2. Oktober 2009
Hat ein Paar Eheprobleme, so sind beide Partner häufig sehr stark auf sich selbst und ihre Konflikte fokussiert. Die aktuellen Schwierigkeiten dominieren häufig nicht nur das gesamte Denken, sondern auch den ganzen Alltag mit seinen Abläufen. Starke Eheprobleme können einen oder beide Partner so aus der Bahn werfen, dass er im Alltag nicht mehr richtig funktioniert. Doch was wird dann aus den Kindern?
Kinder haben sehr feine Antennen für Zwischenmenschliches. Sie bekommen mit, ob das Verhältnis zwischen den Eltern stimmt, egal wie gut man es vor ihnen zu verbergen sucht. Selbst Kinder im Kindergartenalter sind schon Meister darin, Missklänge zu hören und zu erspüren. Nur einordnen können sie sie leider noch nicht. Helfen Sie also trotz all Ihrer eigenen Probleme Ihren Kindern dabei, die schwierige Zeit gut zu überstehen.
Lügen Sie Ihre Kinder nicht an. Wenn die Kinder Fragen stellen, versuchen Sie, ihnen diese zu beantworten. Dabei müssen Sie aber nicht ins Detail gehen. Am besten sagen Sie Ihren Kindern, dass Ihr Partner und Sie zur Zeit einige Probleme miteinander haben, dass Sie sich jedoch trotzdem noch lieb haben, sich nicht trennen werden und dass die Probleme wieder verschwinden werden. Das sollten Sie natürlich nur dann tun, wenn eine Trennung oder Scheidung nicht bereits unmittelbar im Raum steht. Ist dies der Fall, so sollten Sie die Kinder behutsam darauf vorbereiten, am besten gemeinsam mit dem Partner.
Vermeiden Sie es auf jeden Fall, Ihre Eheprobleme mit Ihren Kindern zu diskutieren und zu besprechen. Denn Ihre Probleme können Sie nur mit Ihrem Partner lösen, nicht mit Ihren Kindern. Sie verunsichern sie dadurch nur und überfordern sie mit dem Anspruch, dass die Kinder etwas zur Lösung der Probleme beitragen können. Kinder entwickeln bei einem solchen Verhalten sogar ein Schuldgefühl ihren Eltern gegenüber und können daran zerbrechen. Etwas anders ist die Sachlage, wenn die Kinder schon erwachsen genug sind, um die Probleme der Eltern verstehen zu können. Dann können Sie Ihre Kinder eventuell auch um ihre Meinung zu der Sachlage bitten. Im Idealfall finden solche Gespräche dann aber mit beiden Ehepartnern statt.
Kinder sollen nicht als Zeugen oder Schiedsrichter missbraucht werden. Vermeiden Sie es, sich vor Ihren Kindern zu streiten. Bekommen Ihre Kinder den Streit mit, dann schimpfen Sie nicht vor den Kindern über Ihren Partner, machen Sie ihn keinesfalls bei den Kindern schlecht. Kinder lieben beide Eltern gleichermaßen und sie sollen nicht das Gefühl erhalten, dass sie sich für das eine oder andere Elternteil entscheiden müssen.
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