Karikaturen - Merkmale, Ziele und ein Überblick berühmter Werke und Karikaturisten

Geodreieck und zwei orange-gelbe Bleistifte

Besonders bekannt sind politische und gesellschaftskritische Karikaturen; es gibt aber auch solche, die sich ausschließlich mit den Gesichtszügen eines Menschen befassen

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  • von Paradisi-Redaktion

Von den "Fliegenden Blättern" bis zu aktuellen Werken rund um Alltag, Gesellschaft und Politik: Karikaturen bringen Sachverhalte schnell und oftmals eigenwillig auf den Punkt. Es handelt sich um Zeichnungen, deren Motive typischerweise in übertriebener Form dargestellt werden; dabei wird häufig ein ironisches bis zynisches Ziel verfolgt. Besonders bekannt sind politische und gesellschaftskritische Karikaturen. Lesen Sie über die Merkmale und Ziele von Karikaturen und informieren Sie sich über berühmte Werke und Karikaturisten.

Werden Menschen oder gesellschaftliche Zustände komisch überzeichnet dargestellt, spricht man von einer Karikatur. Es handelt sich um eine Satire in Bildform, die bestimmte Werte, oftmals politischer Natur, kritisiert. Es wird bewusst übertrieben; der Charakter einer Person oder eines Ereignisses werden verzerrt.

Ziel und Zweck der politschen Karikatur ist es, den Betrachter zum Nachdenken zu bewegen. Dies wird durch dargestellte Widersprüche sowie Kontraste zur Realität erreicht. Fehler und Schwächen werden aufgedeckt und ins Lächerliche gezogen.

Neben solchen meist politischen Karikaturen gibt es auch die, die sich lediglich mit der äußeren Erscheinung eines Menschen bzw. dessen Gesichtszügen befassen. Hier werden besonders markante Gesichtszüge betont. Diese Karikaturen sind auch bei Touristen beliebt, die sich ein solches Bild von einem Straßenkünstler anfertigen lassen.

Merkmale einer guten Karikatur

Ein guter Zeichenstil, eine "spitze Feder" sind längst noch keine Garantie für eine gute Karikatur. Ganz im Gegenteil: Auch wenn zahlreiche Karikaturisten ihr Handwerk beispielsweise in Graphik und Malerei lernten, so sind nicht selten auch Quereinsteiger unter den berühmtesten Zeichnern.

Ein Zuviel an Technik kann oftmals sogar hinderlich sein, schließlich muss eine gute Karikatur auf den Punkt gebracht werden. Das bedeutet: Details sind erlaubt, sofern sie nicht vom Wesentlichen ablenken.

Verständlichkeit und Humor

Berühmte Karikaturisten zeichnen sich daher unabhängig von ihrem eigenen Stil durch zwei wichtige Eigenschaften aus:

  • Zum einen vermögen sie es, auch komplizierte Sachverhalte in eine verständliche Bildsprache zu bringen.
  • Und zum anderen ist es gerade diese Bildsprache, die dem Dargestellten im Idealfall noch eine weitere, oftmals humorvolle Dimension verschafft.

Mögliche Beispiele sind Politiker mit überspitzt gezeichneten, äußerlichen Eigenheiten - hier wird sowohl die dargestellte Figur als auch die Darstellung selbst zum Inhalt der Karikatur. Um diese Zeichnung jedoch so gekonnt auf den Punkt zu bringen, bedarf es selbstverständlich einer gewissen Fähigkeit zur visuellen Darstellung - was wiederum zum Anfang leitet:

Eine gute Karikatur erfordert keine grundständige Ausbildung an einer Kunsthochschule; die hier erworbenen Fähigkeiten können aber oftmals zu ihrem Besten genutzt werden. Ein zweites wichtiges Element einer jeden guten Karikatur: Der Künstler muss etwas zu sagen haben. Professionelle Karikaturisten verstehen Zeichnen und Ideenfindung dabei als tägliche Arbeit, welche ganz automatisch Routine und Erfahrung mit sich bringt.

Vermittlung einer bestimmten Aussage

Ein subjektiv gefärbter Blick auf die Welt, gern auch ironisch bis zynisch, ist dabei sehr erwünscht. Begabte Karikaturisten verstehen daher nicht nur etwas vom Handwerk, sondern auch von den Inhalten, die ihre Werke vermitteln.

Und hier sollte man durchaus persönlich beurteilen: Das eigene Lebensumfeld im Zerrbild widerzuspiegeln, zählt zu den höchsten Aufgaben einer Karikatur - diese kann je nach Künstler eher politisch oder im Alltagsleben angesiedelt sein, zu aktuellen Anlässen oder allgemeinen Tendenzen Stellung nehmen.

Es gibt einige Karikaturisten, die sich mit ihren Werken einen großen Namen machen konnten...

Berühmte Karikaturisten

Die Welt mit einem oftmals zynischen Augenzwinkern betrachten - egal, wie verzwickt die Lage auch sein mag: Diese ganz besondere Fähigkeit zeichnet unsere berühmtesten Karikaturisten aus. Dabei schaffen sie stets den Spagat zwischen Gesellschaftskritik und kunstvoller Umsetzung der eigenen Ideen und Meinungen.

Dabei muss es übrigens nicht immer eine ernst zu nehmende Sozialkritik sein: Jedes Jahrhundert, jede Strömung kannte und kennt ihre ganz eigenen Karikaturisten. Einige davon nehmen Alltagssituationen gekonnt aufs Korn, andere arbeiten sich eher an politischen Themen ab.

Vicco von Bülow

Zu ersteren zählt beispielsweise Vicco von Bülow, welcher in seinem Alter Ego Loriot neben Filmen und Sketchen auch für zahlreiche Cartoons verantwortlich zeichnet. Dabei schaffte es Loriot stets, die absurden Situationen insbesondere im bürgerlichen Alltag perfekt in Szene zu setzen und gekonnt zu übertreiben.

Fritz Wolf

Ein berühmter deutscher Karikaturist war außerdem Fritz Wolf. 1918 geboren, zeichnete Wolf über Jahrzehnte in dem für ihn so bekannten reduzierten Federstrich für verschiedenste Zeitungen und Zeitschriften.

Wie kaum ein anderer deutscher Karikaturist schaffte es Fritz Wolf, seine Gedanken oftmals kritisch und humorvoll zugleich an den Betrachter zu bringen. Von tagesaktuellem Politgeschehen bis zu gesellschaftlichen Tendenzen griff er dabei verschiedenste Themen und Anlässe auf.

Klaus Stuttmann

Für seinen bissigen Witz berühmt ist Klaus Stuttmann. Der 1949 geborene Karikaturist zeichnet für verschiedene Tageszeitung, die er mit seinen durchweg politischen Karikaturen bereichert. Für seine gekonnten Arbeiten wurde Stuttmann bereits mehrfach ausgezeichnet.

Horst Haitzinger

Auch in Österreich finden sich einige der berühmtesten Karikaturisten der Gegenwart im deutschsprachigen Raum. Horst Haitzinger beispielsweise kennen zahlreiche Leser aus verschiedensten Tageszeitungen und Zeitschriften.

Bekannt ist er für seine typische und immer wiederkehrende Symbolik, mit der politische Ereignisse, Parteien und Nationen ironisch kommentiert werden. Auch die Handschrift Haitzingers in zahlreichen Karikaturen gelangte bereits zu großer Berühmtheit.

Manfred Deix

Mit besonders zynischem Auge betrachtet der ebenfalls österreichische Kartikaturist und Zeichner Manfred Deix die Welt: Seine künstlerisch fein ausgearbeiteten Werke insbesondere über die speziellen Eigenarten seiner Landsleute haben heute Kultstatus.

Karikaturen, die die Welt bewegten

Oft sagt ein Bild mehr als Tausend Worte. Obwohl sich Zeichnungen, Gemälde und Prints sehr unterschiedlich deuten lassen, schaffen es gut gemachte Karikaturen fast immer, dem Betrachter die verborgene Message zu vermitteln.

Karikaturen finden sich heute in fast jeder noch so kleinen Tageszeitung und geraten schnell wieder in Vergessenheit. Es gibt jedoch auch solche Karikaturen, die nicht nur um die Welt gehen, sondern auch einen jahrzehntelangen Eindruck hinterlassen.

Was macht eine Karikatur zum Mittelpunkt des Weltaufmerksamkeit? Meist sind es Zeichnungen, die genau das auf den Punkt bringen, was sich sonst niemand zu sagen traut.

Mohammed

Bestes Beispiel hierfür ist die Mohammed Karikatur des Karikaturisten Kurt Westergaard, die 2005 in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten erschien. Tatsächlich handelte es sich gleich um 12 solcher Mohammed-Karikaturen, allerdings gibt es nur eine davon, die den Menschen bis heute in Erinnerung bleibt.

Besagte Karikatur zeigt den Propheten Mohammed mit einem Turban, aus dem eine Zündschnur ragt. Die Karikatur kritisiert damit nicht nur den Islam als Glauben an sich, sondern verstößt auch gegen das islamische Verbot, den Propheten Mohammed bildlich darzustellen.

Während die Karikatur von Westergraad bei vielen Europäern auf Zustimmung stieß, reagierten in Europa lebende Islame sehr heftig auf die Veröffentlichung. In Ländern hingegen, die fast ausschließlich islamistisch geprägt sind, wurde nicht nur Protest laut, es entwickelten sich regelrechte Hasstiraden.

Europäische und vor allem dänische Botschaften mussten in den entsprechenden Staaten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden, Westergraad und seine Kollegen erhielten zahlreiche Morddrohungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen würdigte den Karikaturisten sogar mit dem M100-Medienpreis und bezog damit eine eindeutige Stellung.

"Dropping the Pilot"

Politische Karikaturen stehen jedoch nicht erst seit dem Jahr 2005 im Fokus der Weltöffentlichkeit. Bereits 1890 wurde im britischen "Punch" eine Karikatur veröffentlicht, die entsprechend des damaligen Informationsnetzes, auf ebenso viel Aufmerksamkeit stieß.

Die Rede ist von "Dropping the Pilot" beziehungsweise "Der Lotse geht von Bord". Die Zeichnung zeigt einen gleichmütig dreinsehenden Wilhelm II., der zusieht, wie Otto von Bismarck das deutsche Schiff verlässt.

Während der englische Originaltitel induziert, dass Bismarck von Wilhelm seines Postens verwiesen wurde, unterstreicht die deutsche Übersetzung das freiwillige Zurücktreten des Kanzlers. Beide Beispiele zeigen deutlich, dass Karikaturen dann auf die meiste Resonanz stoßen, wenn sie nicht den eigenen Reihen entsprungen sind.

Ausstellung von Sokols Karikaturen in Krems

Noch bis einschließlich den ersten November kann man sich im Karikaturmuseum in der österreichischen Stadt Krems die Karikaturen des Comic-Zeichners Erich Sokol ansehen.

Durch seine zahlreichen Cartoon-Bildchen im Playboy, die die Geschlechterbeziehungen auf erotische Weise darstellen, machte sich Sokol bekannt. Nun werden insgesamt 130 seiner Originalwerke im Museum ausgestellt, darunter 80 Karikaturen die in Playboy Zeitschriften erschienen sind.

Karikaturen zur Zeit des Nationalsozialismus aus dem "Nebelspalter" in Sonderausstellung

Sonderausstellung in der Schweiz zeigt Karikaturen aus dem satirischen Blatt "Der Nebelspalter"

Braunes Schild auf dem in weißer Schrift Museum steht mit Pfeil nach rechts
In Richtung Museum © Lupico - www.fotolia.de

Im Historischen Museum in Arbon in der Schweiz findet eine Sonderausstellung über Karikaturen aus dem satirischen Blatt "Nebelspalter" statt. Gezeigt werden 180 Karikaturen aus den Jahren des Nationalsozialismus aus den Jahren 1930 bis 1945, wo die damalige politische Zeit in Deutschland und Russland dargestellt wurde.

Satirische Bilder und Texte

Das Blatt "Nebelspalter" existiert schon seit über 130 Jahren und hält, wie Till Eulenspiegel oder auch im Rheinland zur Karnevalszeit der "Hoppediz", den Schweizern den Spiegel, was in Bild und Text dargestellt wurde, vor.

So zeigt auch eine Karikatur aus dem Jahr 1935 eine Dame in Rot mit "Hammer und Sichel" und eine in Schwarz gekleidete Frau, die viele kleine Hakenkreuze hatte. Darunter stand dann der Kommentar von der Frau "Helvetia": "Nei, tanke, vo däne Gwändli passt mir keis". Aber auch die eigene Regierung, sowie auch die französische, wurden dementsprechend bedacht.

Die Ausstellung läuft noch bis Ende September in der Schlossgasse in 9320 Arbon, Schweiz. Der Ort Arbon liegt südöstlich von Konstanz am Bodensee zwischen Romanshorn und Rorschach.

Türkischer Karikaturist schafft die Aufnahme ins Guinness-Buch der Rekorde

Sie misst fast 11 000 Quadratmeter und ist damit die größte Karikatur der Welt. Der türkische Zeichner Erdil Yasaroglu hat so die Aufnahme in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

Genau 10 952,055 Quadratmeter beträgt die Fläche der Karikatur mit dem Namen "Galaksiye Notumuz Var!" (dt. "Wir haben eine Nachricht an die Galaxie"). Sie befindet sich in der Provinz Kirklareli und ist eine Werbeaktion des Unternehmens Samsung Electronics Türkiye.

Doch das Projekt dient auch einem guten Zweck. So sollen auf dem Gelände, auf dem sich die riesige Karikatur befindet, insgesamt 4000 Bäume wachsen. Dazu wollen die Organisatoren der Aktion 4000 Sprösslinge setzen.

Satire-Magazine in der Türkei extrem beliebt

Türkische Cartoon-Zeichner kritisieren Regierung und Religion

Glühbirne mit Bleistift auf Papier gezeichnet, daneben Bleistift, Spitzer, zerknülltes Papier
Bright Idea © Martin Green - www.fotolia.de

Weltweit werden die schnellsten Prozesse gegen Journalisten in der Türkei geführt, mittlerweile sitzen rund 110 Journalisten hinter Gittern. Daneben nehmen die Gesetzeshüter seit neuem auch Comiczeichner und Karikaturisten ins Visier. Allerdings gibt es viele mutige Zeichner in der Türkei, die den Drohungen der Machtelite trotzen und sich mit Hilfe der Satire gegen die Obrigkeit erheben.

Respektlosigkeit oder bittere Wahrheit?

Die türkische Bevölkerung liebt die Satire-Magazine, während sie der Justiz ein Dorn im Auge ist und sie ständig versucht, die rebellischen Zeichner einzuschüchtern. Der Zeichner Bahadir Baruter ist einer von vielen und aufgrund seiner provozierenden Comics bereits zwölf Mal angeklagt gewesen. Wenn es schlecht läuft, blühen dem prominenten Cartoon-Zeichner bald ein bis zwei Jahre Haft.

Vor knapp einem Jahr hat er ein Cartoon veröffentlicht, wo er die mangelnden Arabischkenntnisse vieler gläubiger Türken auf die Schippe nimmt. Im Grunde hat er gar nicht so Unrecht, da an den Säulen und Wänden in den Moscheen sämtliche Koransuren auf Arabisch stehen. Weil ein Großteil der Türken jedoch kein Arabisch kann, wissen sie auch nicht um ihre Bedeutung.

Die Gebete werden auswendig gesprochen, doch die meisten verstehen den Sinn der Worte überhaupt nicht, worum es in der Karrikatur geht. Nach einer Beschwerde musste Baruter bei der Staatsanwaltschaft aussagen und ist nun wegen Respektlosigkeit gegen die religiösen Gefühle der Gläubigen angeklagt.

Französische Satirezeitschrift zeigt neue Mohammed-Karikaturen

Nachdem das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" bereits im September 2012 mit bissigen Karikaturen die Gemüter strenggläubiger Muslime in vielen Ländern erhitzt hatte, veröffentlicht das Blatt nun erneut Karikaturen über den Propheten Mohammed.

In einem Sonderheft zeigt "Charlie Hebdo" auf 64 Seiten das Leben des islamischen Propheten in Form eines Comics. Für das Satiremagazin kein Grund zur Aufregung. Laut der Chefredakteurin Stéphane Charbonnier entspreche der Comic den muslimischen Religionsgesetzen und sei eine autorisierte Biografie.

In einer ersten Reaktion betonte die französische Regierung das Recht auf Meinungsfreiheit, sprach sich aber gegen unnötige Provokationen aus. Irans Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast hatte die Veröffentlichung schon im Vorfeld scharf verurteilt.

In einem Cartoon-Kalender für das Jahr 2013 war der Papst-Rücktritt schon angekündigt

In einem Cartoon-Kalender für das Jahr 2013 hatte der Berliner Espresso-Verlag auf dem Blatt vom Sonntag, den 10. Februar 2013, den Papst Benedikt XVI. sitzend vor einem Fernseher abgebildet, wo er die Ziehung der Lottozahlen verfolgt und über einen Rücktritt bei einem Millionengewinn nachdenkt. Dabei sagt er die Worte: "Heiliger Strohsack, morgen reiche ich meine Kündigung ein".

Nun, war das eine Vorsehung? Denn am Montag, den 11. Februar gab der Papst dann, überraschend für viele Millionen auf der Welt, seinen Rücktritt vom Amt des Oberhirten der katholischen Kirche bekannt. Der Kalender ist im letzten Jahr Ende August erschienen und die Zeichnerin des Cartoons war Katharina Greve aus Berlin. Der Kalender erscheint übrigens schon seit 33 Jahren.

Für solche besonderen Werke werden Karikaturisten auch ausgezeichnet...

Der Deutsche Karikaturenpreis

Der Deutsche Karikaturenpreis zählt zu den wichtigsten Preisverleihungen für deutschsprachige Karikaturisten und Cartoonisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In der Jury sitzen erfahrene Redakteure sowie Preisträger vergangener Jahrgänge, welche gemeinsam über die beste Karikatur des Jahres entscheiden.

Geschichte

Ins Leben gerufen wurde der Deutsche Karikaturenpreis im Jahr 2000 von der Sächsischen Zeitung. Ziel war und ist es, herausragende Karikaturisten und Cartoonisten des deutschsprachigen Raumes auszuzeichnen - und dem Genre somit die Aufmerksamkeit und Anerkennung zu sichern, die es verdient.

Neben der Sächsischen Zeitung entscheiden weitere Experten unter anderem aus dem Printjournalismus über die Preisträger. Einige Jahre lang wurde der Preis beispielsweise von der Frankfurter Rundschau begleitet, im Jahr 2010 saß ein Redakteur der Frankurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) in der Jury.

Neben dem Printmedium ist mit dem Deutschlandradio auch der Rundfunk vertreten.

Auswahlverfahren

Im Gegensatz zu anderen Wettbewerben gibt es keine offene Bewerbung für den Deutschen Karikaturenpreis. Stattdessen lädt ein Auswahlgremium bekannte und renommierte Karikaturisten und Cartoonisten ein, zu einem bestimmten Thema eine Arbeit zu verfassen.

Das Thema wechselt jährlich und kann dabei direkt oder indirekt auch aktuelle, politische oder gesellschaftliche Bezüge aufgreifen. Formulierungen wie "Jetzt erst recht!" (2010) oder "Krise? Welche Krise?" (2009) lassen dem Karikaturisten dennoch genügend Freiraum für eigene Interpretationen.

Preisträger

Im Laufe der vergangenen Jahre wurden bekannte Karikaturisten wie unter anderem

  • Til Mette
  • Rudi Hurzlmeier
  • Greser und Lenz oder
  • Barbara Henniger

mit dem "Geflügelten Bleistift" ausgezeichnet. Dieser Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Neben der Kategorie Gold gibt es darüber hinaus einen Bleistift in Silber für 3.000 Euro Preisgeld sowie einen Bronzenen Bleistift für 2.000 Euro.

Deutscher Karikaturenpreis an die krisen-kritischsten Zeichner verliehen

Der schwarze Humor ist der Nenner, der sie auszeichnet – die Cartoonisten. Die besten wurden vergangenen Sonntag mit dem Deutschen Karikaturenpreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, ausgezeichnet. Das Thema war "Krise? Welche Krise?", zu denen sich die kreativen Köpfe kritische Ein-Bild-Aussagen ausdenken sollten und konnten.

Unter den Gewinnern waren zwei alte Hasen und ein neues Gesicht. Til Mette gewann den ersten Platz mit seiner Karikatur namens "Mutter", Dirk Meissner gewann den zweiten Platz mit "Ziffern" und Christiane Lokar (Künstlername: Kittihawk) den dritten Platz mit "Deine Mutter fährt dich". Allesamt zeichnen sie sich durch den leicht morbiden und gewohnt zynischen Umgang mit Krise, Amok und Tod aus.

Die Ausstellung der Gewinner und Teilnehmer sind zwischen dem 16. November und 17. Januar im Dresdner Haus der Presse zu sehen, außerdem kann man einen Katalog mit den besten eingereichten Arbeiten erwerben.

Deutscher Karikaturenpreis 2010 wurde in Dresden dem Münchner Rudi Hurzlmeier verliehen

In Dresden wurde jetzt der Deutsche Karikaturenpreis 2010 verliehen und Rudi Hurzlmeier aus München bekam für seine Karikatur "Kirche von hinten" den goldenen "Geflügelten Bleistift".

Nach dem Münchner Cartoonist und Maler kamen die beiden Comic-Zeichner Elias Hauck und Dominik Bauer zusammen auf den zweiten Platz und für Volker Kischkel, mit dem Künstlernamen "Mock", reichte es für den dritten Rang. Die "Sächsische Zeitung" verleiht diesen Preis, der insgesamt mit 10.000 Euro dotiert ist. Der langjährige 73-jährige Karikaturist Reiner Schwalme, der auch durch das Satire-Magazin "Eulenspiegel" bekannt ist, wurde jetzt auch für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Grundinformationen und Hinweise zu Karikaturen

  • Karikaturen - Merkmale, Ziele und ein Überblick berühmter Werke und Karikaturisten

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: drawing tools © FrankU - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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