Hühnerhaltung im Garten - was ist zu beachten?

Nahaufnahme weißes Huhn guckt in Kamera, Studioaufnahme

Größe, Pflegeaufwand, rechtliche Aspekte - Wir erklären, was Sie dabei beachten müssen, wenn Sie Hühner in Ihrem Garten halten möchten

Ein Hühnervolk im eigenen Garten ist der Garant für ein täglich frisches Frühstücksei. Der Hühnerhalter kennt das Futter seiner Hühner und sieht, dass Hahn und Hennen ein buchstäblich glückliches Hühnerleben führen. Das ist nur dann gewährleistet, wenn die vielfältigen gesetzlichen Bestimmungen beachtet und eingehalten werden.

Der Hahn - Chef des Hühnervolks

Bei dem deutschen Haushuhn handelt es sich um die Gattung von Kammhühnern aus der Ordnung von fasanenartigen Hühnervögeln. Junghühner sind Küken, und Junghennen die Glucke. Geführt wird das Hühnervolk mit seinen weiblichen Hühnern, den Hennen, vom Hahn. Im Gegensatz zu den monogamen Gänsen leben die Hühner in einem buchstäblichen Harem.

Die für den Hahn wichtigste Aufgabe neben der Fortpflanzung ist es, sein Hühnervolk zu beschützen. Darüber hinaus sorgt er für den sozialen Frieden in seinem Hühnervolk.

Wenn es sich im Garten aufhält und ein Raubvogel in Sicht ist, dann warnt der Hahn akustisch vor der Gefahr. Zu einem Hühnervolk, das freien Auslauf im Garten hat, gehört somit aus mehrerlei Gründen der Hahn.

Rechtliche Bestimmungen

Für den ausreichenden Auslauf im Garten gibt es keine festen Vorgaben. Eine durchschnittliche Fläche von zehn Quadratmetern für jedes Huhn gilt auch nach den so genannten Biorichtlinien als ausreichend groß.

Der Hühnerhalter seinerseits muss für sein Hühnervolk im eigenen Garten eine Vielzahl rechtlichen Bestimmungen beachten. Zu ihnen gehören:

  • Tierschutzrecht
  • Seuchenrecht
  • Lebensmittelrecht
  • Arzneimittelrecht
  • Baurecht
  • Nachbarrecht

Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, kurz TierSchNutztV, ist eine bundesweit geltende allgemeine Rechtsgrundlage für die vorwiegend gewerbliche sowie kommerzielle Tierhaltung - dazu gehört auch das Hühnervolk im heimischen Garten.

Die Mindestanforderungen dieser Verordnung zum Schutze landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung werden von dem Halter des Hühnervolkes, das freien Auslauf im Garten hat, fast automatisch befolgt. Trotzdem sollte er diese Rechtsgrundlage kennen.

Kontakt zum Veterinäramt

Das Seuchenrecht ist eine Meldepflicht. Jedes einzelne Huhn, das im Garten lebt, muss dem örtlich zuständigen Veterinäramt gemeldet werden. Dort sind die folgenden Informationen über den Hühnerhalter dokumentiert:

  • Name, Wohnsitz, Wohnort
  • Art und Anzahl der gehaltenen Hühner
  • Standort sowie Nutzungsart der Hühnerhaltung

Kontakt zur Tierseuchenkasse

Nach dem Tierseuchengesetz muss die Hühnerhaltung der Tierseuchenkasse gemeldet werden. Nachgewiesen werden muss ein regelmäßiges Impfen der Hühner gegen die Newcastle Krankheit - Erkrankungen wie Geflügelpest oder Vogelgrippe sind unverzüglich dem Veterinäramt zu melden.

Da der Halter in seinem Garten deutlich weniger als dreihundertfünfzig Hühner hält, gilt er als ein Kleintierhalter mit den daraus resultierenden Lockerungen der gesetzlichen Bestimmungen in Bezug auf die Infektion mit Salmonellen, oder auf die Untertypen H5 und H7 des Vogelgrippevirus.

Bestimmungen zur Lebensmittelhygiene

Sofern die vom Hühnervolk gelegten Eier selbst verzehrt werden, sind die Bestimmungen der EG-Verordnung Nummer 852/2004 über die Lebensmittelhygiene nicht relevant. Sie gelten für Kleintierhalter mit einem Hühnervolk unter dreihundertfünfzig Hühnern unter anderem für den Hofverkauf. Bei einem Verkauf auf Wochenmärkten sind wiederum eigene andere Vorschriften zu beachten.

Nachweispflichten für Arzneimittel

Die Verordnung über Nachweispflichten der Tierhalter für Arzneimittel, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind, die Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung, gilt auch für den Halter eines kleinen Hühnervolkes.

Er muss den Kauf sowie die Anwendung von apothekenpflichtigen Medikamenten dokumentieren, zu denen unter anderem jegliche Antibiotika gehören. Die Beratung durch einen Tierarzt kann für ihn hilfreich und informativ sein. Je gesünder sein Hühnervolk ist, umso geringer sind die Kosten für notwendige Medikamente.

Nachbarrecht

Das so genannte Nachbarrecht, also die berechtigten Interessen von Nachbarn, ist angemessen zu berücksichtigen. Krähende Hähne und gackernde Hühner in reinen Wohngebieten sind der Anlass für vielerlei Streitigkeiten vor Gericht.

In der Zeit von 20.00 Uhr bis um 08.00 Uhr sollte der Hahn in einem schalldicht isolierten Stall gehalten werden, um seinen Weckruf, das bekannte Hahnkrähen, im Freien zu unterbinden. Ganz allgemein gilt der Grundsatz, dass das lautstarke Hühnervolk eher in ländlicher Umgebung akzeptiert und geduldet werden muss als in einem städtischen Gebiet mit enger Bebauung.

Hühnerstallgröße und sonstige Haltungs- und Pflegetipps

Wenngleich das Hühnervolk freien Auslauf im Garten hat, so wird dennoch ein Hühnerstall benötigt. Hier bietet sich der mobile Stall an, der je nach seiner eigenen sowie der Größe des Hühnervolkes aus baurechtlicher Sicht genehmigungsfrei oder genehmigungspflichtig ist.

Hühner sind Kleintiere, deren Haltung auch in reinen Wohngebieten zulässig ist. Zur artgerechten Hühnerhaltung im Freien ist der mobile, also räumlich versetzbare Hühnerstall, die beste und problemloseste Lösung.

Er braucht so gut wie gar nicht genehmigt zu werden und lässt sich bedarfsgerecht erweitern. Ein fester, also unbeweglicher Hühnerstall hingegen ist ohne Baugenehmigung nicht zulässig.

Was die Größe des Geheges angeht, so sollte man mit 30 Quadratmetern pro Tier rechnen, sofern man nicht möchte, dass die Hühner den Garten durch das viele Scharren in eine braune Landschaft verwandeln. In Sachen Ernährung und Pflege sollte man darauf achten, den Vögeln täglich frisches Wasser zu geben.

Neben der Nahrung, die sie selbst im Garten vorfinden, ist zusätzliches Kraftfutter sehr wichtig. Das Kotbrett unter der Sitzstange sollte alle paar Tage gereinigt werden; die Säuberung von Stall, Trog und Tränke sollte ebenso regelmäßig erfolgen.

Übrigens lässt sich der Kot der Hühner sehr gut als Dünger im Garten verwendet. Allerdings sollte er zuvor kompostiert werden; als pure Düngergabe erweist er sich als zu scharf - er könnte die Wurzeln der Pflanzen schädigen.

Für den Anfänger eignen sich Hybridhühner am besten. Es handelt sich um Kreuzungen aus unterschiedlichen Rassen, die pflegeleicht sind und viele Eier legen.

Fazit

Die private Hühnerhaltung erfreut sich seit einigen Jahren einer zunehmend größeren Beliebtheit. Durch die Liebe zum Kleintier, die Freude an Küken, Glucken, Hennen und dem Hahn, sowie mit dem Wissen um die Qualität der eigenen Hühnereier lassen sich mit dem Hühnervolk im eigenen Garten Zweckmäßigkeit und Annehmlichkeit gekonnt miteinander verbinden.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Close-up of white chicken looking at camera in studio © pressmaster - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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