Auf Äußerungen von anderen gelassen reagieren - So gehen Sie besser mit Enttäuschungen und Kritik um

Blonde Frau mit offenen Haaren zeigt drohend auf brünette Frau mit zurückgesteckten Haaren

Wie man Kritik nicht zu persönlich nehmen lernen und negative Lebenserfahrungen als etwas Positives erfahren lernen kann

Manche Menschen reagieren auf Bemerkungen anderer zu empfindlich. Schnell fühlen sie sich gekränkt, auch wenn ihr Gegenüber es womöglich noch nicht einmal böse gemeint hat. Nicht immer alles direkt persönlich zu nehmen oder in den falschen Hals zu bekommen, kann man jedoch lernen. Eine Niederlage ist nie eine schön zu redende Erfahrung. Und doch ist keine Niederlage umsonst und hat immer einen rückblickenden Erkenntniszugewinn zur Folge.

Von einem Menschen kritisiert zu werden, ist kein schönes Gefühl und kann sehr kränkend sein, selbst wenn man die andere Person aus irgendeinem bestimmten Grund darum gebeten hat. Je nach dem, wie sensibel und empfindlich man selbst ist, wird man anders auf Äußerungen dieser Art reagieren.

Den Vorwurf "Du kannst mit Kritik nicht umgehen!" hat man möglicherweise selbst auch schon gehört. Doch dies kann man lernen und bestenfalls lässt sich aus solchen negativen Erfahrungen auch etwas Positives ziehen.

Tipps zum Umgang mit Kritik

Empfindliche Menschen haben oftmals ein geringes Selbstbewusstsein, sodass sie jede Bemerkung von anderen gleich auf die Goldwaage legen. Schnell fühlen sie sich verletzt und die Selbstzweifel werden größer.

Kritik und eventuelle Zurückweisung werden sogleich persönlich genommen und auf Dauer macht man sich selbst und anderen damit das Leben schwer. Doch es gibt Tipps, die einem dabei helfen können, in gewissen Situationen gelassener zu bleiben.

Nachfragen und entspannt bleiben

Wenn man sich nicht sicher ist, wie sein Gegenüber eine Bemerkung gemeint hat, sollte man nicht sich nicht davor scheuen, konkret nachzufragen. So treten Missverständnisse erst gar nicht auf. Gefällt einem die Art und Weise nicht, wie jemand mit einem spricht, sollte man auch dies zu Wort bringen.

Wird man kritisiert, ist es meistens nicht der richtige Weg, beleidigt zu sein. Es hilft, dabei an seine Vorzüge zu denken und damit die kritische Bemerkung in den Hintergrund zu stellen.

Wie geht man dabei vor?

Generell gibt es einige Tipps, die dabei helfen können, mit Kritik umzugehen. Wird man von jemandem kritisiert, sollte man Folgendes tun:

  • Man hört dem anderen zu, unterbricht ihn nicht und entschuldigt sich auch nicht
  • Hat der andere in manchen Punkten Recht, stimmt man ihm zu
  • Man bittet den anderen, seine Kritik ausführlicher zu erklären
  • Ist man tatsächlich im Unrecht, entschuldigt man sich
  • Ist man es nicht, sagt man dem anderen, dass man seine Meinung nicht teilt

Oftmals gibt es nicht nur ein "Richtig" und ein "Falsch". Menschen haben unterschiedliche Meinungen, und welche von beiden zutreffend ist, kann man nicht immer sagen, denn nicht immer stellt sich die Frage danach. Jeder hat das Recht, eine Situation seiner Ansicht und Meinung nach zu beurteilen, ohne dadurch von anderen kritisiert zu werden.

Des Weiteren sollte man sich aber auch vor Augen halten, dass man seinem Gegenüber in der Regel wichtig ist, wenn man von diesem kritisiert wird. Er möchte einen auf etwas aufmerksam machen und einem die Chance geben, sich zu verbessern. Ist man als Folge der Kritik durch einen anderen Menschen stets am Boden zerstört und beleidigt, gilt es, an seiner Selbstachtung zu feilen.

Bei Kritik erstmal entspannt bleiben und zuhören
Bei Kritik erstmal entspannt bleiben und zuhören

Schwächen akzeptieren lernen

Weiterhin ist es sehr wichtig, seine Schwächen zu akzeptieren. Jeder Mensch hat Schwächen, sie machen einen - gemeinsam mit den Stärken - aus, sollten jedoch nicht am Selbstbewusstsein nagen.

Eine Niederlage ist nie eine schön zu redende Erfahrung und doch ist keine Niederlage umsonst und hat immer einen rückblickenden Erkenntniszugewinn zur Folge...

Negative Lebenserfahrungen als etwas Positives erfahren lernen

Jede Niederlage kann als eigene Grenzüberschreitung verstanden werden. Vielleicht war es noch nicht an der Zeit, diese Grenze zu überschreiten oder die Ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen in Ihrem Inneren oder Ihrem Umfeld waren nicht ausreichend vorhanden.

Lassen Sie sich nicht hängen, wenn Sie eine Niederlage hatten, sondern geben Sie sich die Zeit, um dies zu verarbeiten, reflektieren Sie mit genügend Kraft und Abstand, was der Grund für das Scheitern war und versuchen Sie es erneut oder gehen Sie einen anderen Weg.

Als positiven Anstoß sehen

Das Leben besteht immer aus Kompromissen oder einem mutigen Schritt, den nur Sie gehen können. Jede Niederlage bringt einem die eigenen Wünsche näher oder die Klarheit, was man bereit ist auf sich zu nehmen und was man nicht noch einmal so machen und erleben möchte. So gesehen ist die Sammlung aller bisherigen Niederlagen der Motor für die Verbesserung und Schärfung Ihrer Persönlichkeit.

Legen Sie den Fokus auf Ihr eigenes Leben

Lassen Sie sich von anderen Menschen und deren Lebensläufen nicht beirren, die Menschen, deren Leben vermeintlich so strahlend sind und die so einfach mit Problemen und Sorgen umgehen. Achten Sie auf sich und bleiben Sie vor allem bei sich.

Es ist schön und positiv, wenn Ihnen andere Menschen als Ideengeber helfen oder Sie inspirieren. Im Leben geht es aber nicht darum, das zu erreichen, was der Nachbar hat, sondern das, was man selbst für sich erreichen möchte.

Fremdziele sind immer schwerer mit Kraft und Freude zu füllen als die eigenen, aus dem Inneren herauskommenden Ziele. Fremdziele sind zudem auch jene Projekte, die oft in Niederlagen enden, die zu der Erkenntnis führen, dass man sich mehr auf das besinnt, was in einem selbst ruht und umgesetzt werden möchte.

Neue Schwerpunkte setzen

Sobald Sie in einem Lebensabschnitt oder zu einer bestimmten Tageszeit mitbekommen, dass es Ihnen nicht gut geht und Sie immer und immer wieder an einen Punkt kommen, an dem Ihnen klar wird, dass Sie immer weniger Kräfte aufbringen können, um Ihren aktuellen Lebensabschnitt zu meistern, scheuen Sie sich nicht, über eine Veränderung in Ihrem Leben nachzudenken und sich neue Ziele zu setzen.

Kristallisieren Sie für sich Schwerpunkte heraus, die es zu ändern gilt und bleiben Sie immer dicht an Ihrem eigenen Gefühl und stellen Sie sich die Frage, was Sie eigentlich wirklich wollen. Gehen Sie bei der Prüfung Ihres Lebens und den möglichen Veränderung langsame Schritte und versuchen Sie nicht gleich alles auf einmal zu ändern, nur weil Sie auf einmal mit so viel Klarheit sehen.

Entspannungstechniken wie die Meditation oder Yoga helfen sich auf sich selbst zu fokussieren
Entspannungstechniken wie die Meditation oder Yoga helfen sich auf sich selbst zu fokussieren
Veränderungen sind gut und brauchen Zeit

Geben Sie sich Zeit für Veränderungen und seien Sie nachsichtig mit sich, wenn die Veränderungen nicht auf Anhieb greifen wollen. Beginnen Sie damit, stressige Tätigkeiten aus Ihrem Alltag zu reduzieren und sich bewusst gegen neue stressige Situationen zu entscheiden.

Arbeiten Sie daran, ein stabiles Ich aufzubauen und achten Sie darauf, dass auch eine Niederlage oder ein dummer Spruch von außen Ihr Ich unangreifbar bestehen lässt. Je stabiler Ihr Innerstes, desto widerstandsfähiger können Sie mit Krisen umgehen und desto klarer geht Ihnen der Sinn aus der nächsten Niederlage hervor.

Fazit

Lernen Sie sich und Ihre Bedürfnisse besser kennen und nehmen Sie eine Niederlage wie eine Erfolgssituation an, nur mit dem Unterschied, dass die Niederlage im Vergleich zur Erfolgssituation keine Freudestrahlen hervorbringt, sondern einen Erkenntniszugewinn und eine erfolgreiche Grenzüberschreitung, die Ihnen beim Verbessern Ihrer selbst behilflich ist.

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Quellenangaben

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  • Bildnachweis: Office life © diego cervo - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Business woman resting in yoga pose © fizkes - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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