11. Mai 2009
Von Viola Reinhardt
Schnelligkeit zählt nicht zu ihren Eigenschaften, aber neben einer schillernden Vielfalt von etwa 330 bekannten Arten und 200 Unterarten, wird der Testudinata eine stille Weisheit nachgesagt. Bei den einen gilt sie als wahre Delikatesse, bei den anderen als stiller Geselle im heimischen Terrarium oder im Teich. Der Dinosaurier unter den Reptilien kann hierbei auf rund 250 Millionen Jahre Geschichte zurückblicken.

Was genau viele Menschen an diesem gepanzerten Tier fasziniert, lässt sich nicht genau in Worte fassen. Ist es die Bedächtigkeit mit dem sich die Schildkröte über das Land und im Wasser bewegt? Die Stärke, die sie ausstrahlt? Oder liegt es an den Augen, die eine Weisheit ausstrahlen als wenn sie all das Wissen der Millionen von zurückliegenden Jahren gespeichert hätten? Für jeden Betrachter offenbaren sich die Schildkröten aus einem anderen Blickwinkel.
Hinsichtlich der Art, wie man mit den verschiedenen Schildkröten auf der Welt umgeht, gibt es ein breites Spektrum. In den Ländern Südostasiens werden sie als Delikatesse gehandelt. Besonders beliebt ist zum Beispiel die Schildkrötensuppe, die wie etwa in Deutschland das Schnitzel mit Pommes, als "ala carte" angeboten wird. Allein China importiert für diesen Zweck jährlich etwa zehn Millionen der Tiere. Doch auch in vielen anderen Teilen der Erde werden die Schildkröten gejagt, sei es wegen ihrem fetthaltigen wohlschmeckenden Fleisch oder auch wegen ihrem Panzer, der trotz Verboten immer noch zur Verarbeitung von zahlreichen Gegenständen verwendet wird.
In vielen Ländern dagegen werden die Schildkröten gehegt und gepflegt. Zahlreiche Terrarien werden von Land- und Wasserschildkröten bevölkert, die Erwachsene und Kinder gleichsam in ihren Bann ziehen. Auch in Teichen werden die Schildkröten als Haustier gehalten und bereichern zudem oftmals Kindergärten als tierhafte Lehrer, die bei den Kindern Interesse weckt und auch die Fürsorge für andere Lebewesen.
Aufgrund der langsamen Fortpflanzung und der späten Geschlechtsreife stehen viele der Schildkröten inzwischen auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Kein schöner Gedanke, wenn man bedenkt, wie die Schildkröten selbst die imposanten und starken Dinosaurier, sowie eine Vielzahl an evolutionären Entwicklungen überlebt haben. Greifen der Mensch und auch die natürliche Auslese nicht ein, dann können die Schildkröten durchschnittlich 150 bis 200 Jahre alt werden. Um diesen Tieren eine Lobby zu bieten, wird nun weltweit am 23. Mai der Tiere mit dem Internationalen Schildkrötentag gedacht und so zumindest einen Tag lang die Aufmerksamkeit auf die bedrohten Reptilien gerichtet.
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