Hunde und Kinder - Gewöhnung des Haustiers an ein Baby und Tipps zum richtigen Umgang

Kleiner Junge mit aufgerissenem Mund liegt auf dem Bauch neben einem Hund

Wie man mit einem Hund richtig umgeht, wenn ein Baby unterwegs ist, wie man das Tier an ein Baby gewöhnt und wie Eltern ihren Kindern den richtigen Umgang beibringen

Ist Frauchen schwanger, ändert sich vieles in ihrem Leben. Doch auch der Vierbeiner will auf den Familienzuwachs vorbereitet werden, damit Schwangerschaft und Babyzeit möglichst problemlos verlaufen. Wir geben Tipps, wie man beide Seiten aneinander gewöhnt und was man Kindern beim Umgang mit Haustieren mit auf den Weg geben sollte.

Jahrelang stand der Hund im Mittelpunkt und plötzlich ist alles anders: Nachwuchs steht an. Sobald das Baby da ist, wird sich vieles verändern. Eine wichtige Aufgabe ist es, Kind und Tier aneinander zu gewöhnen. Doch auch schon während der Schwangerschaft sollte man einige Punkte beachten.

Haustiere während der Schwangerschaft

Dass der Kontakt zu Haustieren während der Schwangerschaft gefährlich ist, gehört ins Reich der Märchen. Weil Sie ein Baby erwarten, bedeutet das keinesfalls, dass Sie Ihren Hund nicht mehr streicheln dürfen oder gar abgeben müssen. Ärzte bestätigen, dass hierzulande praktisch kein Risiko durch Haustiere besteht.

Es gelten grundsätzliche Hygienemaßnahmen, die nicht an die Schwangerschaft gebunden sind: Nach dem Spielen und Streicheln sollten die Hände gewaschen werden und das Ablecken von Gesicht und Mund ist verboten. Zur Sicherheit sollten Sie Ihr Tier vom Tierarzt durchchecken lassen und einen Blick in den Impfpass werfen.

Hilfreiche Vorbereitungen

Ein schlecht erzogener Hund - Gleiches gilt übrigens auch für eine Katze - können durchaus zur Verletzungsgefahr werden. Ideal wäre, einem derartigen Verhalten - zum Beispiel Anspringen oder Kratzen - schon im Vorhinein erzieherisch den Kampf anzusagen. Zur Not hilft eine Hundeschule oder ein Trainer weiter.

Die zukünftigen "Babyzonen" wie Wickeltisch und Babybett sollten von Anfang an als nicht gefährlich, aber ungemütlich wahrgenommen werden. Ein beidseitiges Klebeband, raschelnde Zeitungen oder ein ermahnendes Wort legen dem Tier schnell nahe, dass es sich nicht um einen potenziellen Schlafplatz handelt. Wenn das Baby dann da ist, kann z.B. ein Gitter das Tier davon abhalten, den Raum zu betreten, ermöglicht dabei aber Sichtkontakt und das Wahrnehmen von Geräuschen und Gerüchen.

Wenn Nachwuchs unterwegs ist, sollte auch das Haustier darauf vorbereitet werden

Schwarzer Hundekopf guckt nach links, Menschenhand stupst auf die Hundenase
wet nose © davidcrehner - www.fotolia.de

Wenn ein Paar mit einem Hund Nachwuchs bekommt, so wird sich in Zukunft für den tierischen Gefährten in der Familie auch einiges ändern. Dieser war es bisher gewohnt, Herrchen und Frauchen für sich alleine zu haben und hat die erste Geige in der Familie gespielt.

Wenn sich ein Baby ankündigt, sollte das Tier auf jeden Fall schon in der Schwangerschaft auf den Familienzuwachs vorbereitet werden. Den Hund auf jeden Fall schon im Vorfeld dazu erziehen, dass das Schlafzimmer und Kinderzimmer für ihn tabu ist. Wickelplatz und Kinderzimmer sollten schon relativ frühzeitig eingerichtet werden, damit sich der Hund an die neuen Gerüche gewöhnen kann.

Wenn das Baby da ist, bestimmen zahlreiche ungewohnte Geräusche den Alltag der Familie, an die sich auch der Hund erst einmal gewöhnen muss, auch der Lebensrhythmus wird anders verlaufen. Am besten legt man schon im Vorfeld ab und an eine CD mit Babygeräuschen ein und zieht sich in das Kinderzimmer zurück. Der Hund lernt dadurch, dass er warten muss, wenn sich Herrchen und Frauchen in diesem Zimmer aufhalten, um sich mit dem Baby zu beschäftigen. Wenn das Baby nach Hause kommt, dann möglichst ruhig und normal verhalten und auch den Hund begrüßen. Er muss nicht sofort am Baby schnuppern, denn er merkt es auch so, dass jemand Neues da ist.

Wichtig für Eltern ist, den Hund mit dem Baby nie alleine zu lassen. Am besten kümmert sich einer immer um das Baby und der andere um den Vierbeiner, wenn dies zeitlich möglich ist.

Wenn das Baby da ist, gilt es, Kind und Tier aneinander zu gewöhnen...

Der Hund und das Baby

Während Mutter und Kind noch einige Tage im Krankenhaus verbringen, kann ein anderes Familienmitglied schon ein "duftendes Souvenir" mitbringen - etwa

zum Schnuppern. Dadurch ist der Geruch für den Vierbeiner schon vertraut, wenn das Baby zum ersten Mal nach Hause kommt. Dann sollte sich übrigens auch die frisch gebackene Mutter kurz Zeit nehmen das Tier zu begrüßen.

Auch wenn das Haustier jetzt nicht mehr die Nummer eins ist, sollte es sich nicht vernachlässigt vorkommen. Auch im Alltag sollte die Mutter sich ab und zu mal nur mit dem Tier beschäftigen, ein wenig spielen oder kuscheln - etwa, wenn das Baby schläft.

Um die beiden schließlich aneinander zu gewöhnen, sollten Sie Geduld aufbringen und für eine entspannte Stimmung sorgen. Das eine oder andere Leckerchen überzeugt den Vierbeiner schnell, dass die Anwesenheit des kleinen Wesens etwas Positives ist. Das ist der Grundstein dafür, dass die beiden einmal dicke Freunde werden.

Die Gewöhnung von Hund und Kind aneinander

Von Natur aus sind Hunde und Babys eigentlich Dream Teams. Vor allem Hündinnen entwickeln nicht selten eine bemutternde Art und lassen sich bald schon gar nicht mehr von dem Kleinen trennen. Es gibt aber auch Hunde, die mit Eifersucht reagieren, wenn menschlicher Nachwuchs erscheint.

Insbesondere, wenn der Hund schon lange im Haushalt lebt und es gewöhnt ist, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit seiner Menschen zu stehen, sollte man möglichen Komplikationen vorbeugen. Es ist jedoch nicht nötig, sich von dem treuen Vierbeiner zu trennen, denn jeder Hund kann es lernen, den zukünftigen Familienzuwachs als neues Rudelmitglied zu akzeptieren.

Mensch-Hund-Rituale beibehalten

Da Hunde sehr sensibel sind, kann es sein, dass sie sich schon während der Schwangerschaft anders verhalten als sonst. Sie merken, dass eine Veränderung ins Haus steht - und Hunde mögen keine Veränderungen.

In dieser Phase ist es wichtig, die gewohnten Mensch-Hunde-Rituale, wie den langen Abendspaziergang, beizubehalten. Auch ein paar Extra-Schmusestunden, in denen man sich ausschließlich dem Hund widmet, können die Bindung zwischen Hund und Mensch stärken.

Das Tier in der vertrauten Umgebung lassen

Muss die werdende Mutter zur Entbindung ins Krankenhaus, ist es günstig, wenn der Hund nicht bei Freunden untergebracht wird, sondern jemand in seiner vertrauten Umgebung nach ihm sieht. Wer die Mutter und das Neugeborene im Krankenhaus besucht, sollte dem Hund eine gebrauchte Windel mitbringen, damit er den Familienzuwachs schon einmal vorab beschnuppern kann. So ist die Überraschung nicht mehr so groß, wenn Mutter und Kind nach Hause kommen - schließlich riecht das Baby für den Hund vertraut.

Den Hund nicht vernachlässigen

Auch wenn ein neugeborenes Baby die junge Mutter vor eine große Kraftprobe stellt - der Hund sollte nie das Gefühl haben, für das Baby zurückstecken zu müssen. Zeit für und mit dem Hund ist nach wie vor ein Muss. Beispielsweise eine Stunde das Fell bürsten, während sich der Vater oder die Oma um das Baby kümmert, das stärkt die Bindung und das Vertrauen zwischen Hund und Frauchen.

Doch egal, wie groß das Vertrauen ist, die wichtigste Regel lautet: Hund und Kind nie unbeaufsichtigt zusammen lassen, auch nicht für eine Minute, während man schnell im Nebenraum Besorgungen nach geht. Kinder und Hunde sind unberechenbar, und die Verantwortung hat immer der erwachsene Mensch.

Weitere Tipps

Wird das Baby irgendwann mobiler, so muss es frühzeitig lernen, dass der Hundekorb oder das Hundehäuschen tabu sind und dass der Familienhund kein Kuscheltier ist. Nähert sich ein fremder Hund einem Kind, so sollten die Eltern immer wachsam sein.

Nur wenn der Besitzer dabei ist und das Kind ermuntert, den Hund zu streicheln, kann man es dem Kind erlauben. Keinesfalls darf ein Kind aber vor einem fremden Hund weglaufen. Dies würde den Jagdinstinkt des Hundes wecken.

In vielen Fällen ist es andersrum - der Hund stellt das neue Familienmitglied dar - auch dann muss man einige Punkte beachten...

Wenn Kinder bereits geboren sind

Die meisten Hunderassen eignen sich perfekt als Familienhund, jedoch nicht alle. Wird der Hund erst angeschafft, wenn die Kinder bereits geboren sind, so sollte man sich beim Züchter informieren, wie kinderlieb die Hunderasse ist. Trotzdem hat jeder Hund seinen ganz eigenen Charakter, unabhängig von der Rasse.

Man sollte daher beim Kauf auch darauf achten, wie ein Hund auf Kinder reagiert - wedelt er freudig mit dem Schwanz oder fängt er an zu knurren, wenn ein Kind weint? Dann müssen sich alle Familienmitglieder darüber im Klaren sein, dass nun auch der Hund ein Familienmitglied ist. So sollte er auch behandelt werden, wenn er sich mit den Kindern gut verstehen soll und sich in seiner neuen Heimat wohlfühlen soll.

Grundsätzlich muss man seinen Kindern beibringen, dass sie den Hund niemals ärgern oder gar am Schwanz oder an den Ohren ziehen dürfen. Wenn Fressenszeit ist, sollten die Kinder ihren Hund in Ruhe lassen, da er sonst meint, er müsste sein Fressen vor ihnen verteidigen.

Lebt ein Hund in einem Familienhaushalt, so müssen die Kinder lernen, den Hund zu respektieren. Wenn er knurrt, sollten sie ihn in Ruhe lassen - auch bellende Hunde können beißen.

Die Anschaffung eines Familienhundes muss wohlüberlegt sein

Junge umarmt seinen Hund, Golden Retriever
Boy and Golden Retriever © sonya etchison - www.fotolia.de

Bei vielen Kindern kommt irgendwann der Wunsch nach einem Haustier, ganz oben auf der Liste steht dabei der Hund, denn so ein Welpe ist schließlich ein süßes Tier und ganz bestimmt kümmern sich die Kleinen auch darum - leider nur in der Theorie, denn in den meisten Fällen bleibt die Arbeit letztendlich an den Eltern hängen. Wer sich für einen Familienhund entscheidet, sollte sich also im Vorfeld darüber im Klaren werden, dass diese Anschaffung eine Menge Arbeit und Verantwortung mit sich bringt. Sie sollte wohl überlegt sein, um dem Hund ein schönes Leben bieten zu können.

Auch die Wahl der Hunderasse ist nicht unbedingt einfach. Gerade Familien mit kleineren Kindern sollten sich für größere Tiere entscheiden, die geduldig sind und nichts dagegen haben, wenn die Kleinen auch mal etwas wilder mit ihnen toben. Geeignete Rassen sind hier beispielsweise der Berner Sennenhund, Golden Retriever oder der Neufundländer. Auch Beagles, Schäferhunde oder Bearded Collies sind eine gute Wahl.

Bereits im Vorfeld sollte geklärt werden, welches Familienmitglied für welche Aufgaben zuständig ist. Auch ist es wichtig, den Hund besonders in den ersten zwei Jahren zu fördern und richtig zu erziehen. Es gibt also eine Menge Dinge, über die man nachdenken sollte, denn wenn so ein Tier zur Last wird, hat niemand etwas davon.

Das Allergierisiko bei Kindern lässt sich durch Haustiere senken

Kleines Mädchen hat kleine Katze im Arm und schaut in Kamera
Attendrissant... © Naty Strawberry - www.fotolia.de

Amerikanische Forscher konnten belegen, dass sich sowohl das Allergierisiko als auch das Asthmarisiko bei Kindern verringern lässt, wenn diese mit einem Hund aufwachsen. Lebt der Säugling vom ersten Tag in einem Haushalt mit einem Hund, so wird der Darm mit anderen Bakterien angereichert, welche die Sensibilisierung für Allergene herabsetzen.

Mäuseversuch belegt Bedeutung der Darmflora

Zu diesem Ergebnis sind die Forscher nach einer Reihe an Versuchen mit Mäusen gekommen. Den Mäusen wurden vorrangig das Bakterium Lactobacillus johnsonii verabreicht, welches laut den Wissenschaftlern eine bedeutende Rolle einnimmt. Es bewirkt eine vorbeugende Wirkung gegenüber Allergien und Entzündungen der Atemwege.

Das Bakterium allein sei jedoch nicht der Schlüssel. Vielmehr sei es die Zusammensetzung verschiedener Mikroben, welche im Hausstaub eines Haushaltes mit Hund vorkommen. Für die Zukunft erhoffen sich die Forscher weitere Erkenntnisse über die Mikroben, um diese gezielt bei Therapien zur Sensibilisierung der Darmflora einsetzen zu können.

Schon vor Einzug des tierischen Mitbewohners sollten Eltern ihren Kindern über den richtigen Umgang mit ihnen informieren...

Hunde und Kinder - dem Nachwuchs den richtigen Umgang beibringen

Kinder und Hunde sind ein tolles Team – vorausgesetzt, man hat Ersteren den richtigen Umgang mit Letzteren beigebracht. Selbst dann, wenn es in Ihrer Familie keinen Hund gibt, ist das Wissen der Kinder um das richtige Verhalten bei Hundekontakt Voraussetzung, damit es bei Begegnungen auf der Straße etc. nicht zu Missverständnissen kommt.

Glücklicherweise gibt es immer mehr Besuchshunde, die in Kitas und Schulen kommen, um den Kindern dort den richtigen Umgang mit ihren Artgenossen beizubringen. Einige Grundregeln sollten jedoch schon die Eltern vermitteln.

Eltern dienen als Vorbild

Die meisten Kinder fühlen sich automatisch zu Hunden hingezogen – schon Babys strecken ihre Händchen nach ihnen aus. Doch leider bekommen gerade Kinder, die aus einem hundeängstlichen Haushalt stammen, oft die Angst der Eltern vor Hunden anerzogen. Sie neigen dann dazu, vor einem fremden Hund wegzurennen oder, wenn er sie beschnuppern will, hektisch die Arme hochzureißen.

Angst anerziehen

Es ist wichtig, dass Eltern möglichst versuchen, ihre eigene, vielleicht auf schlechten Erlebnissen beruhende Angst nicht auf ihre Kinder zu übertragen, sondern ihnen zu vermitteln, dass man sich im Hundekontakt in erster Linie ruhig verhalten soll. Erst Bewegung, wie Wegrennen oder das Hochreißen der Arme, weckt den Jagdtrieb im Hund.

Kann ein hundeängstliches Kind dem Hund nicht ausweichen, sollte es stocksteif stehen bleiben und sich beschnuppern lassen. Schon bald verliert der Hund dann das Interesse.

Kontakt zum Hundehalter suchen

Nicht-hundeängstlichen Kindern, die gern von sich aus Kontakt zu fremden Hunden aufnehmen möchten, sollte beigebracht werden, erst den Besitzer zu fragen, ob man den Hund streicheln darf. Vielleicht mag der Hund sich ja nicht anfassen lassen, das sieht man ihm nicht an.

Keinesfalls sollte das Kind, womöglich noch von hinten, auf den Hund zugehen und ihn berühren. Erlaubt der Besitzer den Kontakt, nähert sich das Kind von vorn und streckt dem Hund ruhig eine Hand hin, damit dieser daran schnuppern kann. Dann darf auch gestreichelt werden.

Wichtig: Hunden sollte man nicht in die Augen starren, sie fühlen sich sonst provoziert. Dass man ihnen nicht am Schwanz oder den Ohren ziehen darf, versteht sich wohl von selbst.

Auch dem Familienhund steht Privatsphäre zu

Gehört der Hund zur eigenen Familie, ist dem Kind Respekt vor dessen Privatsphäre beizubringen. Wenn er sich in sein Körbchen zurückgezogen hat, sollte er dort auch unbehelligt bleiben.

Das Gleiche gilt für den Fressplatz. Das Kind darf den Hund niemals beim Fressen stören oder gar versuchen, ihm sein Futter wegzunehmen. Genauso wenig darf der Hund als Reittier des Kindes missbraucht werden, und auch vor eher grobem körperlichem Spiel ist Abstand zu nehmen.

Ansonsten kann man mit dem Familienhund gewissermaßen "Pferde stehlen", selbst stundenlange Verkleidungsorgien und Prinzessinnenpartys lässt er klaglos über sich ergehen. Wenn er aber von sich aus signalisiert, dass er genug vom Spiel hat und geht, sollte man ihn in Ruhe lassen. Der Hund darf keinesfalls bedrängt werden.

Körpersprache des Hundes verstehen lernen

Günstig ist ein Kurs oder ein Video, mit dem die Familie die Körpersprache des Hundes lesen lernt. So beispielsweise fühlen sich viele Hunde unwohl, wenn sie umarmt werden und signalisieren dies.

Beachten die Kinder die Signale des Hundes nicht und bedrängen ihn stattdessen weiter, kann der Hund unter Umständen durch Schnappen deutlicher machen, dass er das nicht möchte. Viele Institutionen, beispielsweise der Verband für das Deutsche Hundewesen, halten Broschüren und Spiele bereit, die die Grundregeln für den Umgang zwischen Kind und Hund zusammenfassen und auf spielerische Weise vermitteln.

Wenn sich Kinder daran halten, können sie vom Umgang mit Hunden viel lernen: Das Respekt vor einem anderen Lebewesen, beim eigenen Hund zudem die Verantwortung dafür. Sie lernen, wie eine andere Spezies mit uns kommuniziert und wie sie auf unser Verhalten reagiert, was sie dazu bringt, das eigene Verhalten zu überdenken und anzupassen.

Nicht zuletzt lernen sie die Sprache des anderen Wesens zu verstehen; sie lernen Rücksichtnahme, Fürsorge und Freundschaft.

Auch, wenn es sich um eine Katze handelt, sollte man einige Dinge beachten, damit sich Tier und Kind kennen und verstehen lernen - auf dieses Thema gehen wir hier gesondert ein.

Regeln für das Zusammenleben von Kindern und Hunden

Kleiner Junge mit aufgerissenem Mund liegt auf dem Bauch neben einem Hund
boy and his dog © Jaimie Duplass - www.fotolia.de

Hunde üben vor allem auf kleine Kinder eine unglaubliche Anziehungskraft aus und es ist nicht verwunderlich, dass viele kleine Kinder unbedingt jeden Hund streicheln wollen. Doch das birgt meist Gefahren in sich, die die Kleinen einfach noch nicht abschätzen können. Wer allerdings ein paar grundlegende Regeln beachtet, wie Kinder sich gegenüber Hunden zu verhalten haben, dann entsteht ein gesunder Respekt und ein vernünftiger Umgang mit den Tieren.

Kinder dürfen nie auf freilaufende Hunde allein zugehen, sie streicheln oder ihnen hinterher laufen. Nur im Beisein eines Besitzers kann darüber gesprochen werden. Greift ein Hund das Kind einmal an, so sollte es stehen bleiben, die Hände still halten, nicht schreien oder wild gestikulieren. All das weckt den Jagdinstinkt beim Hund.

Sollte es gestürzt sein, so muss es ganz still liegen bleiben, mit dem Bauch auf den Boden und mit den Händen den Kopf und Nacken schützen. Niemals durch einen Zaun greifen, einem Hund beim Essen oder Schlafen stören und auch nie am Schwanz ziehen. Wer in Erwägung zieht, sich einen Hund anzuschaffen, sollte bedenken, dass das Kind wenigstens vier Jahre alt sein sollte. Erst ab diesem Alter verstehen die Kleinen den richtigen Umgang mit den Hunden.

Babys und Kleinkinder dürfen nie unbeaufsichtigt mit einem Hund allein gelassen werden. Auch wenn dieser bereits viele Jahre als Familienmitglied zählt. Denn die meisten Zwischenfälle geschehen zu Hause mit den eigenen Hunden!

Beißunfälle vermeiden: Kinder und Hund müssen aneinander gewöhnt werden

Bellender schwarzbrauner Hund mit furchteinflößenden Zähnen
Barking dog © tverkhovinets - www.fotolia.de

Viele Familien haben einen Hund als Haustier und sind damit sehr glücklich. Der treue Vierbeiner wird schnell zum echten Familienmitglied und keiner möchte sich mehr ein Leben ohne ihn vorstellen. Allerdings kann es auch zu gefährlichen Situationen kommen, wenn ein kleines Kind im Haus ist. Hier gilt es einige Verhaltensregeln für den Alltag aufzustellen, damit es nicht zu schlimmen Unfällen kommt.

Zunächst muss Ihnen klar sein, dass ein Hund nur dann beißt, wenn er sich oder sein Rudel als bedroht wahrnimmt. Daher sollten Kinder sehr früh lernen, dass der Hund kein Kuscheltier ist, sondern seinen Freiraum benötigt. Auf keinen Fall sollte das Kind dem Tier ständig zu nahe kommen.

Doch auch die Freunde Ihres Nachwuchses sollten ein wenig aufgeklärt werden. Sieht der Hund Ihr Kind bereits als Teil seines Rudels an, so wird er es auch beschützen wollen. Kommt es beim Spielen zu kleinen Auseinandersetzungen und schreit Ihr Kind vielleicht sogar vor Angst, kann der Hund dies falsch verstehen und eventuell den Spielkameraden angreifen.

Ebenso gefährlich ist es, wenn der Hund bereits vor dem Kind Teil der Familie war. Ein Neugeborenes wird vom Tier noch nicht sofort als Teil des Rudels angesehen und kann daher entweder Eifersucht in ihm wecken, oder aber als Beute erscheinen. Beides kann für das Kind in gefährlichen Beißunfällen enden.

Lassen Sie Ihr Baby daher mit dem Hund nie allein. Der Hund braucht Wochen oder gar Monate, bis er sich auf die neue Situation eingestellt hat. Am häufigsten ereignen sich Beißunfälle übrigens bei Kindern, die noch unter sechs Jahre sind.

Hundebisse bei Kindern nicht unterschätzen

Nahaufnahme Schnauze eines Hundes, Höllenhund
hellhound © Photo Ambiance - www.fotolia.de

Rund 50 Prozent der Kinder in Deutschland werden bis zum 18. Lebensjahr einmal von einem Hund gebissen. Überwiegend betroffen von den Hundebissen sind Kleinkinder. In den meisten Fällen lebt der Hund im näheren Umfeld oder ist sogar der Familienhund. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) warnte nun, dass die Hundebisse nicht unterschätzt werden sollten, auch wenn diese zunächst harmlos aussehen.

Die meisten Hundebisse ziehen keine großen Verletzungen mit sich und die daraus entstandenen Wunden sind nur oberflächlich. Dennoch können tiefer liegende Geweberisse und Quetschungen entstehen, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Selbst kleine Hunde haben einen so starken Kiefer, dass sie diese Verletzungen verursachen können. Daher sollten auch scheinbar ungefährlich wirkende Hundebisse unbedingt vom Arzt untersucht werden.

Sollte es zu einem Beißvorfall kommen, reicht es die Bisswunden mit einem sterilen Verband zu versorgen. Die Wundversorgung sollten die Eltern unbedingt dem Arzt überlassen. Wichtig ist auch die Überprüfung des Tetanusschutzes, damit eine Infektion mit den Erregern des Wundstarrkrampfes ausgeschlossen werden kann.

Grundinformationen und Hinweise zu Hunden

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: boy and his dog © Jaimie Duplass - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: White Paper Notes © Giraphics - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: 4 Colored Stick Notes Colored Pins Mix © Jan Engel - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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