Aktions- und Welttage sowie Gedenktage in Deutschland und der Welt im Überblick

Rückansicht schwules Paar, einer umarmt den anderen

Vom Weltfrauentag bis zum Weltspartag - weltweit gibt es einige besondere Tage, an denen auf spezielle Themen aufmerksam gemacht wird

Die Traditionen und Erfahrungen eines Volkes manifestieren sich im Brauchtum. Neben klassischen Feiertagen gehören auch moderne Aktionstage sowie Welttage und Gedenktage dazu.

Der Begriff "Brauchtum" klingt heute für viele Menschen etwas altmodisch, doch er beschreibt sehr gut die vielfältigen Traditionen, Riten und kulturellen Besonderheiten, die sich im Laufe der Jahrhunderte in Deutschland herausgebildet haben. Jede Generation profitiert dabei von vergangenen Erfahrungen und fügt neue Ideen hinzu.

Bis heute wird das deutsche Brauchtum in allen Regionen des Landes gepflegt. Neben den Tänzen, Bräuchen oder Dialekten und alter Handwerkskunst sind auch die Feiertage von großer Bedeutung.

Gesetzliche Feiertage, Aktionstage und Welttage

Feiertage von weltlicher oder religiöser Bedeutung sind meist mit der Freistellung der Menschen von der Arbeit verbunden. Weihnachten, Ostern oder Pfingsten sind traditionelle Familientage. Sie stehen für Weltfrieden und Völkerverständigung über alle Grenzen hinweg.

Neben den gesetzlichen Feiertagen gehören auch so genannte "Aktionstage" sowie "Welttage" zum modernen Brauchtum. Die Gesellschaft für neue Ideen und Ideale begeistern, zu

  • mehr Gleichstellung
  • Vorsorge oder einfach nur
  • Frohsinn

aufrufen, darin besteht der Sinn dieser Aktionstage. Interessengruppen, Medien oder auch Unternehmen etablieren die Aktionstage immer mit einem Motto bzw. Themenrahmen und stellen sie bei größerem Zuspruch auch den Vereinten Nationen oder der UNESCO-Generalversammlung vor. Häufig werden nach Prüfung der Idee von den Gremien bestimmte Daten oder Zeiträume für diese Aktionen festgelegt.

Welttage erinnern zudem an aktuelle Probleme sowie internationale Themen. Mittlerweile gibt es von den Vereinten Nationen und den Unterorganisationen über 100 offzielle Welt- sowie Internationale Tage.

Durch Globalisierung mehr gesprochene Dialekte

Mann in Lederhose und blau-rot kariertem Hemd posiert mit einem vollen Maßkrug
Lederhosen und Maßkrug © W. Heiber Fotostudio - www.fotolia.de

Die Einwanderer tragen stark zu der zunehmenden Diversifikation von Dialekten bei. Oft lassen sie Teile der eigenen Sprache in die des Gastlandes einfließen und verändern dort so den Wortschatz und die Aussprache.

Bisher gingen Annahmen davon aus, dass die fortschreitende Globalisierung zu einer massiven Verarmung sprachlicher Facetten führt. Die neuen Dialekte sind allerdings von schnellen Veränderungen geprägt und werden nicht mehr im klassischen Sinne tradiert.

Durch den Dialekt eines Sprechers kann man seit jeher auf seine geographische und soziale Herkunft schließen. Diese Eigenschaft wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern.

Deutsche Singles finden den bayrischen Dialekt am attraktivsten

Paar in Trachtenkleidung (Dirndl, Lederhose) stößt mit Weizenbier an und isst zünftiges Gericht (Knödel)
Oktoberfest © Alexander Raths - www.fotolia.de

Deutschland hat viele Dialekte. Welche sich nun schön und welche sich eher schrecklich anhören, darüber streiten sich die Geister. Eine Umfrage der Online-Partneragentur "Friendscout24" unter rund 1.000 Single-Mitgliedern hat nun aber ergeben, dass die Mehrheit der deutschen Singles offenbar sehr auf den bayrischen Dialekt steht.

Insgesamt zwei Drittel der Teilnehmer gaben an Dialekte im Allgemeinen sehr anziehend zu finden. Immerhin 26,2% derjenigen finden Bayrisch am attraktivsten.

Österreichisch landete mit 17,3% der Stimmen auf Platz zwei, gefolgt von Norddeutsch mit 17,1%, Kölsch mit 15,2% und Schweizerisch mit 14,9%. Eher weniger beliebt sind dagegen Hessisch (6,3%), Sächsisch (5,6%) und Pfälzisch (3,7%).

Die Umfrage zeigte auch, dass Dialekte bei Jugendlichen allerdings überhaupt nicht begehrt sind. Ganze 45% der befragten Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren gaben an, Dialekte unattraktiv zu finden.

Im Folgenden geben wir einen Überblick über verschiedene Aktions- und Welttage.

Internationaler Frauentag

Der Weltfrauentag (oder Internationaler Frauentag) wird am 8. März jeden Jahres weltweit als Aktionstag für die Rechte der Frauen begangen. Bereits im Jahr 1911 wurde auf Frauentags-Kundgebungen in einigen Staaten Nord- und Mitteleuropas zu mehr Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft aufgerufen.

Zu Beginn der Aktionstage und durch die zwei Weltkriege hindurch wurde der Weltfrauentag an unterschiedlichen Tagen gefeiert. Erst im Jahr 1977 legten die Vereinten Nationen den 8. März offiziell als Frauentag fest und gibt seitdem jedes Jahr Themenvorschläge für Diskussionsrunden, Demonstrationen und Aktionen heraus. In vielen Ländern der Erde finden am Internationalen Frauentag größere Kundgebungen für die Bevölkerung statt, auf der für

  • mehr Toleranz
  • Gleichstellung der Frau in Beruf und Gesellschaft sowie
  • Ächtung von Gewalt

geworben wird.

Weltfrauentag im März - Eine über hundertjährige Institution im Wandel

4 Frauen mit unterschiedlichen Haarfarben stecken ihre Köpfe zusammen, von unten fotografiert
summertime © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Schon im März 1911 gingen in Europa zum ersten Mal eine Million Menschen auf die Straße, um größere Rechte für Frauen zu fordern. Damals ging es noch um so grundlegende Dinge, wie das Wahlrecht für Frauen und die Möglichkeit, öffentliche Ämter zu bekleiden. Initiiert worden war der Frauentag von der deutschen Sozialistin Clara Zetkin und über Jahrzehnte hinweg blieb der jährliche Frauentag am 8. März vor allem ein Feiertag der sozialistischen Länder weltweit.

Bedeutung des Frauentags und Kritik

Westdeutsche Feministinnen wie Alice Schwarzer kritisierten den Weltfrauentag in den 70er Jahren als Pseudo-Veranstaltung und "sozialistischen Muttertag" bei dem sich die Frauen mit Kuchen und Parfüm abspeisen ließen, während die Männer die Macht fest in den Händen behielten. Dennoch erhält der Weltfrauentag in den letzten Jahren wieder verstärkt Aufmerksamkeit weltweit.

Große Bedeutung hat er vor allem in den Ländern, in denen die Frauenrechte bis heute mit den Füßen getreten werden. Darunter in Indien, wo die Gewalt gegen Frauen weit verbreitet ist, oder in Afrika, wo Mädchen noch immer zu Beschneidungen gezwungen werden und die Müttersterblichkeit aufgrund mangelnder Gesundheitsversorgung hoch ist.

Kindertag

Der Weltkindertag um auf die Mißstände aufmerksam zu machen
Der Weltkindertag um auf die Mißstände aufmerksam zu machen

Der Kindertag ist ein weltweiter Aktionstag, der allen Kindern gewidmet ist. Er wird ganz unterschiedlich gefeiert, u.a. mit Kundgebungen, Kinderfesten oder Familienausflügen. Zum Kindertag erhalten die Jüngsten oft kleine Präsente oder Überraschungen.

Die Tradition des Kindertags geht auf das Jahr 1925 zurück, an dem die "Genfer Erklärung zum Schutz der Kinder" verabschiedet wurde. Während dieser Weltkonferenz wurde der 1. Juni als Kindertag festgelegt.

Gleichzeitig wurde UNICEF beauftragt, in jedem teilnehmenden Staat ein individuelles Datum für einen Kindertag zu etablieren. In Deutschland wurde danach der 20. September zum Weltkindertag ernannt.

Durch die Teilung Deutschlands nach 1949 bildeten sich unterschiedliche Traditionen und Feiertage heraus. In der DDR wurde der Kindertag am 1. Juni jeden Jahres gefeiert. Obwohl seit der Vereinigung Deutschlands der 20. September offiziell als Kindertag angegeben wird, begehen Vereine, Kindergärten und Schulen in den neuen Bundesländern den Kindertag am 1. Juni als Festtag und nutzen den 20. September, um z.B. auf Repressalien und Benachteiligungen von Kindern aufmerksam zu machen.

Neues Unesco-Abkommen zur Kulturidentität

Mitte dieser Woche hat die Bundesregierung ein Abkommen besiegelt, welches kulturelle Bräuche und Traditionen schützt und in besonderen Fällen mit einem prestigeträchtigen Titel versieht. Ab jetzt muss also eine nationale Liste mit schützenswerten Gütern zusammengefasst werden, von der die Bundesregierung jedes Jahr zwei Vorschläge an die Unesco-Konvention einreichen darf.

Dieses immaterielle Kulturerbe dürfe allerdings nicht mit dem Weltkulturerbe verwechselt werden, weshalb der Kölner Karneval, das Oktoberfest oder Grünkohl mit Pinkel durchaus nominiert werden können. Jedoch sollten auch gewisse Kriterien erfüllt sein, sodass es Menschen geben muss, welche sie als Teil ihres Kulturerbes betrachten und an die nächste Generation weitergeben.

Bier, Karneval, Rattenfänger und Christkind sollen auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes

Weibliches Auge mit Pupille in Deutschlandfarben
german eye © Phototom - www.fotolia.de

Seit 2003 zählen nicht nur Baudenkmäler und Parkanlagen zum UNESCO-Weltkulturerbe, sondern auch Bräuche und Traditionen. Deutschland ist diesem Abkommen aber erst im Juli dieses Jahres beigetreten. Nun gibt es zahlreiche Vorschläge von Verbänden, Vereinen und Privatleuten, die ihre Ideen bis Ende November einreichen konnten.

Viele Vorschläge wurden bereits eingereicht

Einige Wünsche sind bereits jetzt bekannt geworden. Zu ihnen zählen etwa die Sage vom Rattenfänger, die von der niedersächsischen Stadt Hameln nominiert wurde. Das Deutsche Weihnachtsmuseum im bayerischen Rothenburg ob der Tauber hält Christkind, Weihnachtsmann und den Nikolaus für schützenswert; die Sorben, die nationale Minderheit in der Lausitz, ihre Bräuche. Ebenfalls die im 19. Jahrhundert in Deutschland entstandene und mittlerweile weltumspannende Genossenschaftsidee, die deutsche Theaterlandschaft oder das Chorwesen gehören zu den Kandidaten.

Auch der Karneval und das deutsche Reinheitsgebot für Bier möchten den Status, den argentinischer Tango, türkische Kaffeekultur und chinesische Akupunktur bereits besitzen. Für alle Bewerber gilt, dass der Brauch über mehrere Generationen weitergegeben worden sein muss und auch heute noch gelebt wird. Kommerzielle Interessen dürfen nicht an erster Stelle stehen.

Deutschlands später Beitritt zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe

Deutschland hat sich erst verhältnismäßig spät dem Übereinkommen zum immateriellen Kulturerbe angeschlossen. Dies hat auch historische Gründe. So hätten viele Deutsche mit Volkskultur und Traditionen Schwierigkeiten, erklärte der Vizepräsident der deutschen UNESCO-Kommission. Brüche in der deutschen Kulturgeschichte müssten daher in der Debatte berücksichtigt werden.

Tag des Baumes

Der Tag des Baumes geht auf die "Arbour Day Resolution" zurück, die im Jahr 1872 von Julius Sterling Morton im Staat Nebraska gefordert wurde. Der Politiker und Schriftsteller setzte sich während seiner Zeit als Gouverneur des Nebraska Territoriums und bis zu seinem Lebensende für die Erhaltung der amerikanischen Wälder ein.

Der Tag des Baumes zum Schutz der Wälder
Der Tag des Baumes zum Schutz der Wälder

Am 27.11.1951 bestimmten die Vereinten Nationen den 25. April jeden Jahres als weltweiten "Tag des Baumes". An diesem Tag wird seither in vielen Aktionen auf den Schutz der weltweiten Waldareale aufmerksam gemacht.

  • Die "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald"
  • Bildungseinrichtungen
  • Gemeinden, aber auch
  • Politiker und
  • Unternehmen

pflanzen an diesem Tag in allen Regionen Deutschlands Bäume.

Welttag des Buches

Am Tag des Buches wird die Literatur gefeiert
Am Tag des Buches wird die Literatur gefeiert

Der Welttag des Buches wird seit 1995 jedes Jahr am 23. April gefeiert. Dieses Datum wurde von der UNESCO-Generalversammlung bestimmt und sehr bewusst gewählt. Es ist der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes sowie der Tag des heiligen Georg, der als Schutzpatron von England und Katalonien gilt.

Am 23. April werden Bücher und Schriftsteller in zahlreichen Veranstaltungen von

gefeiert. Oft werden Teilerlöse aus dem Buchverkauf an UNICEF gespendet, um vielen Kindern weltweit den Zugang zu Büchern zu ermöglichen. In Deutschland wurde zudem die Aktion "Lesefreunde" gestartet, an der Kinder und Erwachsene aus allen Bundesländern teilnehmen.

In England und Irland werden am Welttag des Buches viele Bücherbasare veranstaltet und Büchergutscheine für Spezialausgaben an Schüler vergeben. In Katalonien beschenkt man sich am Georgstag traditionell mit Büchern und Blumen. Auch in den USA wird der Weltbuchtag mit Lese-Aktionen gefeiert.

Was ist ein Quadratwurzeltag?

Lupe und Taschenrechner
loupe et calculatrice © laurent hamels - www.fotolia.de

Am vergangenen Dienstag, dem 3. März, war es einmal wieder soweit, denn Freunde der Mathematik konnten wieder einmal, übrigens zum dritten Mal in diesem Jahrhundert, den "Quadratwurzeltag" feiern, denn 3x3 ergibt 9. Somit können wir uns schon auf den nächsten "Feiertag" freuen, der ja dann am 4. April 2016 ist.

Und wann ist danach der nächste "Quadratwurzeltag"? Richtig gerechnet, am 5. Mai 2025, so dass wir in einem Jahrhundert neun Feiertage haben. Auch in Kalifornien wurde mit dem Mathematiklehrer Ron Gordon gefeiert, der für den Gewinner eines Wettbewerbs 339 Dollar ("3x3=9") spendierte.

Coming-out-Tag

Der Coming-out-Tag wird seit 1988 am 11. Oktober jeden Jahres begangen. An diesem Tag werden schwule, lesbische oder auch bisexuelle Menschen zum Outing ermuntert und zu mehr Toleranz in der Bevölkerung aufgerufen.

Das Datum geht auf den Tag des "Second National March for Lesbian and Gays" zurück, an dem rund eine halbe Million Menschen am 11.10.1987 in Washington teilnahmen. Bis heute ist dieser Tag ein besonders wichtiger Aktionstag für die Schwulen- und Lesbenbewegung in den USA.

Am Tag des Coming-Out wird zu mehr Toleranz in der Bevölkerung aufgerufen
Am Tag des Coming-Out wird zu mehr Toleranz in der Bevölkerung aufgerufen

Es werden in allen amerikanischen Großstädten medienwirksame

veranstaltet. In Deutschland ist der Coming-out-Tag noch nicht so bekannt. Die Aktionen - u.a. Schul- und Videoprojekte - bewegen sich in kleinerem Rahmen. Sie dienen vor allem als Podien für Jugendliche und interessierte Menschen, die neue Netzwerke bilden möchten.

Tag der Erde

Der Tag der Erde wird seit 1970 gefeiert. Umweltorganisationen in mehr als 180 Ländern der Erde gestalten den Aktionstag, der jedes Jahr am 22. April stattfindet, mit Veranstaltungen, in denen auf

aufmerksam gemacht wird. Ein besonderes Anliegen ist die Reduzierung der gigantischen Müllhalden in armen Ländern sowie der umfassende Schutz der Natur. Das Datum für den Aktionstag setzte die UNESCO-Generalversammlung fest und bestimmte den ersten Tag nach dem meteorologischen Frühlingsbeginn nördlich des Äquators zum Tag der Erde.

Britische Frauen dürfen in den Schaltjahren ihrem Geliebten den Heiratsantrag machen

Ansicht von oben: Mann steckt Frau nach Heiratsantrag Finger an, sie küssen sich
Heiratsantrag © Kzenon - www.fotolia.de

Im Jahr 1288 hatte die damalige Königin von Schottland, Margaret, ein Gesetz erlassen, dass es auch den Frauen erlaubte ihrem Geliebten einen Heiratsantrag zu machen.

Schon im fünften Jahrhundert gab es diesen Brauch auch in Irland, den der Heilige Patrick eingeführt haben soll. Aber dies wurde dann auf einen speziellen Tag begrenzt, den 29. Februar, also alle vier Jahre, wenn es ein Schaltjahr gibt.

So wird auch heute noch dieser Brauch in vielen Gegenden in Großbritannien unter dem Namen "Leap Day" begangen, was besonders in den verschiedenen Medien für Aufmerksamkeit sorgt.

Für dieses Jahr hat sich beispielsweise das Internetunternehmen Yahoo etwas einfallen lassen, denn die britischen Frauen waren aufgerufen ihren besonders einfallsreichen Heiratsantrag per Video einreichen.

Der Gewinner des Wettbewerbs sollte dann ein Auto erhalten und dann sollte auch der Heiratsantrag am 29. Februar von einem Kamerateam aufgenommen werden und ins Netz gestellt werden.

Singles Day sorgt für Kaufrausch in China - 1,3 Milliarden Euro Umsatz im E-Commerce

Zwei Frauen beim Shopping, stehen mit Einkaufstüten bepackt vor dem Schaufenster einer Modeboutique
Women looking at boutique showcase with copy space © kikovic - www.fotolia.de

Der 11.11. hat viele Bedeutungen: In Deutschland gilt er als Tag des heiligen Martins, der mit Fackelzügen gefeiert wird, und im Rheinland zudem als Tag des Karnevalsauftakts. In Großbritannien wird am 11.11. mit dem Rememberance Day den Toten der Kriege gedacht. In China dagegen ist der 11.11. seit den 90er Jahren als "Singles Day" bekannt - schließlich wird das Datum aus vier Einsen, Singles, gebildet. An diesem Tag verschenkten alleinstehende Studenten kleine Aufmerksamkeiten an einen heimlichen Schwarm um auf sich aufmerksam zu machen.

Mittlerweile ist "Singles Day" einer der wichtigsten Tage im chinesischen E-Commerce-Handel, der die Kauflust zusätzlich mit üppigen Rabatten von bis zu 70% anheizt. Da viele Geschenke anonym verschenkt werden, nutzen die jungen Singles vor allem das Internet um Kleinigkeiten zu kaufen und an den Empfänger schicken zu lassen. Mit einem Gesamtumsatz von 1,3 Milliarden Euro übertraf der Singles-Day in China sogar den "Cyber Monday" in den USA, an dem im letzten Jahr 1,25 Milliarden US-Dollar umgesetzt wurden.

Allerdings feiern die chinesischen Singles nicht nur Online, sondern auch Offline: Am Singles Day treffen sich alleinstehende Freunde zu einem Essen mit Youtiao, länglichem Gebäck, und Baozi, Teigklößen, die für das Datum 11.11. stehen. Gezahlt wird getrennt - schließlich will jeder unabhängig sein.

Weltgebetstag

Der Weltgebetstag ist ein Aktionstag der Ökumene, der von Frauen gestaltet wird. Erste offizielle Gebetstage für Frauen wurden bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Nordamerika abgehalten.

Seit 1927 ist der Weltgebetstag für Frauen international anerkannt und findet an jedem ersten Freitag im März in allen christlichen Ländern weltweit statt. Das zentrale Thema der Gottesdienstordnung wird jedes Jahr von Gläubigen eines anderen Landes bestimmt. Die Reihenfolge der Länder wird auf der Weltgebetskonferenz festgelegt.

Die Gestaltung und Durchführung der Gottesdienste liegt vollständig in der Hand der Frauen. Zu den Veranstaltungen sind Frauen, Männer und Kinder jeder Konfession eingeladen.

Kinder in Ostfriesland legen traditionsgemäß Blumenbilder

Zwei kleine Mädchen im Wald riechen an Blumen
Little girls smelling flowers © filtv - www.fotolia.de

Am Feiertag Christi Himmelfahrt haben nach einem alten Brauch zufolge Mädchen in dem ostfriesischen Boekzetelerfehn ein Blütenbild hergestellt.

Einer alten Überlieferung zufolge wurde an diesem Tag der Bräutigam bei einer Hochzeit mit einer Fürstentochter von seinem Nebenbuhler erstochen. Und in den Jahren danach haben die Bewohner immer zu diesem Tag ihre Straßen mit Bildern aus Blüten geschmückt.

Diesen alten Brauch hat vor einigen Jahren der Klosterverein wieder ins Leben gerufen. Die Kinder in dem betreffenden Ort konnten natürlich nicht die ganzen Straßen schmücken, so dass sie nur die Fläche vor dem Gedenkstein mit einem Herzen und Anker schmückten.

In den katholischen Ländern, beziehungsweise bei uns in Deutschland werden in den Bundesländern, wo auch Fronleichnam ein Feiertag ist, von der Bevölkerung ebenfalls die Straßen, aber hier für die Verehrung Gottes, mit kunstvollen Blumenbildern geschmückt.

Im Memminger Stadtbach wurden beim Fischertag wieder Forellen gefischt

Angler in blauem Karohemd hält stolz einen gefangenen Fisch an der Angelschnur
Sport fisherman showing catch dangling from fishing rod © Kzenon - www.fotolia.de

Jedes Jahr, mittlerweile schon seit dem Jahr 1572, wird in Memmingen der Stadtbach von Forellen leer geangelt, oder besser gesagt gefischt. Denn auch dieses Jahr waren 1200 Hobby-Fischer dabei, die mit gabelförmigen Netzen, die man dort auch als "Bären" bezeichnet, auf Forellenfang ausgingen.

Der Sieger war dieses Jahr Wolfgang Koch, der den Königsthron als "Wolfgang II., der Autoschrauber", weil er Kfz-Mechaniker ist, besteigen konnte. Seine Forelle war mit 2,1 Kilogramm der größte Fang. Nach diesem Festtag wird traditionsgemäß in Memmingen das Wasser aus dem Bach abgeleitet und der Bach danach gereinigt und anschließend wieder mit frischen Wasser gefüllt.

Viehscheid in Oberstaufen

Dunkler Rinderbulle mit Ring in der Nase steht mit anderen Rindern auf der Weide
rinderbulle auf der weide © mbs - www.fotolia.de

Der erste Viehscheid findet in diesem Jahr in Oberstaufen statt und markiert somit das Ende des Bergsommers für Hirten und Rinder in den Alpen. Insgesamt 18 Herden mit rund 1200 Rindern werden in dem kleinen Ort in Schwaben erwartet.

Teils geschmückt werden die Rinder auf den Scheidplatz getrieben und dort einzeln von der Herde getrennt und den Besitzern übergeben. Im Allgäu wird zu diesem Anlass in insgesamt 25 Orten nahe der Berge ein großes Volksfest gefeiert.

Beim alljährlichen Holi One Farbfestival in München ging es wieder sehr farbenfroh zu

Holi Festival: Menschenmenge wirft mit bunten Farben um sich und tanzt
Festival Holi in Barcelona. © JackF - www.fotolia.de

Eigentlich stammt die Idee der Farbfestivals aus Indien, wo der Frühling jedes Jahr mit einem berauschenden Farbenfest willkommen geheißen wird. Das farbenfrohe Spektakel hat sich mittlerweile aber auch in ganz Deutschland etabliert.

Hierzulande werden die Farbenfeste aber vorzugesweise im Sommer gefeiert, da gutes Wetter für die Farbenschlacht unerlässlich ist. Wirklich feste Termine gibt es für die Festivals daher nicht. Am vergangenen Samstag fand in Riem nahe München wieder das alljährliche Holi One Farbfestival statt, bei dem sich die Teilnehmer gegenseitig mit Wasser und kiloweise buntem Puder, dem sogenannten "Gulal", bewerfen.

Angst davor, die Kleidung so zu verschmutzen, dass man sie nur noch wegschmeißen kann, braucht man dabei übrigens nicht zu haben, denn das ungiftige Puder lässt sich sowohl von Körper und Haaren als auch von der Kleidung ganz einfach abwaschen.

Das Elefanten-Festival im indischen Jaipur wurde in diesem Jahr abgesagt:Tierschützer waren dagegen

Farbig und kunstvoll angemalter Elefant mit Kopfschmuck
Close up of colorful painted elephant head © 8meg - www.fotolia.de

Ein Elefant ist ein mächtiges Tier und derjenige, der auf einem Elefanten sitzt, muss ja wohl auch mächtig sein. Deshalb lassen sich indische Herrscher gerne von einem Elefanten tragen, bei denen sogar die Stoßzähne in Silber und Gold funkeln. Beim Festival im indischen Jaipur sieht man die Elefanten mit erlesenen Stoffen und glänzendem Schmuck.

In diesem Jahr war das Fest kurzfristig abgesagt worden, weil die Tierschutzgruppen gegen die Behandlung der Elefanten waren. Der Elefant ist bei den Indern ein verehrungswürdiges Tier.

Wichtig ist in der indischen Kultur der hinduistische Gott Ganesha, der einen Elefantenkopf trägt und der gerne um Hilfe gebeten wird, wenn es darum geht Hindernisse beiseite zu räumen. Trotzdem gibt es in Indien 3500 bis 4000 Elefanten in Gefangenschaft. Doch überwiegt bei den Indern die Liebe zu den Elefanten, für die man großen Respekt empfindet.

Im Allgäu wird der Almabtrieb gefeiert

Nahaufnahme braune Kuh streckt ihre Schnauze in die Kamera
funny cow © Eric Gevaert - www.fotolia.de

Zu Beginn der herbstlichen Jahreszeit ist es wieder soweit: Das Vieh verlässt seine Weidegründe auf den Allgäuer Almen und wird zurück in die Ställe gebracht. Die Bevölkerung verbindet dies mit Festlichkeiten, auf denen man toll geschmücktes Vieh sieht, das ins Tal hinunter getrieben wird.

Einer der größten Viehscheide im Allgäu ist der in Bad Hindelang, der dort auch gebührend gefeiert wird. Bis zu 20000 Besucher kommen dann in den Ort und die Kinder haben an diesem Tag schulfrei. Mit den Kühen kommen auch die Hirten wieder ins Tal, die zusammen mit den Tieren rund 100 Tage auf der Alm gelebt haben. Die Viehhirten genießen bei den Menschen ein hohes Ansehen, da diese manchmal bis auf 2000 Meter Höhe gehen und zusammen mit ihrer Familie acht Wochen in einer kleinen Holzhütte leben.

Der Weg von Mensch und Tier ins Tal dauert bis zu fünf Stunden, vor dem Dorf wird Rast gemacht und das Vieh noch einmal herausgeputzt, bevor die ganze Arbeit der Bevölkerung und den Zuschauern präsentiert wird. Dann gilt es auch für die Hirten und ihre Familien sich wieder an den Alltag zusammen mit Menschen zu gewöhnen, was nach den langen Wochen der Ruhe und Einsamkeit auf einer Alm nicht unbedingt einfach ist.

Seit 700 Jahren gibt es die original Nürnberger-Rostbratwurst

Die bayrische Stadt Nürnberg, in Mittelfranken gelegen, ist einmal durch die Kaiserburg aber auch durch den jährlichen Christkindlmarkt bekannt.

Doch auch die Nürnberger Rostbratwürste schätzen besonders die Bratwurst-Kenner.

Dieses Jahr wollen die Nürnberger auf ihrem Altstadtfest diese fränkische Spezialität besonders feiern, denn vor 700 Jahren wurde der Stadt durch den Kaiser die Rechtsetzungsautonomie in Marktsachen verliehen.

Nachdem besonders in den 80er Jahren überall in Deutschland mit den sogenannten Nürnberger Rostbratwürsten geworben wurde, hat sich im Jahr 1998 ein Schutzverband gegründet. Im Jahr 2003 wurde dann die Bratwurst EU-weit geschützt, so dass die original Nürnberger-Bratwurst fingerdick und acht Zentimeter lang ist und maximal 25 Gramm wiegen darf.

Zudem muss sie aus dem besten Schweinefleisch in Nürnberg nach dem alten Rezept hergestellt werden und das Fleisch soll aus der Region stammen. Das Altstadtfest findet am 13. September 2013 statt.

Weltlachtag

Der Weltlachtag wird von der Yoga-Lachbewegung und ihren zugehörigen Lachclubs organisiert. Er wurde im Jahr 1998 erstmalig in Indien veranstaltet und wird jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai weltweit abgehalten.

Auf Initiative der rund 6.000 Lachclubs treffen sich Menschen an vielen Orten auf der ganzen Welt, um genau um 14.00 Uhr MEZ für drei Minuten gemeinsam zu lachen. In der Schweiz wird der Weltlachtag mit einer fröhlichen Parade und humoristischen Programmen gefeiert.

Am Weltlachtag wird um 14:00 Uhr MEZ für 3 Minuten gemeinsam gelacht
Am Weltlachtag wird um 14:00 Uhr MEZ für 3 Minuten gemeinsam gelacht

Internationaler Männertag

Der Internationale Männertag wird von den Vereinten Nationen und der UNESCO gefördert und unterstützt. Dieser Aktionstag wurde im Jahr 1999 im Karibikstaat Trinidad und Tobago ins Leben gerufen. Er wird jedes Jahr am 19. November international gefeiert.

Die Männerrechtsbewegung und andere relevante Organisationen starten an diesem Tag vielfältige Aktionen zu Themen, wie

  • Männergesundheit
  • Bildung und
  • Gleichberechtigung.

Im Mittelpunkt steht die Würdigung der Leistung aller Männer weltweit. Der männlichen Jugend sollen Perspektiven für den weiteren Lebensweg aufgezeigt werden.

Der Internationale Männertag wird nicht als Konkurrenz zum Internationalen Frauentag veranstaltet. Er reiht sich in andere thematische Aktionstage für Männer, u.a. den Weltmännertag und den "Herrentag", ein.

Red Nose Day

Das offizielle Symbol des "Red Nose Day" ist die rote Plastiknase, die im Internet und vielen Geschäften in ganz Deutschland verkauft wird. Der Erlös aus dem Verkauf und vielfältigen Aktionen geht an den Red Nose Day Verein, der diese Gelder dann an Kinderhilfswerke, Kinderorganisationen und relevante Projekte verteilt.

Die Idee für den Red Nose Day wurde 1988 von britischen Fernsehsender BBC initiiert und ab dem Jahr 2003 von der SAT1 Prosieben Media AG übernommen. Der TV-Sender Pro7 veranstaltet ganzjährig vielfältige Aktionen und Spendenaufrufe für verschiedene Hilfswerke.

Zum Aktionstag, der jedes Jahr an einem anderen Datum stattfindet, werden 24-Stunden-Spendehotlines mit prominenten Persönlichkeiten besetzt und die Zwischenergebnisse durch Liveschaltungen veröffentlicht. Welche Hilfsprojekte finanziell unterstützt werden, gibt der Red Nose Day Verein sowohl im TV als auch auf einer eigenen Webpräsenz bekannt.

Spanische Tomatina jetzt auch in der chinesischen Stadt Dongguan

Nahaufnahme frische rote Tomaten mit Wassertropfen
Nahaufnahme von frischen Tomaten © Birgit Reitz-Hofmann - www.fotolia.de

Jetzt haben die Chinesen auch ihre Tomatina, die traditionelle Tomatenschlacht aus Spanien. In der Stadt Dongguan in der südchinesischen Provinz Guangdong fand jetzt das "rote Spektakel" statt. Dabei waren 10.000 Besucher, die sich bei der zwei Stunden dauernden Schlacht amüsierten.

Die Aktiven waren voller Begeisterung dabei und so bekamen auch die Zuschauer etwas von dem roten Saft ab. Insgesamt wurden bei der "Schlacht" 15.000 Kilogramm Tomaten als "Munition" benötigt.

Österreicher werden immer traditioneller

Flagge von Österreich
Österreichische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Im österreichischen Wien sind traditionelle Feste und Umzüge immer häufiger an der Tagesordnung. Nicht nur in ländlichen Gegenden, auch in den Städten wird kräftig gefeiert. Die Kirtage, die bei uns mit der Kirmes vergleichbar wären, Festzüge, aber auch viele Discos und Clubs setzen dabei auf traditionelle Kleidung, wie Lederhosen oder Dirndl. Mitlerweile wird dort sogar Unterwäsche im Trachtendesign hergestellt und verkauft.

Als einen möglichen Grund für die vermehrte Rückkehr zu den Wurzeln sieht Psychologin Cornelia Ehmayer darin, dass die Leute einen festen Halt und ein Vertrautsein suchen, was ihnen in der heutigen Welt, mit all ihren Krisen und Katastrophen, ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.

Spanien - Die jährliche Tomatenschlacht lockte dieses Jahr unzählige Touristen an

Junge Frau, lächelnd, hält zwei frische Tomaten vor ihre Augen
junge, schöne Frau hält zwei Tomaten zu ihren Augen © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Am Mittwoch war es wieder so weit, die jährliche Tomatenschlacht in der Kleinstadt Bunol in Spanien lockte in diesem Jahr nicht nur die Einwohner auf die Straße, auch zahlreiche Touristen aus der Umgebung ließen sich das Spektakel nicht entgehen.

Die sogenannte "Tomatina" findet jedes Jahr immer am letzten Mittwoch im August statt. In diesem Jahr erschienen rund 40.000 Menschen um sich gegenseitig mit fast hundert Tonnen überreifen Tomaten zu bewerfen. Es mussten insgesamt 17 Extrazüge verkehren um die zahlreichen Touristen zum Ort des Geschehens zu bringen.

Entstanden war der Brauch in den 1940ern, als sich eine Gruppe befreundeter Spanier auf offener Straße mit Gemüse bewarf. Seitdem gehört die Tomatenschlacht zur Geschichte der Stadt und die Zahl der Teilnehmer steigt von Jahr zu Jahr an. Mittlerweile ist die Tomatina auch in anderen Ländern bekannt.

Was alles zu einer spanischen Stierkampf-Arena gehört

Die Stierkampf-Arena in Madrid gilt als die zweitgrößte überhaupt

Flagge von Spanien
Spanische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

In Madrid befindet sich weltweit nach einer Arena in Venezuela die zweitgrößte Stierkampf-Arena. Die Arena hat ein Fassungsvermögen von etwa 24.000 Zuschauern. Neben der eigentlichen Arena gibt es aber noch weitere wichtige Orte, die hinter den Kulissen liegen, wie beispielsweise die Ställe für die Kampfstiere, die meistens schon ein paar Tage vor dem Kampf dorthin gebracht werden und von Tierärzten eingehend untersucht werden.

Vorbereitung und ärztliche Versorgung

Die Stierkämpfer selber erscheinen meistens erst eine halbe Stunde vor ihrem Auftritt und das Los entscheidet, wer gegen welchen Stier antreten muss. Die Toreros haben dann auch die Möglichkeit vorher noch die Jungfrau von La Paloma, das ist die Schutzpatronin der Stadt, um ihren Beistand in einer kleinen angebauten Kapelle zu bitten.

Falls einer der Toreros verletzt wird, so stehen mehrere Ärzte zur Verfügung, die auch vor Ort sofort operieren können. So musste am 21. Mai 2010 der spanische Matador Julio Aparicio, nachdem er von einem Stier schwer verletzt wurde, sofort hier operiert werden. Aber meistens werden eher die Zuschauer behandelt, denen es schlecht wurde.

Aufgabe der verschiedenen Beteiligten

Übrigens steht der Begriff "Torero" für alle am Stierkampf beteiligten Personen, das sind die Banderillero und Picadores, sowie die Novilleros und die Matadores. Die Banderillero und Picadores haben die Aufgabe den Stier leicht zu verwunden, so dass der Stier öfters seinen Kopf senkt, was für den Matador für den Todesstoß wichtig ist.

Ein Novillero ist ein Anfänger (Neuling) der nach mehreren erfolgreichen Auftritten dann erst zum Matador ernannt wird. Der Matador (auf deutsch bedeutet dies "der Töter") ist aber die eigentliche Hauptperson, der mit seinem roten Tuch der "muleta" den Stier reizt und schließlich auch mit dem Degen tötet.

Keine Stierkämpfe mehr im staatlichen spanischen Fernsehen

Ende der Corridas beim spanischen Fernsehsender TVE. Es säßen bei den Sendungen zu viele Kinder vor dem Gerät. So zumindest ist es einem Ausschnitt einer Verlautbarung von TVE zu entnehmen. Die gezeigte Gewalt und das sinnlose Töten von Tieren seien für Kinder nicht geeignet. Ein allgemeines Ende des blutigen Schauspiels ist damit jedoch nicht zu erwarten.

Private Spartensender bedienen auch weiterhin Zuschauer, die sich am Stierkampf vergnügen. Außerdem wird TVE das Treiben der Stiere durch die Altstadt von Pamplona nach wie vor im Juli 2011 live übertragen. Aus einer Stierkampfarena hat TVE allerdings zuletzt vor vier Jahren gesendet.

Da auch in Spanien die Zuschauerzahlen für Corridas zurückgehen, seien die Übertragungen schlicht zu kostspielig.

Stierkämpfe in Frankreich weiterhin erlaubt - Auch Hahnenkämpfe legal

Stierkämpfe sind in Frankreich weiterhin erlaubt. Der französische Verfassungsrat stufte die sogenannten "Courses de taureaux" als "traditionsreiches Kulturgut" ein und lehnte eine Klage mehrerer Tierschutzorganisationen ab. Die Stierkämpfe spanischer Art finden in rund 60 südfranzösischen Städten statt. Im französischen Tierschutzgesetz sind die "Courses de Taureaux" ausdrücklich als Ausnahme gestattet.

Tierschützer hatten darauf hingewiesen, dass in Frankreich laut Gesetz jeder "Akt der Grausamkeit gegen ein Tier" verboten sei. Das Strafgesetz sieht allerdings eine Ausnahme für Stier- und Hahnenkämpfe vor, wenn eine "ununterbrochene lokale Tradition" vorliege. Der Verfassungsrat bestätigte nun mit seiner Entscheidung diese Regelung.

Mondfest in China: Löwentänze und Mondkuchen

Flagge von China
Chinesische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Zum Vollmond wurde in China an diesem Sonntag das farbenfrohe Mondfest gefeiert, das zu den wichtigen Festen des chinesischen Kalenders gehört und auf den 15. Tag des 8. Mondmonats fällt. Traditionell werden dazu süße oder salzige Mondkuchen gebacken und die Straßen mit prächtigen Laternen dekoriert. Zum Mondfest gehören die Löwentänzer in ihren fantasievollen Kostümen, die in diesem Jahr in Hong Kong ihre Weltmeisterschaft feierten.

Bereits im Mittelalter fand das Mondfest als Mittherbstfest Erwähnung, das ebenfalls in Japan und Südkorea gefeiert wird. Der Legende nach geht das Fest auf den Bogenschützen Hou Yi zurück, der einst die Welt von einer Dürre befreite indem er neun von zehn brennenden Sonnen vom Himmel schoss und der letzten Sonne befahl, täglich pünktlich auf- und unterzugehen.

Zum Dank erhielt er von einer Göttin eine Unsterblichkeitspille, die jedoch Hou Yi's Frau Chang'e schluckte und dadurch auf den Mond verbannt wurde. Seitdem steht Chang'e für den Mond und Hou Yi für die Sonne.

Große Wäsche in Indien - Das größte Pilgerfest der Welt hat begonnen

Portrait einer indischen Braut, das Gesicht halb hinter einem roten Schleier versteckt
Exotic Indian bride dressed up for wedding © and.one - www.fotolia.de

Im Norden Indiens hat am vergangenen Wochenende das Kumbh Mela-Festival begonnen, das nur alle drei Jahre stattfindet und als größtes Pilgerfest der Welt gilt. Zum Auftakt badeten drei Millionen hinduistische Gläubige im heiligen Fluss Ganges, um sich von ihren Sünden reinzuwaschen. Ingesamt dauert das Festival 55 Tage lang und wird von gut 90 Millionen Hindus besucht.

Wichtigster Ort für die zeremoniellen Waschungen der Pilger ist die Stadt Allahabad am Zusammenfluss von Ganges und Yamuna (sowie dem nur in der indischen Mythologie existierenden Fluss Saraswati).

Umweltschützer warnen Besucher dagegen vor dem Bad im Ganges, der nicht nur eisig kalt ist, sondern auch einer riesigen Kloake gleicht. Uferstädte leiten ungefilterte Fäkalien und Industrieabwässer in den Fluss, während Bauern Wasser für ihre Felder abzapfen, so dass der Ganges teilweise nur noch knietief ist. Ein Öffnen der Dammschleusen flussaufwärts bringt nur wenige Verbesserungen.

Das Kumbh Mela-Festival geht auf einen Mythos zurück, nach dem sich Götter und Dämonen um ein unsterblich machendes Elixier stritten. Dabei fielen vier Tropfen auf die Erde herab, an denen die Städte Allahabad, Haridwar, Ujjain und Nashik gegründet wurden. Pilger hoffen nun, durch das Bad im Fluss aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt auszubrechen und unsterblich zu werden.

Neujahr in China: Was das Jahr der Schlange für die Zukunft bringt

Nahaufnahme Pythonschlange auf weißen Hintergrund
python schlange © Thomas Bedenk - www.fotolia.de

2013 ist laut dem chinesischen Kalender ein Schlangenjahr, wie zuletzt 1977, 1989 und 2001. Die Tierkreiszeichen wiederholen sich nämlich immer alle zwölf Jahre. Am vergangenen Sonntag war es wieder soweit, das Reich der Mitte läutete ein neues Jahr ein.

Die Schlange gilt in China als Symbol für Klugheit, aber auch Kreativität. Durch ihre Nähe zur Erde gilt sie als eine Verbindung zur Weiblichkeit oder zu den weiblichen Gottheiten. 2013 stößt die Schlange als Feuertier aber auf das Gegenelement Wasser. Aus diesem Grund prophezeien viele chinesische Astrologen unruhige Monate und Konflikte für China und die Welt.

Doch vorerst kümmerte sich darum niemand, denn trotz Smog-Warnung feierten Millionen von Menschen auf den Straßen ausgelassen. Vorsichtiger als sonst gaben sich die Chinesen dennoch: Wegen der dicken Luft hatte die Regierung aufgerufen, nicht so viele Raketen abzuschießen. Tatsächlich ging der Verkauf von Feuerwerk um rund 37 Prozent zurück.

Fest der Schlange: In Westbengalen bitten Inder um den Segen giftiger Reptilien

Grüne Otter (Giftschlange) vor schwarzem Hintergrund
Gumprecht's green pitviper (Trimeresurus gumprechti ) © mgkuijpers - www.fotolia.de

Im westbengalischen Purba Bishnupur ist die Schlange los. Jedes Jahr im Sommer strömen Inder mit Körben voller giftiger Reptilien in das Dorf, um Schutz vor Unheil und Glück für die Ernte zu erbitten. Mit Trommeln locken Schlangenbeschwörer ihre gefährlichen Begleiter ins Freie, damit sie den Anwesenden ihren Segen geben.

Das Risiko ist beim Schlangenfest allgegenwärtig. Trotzdem säumen Hunderte Hindus die Straßen; mit rotem Puder bedeckt erweisen sie der Schlangengöttin Manasa die Ehre. Immer in der Hoffnung, dass sie dadurch vor dem potenziell tödlichen Biss der Reptilien verschont bleiben.

Mondfest in China: Kuchen als kulinarische Währung der Korruption

Das Mondfest ist einer der wichtigsten Feiertage in China. Kulinarisches Highlight: der Mondkuchen. Alljährlich im September verschenken Chinesen die kleinen gefüllten Küchlein an Freunde, Verwandte und Geschäftspartner.

Kostbare Füllungen als Ausdruck der Korruption

Bei den Kuchenpaketen für Vorgesetzte oder Geschäftsleute geht es jedoch nicht nur um den leckeren Geschmack. Durch Füllungen aus Goldnuggets oder Beigaben wie edle Uhren und gefaltete Geldscheine wurden die Mondkuchen zum Instrument der allgegenwärtigen Korruption. In diesem Jahr hat die Regierung ihnen deshalb den Kampf angesagt.

Parteichef fordert Genügsamkeit

In einer großangelegten Kampagne fordert Parteichef Xi Jinping mehr Genügsamkeit. Kuchengeschenke auf Staatskosten, wie sie sonst unter Behördenmitarbeitern üblich waren, sind verboten. Entsprechend schleppend läuft der Absatz an opulenten Paketen mit Mondkuchen.

Verschwindet der Mondkuchen?

Im Trend liegt dagegen Selbstgebackenes, das beim Mondfest gemeinsam mit Freunden und Verwandten verzehrt wird. Ob der Mondkuchen dadurch auch langfristig aus dem Kreislauf der Korruption verschwindet, bleibt abzuwarten.

Spanische Stierkampf-Tradition wird gesetzlich unter Schutz gestellt

Ein nun vom Parlament in Madrid verabschiedetes Gesetz stellt den Stierkampf in Spanien unter Schutz, womit es gleichzeitig zu einem "immateriellen Kulturgut" erklärt wird. Im Senat haben die regierenden Konservativen für das Vorhaben gestimmt, während sich die Sozialisten enthielten und die restlichen Parteien dagegen stimmten.

Durch das neue Gesetz soll die Regierung einen "nationalen Plan" zur Förderung des Stierkampfs aufstellen und sich zudem dafür stark machen, dass die Tradition in die Unesco-Liste des immateriellen Weltkulturerbes der Menschheit aufgenommen wird.

In Spanien sind Stierkämpfe unter der Bevölkerung seit vielen Jahren umstritten, sodass die blutige Tradition beispielsweise in Katalonien im vergangenen Jahr nach einem Beschluss gesetzlich verboten wurde.

Glaube in Nepal: Kleine Mädchen können zur "Lebenden Göttin" gewählt werden

Himalaya Gebirge, dahinter orange-roter Himmel im Sonnenuntergang
Sunset in Himalayan mountain © Galyna Andrushko - www.fotolia.de

Eine „lebende Göttin“ zu werden ist in Nepal durchaus möglich. Wenn ein kleines Mädchen 32 Kriterien erfüllt, kann es zur Kumari gewählt werden. Eines der Kriterien beinhaltet das Aussehen, das „Beine wie ein Reh“, oder eine „Brust wie ein Löwe“ für eine Dreijährige vorschreibt. Auch ein Tapferkeitstest wird den künftigen Anwärterinnen abverlangt.

Die Kumari lebt zurückgezogen in Katmandus Altstadt in einem Tempelpalast. Diesen darf sie nur zu ganz bestimmten religiösen Festen verlassen. "Lebende Göttinnen" werden von den Gläubigen verehrt und sind ein attraktives Touristenmotiv.

Schweres Einleben in den Alltag

Mit der ersten Monatsblutung ist es allerdings nicht mehr möglich, eine solche Bestimmung zu erfüllen. Auf das Mädchen kommt jetzt das Problem zu, sich wieder im Alltag einleben zu müssen.

Rente und Unterricht sollen helfen

Um den „lebenden Göttinnen“ dabei zu helfen, sollen sie künftig über den Zeitraum von zehn Jahren eine monatliche Rente von zehntausend nepalesischen Rupien (das sind 74 Euro) erhalten. Außerdem sollen sie nach einem Urteil von 2008 durch das Oberste Gericht von Nepal in den Palastmauern Unterricht bekommen.

Grüne Farbe weltweit am St. Patrick's Day

Flagge von Irland
Irische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Dass der 17. März in Irland groß gefeiert wird, ist klar. Am St. Patrick's Day wird besonders die irische Hauptstadt Dublin zu einem Ort, an dem zahlreiche Events veranstaltet werden und Paraden durch die Straßen ziehen. Doch nicht nur das Herkunftsland sieht an diesem besonderen Tag "grün" - überall auf der Welt wird der St. Patrick's Day gefeiert.

So werden berühmte Bauwerke und Sehenswürdigkeiten grün beleuchtet und zum Teil sogar grün eingefärbt, wie zum Beispiel der Chicago River in den USA. Die Niagarafälle erstrahlten zumindest in einem grünen Licht, ebenso der Turm im italienischen Pisa, die Gizeh-Pyramiden in Ägypten sowie die Sydney-Oper in Australien.

Internationaler Tag des Kusses

Der internationale Tag des Kusses steht für Liebe, Freundschaft und ehrliche Zuneigung
Der internationale Tag des Kusses steht für Liebe, Freundschaft und ehrliche Zuneigung

Wann und von wem der "Internationale Tag des Kusses" ins Leben gerufen wurde, ist bis heute nicht belegt. Es wird in den Medien immer wieder vermutet, dass er erstmalig 1990 in Großbritannien gefeiert wurde. Seither wird am 6. Juli jeden Jahres weltweit umarmt und geküsst.

Der "Internationale Tag des Kusses" steht für

Gleichzeitig soll ein Zeichen für Toleranz gesetzt werden, denn in vielen Ländern der Erde steht das Küssen in der Öffentlichkeit unter Strafe und gleichgeschlechtliche Zuneigung ist dort geächtet.

In einer modernen und offenen Gesellschaft sollte der Kuss als Ausdruck der Zuneigung zwischen zwei Menschen - egal, welchen Geschlechts - jederzeit möglich sein und keinesfalls bestraft werden. Sogar Forscher und Ärzte bestätigen, dass Küssen gesund ist. Deshalb sollte nicht nur am 6. Juli geküsst werden, sondern idealerweise jeden Tag.

Weltspartag

Der Weltspartag wurde 1924 auf dem ersten "Internationalen Sparkongress" der Sparkassen und Banken beschlossen. Teilnehmer aus 30 Ländern der Erde sprachen sich für einen gemeinsamen Aktionstag des Sparens aus, an dem Kunden über die Bedeutung der finanziellen Vorsorge aufgeklärt werden sollten.

Seit 1925 begehen die Sparkassen in der letzten Oktoberwoche den Weltspartag. In vielen Ländern werden am 31. Oktober in den Bankfilialen die Kinder mit kleinen Geschenken überrascht, wenn sie ihr Erspartes bringen und auf Sparkonten einzahlen. Zusätzlich werden Gewinnspiele und Sparaktionen veranstaltet, um den Anreiz zum Sparen zu erhöhen.

In Deutschland und Österreich findet der Weltspartag immer am letzten Arbeitstag statt, da der 31.10. als Reformationstag ein offizieller Feiertag ist, an dem viele Banken geschlossen bleiben.

Weitere Aktions- und Welttage

Zu den weiteren Aktions- und Welttagen zählen beispielsweise:

  • Weltfriedenstag (1. Januar)
  • Welttag des Hörens (3. März)
  • Welttag der Poesie (21. März)
  • Weltgesundheitstag (7. April)
  • Weltflüchtlingstag (20. Juni)
  • Internationaler Kinderbuchtag (2. April)
  • Tag des Deutschen Bieres (23. April)
  • Internationaler Tag der Pressefreiheit (3. Mai)
  • Weltblutspendetag (14. Juni)
  • Internationaler Asteroiden Tag (30. Juni)
  • Welt-Hepatitis-Tag (28. Juli)
  • Weltkatzentag (8. August)
  • Internationaler Tag der Verschwundenen (30. August)
  • Tag der Gehörlosen (Letzter Sonntag im September)
  • Weltmusiktag (1. Oktober)
  • Welttag der Wissenschaft (10. November)

Gedenktage

Bei einem Gedenktag oder auch Jahrestag handelt es sich um ein Datum, an welchem an eine Person mit hoher religiöser oder staatlicher Bedeutung oder an ein historisches Ereignis erinnert wird. Jedes Jahr gedenkt man an die Wiederkehr des Tages, wie zum Beispiel an den Tag eines dramatischen Ereignisses.

Es gibt unterschliedliche Arten von Gedenktagen:

  • bewegliche Gedenktage
  • Gründungstage
  • Ehrentage
  • Geburts- oder Todestage

Auch die erwähnten Welttage gehören dazu. Mögliche Beispiele sind:

  • Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar)
  • Tag der Betrieblichen Mitbestimmung (4. Februar)
  • Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus (5. Mai)
  • Nationaler Gedenktag in Deutschland zum Aufstand des 17. Juni (17. Juni)
  • Nelson-Mandela-Tag (18. Juli)
  • Gedenktag an Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945 (6. August)
  • Gedenktag zu Ehren der Opfer der Terroranschläge 2001 (11. September)
  • Welternährungstag (16. Oktober)
  • Internationaler Tag der Menschenrechte (10. Dezember)

In Malaysia sind Papier-Gebisse zu Ehren für die Toten der neue Verkaufsschlager

Eltern mit Kindern vor großem Kreuz, Grab, Friedhof
Holy Spirit © Mikhail Tolstoy - www.fotolia.de

Am gestrigen Freitag feierte ganz Malaysia ein besonderes Fest, das ihren toten Ahnen zu Ehren veranstaltet wird. Im malaysischen Glauben werden den Toten durch Papiernachbildungen unterschiedlicher Gegenstände diese im Jenseits darüber verfügen können.

Der absolute Renner in diesem Jahr sind Papier-Gebisse. doch zusätzlich sind auch Schaukelstühle, Spielgeld, Nachthemden und Handtaschen sehr gefragt. Als Renner im vergangenen Jahr lagen Papier-Dessous ganz vorne, die nun durch die Gebisse auf der Beliebtheitsskala abgelöst wurden.

Jüngere Menschen feiern nur selten Totengedenktage

Senioren, älteres Paar sitzt auf Parkbank oder auf dem Friedhof
aged couple sitting on a bench in a cemetery © Ingo Bartussek - www.fotolia.de

Ob man sich an den Totengedenktagen im November traditionsgemäß mit der eigenen Sterblickeit oder dem Tod geliebter Menschen auseinandersetzt, ist einer Umfrage der Apothekenzeitschrift "Senioren Ratgeber" zufolge vor allem eine Frage des Alters. Demnach gedenken nämlich 49,3% der über 60-Jährigen an Feiertagen wie Allerheiligen oder Totensonntag geliebten Verstorbenen, was jedoch nur 22,6% der Befragten unter 50 Jahren tun.

Ein Grund für diese Tatsache besteht der Umfrage zufolge darin, dass sich die Jüngeren in ihrem Leben bislang nur eher selten mit dem Tod von Angehörigen auseinandersetzen mussten. Insgesamt haben 59,9% der unter 40-Jährigen nämlich bisher keine ihnen nahestehende Person verloren. Von den Befragten über 50 Jahren konnten dies jedoch nur 27,2% von sich sagen.

Der Totenkult der Toraja - Touristenattraktion auf Sulawesi

Panorama von Lagune mit Palmen im linken Vordergrund, weißem Strand und azurblauem Meer
panoramic lagoon ii © Kwest - www.fotolia.de

Das Volk der Toraja auf Sulawesi pflegt bis heute einen archaischen Totenkult. Bevor die Verstorbenen beigesetzt werden, liegen sie noch viele Monate zu Hause in ihrem Bett. Die Angehörigen versorgen sie mit Essen und Getränken. Zur eigentlichen Beerdigungszeremonie reisen dann Verwandte aus ganz Indonesien an – zunehmend auch Touristen, die sich das Spektakel gegen ein Gastgeschenk gern ansehen dürfen.

Beerdigung erst lange nach dem Dahinscheiden

Trotz aller Missionierungsversuche glauben die Toraja, dass Verstorbene nicht wirklich tot sind. In den Augen ihrer Angehörigen sind sie nur krank und müssen deshalb gepflegt werden. Erst zu Beginn der Beerdigungszeremonie wird der Leichnam für tot erklärt – das kann auch erst Jahre nach dem körperlichen Dahinscheiden sein.

Die Beerdigungszeremonie

Je nach sozialem Stand dauert die Beisetzung bei den Toraja mehrere Tage. An welchem Punkt der Zeremonie man angekommen ist, verkünden Tafeln am Festplatz, Anweisungen für Trauerzüge kommen über Lautsprecher.

In der Ferienzeit, wenn die Angehörigen Zeit für die lange Reise haben, herrscht in den Dörfern der Toraja reges Treiben. Für die Angereisten werden extra Hütten aufgebaut, in denen sie übernachten können. Auch Touristengruppen sind willkommen. Zum Zeichen des Respekts sollten sie jedoch eine Mitgift abgeben, am besten eine Stange Zigaretten.

Einer der Höhepunkte ist die rituelle Schlachtung von Büffeln und Schweinen am 3. Tag. Anreisende Familien spenden Tiere, denen auf dem Festplatz die Kehle durchtrennt wird. Zum Ausbluten bleiben sie auf dem Boden liegen – für Touristen der am schwersten erträgliche Teil der Zeremonie.

Grundinformationen und Hinweise zum Brauchtum

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: couple © Nabil BIYAHMADINE - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Black Baby Hands Under African Water Tap World Issue © Riccardo Niels Mayer - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Wald im Gegenlicht © Hubert Körner - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: bücher © Georg Tschannett - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Happy gay couple outdoors © mangostock - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: risa © Ana Sanz - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Intimate lovers embrace © Forgiss - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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