine Beziehung auswirkt, kann ebenso als faule Ausrede und als Versuch der Rechtfertigung gewertet werden.
Es ist nur schwer vorstellbar, dass der betrogene Partner sich besser fühlt, wenn er den Betrug heraus findet. Wenn er merkt, dass er belogen wurde. Wenn er sich fragen muss, warum er betrogen wurde. Und wenn er feststellt, dass sein Vertrauen in den eigenen Partner missbraucht wurde. Konsequente Menschen trennen sich von ihrem Partner, wenn sie feststellen müssen, dass er eine Affäre hat. Tolerantere Menschen mit einer höheren Leidensfähigkeit können eine Affäre möglicherweise verzeihen. Positive Auswirkungen auf die Beziehung sind aber auch dann nur schwer vorstellbar.
Wenn Sie selbst gerade dabei sind, eine Affäre neben Ihrer Beziehung zu beginnen, dann sollten Sie sich ernsthaft nach den Gründen dafür fragen. Die am häufigsten hörbare Antwort lautet, die Affäre sei eben so passiert. So als sei man Opfer und in etwas hinein geraten, für das man nichts könne. Damit lügt man sich aber nur in die eigene Tasche. Die meisten Affären werden begonnen, weil in der Beziehung irgend etwas fehlt. Nicht alle sind dabei jedoch ausschließlich sexuell motiviert, vielmehr sind es andere zwischenmenschliche Faktoren, die für Unzufriedenheit sorgen. Prüfen Sie sich also selbst, ob die Energie, die Sie auf die Affäre verwenden, nicht möglicherweise anderweitig sinnvoll in Ihre Beziehung investiert werden könnte.
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07.02.12 | |
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