Immer mehr Eltern sehen es als erforderlich an, ihre Kinder mit einem Handy auszustatten. Steht der Wunsch im Vordergrund, dass das Kind die Eltern erreichen kann und auch die Eltern das Kind ab und an anrufen können, so steht diese Nutzung für die Kinder längst nicht mehr an erster Stelle.

Die multimediale Entwicklung macht es möglich, dass Kinder zwischen acht und fünfzehn Jahren klare Vorstellungen davon haben, welche Funktionen das eigene Handy haben muss. Die Eltern können dann nur begrenzt Einfluss nehmen, stehen die Kinder nicht selten im Vergleich mit anderen Kindern und den eigenen Geschwistern, so dass die Anforderungen an das Handy nicht immer im Verhältnis zum Alter des Kindes und dessen Nutzungsinteressen stehen.
Studien zufolge entscheiden sich viele Eltern mit dem ausreichenden Gehalt für Erste-Klasse-Handys wie Smartphones oder das iPhone. Ein Achtjähriger ist nicht selten fasziniert von der Technik und von dem Wissen, ein iPhone zu haben. Leider stellt die Benutzung eines so gut ausgestatteten Handys auch die Möglichkeiten zur Verfügung, unkompliziert und schnell im Internet zu surfen.
Während es in den PC- und Laptopfamilien mittlerweile kindergerechte Software gibt, die den Eltern ermöglicht, gewisse Schlagworte und Internetseiten im Gebrauch des Internets zu blockieren, steht diese Möglichkeit in der Software von internetfähigen Mobiltelefonen nicht zur Verfügung.
Es bleibt demnach die freiwillige Selbstkontrolle und die Hoffnung, dass die eigenen Kinder nicht auf die Idee kommen, kindergefährdende Inhalte über den Internetzugang des eigenen Handys aufzusuchen.
Viele Eltern wissen um die Problematik beim Kauf eines Smartphones für ihr Kind nicht. Fehlendes technisches Verständnis oder der fehlende Weitblick eröffnen den Kindern einen ungehinderten Zugang ins Internet.
In einer Umfrage unter Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen acht und sechzehn Jahren gab ein Fünftel der Befragten an, dass sie ihr Handy für das Ansehen von gewalttätigen und pornografischen Inhalten benutzt haben. Die Umfrage belief sich auf mehr als sechs Millionen Kinder und Jugendliche.
Desweiteren wurde nach den Sicherheitseinstellungen auf dem Handy gefragt. Nur eins von zehn Kindern hatte von möglichen Sicherheitseinstellungen Gebrauch gemacht.
Knapp die Hälfte der Eltern hat auf Nachfrage nicht verstanden, worin die Notwendigkeit in der Einschränkung der Nutzbarkeit des Internetangebots des Handys liegt.
Einer führenden Kinderpsychologin zufolge ist diese Entwicklung nicht verwunderlich. War in der technikinteressierten Zeit der Eltern der Walkman der technische Spitzenvertreter, so ist für jene Menschen, jetzt in der Elternperspektive, nicht intuitiv klar, welche inhaltlichen Gefahren von einem Handy für das Wohlergehen des eigenen Kindes ausgehen können.
Innerhalb der zurückliegenden drei Jahren hat sich die Nutzung der Sozialen Medien im Internet durch Kinder und Jugendliche nahezu um das Achtfache erhöht. Auch die Anzahl der von Kindern selbstgedrehten Videofilme hat sich stark erhöht.
Da die Smartphones großzügig mit Foto- und Videokamera ausgestattet sind und die Bedienung einfach gehalten ist, ist die Möglichkeit, Videos und Fotos aufzunehmen, einfach und schnell sind die Bilder online gestellt.
In der heutigen Zeit ist es bereits bei einem Achtjährigen wichtig, über den Einsatz des eigenen Handys ins Gespräch zu kommen. Erklären Sie Ihrem Kind die Vor- und die Nachteile und gehen Sie auf die Fragen Ihres Kindes ein.
Bringen Sie Ihrem Kind einige Regeln im Leben mit multimedialer Technik im Alltag bei und überprüfen Sie regelmäßig, dass die Regeln von Ihrem Kind gewahrt werden.
Beschäftigen Sie sich mit den technischen Geräten, von denen Ihr Kind in seinem Alltag umgeben ist und lassen Sie Ihr Kind nicht allein in der digitalen Welt der unbegrenzten Möglichkeiten.
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