Vom Flirten bis zum Lernen - Nutzungsmöglichkeiten des Chats und unterschiedliche Chatformen

Ein beliebter Zeitvertreib für viele Nutzer des Internets ist das Chatten. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Chatformen, die man für unterschiedliche Zwecke, beispielsweise das Lernen von Fremdsprachen, aber auch das Flirten, nutzen kann. Dabei sollte man jedoch einige Dinge beachten. Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten des Chats und lesen Sie, welche verschiedenen Chatformen es gibt.

Das Chatten stellt eine beliebte Form der Kommunikation dar - Den Chat kann man unterschiedlich nutzen; jedoch ist es nicht sinnvoll, immer alles preiszugeben

Chatten - harmloses Kommunikationsmittel oder Suchtgefahr?

Das englische Wort (to) "chat" bedeutet übersetzt "plaudern", "unterhalten". Es bezeichnet die elektronische Kommunikation zwischen Personen in Echtzeit, die meist im Internet stattfindet.

Die ursprüngliche Form des Internetchats ist der reine Textchat, bei dem nur Zeichen ausgetauscht werden. Mittlerweile ist es auch möglich, Ton-und Videospuren zu versenden.

Das Statistische Bundesamt erfasste im ersten Quartal 2006 fast 40% der Zehnjährigen, die Chats oder Internetforen als Kommunikationsmittel benutzten. Studenten und Schüler nutzten mit 72% diese Form besonders häufig.

Es gilt zu unterscheiden zwischen Chatrooms, in denen mehr als 2 Personen miteinander kommunizieren und deren Vielfalt an Themen und Interessensgebieten unendlich ist und den privaten Chatprogrammen, in denen man seine eigene Kontaktliste verwaltet und für gewöhnlich zu zweit miteinander kommuniziert.

Doch der Spaß am Chatten kann zur Sucht werden. Eine Suchtgefahr stellt sich an dem Punkt ein, wenn der Betroffene seine sozialen Kontakte im realen Leben vernachlässigt und der Tagesablauf nach den Chatboomzeiten, also den Zeiten, in denen viele Benutzer aktiv sind, ausgerichtet wird. Alltägliche Verpflichtungen wie Einkaufen, Termine wahrnehmen oder das Säubern der Wohnung werden in den Hintergrund gestellt.

Chatrooms bergen Suchtgefahr
Chatrooms bergen Suchtgefahr

Gefährdet sind vor allem Personen, die ein gestörtes soziales Umfeld haben und sich eine Persönlichkeit im Internet aufbauen, der sie in der Wirklichkeit nicht entsprechen. Dies kann zu einem Realitätsverlust führen, wenn sich die Person auch außerhalb des Chats, für die im Chat erstellte Person hält. Außerdem bleibt die Kommunikation im realen Leben auf der Strecke.

Auch die vielfältigen Abkürzungen, wie sie in Chats der Schnelligkeit halber oft gebraucht werden, tragen nicht zur positiven Sprachentwicklung bei. Grammatik und Ausdruck verlieren an Bedeutung und das spiegelt sich in der mündlichen Kommunikation wieder. Ein gesunder Umgang mit dem Chatten ist jedoch unbedenklich und bleibt dann ein schnelles Kommunikationsmittel, dass vor allem über große Entfernungen eine preiswerte und einfache Variante ist, um Kontakt zu halten.

Chatiquette - Über die richtige Umgangsform

Bei der Chatiquette handelt es sich um bestimmte Verhaltensweisen, auf die man beim Chatten achten und solche, die man unterlassen sollte. Der Begriff setzt sich zusammen aus den Wörtern "Chat" sowie "etiquette", welcher im Französischen für "Verhaltensregeln" steht - die generellen Umgangsformen im Netz beschreibt die so genannte Netiquette.

Ein mögliches Problem beim Chatten ist es, dass die Teilnehmer zu Äußerungen verleitet werden können, die sie in einer realen Unterhaltung niemals tätigen würden. Jeder Besucher eines Chats sollte auf

  • aufdriningliche Flirtversuche
  • Beleidigungen
  • Unfreundlichkeiten
  • Pöbeleien sowie
  • rassistische und sexistische Äußerungen

verzichten. Ebenfalls ungern gelesen werden Großbuchstaben, da diese als Schreien angesehen werden. Handelt es sich um Chatrooms mit entsprechenden Betreibern, können diese Besucher, die gegen solche Regeln verstoßen, beispielsweise sperren.

Chatformen - Instant Messaging, Videochat und Co.

In technischer Hinsicht unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Chatformen. Dies sind:

Internet Relay Chat (IRC)

Die bekannteste und populärste Chatform ist der Internet Relay Chat. Entwickelt hat ihn der finnische Student Jarkko Oikarinen in den 80er Jahren. Auch in der heutigen Zeit ist diese Kommunikationsform sehr beliebt.

Zusammengesetzt wird der IRC-Chat aus mehreren Servern, die man IRC-Server nennt und die zumeist miteinander vernetzt sind. Um den IRC-Chat nutzen zu können, muss man über eine Client-Software verfügen.

Diese wird entweder über einen Browser wie beispielsweise dem Java Web Client gestartet oder ist auf dem Computer der kommunizierenden Personen installiert. Mithilfe von speziellen IRC-Kommandos wird der Client gesteuert.

Instant Messaging

Für das Instant Messaging (IM) wird eine Software benutzt, die man als Instant Messenger bezeichnet. Mithilfe eines Instant Web Messengers ist es möglich, nicht nur Zeichen miteinander auszutauschen, sondern auch Bilder oder diverse Dateien. Moderne Instant Messenger sind zudem mit besonderen Funktionen, wie beispielsweise Chatten über eine Webcam, ausgestattet.

Eine Besonderheit dieser Chatform ist, dass die Unterhaltung nicht in einem öffentlichen Webraum stattfindet, sondern nur zwischen bestimmten Personen. Die erwünschten Gesprächspartner können mit einer entsprechenden Software identifiziert werden.

Instant Messaging wird vorwiegend auf dem Smartphone genutzt
Instant Messaging wird vorwiegend auf dem Smartphone genutzt

Webchat (Browser Chat)

Bei einem Webchat, auch Browser Chat genannt, wird unmittelbar im Webbrowser gechattet. Zusätzliche Software ist dazu in der Regel nicht notwendig.

Allerdings beschränken sich Webchats zumeist nur auf die jeweilige Webseite. Man nutzt diese Chatform auch in Live Support Systemen, die teilweise mit weiteren Diensten wie Funktionen zur Fernwartung oder IP-Telefonie ausgestattet sind.

Videochat

Eine besondere Variante ist der Videochat, bei dem die Kommunikation mittels Bild und Ton stattfindet. Dazu werden eine spezielle Webcam sowie ein Mikrofon benötigt.

Viele Menschen nutzen den Chat, um neue Leute kennen zu lernen - bei der Preisgabe persönlicher Daten sollte man einige Punkte beachten...

Was man beim Chatten lieber nicht preisgeben sollte

Chatten ist eine beliebte Methode, um über das Internet neue soziale Kontakte zu knüpfen. Vor allem für schüchterne Menschen ist ein Chat eine gute Möglichkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Darüber hinaus muss man die eigenen vier Wände nicht verlassen und ist weitgehend anonym.

Wichtig ist jedoch, dass man beim Chatten nicht zu viel von sich preisgibt. Vor allem für Kinder und Jugendliche ist Vorsicht geboten.

Name und Adresse

Grundsätzlich sollten beim Chatten Fragen von fremden Menschen nach privaten Details abgelehnt werden. Wird während eines Chats gleich von jemandem, den man nicht kennt, nach dem Namen und der Adresse gefragt, ist Vorsicht geboten.

So vorteilhaft Chatten zweifellos ist, es hat auch seine Schattenseiten, denn Chatrooms sind leider auch beliebte Anziehungspunkte für Menschen mit kriminellen Absichten. Es ist sogar schon vorgekommen, dass Menschen, die sich mit Chatpartnern trafen, die ihnen völlig unbekannt waren, einem Verbrechen zum Opfer fielen. Sogar zu Todesfällen kam es dabei.

Falsche Angaben

Beim Chatten muss stets bedacht werden, dass es sich um eine anonyme Kommunikationsform handelt. Das heißt, dass die Angaben, die von einem Menschen in einem Chatroom gemacht werden, nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen müssen.

So machen sich manche Menschen oftmals jünger als sie eigentlich sind oder geben vor, jemand anderes zu sein. Mitunter geben sich auch Männer als Frauen aus. Auch falsche Profilangaben und Fotos sind weit verbreitet.

Besondere Vorsicht beim Chatten im Internet ist für Kinder und Jugendliche angebracht, da häufig auch pädophile Menschen Chats nutzen, um nach neuen Opfern zu suchen.

Geschützt und erfunden

Um sich besser beim Chatten zu schützen, wird empfohlen, niemals seinen vollständigen Namen, seine Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse anzugeben. Selbstverständlich darf man auch nicht sein Passwort preisgeben.

Darüber hinaus ist es ratsam einen Nicknamen zu verwenden, der weder den realen Namen noch das Alter verrät. Ist es erforderlich, sich für einen Chat zu registrieren oder ein Profil anzulegen, sollte man möglichst keine persönlichen Daten angeben, sondern nur erfundene.

Tipps zum Verabreden

Möchte man sich dennoch einmal mit jemandem verabreden, den man in einem Chat kennengelernt hat, sollte das Treffen auf jeden Fall an einem öffentlichen Ort stattfinden, an dem sich viele Menschen aufhalten. Auf diese Weise kann man sich zunächst einmal ein Bild von seiner Internetbekanntschaft machen.

Doch damit es überhaupt zu einem Treffen kommt, sollten sich die beiden Chatpartner gegenseitig sympathisch finden - wie man dies durch Flirten hinbekommt, verraten wir im Folgenden.

Tipps zum Flirten im Chat

Ein beliebter Zeitvertreib ist Chatten im Internet. So werden Chats oftmals dazu genutzt, um mit dem anderen Geschlecht anzubandeln oder sogar nach einem Partner zu suchen, da sie als einfache Methode gelten, neue Menschen kennenzulernen. Allerdings ist es ratsam einige Regeln zu beachten, wenn man seine Chancen wahren will.

Chats werden oftmals dazu genutzt einen Partner kennenzulernen
Chats werden oftmals dazu genutzt einen Partner kennenzulernen

Allgemeines

Ganz so einfach, wie manche Menschen glauben, ist das Flirten im Internet nicht. Zwar gibt es zahllose Möglichkeiten zum Chatten, gleichzeitig steigt damit jedoch auch die Unübersichtlichkeit. So muss man sich schon ziemlich anstrengen, wenn man überhaupt wahrgenommen werden möchte.

Auch im Internet will das Flirten gelernt sein. Mit dummen Sprüchen oder primitiver Anmache erreicht man nur wenig.

Möchte man es zu einem Date bringen, sollte man sich schon geschickt anstellen. So gibt es verschiedene Tipps für Männer und Frauen.

Tipps für Männer

Männern wird empfohlen, beim Chatten auf Sticheleien und zynische Bemerkungen zu verzichten, wenn sie mit einer Frau flirten. Auch von Gesprächen über Sex sollte man besser absehen. Da Frauen zumeist erobert werden wollen, muss der Mann häufig zuerst aktiv werden.

Wichtig ist zudem, stets ein persönliches Foto von sich bereit zu halten. Dabei sollten aber nur Fotos verwendet werden, auf denen man auch wirklich selbst zu sehen ist.

Wer auch am Wochenende flirtet, kann damit signalisieren, dass er frei und nicht gebunden ist. Hat man den Wunsch die Frau, mit der man geflirtet hat, näher kennenzulernen, kann man sie nach der Handynummer fragen.

Tipps für Frauen

Frauen wird empfohlen, beim Chatten zunächst einmal nicht zu viel von sich preiszugeben, auch nicht, dass sie auf der Suche nach einem Partner sind.

Die Suche nach einem Partner darf zudem nicht in Verzweiflung ausarten. Als Frau lässt man besser den Mann den ersten Schritt machen. Ein persönliches Foto sollte stets verfügbar sein.

Möchte man einen Mann, der einem gefällt, näher kennenlernen, kann man mit ihm ein Treffen vereinbaren. Zeigt ein Mann jedoch kein Interesse, ist es besser ihn in Ruhe zu lassen.

Nicht zu offensiv in Chats reingehen
Nicht zu offensiv in Chats reingehen

Tipps für beide Geschlechter

Sowohl für Männer als auch für Frauen gilt, beim Chatten möglichst bei der Wahrheit zu bleiben und nicht zu lügen, um ein Date zu erreichen. Denn wer sich gänzlich anders beschreibt, als er in Wirklichkeit ist, läuft Gefahr, den anderen letztlich zu enttäuschen.

Unbedingt vermeiden

Der zuletzt erwähnte Punkt lässt sich auf mehrere Bereiche beziehen. Und auch gibt es weitere Dinge, auf die es zu verzichten gilt. Vermeiden sollte man:

  • Lügen, die das Alter sowie das Aussehen betreffen und sich beim ersten Treffen ohnehin zeigen würden
  • alte Fotos, die dem jetzigen Look nicht mehr gleichen
  • Fotos, auf denen mal halbnackt zu sehen ist
  • eine peinliche Selbstdarstellung - sowohl die Sprache, als auch Fotos betreffend
  • mehrere Flirts gleichzeitig
  • das Treffen in der eigenen Wohnung
  • zu hohe Erwartungen an den Flirtpartner

Den Chat kann man jedoch nicht nur nutzen, um nach einem neuen Partner Ausschau zu halten - möglich ist beispielsweise auch, eine neue Sprache zu lernen...

In Lernchats Fremdsprachen lernen

In der Regel werden Chatrooms aufgesucht, um dort neue soziale Kontakte zu knüpfen oder sich die Zeit zu vertreiben. Ein Chat kann allerdings auch zur Weiterbildung dienen. So lassen sich in Lernchats zum Beispiel Fremdsprachen erlernen.

Formen und Vorteile von Lernchats

Lernchats werden von einigen Webseiten angeboten. Sie eignen sich in erster Linie für Schüler und Studenten, die bestimmte Themen abarbeiten wollen.

Vor allem für das Erlernen von Fremdsprachen gelten Lernchats als sinnvoll. So bieten sie eine interessante und lehrreiche Abwechslung zum Lernen von Vokabeln. Außerdem können durch die Anmeldung in einem Lernchat die Fähigkeiten bei einer bestimmten Fremdsprache direkt bei der Anwendung verbessert werden. Zu diesem Zweck unterstützen sich Menschen aus aller Welt in den unterschiedlichsten Sprachen.

Abgesehen von den Fremdsprachenkenntnissen lassen sich bei einem Lernchat auch andere Kenntnisse verbessern. Zum Beispiel ist es möglich, beim Chatten bereits erlerntes Wissen aufzufrischen oder auch neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die meisten Lernchats werden kostenfrei angeboten.

Eine weitere Möglichkeit zum Lernen sind didaktische Chaträume für Fortgeschrittene, in denen man sein Wissen vertiefen kann. Wichtige Voraussetzungen, um in einem Lernchat Diskussionsrunden zu bilden und schwierige Themen zu behandeln, sind allerdings ein geregelter Ablauf sowie Moderatoren, die Hilfestellung geben.

Die optimale Teilnehmerzahl

Lernchats haben also einige Vorteile. Allerdings gibt es auch eine Einschränkung. So sollte die Teilnehmerzahl an dem Chat nicht zu umfangreich sein, da sonst der Lerneffekt beeinträchtigt werden könnte. Als empfehlenswert gilt eine Teilnehmerzahl von vier bis acht Personen.

Sicherheitsvorkehrungen

Ebenso wie in anderen Chaträumen, sollte man auch in einem Lernchat an bestimmte Vorkehrugen denken. So weiß man bei einem Chat nie genau, ob die Personen, die man dort kennenlernt, auch wirklich das sind, was sie vorgeben. Die Betreiber von Lernchats versuchen zwar, die Sicherheit der Räume zu gewährleisten, eine hundertprozentige Sicherheit gibt es jedoch nicht.

Vor allem für Kinder und Jugendliche gilt es, wachsam zu sein. Eltern sollten die Chataktivitäten ihrer Kinder regelmäßig begleiten.

Besonders wichtig ist es jedoch, keine persönlichen Daten an Unbekannte weiterzugeben. Dazu gehören vor allem Name, Anschrift, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer.

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