Merkmale, Verbreitung und Lebensweise verschiedener Raubtiere

Eisbär auf Eisplatte im Wasser

Über hundeartige und katzenartige Tiere - wir geben einen Überblick über die unterschiedlichen Raubtiere wie Fuchs, Waschbär, Hyäne, Erdmännchen und Co

Tiere umgeben uns Menschen bereits seit Jahrtausenden. Wir halten sie aus unterschiedlichen Zwecken bei uns: So profitieren wir von ihnen als Nahrungsquelle oder Nutztier. Nicht alle Arten sind aber darauf ausgelegt, sich der Geselligkeit zu uns hinzugeben. Gerade die Raubtiere lassen sich dagegen nur im Zoo bewundern. Oft besitzen sie die gleichen Vorfahren wie unsere Hunde und Katzen.

Ergebnis der Evolution

Letztlich ist der Schäferhund oder die Angorakatze ebenso eine Ausformung jahrtausendelanger Prozesse der Entwicklung einzelner Lebewesen, wie etwa auch der Tiger, der Bär oder andere Arten. Die Natur hat sich damit den unterschiedlichen Lebensbedingungen angepasst. Oft zeigt sich das in einer besonders markanten Farbe des Fells – sie mag auf uns Menschen anmutig wirken, dient aber eher dem Zweck der Tarnung.

Auch die Größe, das Gewicht und der Körperbau vieler Tiere sind einzig darauf ausgelegt, das Überleben zu sichern. Sowohl Hunde- als auch Katzenartige unterscheiden sich daher zwar in vielerlei Gattungen, deren Verwandtschaft nicht immer offensichtlich ist.

Dennoch verfügen sie über sehr viele gemeinsame Eigenschaften. Solche also, die im Kampf, dem Sozialverhalten oder der Nahrungssuche immer wieder erkennbar sind.

Hundeartige Tiere

Wer hätte wohl gedacht, dass unser Haushund mit dem Braunbären, dem Otter oder der Robbe verwandt ist? Sie alle weisen das Merkmal auf, über eine relativ spitze Schnauze zu verfügen. Zudem ist das Gebiss meist sehr schmal ausgeformt.

Jede einzelne Gattung hat dabei im Laufe der Jahrhunderte gelernt, sich am besten an ihre Beutetiere anzupassen - wie die Robbe, die pfeilschnell im Wasser agiert. Zudem weisen die meisten Hundeartigen ein ausgesprochen positives Sozialverhalten auf, was bereits auf eine gewisse Intelligenz schließen lässt. Nur wenige von ihnen leben als Einzelgänger.

Oft dominiert das gesellige Beisammensein im Rudel, wodurch sich für die Jagd sowie die Angriffe durch andere Tiere auch einige Vorteile einstellen. Beispielhaft genannt sei hierbei das Verhalten des Wolfes, der nahezu alle Aktivitäten über eine Hierarchie regelt.

Katzenartige Tiere

Ähnliche Gemeinsamkeiten weisen auch das Erdmännchen, der Tiger oder der Luchs auf. Ihre Mäuler sind meist rundlich und nach vorne hin stark abgeflacht. Überhaupt wirkt der Kopf dieser Spezies eher kugelförmig, statt – wie beim Hund – in die Länge gezogen. Der Kiefer verfügt daneben über sehr starke Reißzähne, die oft eine größere Kraft entfalten können, als es den Hundeartigen möglich ist.

Einen Großteil der Körperkraft besitzen die Katzen in ihren Pfoten und Läufen, deren einzelne Muskelstränge sich im Kampf anschaulich präsentieren. Doch auch zum feinfühligen Klettern sowie zum schnellen Rennen wird das Potenzial dabei genutzt. Ein Jaguar oder Leopard wird aufgrund dieser Eigenschaften mühelos ein Beutetier ziehen oder sogar tragen können, das ein deutlich höheres Gewicht als der Räuber selbst aufweist.

Im Folgenden gehen wir auf die Merkmale der unterschiedlichen Raubtiere etwas genauer ein...

Der Fuchs

Bereits Goethe hat in seinem Werk "Reinecke Fuchs" das Wesen des hundeartigen Tieres gut umschrieben. Der rotfellige Jäger ist in weiten Teilen Europas verbreitet und sucht dort vorrangig die Wälder und Wiesen heim. Zwar treibt es ihn bei mangelndem Nahrungsangebot – gerade im Winter – auch in die Städte, bevorzugt hält sich der Fleischfresser aber dort auf, wo er Mäuse, Vögel und Aas verzehren kann.

Mit seinem niedrigen Körperbau und dem geringen Gewicht von etwa sieben Kilogramm wird sich der Fuchs zudem nur selten an größere Exemplare wie etwa junge Rehe oder den Kälbern auf der Weide heranwagen. Mag er optisch eher an eine Katze erinnern, so ist der Rotkittel den hundeartigen Lebewesen zuzuordnen. Die auffälligste Gemeinsamkeit beider Arten liegt wohl in der Vorliebe für das Leben im Rudel.

Intelligent und schüchtern

Es kommt immer wieder einmal vor, dass sich der Fuchs auf seinen Streifzügen in Wald und Flur blicken lässt. Doch er kann sich auch geschickt verstellen. Er gilt dabei als Meister der List – und wer einmal den eigenen Hühnerstall vor dem Jäger schützen wollte, hat vermutlich bemerken können, wie schwierig das ist.

Füchse verlassen ihren Bau, der nicht selten in die Erde gegraben oder unter einer Baumwurzel liegt, nur im Gefühl größter Sicherheit. Auf ähnliche Weise jagen sie. Langsames Heranpirschen mit blitzschnellem Zuschlagen charakterisiert den Kampf ums Überleben.

Weltweit verteilt besitzt der Hundeartige übrigens viele Verwandte: So zählt der Polarfuchs der Arktis oder der in Afrika beheimatete Löffelhund zu den gattungsgleichen Tieren.

Der Wolf

Eilt dem Fuchs seine große Intelligenz voraus, so wird der Wolf in den frühzeitlichen Sagen gerne einmal als Bestie dargestellt. Doch das wird dem Tier, das etwas größer und kräftiger als ein ausgewachsener Hund erscheint, nicht gerecht. Sehr zurückhaltend und scheu agiert der Räuber, der sich nur selten in die Nähe des Menschen wagt und somit nur bei äußerster Nahrungsknappheit oder einer anderweitigen Bedrohung zur Gefahr werden kann.

Viel lieber stellt er dagegen dem Wild des Waldes nach, wobei er sich auch an größere Arten wie den Hirsch herantraut. Charakteristisch für den Wolf ist es, dass er die nördliche Erdhalbkugel bewohnt, in einigen Ländern aber leider vom Aussterben bedroht ist.

Europaweite Ansiedlungsprogramme sollen indes zu seiner Verbreitung beitragen. So lässt sich der Graue mittlerweile auch in Deutschland vereinzelt wieder finden.

Gemeinsam taktisch klug aktiv

Die Färbung des Felles variiert im Übrigen sehr stark und passt sich über Generationen hinweg dem Lebensraum an. So können Wölfe mit weißem, meliertem oder sogar schwarzem Kleid angetroffen werden. Allerdings ist es ein seltenes Glück, das scheue Tier tatsächlich einmal zu erblicken.

Meist agiert das Rudel sehr vorsichtig, wenn es jagt. Hierbei lässt sich eine Besonderheit erkennen: So werden einzelne Wölfe ausgewählt, um etwa ein Kalb von der Kuhherde zu trennen. Flüchtet dieses, so läuft es direkt in die Fänge weiterer Wölfe, die sich strategisch positioniert haben.

Dieses taktische Vorgehen ist unter den Räuberartigen sehr selten, wird von Isegrim, wie er in Märchen oft bezeichnet wird, aber in Perfektion ausgeübt. Der Wolf führt somit ähnlich wie der Fuchs ein Leben im Gemeinschaftssystem des Rudels.

Der Kojote

Wer die Trickfilme um den Kojoten kennt, der stets seinen Widersacher Road Runner, einem Laufvogel, erfolglos nachstellt, erhält ein falsches Bild von dem sehr klugen Hundeartigen. Denn dieser agiert nicht nur mit List, sondern auch mit einer großen Schnelligkeit – die nahezu jedem am Boden befindlichen Vogel zur Gefahr wird.

Das vorrangig in Nordamerika angesiedelte Tier hat in den letzten Jahrzehnten aber einige Veränderungen durchlebt. So profitierte es zwar von der sinkenden Population der Wölfe, wodurch sich der Kojote ausbreitete.

Das allerdings in einem derart starken Maße, dass er bald schon den Süden des Kontinents beheimatete und auch in den Wüsten Mexikos mittlerweile leben kann. Auf seinen Streifzügen nach Nahrung verschlägt es ihn dabei oft in die Stadt, wo selbst Katzen und Hunde eine willkommene Mahlzeit darstellen.

Ähnlichkeiten zum Fuchs

Rein optisch wird der Kojote oft mit dem Wolf verglichen. Beide weisen etwa die gleiche Körperhöhe auf und können auch im Umfang einige Gemeinsamkeiten erkennen lassen. Der Schädel des Jägers wirkt mit seinen großen Ohren aber etwas kleiner und erinnert somit vorrangig an den Fuchs – beide ähneln sich zudem in der listigen Art, wie sie ihrer Beute nachstellen.

So landen vermehrt kleinere Arten wie Nager oder Schlangen, Vögel und Haustiere auf dem Speiseplan. An größere Exemplare wagt sich der Kojote dagegen nur selten einmal heran, wobei er kranke oder geschwächte Säuger bevorzugt.

Aufgrund des für ihn reichhaltigen Nahrungsangebotes muss er schlichtweg nicht das Risiko eingehen, einen solchen Kampf um das Fressen zu verlieren. Wobei der Kojote aufgrund seiner Schnelligkeit wohl auch die Flucht erfolgreich antreten könnte.

Der Bär

Die Schnelligkeit ist ebenso eines der Attribute, das dem Bären zukommt. Auch, wenn man dem dicken Pelzträger das gar nicht einmal zutrauen möchte.

Doch neben seiner schier unbändigen Kraft kann sich das bis zu 2,50 Meter große und nicht selten mehr als 500 Kilogramm schwere Tier recht grazil bewegen: Selbst das Klettern an dürren Baumstämmen gehört zu den Künsten des beeindruckenden Lebewesens.

Daher verwundert es nicht, dass von der kleinen Maus bis zum ausgewachsenen Hirsch ein großes Spektrum an Nahrungsmitteln vorhanden ist. Allerdings bevorzugt der Braunbär gerne auch den frisch gefangenen Lachs, der für ihn eine wichtige Energiequelle darstellt. Für den Menschen wird der Fleischfresser dagegen erst gefährlich, wenn sich Gevatter Petz angegriffen fühlt und jemand in sein Reich eindringt.

Zu unrecht gejagt

Leider gilt der Bär dem Menschen noch immer als stattliche Trophäe. Seine Lebensräume in Europa hat er daher vielfach eingebüßt.

Tritt er – wie vor wenigen Jahren in Österreich – dennoch einmal in Erscheinung, so wird er als Gefahr deklariert und getötet oder gefangen. Sein eigentliches Leben kann dieser große Räuber daher fast nur noch im Norden des amerikanischen Kontinents führen, wo er die Weiten des Raumes nutzt.

Dabei tritt er gewöhnlich als Einzelgänger auf, kann aber für die Zeugung von Nachwuchs auch über mehrere Monate in der Gemeinschaft leben. Feste Partnerschaften sind unter Bären zwar ebenfalls bekannt, aber unüblich. In den kalten Monaten des Winters lässt sich Meister Petz im Übrigen nicht blicken: Mit angefressenem Speck schlummert er in einer Höhle sacht vor sich hin, bis die ersten Sonnenstrahlen ihn wieder wecken.

Der Pandabär

Eine schwarz-weiße Färbung, ein gutmütiges bis liebevolles Aussehen sowie die etwas plumpe Erscheinung lassen den Panda zu einem der beliebtesten Tiere werden. Doch der bis zu 1,50 Meter lange und mehr als 100 Kilogramm schwere Pflanzenfresser kann seinen Körper geschickt einsetzen.

So bewegt er sich schnell und kraftvoll in den Wipfeln eines Baumes. Diese sucht er bevorzugt als Nahrungsquelle auf. Zwar wird dem Panda oft eine Vorliebe zum Bambus nachgesagt - diesen verspeist er auch gerne, wobei ihm dort die jungen Sprossen eine nahrhaftere Quelle vieler Mineralstoffe bieten, als es den Blättern und Zweigen möglich ist.

Allerdings können nahezu alle Pflanzenarten – von feinen Gräsern bis zu höheren Gewächsen – die Lebensgrundlage des Bären stellen. Andere Tiere erlegt er dagegen nur selten, beschränkt sich in solchen Fällen aber auf Würmer, Schlangen und kleine Nager.

Der Einzelgänger aus Asien

Die Population des Pandas ist in den letzten Jahren stark gesunken. Das ohnehin ausschließlich auf dem asiatischen Kontinent beheimatete Tier sah sich oft den Trophäenwünschen manches Jägers ausgesetzt, fiel aber ebenso der chinesischen Heilkunde zum Opfer.

Vielleicht wird der Bär aber auch so oft geschossen, da er alleine lebt und ohne ein Rudel oder weitere Artgenossen nahezu schutzlos dem Menschen ausgeliefert ist. Die Nähe zu anderen Pandas meidet er, Zusammenschlüsse finden lediglich in der Paarungszeit statt. Daneben gilt der Bär als gutmütiger Wanderer, der nicht einem festen Ort zugewiesen werden kann, sondern der sich gerne einmal eine neue Heimat sucht.

Speziell im Winter flüchtet er vor der Kälte und lässt sich in den wärmeren Gefilden nieder. Einen wochenlangen Schlaf wie anderen Bärenartige vermeidet er somit.

Der Eisbär

Während die meisten Bären mit den frostigen Temperaturen ihre Probleme haben, kann der Eisbär gar nicht ohne sie leben. Das mit einer Größe von 2,50 bis 3,00 Metern sowie einem durchschnittlichen Gewicht von 500 Kilogramm sehr imposante Tier hält sich ausschließlich auf der nördlichen Erdhalbkugel auf und bevorzugt dabei die Arktis.

Ein Gebiet also, das zugleich mit Land und mit Wasser besiedelt ist, in dem es also eine Vielzahl an Nahrungsquellen gibt. Zu ihnen zählen Fische ebenso wie einige in der Nähe der menschlichen Zivilisation lebende Kleintiere.

Beeindruckend wirken indes die Kämpfe zwischen dem Eisbären und einem Walross – hier prallen sprichwörtlich zwei Urgewalten aufeinander. Nicht selten obsiegt der Weißhaarige dabei, denn seine Körperproportionen sind eingedenk des langen Halses und der herausragenden Hebelkraft nahezu unbesiegbar.

Die Anzahl nimmt ab

Allerdings hat der Eisbär sehr wohl einen Feind. Zwar kommt er dem Menschen an sich nur näher, wenn er wirklich unter Hunger leidet und sich selbst kleinere Füchse, Nager und Ähnliches nicht fangen lassen.

Dann durchwühlt der Räuber gerne einmal die Mülltonnen und Nahrungslager in den Städten. Das aber kommt selten vor, wissen doch beide Seiten um die Gefahr, die vom Gegenüber ausgeht.

Doch der Mensch trägt mit seiner Klimaerwärmung dazu bei, dass der Lebensraum des Polarbären stark sinkt. Hat sich das außergewöhnliche Tier mit seinem weißen, röhrenförmigen Fell auch noch so gut an die Landschaft angepasst, so stellt sich die Frage, ob der Eisbär in einigen Jahrzehnten außerhalb der Tiergärten überhaupt noch angetroffen werden kann.

Das Walross

Der kegelförmige Leib mit seiner Schwanzflosse sowie den beiden seitlichen Flossen kann eine Länge von mehr als drei Metern erreichen. Das Gewicht ähnelt nicht selten dem eines Kleinwagens: Rund 700 Kilogramm bringt das Säugetier auf die Waage. Besonders mächtig wirkt die Erscheinung allerdings durch die beiden sehr langen Stoßzähne.

Diese Hauer weist nicht nur das Männchen auf. Im Gegensatz zu anderen Tierarten ist auch das Weibchen damit bestückt.

Vorrangig besiedelt das Walross die arktischen Gebiete, hat sich aber gleichfalls im Atlantikraum ausgebreitet. Grönland, Sibirien sowie die britischen Inseln gelten daher als Lebensraum.

Dieser sollte kalte bis eisige Regionen bieten, jedoch von einem allzu frostigen Klima verschont bleiben: Kommt es dennoch einmal zum Absinken der Temperaturen, so begeben sich die Walrösser in wärmere Gefilde – obwohl sie mit ihrer dicken Fettschicht allen Widrigkeiten des Wetters trotzen könnten.

Am Land und im Wasser

Das Jagdgebiet des Räubers befindet sich vorrangig im Wasser, wo er kleineren Robben, Fischen und manchem Vogel der Meere auflauert. Das nasse Element nutzt er aber ausschließlich zur Nahrungsaufnahme. Das Gemeinschaftsleben der Herde, die oft aus vielen Dutzend Exemplaren besteht, findet dagegen an Land statt.

Aufgrund der Anatomie kann sich das Walross hier sehr gut und vor allem schnell bewegen. Kommt ihm dennoch einmal ein Eisbär oder der ohnehin gefürchtete Mensch in die Quere, so bietet sich stets das Wasser als Fluchtweg an – hier werden schwimmend sogar Geschwindigkeiten erreicht, die anderen Landbewohnern deutlich überlegen sind. Der massive Körper kann sich folglich federleicht im kühlen Nass bewegen.

Die Robbe

Oft wird die Robbe mit dem Walross verwechselt, wobei es jedoch schwierig ist, alle Arten – inklusive des vielschichtigen Spektrums der Robbenfamilie – auseinanderzuhalten. Alleine beim Gewicht können die Robben zwischen wenigen Kilogramm bis zu vier Tonnen vorweisen. Die Länge variierte von etwa einem bis sechs Metern.

Der Grund für diese Vielfalt liegt in den diversen Ausformungen dieser Tiere, die sich sehr gut an ihren Lebensraum anpassen. Zu ihm zählt vorrangig das Wasser, in dem sich der keilförmig erscheinende Leib plötzlich zu einem Torpedo entwickelt. Gegenüber Fischen und anderen Meereslebewesen agiert der Räuber somit zielgerichtet und rasant.

Zwar kann er sich dank der insgesamt drei Flossen auch an Land mehr als gut bewegen. Dem Feingefühl des Walrosses dürfte er jedoch nichts entgegensetzen. Die Robben fallen daher häufig anderen Arten zum Opfer.

Stark bedroht

Feinde der natürlichen Nahrungskette sind insbesondere Haie und sogar Wale. Der Robbe reicht im Wasser das eigene Tempo oftmals nicht aus, um der Aggressivität sowie der körperlichen Dominanz beider Arten entgehen zu können. An Land wird dagegen der Kampf gegen den Eisbären gerade von kleineren Exemplaren oft erfolglos bestritten.

Eine ausgewachsene und mehrere Tonnen schwere Robbe kann aber selbst für den Polarbären zur Gefahr werden. Speziell der Robbennachwuchs ist dagegen ein begehrtes Objekt des Menschen. Das weiße und makellose Fell der Neugeborenen gilt in der Kleidungsindustrie als wertvoll.

Zwar ist das Sozialsystem der Robben intakt: Ältere Tiere schützen die schwächeren und wehrlosen Mitglieder. Dennoch sondern sich immer wieder einzelne Robben von der Gruppe ab – sie sind ein leichtes Opfer für den Menschen sowie für Raubtiere.

Das Stinktier

Insbesondere auf dem amerikanischen Kontinent ist der Skunk beheimatet. Da sich zwölf verschiedene Arten dieser Gattung zurechnen lassen, ist die Verbreitung von den nördlichen Gefilden bis in den warmen Süden gelungen. Lediglich wenige Zentimeter werden die meisten dieser Räuber lang.

Besonders massive Unterarten kommen dagegen über die Größe eines halben Meters nicht hinaus. Das Gewicht schwankt zwischen einer Tafel Schokolade sowie etwa fünf Kilogramm. Gleich ist ihnen allen jedoch das reich verzierte Fell, das in der Regel weiße, schwarze und braune Töne zu einem ansehnlichen Muster vereint.

Eine weitere Gemeinsamkeit aller Skunks ist in den Analdrüsen zu sehen, mit denen eine moderig riechende und zuweilen bei Hautkontakt sehr aggressive Flüssigkeit versprüht wird. Dieses Sekret dient der Abwehr der Feinde – ein Markieren des Reviers erfolgt damit nicht.

Friedliche Einzelgänger

Ein Markieren wäre aber ohnehin nicht nötig, da es die Stinktiere mit der Größe ihres Gebietes nicht allzu genau nehmen. So besetzt zwar ein Exemplar ein bestimmtes Territorium, wird aber die meisten Artgenossen freundlich darin empfangen.

Ein Sozialleben etwa in der Herde oder einer anderen größeren Gruppe ist dennoch nicht vorgesehen. Skunks jagen somit auch alleine.

Dafür wählen sie oft die Nacht, in der sie durch

  • ihre gute Sehstärke
  • ihre Geschwindigkeit und
  • den grazilen Körperbau

diverse Vorteile gegenüber Nagern, Vögeln und Würmern besitzen. Tagsüber ist das Stinktier dagegen häufig in seinem Erdbau anzutreffen. Diesen bewohnt es auch, wenn im Winter die Temperaturen sinken: Viele, jedoch nicht alle Arten halten eine Winterruhe, aus der sie allerdings mehrfach aufwachen und sich der Jagd widmen.

Der Waschbär

Ebenfalls auf dem amerikanischen Kontinent findet der Waschbär seinen Lebensraum. Er hat sich in den letzten Jahrhunderten allerdings auch bis nach Asien sowie Europa ausgebreitet. Das etwa 50 Zentimeter lange Tier wurde auf Schiffsüberfahrten als blinder Passagier nicht wahrgenommen.

Das Nahrungsangebot, das von

reicht, ist zudem in nahezu allen Ländern vorhanden. Einer Ansiedlung in fremden Gefilden stand daher so gut wie nichts im Wege.

Die Kleinbären gelten zudem aufgrund ihrer hohen Intelligenz als anpassungsfähig. Systeme und Ordnungen können sie erkennen und sich sogar über mehrere Jahre merken. Gerade in der Stadt finden sie daher schnell das gewünschte Fressen in Mülltonnen oder der Nähe von Restaurants.

Eine komplexe Gemeinschaft

Besonderheiten weist der Waschbär in seinem Sozialverhalten auf. Gerade miteinander verwandte Weibchen sowie nicht miteinander verwandte Männchen teilen sich nicht selten ein Revier. Auch darin lässt sich die hohe Intelligenz der Räuber ablesen, die ihre Familienmitglieder selbst Jahre nach der Trennung erkennen.

Allerdings jagt der Waschbär eher alleine. Zwar sind an größeren Futterplätzen immer wieder auch ganze Rudel zu finden.

Das Stellen der Beute, die nicht selten aus Nestern oder kleinen Erdhöhlen gezogen wird, geschieht dabei als Einzelgänger. So kann sich der Waschbär auch über einen langen Zeitraum gänzlich von der Gruppe absondern oder sogar ohne weitere Artgenossen leben.

Den Namen erhielt der Räuber übrigens durch den Vorgang des Waschens seiner Nahrung. Das gelingt einerseits, indem er Nüsse oder Obst am Wasser reinigt und von Schalen befreit. Andererseits entfernt er sich waschend auch die Hornhaut der Pfoten, womit sein Tastsinn feiner wird und er das Lebensmittel ausgiebig analysieren kann.

Der Marder

Nicht zuletzt durch einen Biss an den Bremsschläuchen des Autos hat sich der Marder einen wenig ruhmreichen Namen bei den Menschen erworben. Doch das meist nachtaktive Lebewesen ist ansonsten sehr scheu.

Es sucht die Nähe der Bevölkerung meist dann auf, wenn das Nahrungsangebot knapp wird.

  • Felder
  • Wiesen und
  • Wälder

gelten darüber hinaus als eigentlicher Lebensraum.

Nüsse und Obst, aber auch viele kleine Tiere wie Spinnen, Würmer, Vögel und Aas gehören dabei zum bevorzugten Speiseplan. Durch seinen sehr langen und gedrungenen Körperbau errichtet sich der Marder oft Höhlen in den Tiefen der Erde, in denen er vor allen natürlichen Feinden wie dem Fuchs oder Raubvögeln sicher ist.

Der Otter

Das Pendant zum Marder bildet der Otter. Er wirkt im Aussehen ähnlich, dabei allerdings etwas kräftiger.

Er agiert jedoch nicht alleine an Land, sondern zählt auch das Wasser zu seinem Element. Hier stellt er Fischen und Fröschen nach oder richtet sich unweit des Ufers ein Lager aus Ästen, Laub und ähnlichem Unrat an.

Oft besetzen dabei ein Männchen sowie ein Weibchen ein bestimmtes Gebiet, in dem sie niemand anderen als den eigenen Nachwuchs dulden. Aber auch ihn vertreiben sie meist nach zwei Jahren.

Das Wohlbefinden des Otters ist stark mit der Wassertemperatur verbunden. Je weiter diese absinkt, desto höher ist der Bedarf an Nahrung – die sich gerade im Winter nur schwerlich finden lässt.

Das Wiesel

Kleiner und schlanker als der Otter wirken die Wiesel und die Hermeline. Mit dem Wasser können sie jedoch nur wenig anfangen, weswegen sie ähnlich dem Marder das Feld sowie das Unterholz des Waldes heimsuchen. Hier finden sie auch kleinere Vögel und Nagetiere.

Durch den ebenfalls sehr flachen und langen Körper ist das Wiesel zudem in der Lage, ein Hasennest auszurauben und sich dort gerade am Nachwuchs sattzufressen. Trotz seiner durchaus gutmütigen Erscheinung agiert der Jäger dabei sehr aggressiv, allerdings wenig listig.

Der Dachs

Das größte Exemplar der Marderartigen ist der Dachs. Rund 75 Zentimeter kann dieser lang werden und dabei ein Gewicht von etwa zehn bis zwölf Kilogramm erreichen.

Dennoch gilt er als schneller Läufer. So stellt er auf dem Feld gerne einmal Hasen und Kaninchen, Ratten oder Maulwürfen nach.

Als Besonderheit wird darüber hinaus der Dachsbau angesehen. Im Gegensatz zu anderen Tierhöhlen erfährt dieser nämlich eine ständige Benutzung. So siedeln sich verschiedene Generationen der Dachse im Laufe der Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte darin an und formen das unterirdische System aus Gängen und Gruben immer weiter aus.

Unterscheidungsmerkmale der Marderartigen

Handelt es sich nicht gerade um den Dachs oder den Otter, die aufgrund ihrer Statur von den übrigen Mitgliedern der Marderfamilie abweichen, so fällt die Identifikation oft schwierig. Mit bloßem Auge lässt sich meist nicht erkennen, ob ein Iltis, ein Hermelin oder ein Frettchen die Nase aus seinem Bau steckt. Größe und Körperbau ähneln sich, lediglich die Färbung des Fells weist einige Besonderheiten auf – die dank der Vermischung der Arten aber auch kein Alleinstellungsmerkmal mehr bildet.

Da aber die meisten Marderartigen ähnliche Verhaltensmuster aufweisen, auf die gleichen Gefahren reagieren und weitere Gemeinsamkeiten erkennen lassen, kann eine Unterscheidung vielfach auch dahinstehen. Sie wird erst für den Zoologen interessant.

Der Tiger

Er gilt als das vermutlich eleganteste Tier weltweit, doch sein Lebensraum ist alleine auf Asien sowie einige wenige osteuropäische Regionen beschränkt. Aber auch hier sinkt die Zahl der lebenden Tiger beständig: Als Jagdtrophäe sowie als Bestandteil der traditionellen asiatischen Medizin ist der Tiger vielfach den Gewehren des Menschen unterlegen.

Natürliche Feinde kennt die Großkatze dagegen nicht. Zwar bestreitet sie nicht jeden Kampf erfolgreich. Gerade Wasserbüffel oder Elefanten können ihr gefährlich werden.

Derartige Begegnungen finden aber selten statt. Ähnliches gilt für den Kontakt zum Menschen: Der Tiger ist ebenso sensibel wie scheu und wird normalerweise seine Deckung nicht aufgeben. Fühlt er sich jedoch bedroht, greift er an. Nicht selten mit tödlichem Ausgang.

Kraftvolle Geschmeidigkeit

Je nach Art kann der Tiger eine Länge von mehr als zwei Metern bei einem Gewicht von 250 Kilogramm erreichen. Er bildet im Kampf somit eine Urgewalt, die ihresgleichen sucht. Umso feinfühliger klettert die Katze aber auf Bäume oder durchstreift nahezu lautlos die Felder.

Vor einem Angriff nimmt sie dabei eine sehr gedrungene Haltung ein, aus der sich ein hoher und athletischer Sprung entwickelt. Grundsätzlich versucht der Tiger auf diese Weise, seinem Gegenüber auf den Rücken zu springen. Kleinere Tiere werden unter der Last des Gewichtes sofort zusammenbrechen.

Einem Elefanten kann der Räuber mit seinen mächtigen Zähnen aber tief in das Fleisch des Rückens hauen oder sogar die Wirbelsäule beschädigen. Vorteilhaft gestaltet es sich dabei, dass die Katze dem gefährlichen Rüssel des Elefanten, den Hörnern eines Büffels aber auch den Zähnen eines anderen Gegners nicht ausgesetzt ist.

Der Jaguar

Deutlich kleiner als der Tiger ist der Jaguar. Allerdings sollte seine Körperlänge von rund anderthalb Metern nicht unterschätzt werden. Etwa 100 Kilo kann die Großkatze im Durchschnitt auf die Waage bringen – und sich fast spielend in dem Geäst eines Baumes bewegen oder eine zuvor erlegte Antilope in dieses Domizil schaffen.

Besonders charakteristisch ist es für den Jaguar, dass er über eine sehr kraftvolle Erscheinung verfügt. Der Körper wirkt muskulös, ohne dabei unnötigen Ballast herumzutragen. Umso besser sind die Eigenschaften während des Angriffs: Im Sprung können Distanzen mehrerer Meter überwunden werden, wodurch selbst überraschende Attacken glücken.

Sie treffen das Opfer meist chancenlos. Ein Biss des starken Kiefers reicht oft bereits aus, um den plötzlich eintretenden Augenblick rasch zu beenden.

Auffällige Färbungen

Das in den Gebieten des Regenwaldes auf dem amerikanischen und asiatischen Kontinent beheimatete Tier weist üblicherweise ein hellgelbes Fell auf, das mit dunklen Flecken verziert ist. Im dichten Holz der Tropen soll damit ein besserer Schutz gewährleistet sein.

Allerdings wird bei der als Einzelgänger lebenden Großkatze sehr oft auch der Melanismus festgestellt. Dabei handelt es sich um eine Schwarzfärbung des Fells. Diese ist zuweilen eine Laune der Natur, da die genetische Vorbedingung in unregelmäßigen Abständen vererbt wird.

In anderen Fällen passt sich der Räuber aber auch über Generationen hinweg einer erhöhten Einstrahlung der Sonne an, deren Intensität durch das schwarze Fell gemindert werden soll. Abkühlung verschafft ansonsten lediglich der Sprung ins Wasser.

Er dient zudem der Nahrungssuche sowie dem Überbrücken längerer Distanzen: Außer dem Tiger kann keine Großkatze so gut wie der Jaguar schwimmen.

Der Leopard

Mit dem afrikanischen, dem asiatischen und dem amerikanischen Kontinent bevölkert der Leopard gegenwärtig mindestens drei Erdteile. Meist lässt er sich dort in den warmen bis tropischen Gefilden blicken, wird also in der Hitze der Sahara ebenso anzutreffen sein wie in der hohen Luftfeuchtigkeit des Regenwaldes.

Die Anpassungsfähigkeit der Raubkatze basiert dabei vor allem auf dem Umstand, dass sie mit unterschiedlichen Nahrungsmitteln auskommt. So können

  • Würmer
  • Käfer und
  • Larven

ebenso auf dem Speiseplan stehen wie ausgewachsene

  • Rinder
  • Zebras oder
  • Antilopen.

Immer wieder ist es der Grundschnelligkeit des Leoparden zu verdanken, dass er auf wenige einhundert Meter die meisten Tiere stellen wird. Seine Kraft ist gegenüber dem Löwen oder den Hyänen jedoch etwas geringer. Sofort sichert er also die Beute, indem er sie meist auf dem hochgelegenen Ast eines Baumes ablegt – und dort verspeist.

Kurz und schmerzvoll

Das blitzschnelle Zuschlagen lässt sich nicht alleine während der Jagd feststellen. Die Leoparden, die als typische Einzelgänger leben, finden sich lediglich in der Paarungszeit zusammen. Hierbei kommt es mehrfach zum Akt, der eher einem Kampf gleicht und nicht selten auch tiefe Wunden hinterlässt.

Anschließend gehen das Weibchen und das Männchen in der Regel getrennte Wege, wobei sich oft mehrere Exemplare in einem Revier nachweisen lassen – ein häufiges Wiedersehen ist damit möglich. Den Menschen meidet die Katze dagegen gänzlich. Dennoch kann es aufgrund von Altersschwäche und einem knappen Nahrungsmittelangebot immer einmal zu Angriffen kommen.

Dank seiner farblichen Auffälligkeit, die ähnlich des Jaguars auf kleine gelbe bis bräunliche Rosetten abstellt, lässt sich der Leopard gerade im Regenwald nur schlecht erkennen. Anders sieht das hingegen beim so genannten schwarzen Panther aus, der mit einer Schwarzfärbung des Fells geboren wurde und somit nur schlecht eine Tarnung findet.

Der Schneeleopard

Im Gegensatz dazu ist das Haarkleid des Schneeleoparden in hellen Tönen gehalten: Graue oder sogar weiße Farben sollen dazu führen, dass der Räuber in seiner Umgebung nicht erkannt wird. So nutzt er die Möglichkeit aus, bei der Jagd weitgehend unentdeckt agieren zu können.

Gleichzeitig findet er darin seinen Schutz: Sowohl Wölfe als auch Leoparden können zu Rivalen im Revier werden. Dieses erstreckt sich in der Regel in den zentralen Gebirgen Asiens.

In die flacheren Gebiete treibt es die Katze dagegen nur selten einmal. Meist findet es kleinere Nagetiere, Vögel sowie die Arten des Waldes als Futterquelle. Mag er in den kalten Monaten des Winters sein hohes Lager hin und wieder verlassen, so wird der Schneeleopard gerade in der warmen Saison lediglich in einer Höhe über der Marke von 3.000 Metern anzutreffen sein.

Besondere Fähigkeiten

Mit seinen Artgenossen, den weiteren Großkatzen, teilt sich der Schneeleopard die Eigenschaft, ein besonders schneller Läufer und zudem ein hervorragender Springer zu sein. Mehr noch, auf dem oft rutschigen Gefälle manches Abhangs klettert er grazil und mühelos. Oft ist er damit in der Lage, seine Beute in ein abgelegenes Gebiet zu treiben, aus dem es sich selbst nicht mehr befreien kann.

Sprünge von zehn bis zwölf Metern erlauben es der Katze in solchen Situationen, für einige Zeit unerkannt zu bleiben und überraschend zuzuschlagen. Durch den sehr üppigen Schwanz, der meist die Länge des gesamten Körpers erreicht, kann der Schneeleopard seinen Sprung zudem steuern.

Der Löwe

Er gilt als der König der Tiere. Majestätisch, stark und gerecht – diese Attribute werden dem Löwen zugeschrieben.

Tatsächlich sieht es aber ein wenig anders aus. Zwar verfügt die Raubkatze über herausragende Kräfte, doch ist sie oft nicht in der Lage, zu einem langen Lauf anzusetzen oder die Energie über mehrere Minuten hinweg einteilen zu können.

Explosionsartig entfaltet sich die Urgewalt, ist aber meist nach wenigen Bissen bereits beendet. Sie reichen freilich aus, um Antilopen, Büffel oder sogar kleine Elefanten zu töten.

Vor größeren Rüsseltieren sowie Nashörnern schreckt der Löwe dagegen meist zurück. Beide Arten können der Katze gefährlich werden, wenn sie sich im selben Revier, das meist in den warmen Zonen Afrikas gelegen ist, über den Weg laufen.

Keine Einzelgänger

Mag es unter vielen Katzenartigen üblich sein, ein Leben alleine zu fristen, so finden sich die Löwen in Rudeln zusammen. Insbesondere die Weibchen hegen dabei oft verwandtschaftliche Beziehungen.

Die Männchen dagegen sind der Taktgeber des sozialen Gefüges. Sie überlassen aber auch ihren Gattinnen den Großteil der Arbeit.

Das Erlegen der Beute, das Aufziehen des Nachwuchses oder ähnliche Aufgaben meidet der Mann dabei meist völlig. Er greift indes ein, wenn die Gruppe von anderen Tieren – nicht selten weiteren Löwen, die sich auf der Suche nach einem Revier befinden – attackiert wird.

Bringen die Löwinnen dann die Kleinen in Sicherheit, so liefern sich die Männchen oft einen wilden Kampf, der häufig schwerverletzte oder sogar getötete Rivalen hinterlässt. Eine weitere Besonderheit der Art liegt in ihrer geringen Reinlichkeit. Ein Säubern des gesamten Felles wird nur äußerst selten einmal vorgenommen.

Die Wildkatze

Die Spezies der Katzenartigen weist allerdings nicht nur solch imposante Vertreter wie den Löwen oder den Jaguar auf. Selbst relativ unscheinbare Gesellen lassen sich hier finden - wie etwa die Wildkatze. Sie ist ein wenig größer und kräftiger als der heimische Stubentiger gebaut und nicht selten an der markanten Streifenfärbung des Schwanzes von jenem unterscheidbar.

Denn zu Verwechslungen kann es schnell einmal kommen, wenn das Tier die Wälder Europas und Asiens verlässt und sich auf leisen Pfoten in die Dörfer und Städte fortbewegt. Gerade Laien dürften dabei oft nicht erkennen, ob es sich um eine Haus- oder eine Wildkatze handelt.

Letztgenannte gilt allerdings als sehr scheu. Sie wird sich nur in wenigen Fällen dem Menschen zeigen. Lieber agiert sie im geschützten Unterholz des Waldes.

Mit wenig zufrieden

Das Nahrungsangebot der Wildkatze umfasst meist solche Tiere, die eine sichere Beute darstellen:

  • Mäuse
  • Ratten
  • kleinere Nager wie Kaninchen und Hasen oder
  • Vögel

werden dabei bevorzugt. Im Gegensatz zu anderen Katzenartigen kommt es nur selten einmal zu größeren Kämpfen oder zu Attacken auf Gegner, die überlegen scheinen.

Auf den Streifzügen in die Zivilisation werden auch fast nie Übergriffe auf die Enten oder Hühner manches Hofes verzeichnet. Etwas anders sieht das allerdings im Winter aus, wo sich die Vielfalt an Fressbarem oft deutlich einschränkt. Allerdings wird die Wildkatze nur bei äußerster Not die Gefahr riskieren, im Gebiet des Menschen zu jagen.

Eine hohe Intelligenz gepaart mit einer Spur List lassen den Räuber nämlich sensibel für alle Bedrohungen werden. Diese meidet er somit.

Der Puma

Er gilt ein wenig als ungekrönter Herrscher der Berge. Lassen die Bauern der Umgebung ihre Kühe oder Schafe auf den Hügeln naher Gebirge, so müssen sie stets damit rechnen, dass der Silberlöwe dort für großen Schaden sorgt. Denn neben seiner natürlichen Nahrungsquelle, die aus niederen Arten wie

  • Nagern, Stinktieren
  • Dachsen sowie
  • Rehen und
  • Hirschen

besteht, kommt es ihm gerade recht, wenn manche Herde aus Rindern direkt vor seiner Nase schutzlos positioniert wird. Vorwiegend auf dem amerikanischen Kontinent kommt es somit jährlich zu einem enormen Schaden durch Viehbiss.

In höhere Lagen der Berge wagt sich der Puma dagegen nur selten. Das gemäßigte Klima bevorzugt er auf seinen Streifzügen. Insofern muss auch der Mensch auf seinen Wanderungen – etwa in den Rocky Mountains oder in Kanada – mitunter damit rechnen, der Großkatze zu begegnen.

Ein komplexes System

Im Gegensatz zu anderen Katzenartigen wirkt der Puma zwar kraftvoll und kompakt, aber auch deutlich kleiner. Das hindert ihn jedoch nicht, selbst aus dem Stand mehr als fünf Meter hochspringen zu können. Wie der Tiger, so greift auch der Silberlöwe seine Opfer also bevorzugt in der Höhe des Kopfes oder Rückens an.

Seinen Kosenamen erhält er im Übrigen durch die silberne Färbung des Fells, das unter Sonneneinstrahlung sogar wie Seide aussieht. Eine Besonderheit dieser Gattung liegt zudem darin, dass sie zwar als Einzelgänger agiert und dabei ein sehr großes Revier beansprucht.

Zur Kommunikation mit den Artgenossen wird indes der eigene Urin verwendet. Er dient nicht nur zur Markierung, sondern auch zum Austauschen mancher Information. Dem Puma darf somit auch eine gewisse Intelligenz zugeschrieben werden.

Der Gepard

Andere hervorragende Springer und Läufer lassen sich dagegen in den Savannen Afrikas finden: Zwar leben einige wenige Exemplare des Geparden gleichfalls in Asien, doch ist die Population dort sehr gering.

Die Ausrottung durch den Menschen schmälerte die einst üppig wachsende Katzenfamilie. Aber auch die natürlichen Feinde wie Löwen, Hyänen oder die Dickhäuter können einen Kampf gegen das lediglich die Größe eines Schäferhundes erreichende Tier meist mühelos für sich entscheiden.

Der Einzelgänger, der sich selten mit anderen Geparden in kleinen Gruppen zusammenfindet, jagt daher eher am Tage, während er die Nacht seinen Konkurrenten überlässt. Damit erhöht er seine Chancen auf Nahrung, verringert aber die Gefahr, die ihm durch die Rivalen droht. Eine friedliche Koexistenz ist also gesichert.

Das Laufwunder

Nahezu jede Faser im Organismus des Geparden ist darauf ausgelegt, dass die Katze hohe Geschwindigkeiten erreichen kann. Mühelos bricht sie dabei die Marke der 100 km/h.

Allerdings wird sie dieses Tempo nur etwa einen halben Kilometer lang durchhalten. Genug also, um überraschte Antilopen oder Zebras zu stellen.

Das geht jedoch auf Kosten anderer Eigenschaften. So ist der Körperbau sehr schmal und pfeilartig geformt, dabei aber oftmals derart schmächtig, dass er für Krankheiten anfällig ist.

Auch das Gebiss präsentiert sich im Vergleich zu anderen Raubkatzen deutlich kleiner, wodurch seine Kraft abnimmt. Ein Kampf gegen den Löwen odere die Hyäne wäre daher aussichtslos.

Als Meister des Anpirschens und Versteckens gelingt es dem Geparden allerdings vielfach, die Aufmerksamkeit seiner Feinde gar nicht erst auf sich zu lenken, sofern sie sich im Revier überhaupt einmal begegnen.

Der Luchs

Bevorzugt in den Wäldern und bergigen Gegenden Europas und Asiens hält sich mit dem Luchs ein sehr interessanter Vertreter der Katzenartigen auf. Durch

  • den stark verkürzten Schwanz
  • den Backenbart sowie
  • die Pinsel an beiden Ohren

fällt seine Identifikation nicht schwer – sofern er sich überhaupt einmal blicken lässt. Die mittelgroße Katze gilt als scheu und zurückhaltend, kann sich aber auch gut in die Umgebung integrieren.

Die bräunliche und leicht gefleckte Tönung des Fells erlaubt es ihr, in Bäumen, auf Laub oder im Unterholz eine geschützte Stelle zu finden. Diese nutzt sie, um Rehen, Nagern und Vögeln aufzulauern.

Natürliche Feinde besitzt der Luchs hingegen nur in jenen Gebieten, in denen er auf den Wolf oder den Bären trifft. Zwar kann es auch mit dem Fuchs zu Kämpfen um das Futter kommen, doch siegt der Luchs dabei aufgrund seiner Statur in vielen Fällen.

Für die Jagd bestimmt

Vieles im Verhalten der Katzen ist darauf ausgelegt, die Jagd bestmöglich zu absolvieren. So wird den Beutetieren vorwiegend in der abendlichen sowie morgendlichen Dämmerung nachgestellt. Dann also, wenn nachtaktive Arten bereits kraftlos sind, tagaktive Exemplare aber noch über zu wenig Energie verfügen, um sich wehren zu können.

Seine Existenz als Einzelgänger führt zudem dazu, dass der Luchs keine hungrigen Mäuler stopfen oder kostbare Zeit für das Gemeinschafssystem opfern muss. Er widmet sich der Jagd – sein Revier kennt er dabei sehr gut, verlässt er dieses doch meist über sein gesamtes Leben hinweg nicht. Mit seinen samtenen Pfoten, deren Krallen er einziehen kann, durchstreift der Luchs nahezu lautlos die Wälder und kann sich auf diese Weise sehr nahe an sein Opfer heranpirschen.

Der Ozelot

Eine weitere Katzenart, die beim Jagen sehr vorsichtig agiert, ist der Ozelot. Er übersteigt selten einmal die Höhe eines normalen Hundes, wirkt dabei aber sehr filigran. Den muskelbepackten Körper anderer Raubkatzen sucht man bei ihm also vergeblich.

Das ist aber auch nicht nötig, denn wer sich in den Büschen und Bäumen des Regenwaldes sowie der tropischen Gebiete auf dem amerikanischen Kontinent behaupten will, muss eher flink sein, statt vor Kraft zu strotzen. Das allerdings gereicht dem Ozelot nicht selten zum Nachteil, ist er den Attacken des Pumas oder des Jaguars doch fast schutzlos ausgeliefert.

Auch Riesenschlangen und Greifvögel lassen es sich vielfach nicht nehmen, gerade junge Exemplare dieser Gattung anzugreifen. Lediglich die gepunktete Färbung des Fells soll im dichten Unterholz eine gewisse Tarnung bieten.

Klein, aber fein

Entsprechend fällt auch das Nahrungsangebot des Ozelot aus:

  • Vögel
  • Nager und
  • Schlangen

verspeist er bevorzugt. Durch sein nachtaktives Wesen kann er den meisten dieser Tiere daher spontan auflauern und größere Kämpfe um das Überleben somit vermeiden.

Letzteres sichert er im Übrigen dadurch, dass er sehr misstrauisch ist und in seinem Revier mehrere Lagerplätze einrichtet. Oft streift der Einzelgänger umher und lässt sich nur selten einmal an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen an einem Flecken seines Gebietes finden.

Wie der Puma, so kommuniziert auch der Ozelot mit seinen Artgenossen über die Markierungen, die er mit Kot und Urin vornimmt. Kämpfe um das Territorium können damit zuweilen vermieden werden.

Das nützt der Spezies selbst aber wenig: Sie ist vom Aussterben bedroht, weil der Mensch das Fell der Katzen in den früheren Jahrzehnten als wertvoll erachtet hat.

Die Hyäne

Ihr eilt der Ruf voraus, einer der größten Aasfresser des Tierreiches zu sein. Das ist allerdings nicht ganz richtig, bevorzugen einige der Hyänen-Gattungen doch die Jagd. Das kräftige Gebiss ist dabei auch auf mächtige Hiebe gegenüber größeren Arten wie dem Zebra oder dem Büffel ausgelegt.

Die nach hinten abfallende Körperform der Raubkatzen ermöglicht darüber hinaus eine Attacke von unten nach oben. Meist verdeutlicht das bereits eine Kampfposition, die eher den Gegner agieren lässt.

Gerade gegenüber Löwen ist diese Technik nicht selten erfolgreich, folgt der König der Savanne doch dem Instinkt vieler Katzen: Er greift von oben an und entspricht damit den Erwartungen der Hyäne. Letztgenannte zählt damit zu den stärksten und aggressivsten Tieren der Steppen und Wüsten Afrikas sowie Asiens.

Ein Wunder der Natur

Dass die Großkatzen den heißen Temperaturen ausgesetzt sind, stört sie wenig. Ihr Wasserhaushalt lässt sich regulieren.

So wird zwar jede flüssige Quelle genutzt. Speziell an Wasserlöchern herrscht meist ein reges Vorkommen mehrerer Rudel, denn die Hyänen sind keine Einzelgänger.

Allerdings muss das Raubtier nicht zwingend trinken. Es ist vielmehr darauf ausgelegt, auch Wurzeln der Erde oder verborgene Früchte zu finden und sich über deren Flüssigkeiten zu ernähren.

Das Wühlen im Sand erfüllt der Hyäne noch einen weiteren Zweck: Hier findet sie Termiten und Ameisen, die zwar nicht bevorzugt auf ihrem Speiseplan stehen, die aber eine wertvolle Energiequelle darstellen. Das kurze braune Fell der Katzen ist dabei auf die Umgebung und das Klima abgestimmt.

Das Erdmännchen

Die sandige Heimat wird ebenfalls vom Erdmännchen bevölkert. Die kleinen Mangusten, die optisch an ein Wiesel oder einen Otter erinnern, leben vorwiegend im südlichen Teil Afrikas.

Dort also, wo die Sonne sehr heiß brennt und das Tunnelsystem unter der Erde eine willkommene Abkühlung bietet. Hier findet der Räuber allerdings auch seinen Schutz.

Zwar können größere Katzen oder Vögel mit ihren Krallen und Schnäbeln ein wenig im Sand scharren. Wirklich tief hinein kommen sie in die unterirdischen Gänge jedoch nicht.

Oft leben hier mehrere Dutzend der Erdmännchen in einem intakten Sozialsystem, bei dem die gegenseitige Hilfe Priorität genießt: Stets werden einige Mitglieder der Gruppe ausgewählt, um nach Feinden zu schauen. Nähert sich dieser, so wird mittels Fiepen oder Bellen ein Alarmsignal gegeben, worauf sich die gesamte Schar in die Löcher zurückzieht.

Keine großen Ansprüche

Bereits der an sich lebensfeindliche Raum des Erdmännchens zeigt, dass es bei der Nahrungssuche keine gesteigerten Wünsche hegen darf. So ernährt es sich vorwiegend von Insekten wie Schmetterlingen, Käfern und Larven.

Allerdings wird auch gerne einmal eine Maus gejagt oder ein achtloser Vogel gestellt. Aus dessen Nest greift sich der Räuber oft auch die schutzlos abgelegten Eier.

Hierbei sollte allerdings Vorsicht walten: Naht sich ein größerer Vogel unbemerkt, so wird das Erdmännchen eher selbst das Opfer, statt sich sattzufressen.

Auch hier greift aber das System der zuvor positionierten Wachen. Kommt es zur Flucht, so beweisen sich die Erdmännchen als wieselflinke Läufer. Ihre Besonderheit liegt zudem darin, dass sie die einzige Katzenart sind, die mühelos auf den beiden Hinterläufen stehen und laufen kann.

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  • Bildnachweis: The last Polar Bear © Jan Will - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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